Sozialdebatte Revolution der TugendSeite 2/2

Die Unzufriedenheit mit dem Sozialstaat ist keine Sache der Eliten oder der Massen, sondern eine der Mittelschicht. Die Mittelschicht zahlt Steuern, aber sie profitiert kaum vom Sozialstaat – das tun nur die großen Unternehmen. Zugleich hat die heutige Mittelschicht das Gefühl, dass sich niemand um sie kümmert und niemand sie wirklich ernst nimmt. Sie hat nämlich andere kulturelle Ansprüche und Standards als diejenigen, die für die heutigen globalisierten Massen und Eliten charakteristisch sind. Aber diese Ansprüche können im Kontext der heutigen Wirtschaft nicht befriedigt werden, denn die Mittelschicht befindet sich zahlenmäßig in der Minderheit und ist somit für die Wirtschaft unattraktiv. Die kumulative Kaufkraft der Mittelschicht ist viel niedriger als die kumulative Kaufkraft der unteren Einkommensstufen. Damit sind alle Ansprüche, in einem Café zu sitzen und Proust zu lesen, statt auf einem großformatigen Bildschirm inmitten einer großen Menschenmenge Fußball anzuschauen, automatisch erledigt. Diese Ansprüche gelten inzwischen übrigens nicht nur als ökonomisch unerfüllbar, sondern auch als moralisch verdächtig, arrogant, dekadent und sogar unmenschlich.

Der Mensch der gebildeten Mittelschicht kann zwar versuchen, sich äußerlich an die herrschende Kultur anzupassen. Aber wie geschickt auch immer er sich anstellt, er bleibt dem herrschenden Staat der Liebe kulturell fremd – nicht liebend und ungeliebt. Und es ist in erster Linie diese kulturelle Distanz, welche die gebildete Mittelschicht von der übrigen Gesellschaft, von den Massen wie von den Eliten trennt, die in dieser Mittelschicht ein revolutionäres Potenzial erzeugt. Nun könnte man vielleicht sagen, dass die gebildete Mittelschicht eigentlich irrelevant ist, dass sie mit der Zeit einfach verschwindet, zum Sozialfall wird und in den unteren Schichten versinkt. Aber eine solche Entwicklung scheint wenig plausibel zu sein – und zwar aus einem einfachen Grund: Es ist ebendiese Mittelschicht, die den Sozialstaat trägt und pflegt und seine hierarchischen Stufen besetzt. Die verwaltende Mittelschicht verkörpert eigentlich den Sozialstaat – auch wenn sie am wenigsten von ihm profitiert.

Deswegen kann man erwarten, dass diese Mittelschicht irgendwann zur Einsicht kommt, dass es ziemlich widersinnig ist, eine gesellschaftliche Struktur zu tragen, von der nur andere profitieren, wobei diese Mittelschicht in dem von ihr selbst geschaffenen Sozialstaat keine kulturelle Heimat findet und finden kann. Erst wenn die Mittelschicht zu dieser Einsicht gelangt, kann man wirklich einen neuen politischen Kampf erwarten – eine neue Revolution der Tugend, die in der Tradition der Französischen Revolution und der russischen Oktoberevolution stehen wird. Ein solcher Kampf könnte voraussichtlich auf zweierlei Arten entschieden werden. Entweder kehrt man zurück zu einer neomittelalterlichen oder neofrühbürgerlichen Ökonomie, die nur die Aristokratie und die reiche Bourgeoisie als Konsumenten kennt und die übrige Bevölkerung ihrem eigenen Schicksal überlässt. Oder, was viel plausibler ist, man kehrt zu einer dirigistischen, neokommunistischen Ökonomie zurück, die den Konsum der Armen am Markt vorbei regelt. In diesem Fall bekommt die Mittelschicht – als Staatsapparat – volle gesellschaftliche Macht, Achtung und Anerkennung, indem sie die spätkapitalistischen Profiteure des Sozialstaates ausschaltet und selbst zum Objekt der Massenliebe wird.

Boris Groys, geboren 1947, ist Philosoph und Mathematiker. Er lehrt an der University of New York. Seine »Einführung in die Anti-Philosophie« ist jüngst bei Hanser erschienen

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Bravo!

    Dem ist rein gar nichts mehr hinzu zu fügen!!!

