CHE-Forschungsranking Primus Heidelberg
Welche Hochschulen haben es in die Spitzengruppe des diesjährigen CHE-Forschungsrankings geschafft?
© Universität Heidelberg

Die Universität Heidelberg ist der Primus des CHE-Forschungsranking
Leistungsmessungen zwischen Universitäten sind eine Wissenschaft für sich. Die Forschungsstärke einer Hochschule zu erkunden ist weit schwieriger, als beim Sport Tore zu zählen und am Ende einen Sieger zu küren. Vielmehr gilt es, für einen sinnvollen Vergleich möglichst viele Hinweise wissenschaftlicher Aktivität heranzuziehen, die sich von Fach zu Fach durchaus unterscheiden können. Denn nur hier, in den einzelnen Disziplinen, zeigt sich die Qualität einer Hochschule.
Jedes Jahr erfasst das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) die Forschungsleistungen für einen Teil der wichtigsten Fächer. In diesem Jahr bewertet das gemeinnützige CHE – eine von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragene Einrichtung – die Naturwissenschaften und die Medizin neu. Dabei erstellt es jedoch keine Ranglisten wie in der Bundesliga, sondern versammelt je nach Disziplin stets mehrere Universitäten in einer Spitzengruppe.
Während die meisten Hochschulen nur in einem oder zwei Fächern punkten können – wie etwa Bremen in Mathematik oder Regensburg in der Zahnmedizin –, beweisen andere Forschungsstärke gleich auf mehreren Feldern. Dazu gehören 2009 etwa Göttingen, die LMU München, die TU München und Tübingen. Am besten schneidet jedoch die Universität Heidelberg ab, die in allen sieben der in diesem Jahr untersuchten Fächer in der Spitzengruppe landet. Nach 2003 und 2006 nimmt die Traditions-Uni am Neckar diese Position in den Naturwissenschaften nun bereits zum dritten Mal ein. Andererseits gibt es in den einzelnen Fächern durchaus deutliche Verschiebungen. In der Chemie etwa schaffen erstmals die Universitäten in Bochum, Marburg und Frankfurt am Main den Sprung in die Gruppe der Forschungsstarken, in der Biologie gelingt das der HU Berlin.
Als forschungsstark kürt das CHE eine Hochschule in einer Disziplin, wenn sie sich in mehreren Leistungsindikatoren durch überdurchschnittliche Ergebnisse auszeichnet. Eine Kategorie ist dabei die Höhe der Drittmittel. Die Menge dieser eingeworbenen Gelder sagt in erster Linie etwas über die Forschungsaktivität eines Fachbereichs aus, eingeschränkt aber auch über die Forschungsqualität. Denn die Professoren müssen diese Gelder von privaten und öffentlichen Gebern – wie zum Beispiel der Deutschen Forschungsgemeinschaft – im Wettstreit mit anderen Wissenschaftlern einwerben.
Ein weiteres wichtiges Leistungsmerkmal ist die Zahl der Publikationen eines Instituts. In der Regel handelt es sich in den Naturwissenschaften um Artikel in Fachjournalen. Um die Verbreitung dieser Veröffentlichungen zu gewichten, misst das CHE zudem, wie häufig der Beitrag von anderen Wissenschaftlern zitiert wird. Die Zahl der Promotionen wiederum verweist auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wo viele Promotionen entstehen, steigt häufig auch die Forschungsleistung. Für sich allein genommen, spiegelt jedes Kriterium die Forschungsaktivität eines Faches nur unvollständig wider. In der Gesamtschau der Indikatoren ergibt sich indes ein recht verlässliches Bild davon, in welchen Disziplinen die Stärken einer Universität liegen.
Ausführliche Dossiers zu den Leistungsdaten der sieben Fächer sowie zur Erhebungsmethode können Sie hier jeweils als pdf-Datei herunterladen:
Biologie
Chemie
Informatik
Mathematik
Medizin
Pharmazie
Physik
Zahnmedizin
Methodik
Zusammenfassung
- Datum 10.12.2009 - 09:44 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 10.12.2009 Nr. 51
- Kommentare 7
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Es ist interessant:
Wieder einmal wird das x-te Forschungsranking veroeffentlicht, das sicher als Studienempfehlung dienen soll.
