Genuss Verkorkte WeltSeite 2/2
Auch bei jungen Weißweinen wird immer häufiger geschraubt statt geploppt. Denn man erkennt Korkgeschmack in einem Weißwein erheblich schneller als in einem schweren Roten, dessen Aromen das TCA überlagern. Eine aktuelle Studie der Marktforschungs- und Beraterfirma Macrom hat ergeben, dass etwa jede dritte Weißweinflasche einen Schraubverschluss hat. Einige Winzer verschließen Weißweine auch mit Glas- oder Kunststoffstopfen. Bei Rotwein dagegen entscheiden sich heute zwei Drittel der deutschen Weingüter für Naturkork.
In Neuseeland kommen hingegen 90 Prozent der produzierten Weine bereits ohne Korken aus. In Griechenland und Österreich ist es mehr als die Hälfte. In traditionellen Weinländern wie Frankreich und Spanien findet man aber nach wie vor wenig Gefallen an den Alternativen. Insgesamt verstöpselt Naturkork weltweit noch rund 70 Prozent der Weinflaschen.
Die Alternativen haben ihre Tücken: Beispielsweise enthalten Plastikverschlüsse unerwünschte chemische Weichmacher, und mit Schraubverschlüssen versehene Flaschen müffeln schon mal gerne nach Schwefel. Der Grund: Ist der Verschluss zu dicht, gelangt kein Sauerstoff hinein.
Beim Verband der Prädikatsweingüter geht man davon aus, dass »der Naturkork weiterhin der anerkannte Verschluss für höchste Weinqualität bleiben wird«. Rainer Jung, Önologe an der Forschungsanstalt Geisenheim, glaubt sogar, dass die Verkaufszahlen insgesamt wieder steigen werden. Denn Korken haben einen entscheidenden Vorteil: eine perfekte Klimabilanz. Schließlich lagern allein die portugiesischen Korkwälder jährlich knapp fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. Bei der Herstellung entstehen keine Abfallprodukte, die Korken kann man sammeln und komplett recyceln. »Kork ist eben ein Naturprodukt«, sagt Jung.
- Datum 11.12.2009 - 21:22 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.12.2009 Nr. 51
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Ich trinke gerne den Wein mit Korken. Dich das ist nur eine Sache der Gewöhnung. Es ist eben üblich für viele, den Korken auch zu haben.
Ich find Pastikkorken dämlich :)
Wenn der Wein schon so billig ist, dass sich ein Naturkorken nicht lohnt, kann man auch gleich einen Schraubverschluss nehmen.
Ein Großteil der angebotenen Weine ist qualitativ so minderwertig, dass völlig egal ist, was da als Stöpsel drinsteckt. Das kann sogar ein schlechter Korken sein, ohne dass dadurch etwas verschlimmert würde. Vom verbleibenden Rest wird es sich bei einem Großteil um Weine handeln, die besser jung und frisch getrunken werden. Da ist dann meist ein Schraubverschluss unproblematischer.
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