  2. Endlich mal ein Text der mich wirklich zu 100 % begeistert hat. Und den letzten Vorschlag sollte man so schnell wie möglich ausführen. Und selbst das mit dem Cafe geht mir auch so ;)

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    Ich wuerde den letzten Satz nicht als "Forderung" sehen, sondern als eine Option, wohin sich die Gesellschaft entwickeln koennte.

    Eine andere Option waere es, die unteren Klassen mit noch ein wenig mehr (!) Kaufkraft auszustatten und dies in die Mittelschicht hin zu erweitern (z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen). Dann gaebe es sowohl mehr Sicherheit, als auch (!) mehr Moeglichkeiten (durch Zeitgewinn) fuer die gebildete Mittelschicht,sich Freiraeume fuer eine spezifische Kultur zurueckzuerobern.

    Ich wuerde den letzten Satz nicht als "Forderung" sehen, sondern als eine Option, wohin sich die Gesellschaft entwickeln koennte.

    Eine andere Option waere es, die unteren Klassen mit noch ein wenig mehr (!) Kaufkraft auszustatten und dies in die Mittelschicht hin zu erweitern (z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen). Dann gaebe es sowohl mehr Sicherheit, als auch (!) mehr Moeglichkeiten (durch Zeitgewinn) fuer die gebildete Mittelschicht,sich Freiraeume fuer eine spezifische Kultur zurueckzuerobern.

    "Damit sind alle Ansprüche, in einem Café zu sitzen und Proust zu lesen, statt auf einem großformatigen Bildschirm inmitten einer großen Menschenmenge Fußball anzuschauen, automatisch erledigt."

    Das scheint mir eine zentrale Aussage, an der das übrige Drum und Dran der Argmunatation aufgehängt ist. Nur - von welcher Mittelschicht spricht der Mann, die im Cafe Proust lese und nicht Fußball schaue? Da beschreibt jemand wohl seine ganz eigenen, persönlichen Probleme, dass man nämlich als Proust-Leser und Nicht-Fußball-Schauer schlicht und einfach sowas von out ist - auch in der "mittelschicht", wer immer dazu gehören mag. Da würde sich dann doch eher ein Besuch beim Psychotherapeuten empfehlen als der Aufruf zur Welterevolution.

    Ich wuerde den letzten Satz nicht als "Forderung" sehen, sondern als eine Option, wohin sich die Gesellschaft entwickeln koennte.

    Eine andere Option waere es, die unteren Klassen mit noch ein wenig mehr (!) Kaufkraft auszustatten und dies in die Mittelschicht hin zu erweitern (z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen). Dann gaebe es sowohl mehr Sicherheit, als auch (!) mehr Moeglichkeiten (durch Zeitgewinn) fuer die gebildete Mittelschicht,sich Freiraeume fuer eine spezifische Kultur zurueckzuerobern.

    Ich wuerde den letzten Satz nicht als "Forderung" sehen, sondern als eine Option, wohin sich die Gesellschaft entwickeln koennte.

    Eine andere Option waere es, die unteren Klassen mit noch ein wenig mehr (!) Kaufkraft auszustatten und dies in die Mittelschicht hin zu erweitern (z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen). Dann gaebe es sowohl mehr Sicherheit, als auch (!) mehr Moeglichkeiten (durch Zeitgewinn) fuer die gebildete Mittelschicht,sich Freiraeume fuer eine spezifische Kultur zurueckzuerobern.

    "Damit sind alle Ansprüche, in einem Café zu sitzen und Proust zu lesen, statt auf einem großformatigen Bildschirm inmitten einer großen Menschenmenge Fußball anzuschauen, automatisch erledigt."

    Das scheint mir eine zentrale Aussage, an der das übrige Drum und Dran der Argmunatation aufgehängt ist. Nur - von welcher Mittelschicht spricht der Mann, die im Cafe Proust lese und nicht Fußball schaue? Da beschreibt jemand wohl seine ganz eigenen, persönlichen Probleme, dass man nämlich als Proust-Leser und Nicht-Fußball-Schauer schlicht und einfach sowas von out ist - auch in der "mittelschicht", wer immer dazu gehören mag. Da würde sich dann doch eher ein Besuch beim Psychotherapeuten empfehlen als der Aufruf zur Welterevolution.

