In voller Uniform auf der Flagge der "Admiral Graf Spee" liegend, hat er sich erschossen
Langsdorff wird in einem Hotel untergebracht. In der Nacht zum 20. Dezember fasst er einen letzten Entschluss. »Es steht für einen Kommandanten mit Ehrgefühl außer Zweifel«, schreibt er in seinem Abschiedsbrief, »daß sein persönliches Schicksal von dem seines Schiffes nicht zu trennen ist. Ich schob meine Entscheidung so lange hinaus, wie ich noch die Verantwortung für die Maßnahmen hatte, die das Wohlergehen der unter meinem Kommando stehenden Mannschaft betreffen. Ich kann keinen aktiven Anteil mehr an dem gegenwärtigen Kampf meines Vaterlandes nehmen. Ich bin glücklich, mit meinem Leben die Ehre der Flagge besiegeln zu können…«
Am Morgen wird er gefunden. In voller Uniform auf der Flagge der Admiral Graf Spee liegend, hat er sich erschossen. Seine Beerdigung in Buenos Aires gerät zu einem Weltereignis.
Über tausend junge Soldaten, nun unter dem Befehl des 1. Offiziers, Kapitän zur See Walter Kay, verursachen den argentinischen Behörden Unbehagen – bei aller Sympathie für Deutschland. Sie werden in Gruppen auf verschiedene Provinzen des riesigen Landes verteilt, die Offiziere kommen auf die Insel Martín García im Rio de la Plata.
Einige fliehen und schlagen sich auf abenteuerlichen Wegen nach Deutschland durch. Der Torpedo-Unteroffizier Hein Wild überlebt den Krieg auf dem Kreuzer Prinz Eugen, der 1. Artillerieoffizier, Korvettenkapitän Paul Ascher, geht im Mai 1941 mit dem Schlachtschiff Bismarck unter. Langsdorffs Adjutant Kurt Diggins wird U-Boot-Kommandant und Friedrich Wilhelm Rasenack 1. Wachoffizier auf dem Schlachtschiff Tirpitz, beide überleben die Vernichtung ihrer Schiffe.
Der Maschinengefreite Bernhard Dells kommt 1940 mit über 70 Kameraden in die Provinz Córdoba. »Wir waren ja keine Kriegsgefangenen«, erinnerte er sich später . »Wir konnten uns frei bewegen. Wir fanden schnell Anschluss, Arbeit und unsere Frauen. Deutsche Handwerker waren bestens angesehen und immer gefragt.« Doch kurz vor Kriegsende gibt Argentinien seine Neutralität auf und schlägt sich auf die Seite der Alliierten. »Von da an waren wir Kriegsgefangene.« Gleich nach der deutschen Kapitulation sollen sie aus dem Land.
Ihre argentinischen Frauen bestürmen die Gattin des neuen Präsidenten, Evita Perón – vergeblich. Im März 1946 werden alle mit dem britischen Passagierschiff Highland Monarch in das nicht mehr existierende Reich verfrachtet. Erst nach Jahren dürfen sie nach Argentinien zurück, in ihre neue Heimat.
Der Autor ist Kulturhistoriker und lebt in Köln
- Datum 13.12.2009 - 19:15 Uhr
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- Serie Zeitläufte
- Quelle DIE ZEIT, 10.12.2009 Nr. 51
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Man haette vielleicht erwaehnen sollen, dass die Schiffe mehr als nur die vorgeschriebenen 10.0000 Tonnen auf die Waage brachten. Die Panzerschiffe waren das erste Beispiel einer kontinuerlichen deutschen Tradition, die Begrenzungen teils sehr grosszuegig zu ueberschreiten. Die "Spee" lag 40% darueber, das ist keine Kleinigkeit.
Ausserdem hatte Langsdorff m.E. die gegnerischen Schiffe vor dem Gefecht nicht korrekt erkannt und die leichten Kreuzer fuer Zerstoerer gehalten, darauf basierend dann die Entscheidung zum Gefecht getroffen. Als er seinen Fehler bemerkte, war es nach seinem Ermessen (zweifellos begruendet) bereits zu spaet.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
mal abgesehen davon, dass die Deutschen wohl nicht die Ausnahme sind, was die großzügige Interpretion von Grenzwerten angeht. Man ersetzt ältere Waffensysteme durch weniger, aber effizientere Waffensysteme und hat damit sowohl aufgerüstet als auch abgebaut.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
...beide angesprochenen Punkte stehen nicht im Artikel, sonst haette ich es nicht geschrieben!
Das zweitere geht komplett fehl. Abgesehen davon, dass eine pauschale Diskussion um "weniger und effizienter" mit der Thematik nichts zu tun hat, hat Deutschland die Abruestungsauflagen als einziger Staat sehr grosszuegig ueberschritten. In dieser Hinsicht und zu jener Zeit waren sie eben sehr wohl die Ausnahme. Natuerlich waren sie staerker limitiert durch Versailles als der Rest durch Washington, aber das tut nun mal nichts zur Sache. Bemerkenswert ist das ueberdies, weil dieses Verhalten eben nicht erst mit dem militanten NS-Regime begonnen hat, sondern unter Weimar abgenickt wurde.
...der Halbsatz "sollten das Limit kaum ueberschreiten" ist mir nicht entgangen. Nur ist das entweder eine sensationelle Untertreibung oder mehr als nur irrefuehrend. Nach der Logik muss man die Schiffe schon doppelt so gross bauen wie erlaubt, um das Limit "massgeblich" zu ueberschreiten. Bei den Westmaechten findet sich zu jener Zeit kein einziger Entwurf, der vertragsgemaess so "grosszuegig" ausgelegt war.
…finde ich vor allem das Schicksal des Namensgebers Maximilian von Spee. Da opfert einer sein Leben und dazu das von über 2000 anderen Soldaten, einschließlich seiner beiden eigenen Söhne, für eine Sache. Diese Sache hieß Deutschland. Und die Deutschen der Nachwelt schütteln darüber nur verständnislos den Kopf und sagen: Was für ein Idiot…
hat der Autor denn hier abgekupfert und dabei falsch übersetzt? "Nur einige Fünfzig..." (2x50? 3x50? 4x50? 5x50?)heißt im Original wohl "some fifty ...". Korrekterweise müsste es also heißen "Nur etwa fünfzig (kleingeschrieben, bezieht es sich doch auf "Männer" im Satz zuvor) sind älter ...".
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