Italien Die Stunde der VampireSeite 2/2

Zettelmayr: Es gab bei uns die Dienstanweisung, zumindest den ersten Band zu lesen. Dann aber war ich so begeistert, dass ich mir auch die anderen besorgt habe. Heute bin ich selbst Fan und kann mich gut in die Touristen hineinversetzen. Ich habe sogar Motive aus dem Buch in meine Führungen einfließen lassen. In der Geschichte sind wir Stadtführer es, die den Vampiren Menschen zum Beißen vorbeibringen. Die Vampire dürfen ja nicht in der Stadt jagen. Selbstverständlich trifft auch meine Gruppe auf Vampire, aber mehr wird nicht verraten.

ZEIT: Wie kam Stephenie Meyer denn darauf, dass die Geschichte in Volterra spielen sollte?

Zettelmayr: Eigentlich wollte Meyer die Handlung gar nicht in einer realen Stadt spielen lassen, das hat sie bei einem Vortrag in unserer Stadt erzählt. Das Buch war schon fertig, als sie es sich anders überlegte und im Internet recherchierte, welcher Ort passen könnte. Da fiel die Wahl auf Volterra.

ZEIT: Nur leider waren die Produzenten nicht so überzeugt von der Stadt. Sie drehten im 120 Kilometer entfernten Montepulciano, das schon Kulisse vieler Filme war.

Zettelmayr: Ja, das war bitter für Volterra. Wir hätten es gern gesehen, wenn der Film hier gedreht worden wäre. Eine Zeit lang waren einige Leute richtig sauer auf Montepulciano. Aber mittlerweile hat man sich arrangiert. Man muss ja sehen: Für die Menschen in Montepulciano ist das auch nicht einfach. New Moon wurde zwar bei ihnen gedreht, aber im Film heißt die Stadt weiterhin Volterra.

ZEIT: Aber so erfolgreich, wie der Film angelaufen ist, pilgern die Fans doch bestimmt demnächst alle nach Montepulciano?

Zettelmayr: Das glaube ich nicht. Den größten Teil des Ruhms kriegen bislang wir ab. Und die echten Fans schauen sich beide Städte an.

Eva Zettelmayr, 26, ist Stadtführerin in Volterra

Das Gespräch führte Anne Lemhöfer

 
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