  3. ..." Der westliche Sozialstaat war, historisch gesehen, in erster Linie eine Maßnahme gegen den Aufstand der Massen, gegen die kommunistische Gefahr, gegen die drohende totale Enteignung der vermögenden Klassen. Solange die Angst vor dem Kommunismus akut war, war auch die Bereitschaft des Bürgertums durchaus vorhanden, in erheblichem Maß Steuern zu zahlen, um die Massen zu pazifizieren und die kommunistische Gefahr zu bannen"...

    ist in der Tat die Grundlage für die Veränderungen in der westlichen Welt, die als Folge des Abhandenkommens des "sozialistischen Konkurrenzmodells" das Denken und Handeln der wirtschaftlichen und politischen Eliten bestimmte.

    Seit dieser Zeit, also Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, erleben wir z.B. hierzulande ein stetiges Absinken der Massenkaufkraft, Abschöpfen auch der untersten Einkommensklassen via Gesundheitssystem etc.

    Dieser Artikel von Boris Groys sollte und könnte sehr gezielt auch an Schulen auf-und durchgearbeitet werden.

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    ...warum in den Schulen bis zum Abitur immer noch der Stoff gelehrt wird, den schon die Eltern der Schüler "eingepaukt" bekamen?
    Meine Tochter hat da noch Glück, da ich im Osten mein Abi ablegte und wir uns wenigstens zu hause über aktuell politische Fragen unterhalten und nicht über die Dekadenz der Katholiken im 13. Jahrhundert.
    Während meiner Schulzeit wurde uns die "hässliche Fratze" des Kapitalismus vor Augen geführt - über die perversen Auswüchse des Sozialismus wurde dagegen kein Wort verloren.
    Jede Gesellschaft stellt nur ihre positiven Seiten ins Rampenlicht - alles andere bekommt man nur mit, wenn man genauer hin hört.
    Was uns im Osten der Kapitalismus bringen würde, das wusste ich schon durch ARD, ZDF, den SFB und den Bayerischen Rundfunk. Schließlich gehörten diese Sender im Osten zu meinen Standard-Programmen.
    Der Sozialismus stalinistischer Prägung hatte nie eine Chance. Doch wir hatten im Osten die Chance, vieles anders zu machen und zu verändern.
    Stattdessen haben sich die Menschen, blind von der D-Mark und den 100,- Mark Begrüßungsgeld, durch ein Klientel verschachern lassen, dass heute entweder durch sich selbst oder deren Kinder wieder versucht, den Rest von "Sozialstaat" meistbietend zu verschachern, indem weiter Schulden angehäuft werden, all jene steuerlich entlastet werden, die - gemessen an ihrem tatsächlichen Einkommen - kaum Steuern zahlen und der Rest der Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.
    Das kann auf Dauer nicht friedlich enden.

    ...warum in den Schulen bis zum Abitur immer noch der Stoff gelehrt wird, den schon die Eltern der Schüler "eingepaukt" bekamen?
    Meine Tochter hat da noch Glück, da ich im Osten mein Abi ablegte und wir uns wenigstens zu hause über aktuell politische Fragen unterhalten und nicht über die Dekadenz der Katholiken im 13. Jahrhundert.
    Während meiner Schulzeit wurde uns die "hässliche Fratze" des Kapitalismus vor Augen geführt - über die perversen Auswüchse des Sozialismus wurde dagegen kein Wort verloren.
    Jede Gesellschaft stellt nur ihre positiven Seiten ins Rampenlicht - alles andere bekommt man nur mit, wenn man genauer hin hört.
    Was uns im Osten der Kapitalismus bringen würde, das wusste ich schon durch ARD, ZDF, den SFB und den Bayerischen Rundfunk. Schließlich gehörten diese Sender im Osten zu meinen Standard-Programmen.
    Der Sozialismus stalinistischer Prägung hatte nie eine Chance. Doch wir hatten im Osten die Chance, vieles anders zu machen und zu verändern.
    Stattdessen haben sich die Menschen, blind von der D-Mark und den 100,- Mark Begrüßungsgeld, durch ein Klientel verschachern lassen, dass heute entweder durch sich selbst oder deren Kinder wieder versucht, den Rest von "Sozialstaat" meistbietend zu verschachern, indem weiter Schulden angehäuft werden, all jene steuerlich entlastet werden, die - gemessen an ihrem tatsächlichen Einkommen - kaum Steuern zahlen und der Rest der Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.
    Das kann auf Dauer nicht friedlich enden.

  4. Da sollten wir uns eigentlich keine Gedanken machen, der Aufstand kommt noch schon früh genug.

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    • Pjotah
    • 22.12.2009 um 12:50 Uhr

    Also gestern?