Doch was im tudium am Wichtigsten ist, ist die Lehre - und die wird ueberhaupt nicht beruecksichtigt.
Mein Rat an Studieninteresssierte, die die Auswahl haben (also nicht finanziell ortsgebunden sind):
Informieren Sie sich bei hoeheren Semestern und in der Fachschaft, dort weiss man etwas ueber die Lehre zu berichten. Nicht wenige tolle Forscher mit hohem Citation Index halten Vorlesungen fuer eine laestige Pflicht, die entsprechend abgehandelt wird, oder befinden sich auf Sphaeren, die unterhalb der Promotion nicht zu verstehen sind (es gibt natuerlich auch das tolle Forscher, die zugleich tolle Lehrer sind). Die Forschung ist unterhalb der Promotion irrelevant. Ein Forschungsranking sagt mir, wo ich mich umschauen sollte, um spaeter die Doktorarbeit zu schreiben (wenn ich das moechte), es sagt mir aber nicht im Mindesten, wo ich meine ersten Semester verbringen sollte!
Das Forschungsranking soll nicht als Studierempfehlung dienen, hierfür gibt es das CHE Hochschulranking, das vor allem Informationen zu Studium & Lehre bietet. Das Forschunsgranking wendet sich primär an die Hochschulen und Fächer selbst.
Das Forschungsranking soll nicht als Studierempfehlung dienen, hierfür gibt es das CHE Hochschulranking, das vor allem Informationen zu Studium & Lehre bietet. Das Forschunsgranking wendet sich primär an die Hochschulen und Fächer selbst.
Das Ranking ist eine rein quantitative Auswertung. Der einzige qualitative Indikator (Ruf einer Hochschule) wird nicht in die Bewertung einbezogen. Mich würde auch interessieren, wie die Promotionen pro Prof. gewertet weden. Gibt es Obergrenzen?
Bei den Publikationen bleibt die Qualität auf der Strecke. Außer Zahlen nicht viel gewesen.
CHE und gemeinnützig, dass ich nicht lache.
nützlich für die Bertelsmänner, oder glaubt irgendjemand dass Herr Mohn das Ding aus altruistischen Motiven gegründet hat..
nützlich für die Bertelsmänner, oder glaubt irgendjemand dass Herr Mohn das Ding aus altruistischen Motiven gegründet hat..
Das Forschungsranking soll nicht als Studierempfehlung dienen, hierfür gibt es das CHE Hochschulranking, das vor allem Informationen zu Studium & Lehre bietet. Das Forschunsgranking wendet sich primär an die Hochschulen und Fächer selbst.
Zumindest in den vergangenen Jahren war das CHE-Ranking gar nicht so quantitativ wie es aussah. Oder was soll man davon halten, dass zur "Messung" der Qualität der Methodenausbildung lediglich die Urteile der Studierenden als Notenskala abgefragt werden, und die sind bekanntlich von vielem, nicht unbedingt aber - mangels Uniwechsel - von Vergleichsmöglichkeiten abhängig.
Dass die "Zeit" so unkritisch über die CHE-Rankings berichtet liegt daran, dass sie schon vor langer Zeit in hochschulpolitischen Fragen mit CHE, also Bertelsmann kooperiert. Sie gehört also mit zum Kartell.
nützlich für die Bertelsmänner, oder glaubt irgendjemand dass Herr Mohn das Ding aus altruistischen Motiven gegründet hat..
und die gesiteswissenschaften? wie lange dauert es noch bis man philosophie, philologie etc nur noch auf lehramt oder asl zusatzqualifikation studieren kann? ich finde das arm. koennte man nicht zumindest von einem "fairen" ranking erwarten dass sie zumindest in die erhabungen gleichermassen miteinbezogen werden??
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