    • Pjotah
    • 22.12.2009 um 12:50 Uhr

    Also gestern?

    • Andi42
    • 20.12.2009 um 17:49 Uhr

    Sagt mir bitte, ob ich Folgendes richtig verstanden habe: Die Unterschicht genießt es, von der Oberschicht "gemolken" zu werden?
    Wo ich viele Aspekten dieses Artikels zustimmen kann, so halte ich diese Aussage für zynisch und völlig fehl am Platz.
    ...ich habe viel "Kontakt mit der Unterschicht" und was ich wahrnehme, ist vor allem ein tiefer Hass und Neid auf "die reichen Säcke da oben"...
    Es ist in meinen Augen ein Wunder, dass das ganze System so lange stabil geblieben ist (was wir wahrscheinlich dem Sozialstaat und der einst breiten Mittelschicht zu verdanken haben...)

    Grüße,
    Andi42

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    "Neid auf die reichen Saecke da oben" ist eine Sache - der Genuss, gemolken zu werden drueckt sich aber auf der anderen Seite darin aus, das Spiel begeistert mitzuspielen. In Casting-Shows, bei der Schlacht um Sonderangebote oder Celebrity-Cult. Was wuerde wohl mit den Gehaeltern von Autorennfahrern passieren, wenn in Europa niemand mehr bei der Formel 1 einschalten wuerde?

    "Genießt es, gemolken zu werden": Man gibt ihnen Brot, Spiele, Mario Barth und Big Brother, so wurden sie zu Genießern.

    Sagt mir bitte, ob ich Folgendes richtig verstanden habe: Die Unterschicht genießt es, von der Oberschicht "gemolken" zu werden?
    Wo ich viele Aspekten dieses Artikels zustimmen kann, so halte ich diese Aussage für zynisch und völlig fehl am Platz.

    Ich schätze, der Autor meinte das nicht so in dem Artikel, sondern hat eine ungünstige Wortwahl getroffen. Das Popstar-Beispiel ist ja kein "Ausmelken" in dem Sinne, sondern es wird den Leuten Unterhaltung geliefert in einer Qualität und zu einem Preis, den sie okay finden, und da gönnen sie es dem Star, dabei auch viel zu verdienen.

    "Neid auf die reichen Saecke da oben" ist eine Sache - der Genuss, gemolken zu werden drueckt sich aber auf der anderen Seite darin aus, das Spiel begeistert mitzuspielen. In Casting-Shows, bei der Schlacht um Sonderangebote oder Celebrity-Cult. Was wuerde wohl mit den Gehaeltern von Autorennfahrern passieren, wenn in Europa niemand mehr bei der Formel 1 einschalten wuerde?

    "Genießt es, gemolken zu werden": Man gibt ihnen Brot, Spiele, Mario Barth und Big Brother, so wurden sie zu Genießern.

    Sagt mir bitte, ob ich Folgendes richtig verstanden habe: Die Unterschicht genießt es, von der Oberschicht "gemolken" zu werden?
    Wo ich viele Aspekten dieses Artikels zustimmen kann, so halte ich diese Aussage für zynisch und völlig fehl am Platz.

    Ich schätze, der Autor meinte das nicht so in dem Artikel, sondern hat eine ungünstige Wortwahl getroffen. Das Popstar-Beispiel ist ja kein "Ausmelken" in dem Sinne, sondern es wird den Leuten Unterhaltung geliefert in einer Qualität und zu einem Preis, den sie okay finden, und da gönnen sie es dem Star, dabei auch viel zu verdienen.

  5. ...warum in den Schulen bis zum Abitur immer noch der Stoff gelehrt wird, den schon die Eltern der Schüler "eingepaukt" bekamen?
    Meine Tochter hat da noch Glück, da ich im Osten mein Abi ablegte und wir uns wenigstens zu hause über aktuell politische Fragen unterhalten und nicht über die Dekadenz der Katholiken im 13. Jahrhundert.
    Während meiner Schulzeit wurde uns die "hässliche Fratze" des Kapitalismus vor Augen geführt - über die perversen Auswüchse des Sozialismus wurde dagegen kein Wort verloren.
    Jede Gesellschaft stellt nur ihre positiven Seiten ins Rampenlicht - alles andere bekommt man nur mit, wenn man genauer hin hört.
    Was uns im Osten der Kapitalismus bringen würde, das wusste ich schon durch ARD, ZDF, den SFB und den Bayerischen Rundfunk. Schließlich gehörten diese Sender im Osten zu meinen Standard-Programmen.
    Der Sozialismus stalinistischer Prägung hatte nie eine Chance. Doch wir hatten im Osten die Chance, vieles anders zu machen und zu verändern.
    Stattdessen haben sich die Menschen, blind von der D-Mark und den 100,- Mark Begrüßungsgeld, durch ein Klientel verschachern lassen, dass heute entweder durch sich selbst oder deren Kinder wieder versucht, den Rest von "Sozialstaat" meistbietend zu verschachern, indem weiter Schulden angehäuft werden, all jene steuerlich entlastet werden, die - gemessen an ihrem tatsächlichen Einkommen - kaum Steuern zahlen und der Rest der Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.
    Das kann auf Dauer nicht friedlich enden.

    Antwort auf "Die Aussage:"
  6. man hat sich den Sozialstaat geleistet, damit Ruhe ist.
    Jetzt wird nur noch in klinen Schritten getestet, wie weit man das Ausbeutungsspiel treiben kann.
    Je eher der Aufstand kommt, um so eher wird diesem Spiel Einhalt geboten. dabei haben sich besonders die deutschen Reichen gut abgesichert. Durch die Globalisierung sind sie kaum noch angreifbar.
    Der Egoismus der Geldeliten führt jedoch in den Ruin, auch für diese Leute (Außer für Haus- und Grundbesitzer, Landwirte, Bergwerksbesitzer). Der Sozialstaat ist die eigentliche Grundlage für Wirtschaftswachstum. Er erhöht die Breitenkaufkraft. Was wir jetzt haben führt letztlich nur zu gewaltigen Überkapazitäten, weil sich niemand mehr die Produkte leisten kann.

  7. 8. Wie

    bringt man die "Massen" dazu ihrer Freiheit eine positive Bedeutung zu verleihen? Vielleicht fällt es ein bißchen leichter sobald die fossilen Brennstoffe ausgehen, und das "Überleben" schwerer wird. Jetzt stehen Konzerne und Prekariat gemeinsam gegen die aufbauenden Kräfte. Beispiel: Mobilfunkmasten. Sorgen um ihre Gesundheit oder die Umwelt machen sich nur einigermassen gebildete Leute. Die Armen, die heute meist keinen Festnetzanschluss mehr haben aber viel telefonieren, sorgen für die Nachfrage. Und o2("die Luft zum Atmen der Proleten") baut den Mast gegen den Willen der Besonnen und Vorsichtigen:
    http://www.wochenspiegel-...
    Die Reichen wohnen natürlich weit weg von einem Mobilfunkmasten.
    Gleiches gilt für Flüge nach Malle usw: Wer sich um das Klima derart sorgt um dann auch auf einen Flug zu verzichten, ist der gebildete Mittelschichtler.
    Wir haben aber alles Recht die "unten" und die "oben" auf den Pfad der Tugend zurückzubringen!

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    Sorgen über Mobilfunkmasten machen sich vor Allem Leute, die sich für gebildet halten. Diese Einbildung ist jedoch nicht mit Bildung zu verwechseln, sondern mit ihrem genauen Gegenteil.

    Wären diese Leute tatsächlich gebildet, dann wüßten Sie natürlich genug über die physikalischen und medizinischen Zusammenhänge sowie deren wissenschaftlichen Forschungsstand, daß ihnen klar wäre, daß von den Masten keine Gefahr ausgeht. Wenn die Leute gebildet wären, wüßten sie auch, daß es keine Studie gibt, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und zum Ergebnis kommt, daß eine Gefahr von den Mobilfunkmasten ausginge.

    Das, was diese Leute mit Bildung verwechseln, ist nur die auf ihrer Überforderung basierende Skepsis gegenüber den Wissenschaften, dem technischen Fortschritt sowie ihrer Angst vor der Zukunft. Das ist zwar nur allzu menschlich, hat aber mit Bildung nun wirklich rein gar nichts zu tun.

    Sorgen über Mobilfunkmasten machen sich vor Allem Leute, die sich für gebildet halten. Diese Einbildung ist jedoch nicht mit Bildung zu verwechseln, sondern mit ihrem genauen Gegenteil.

    Wären diese Leute tatsächlich gebildet, dann wüßten Sie natürlich genug über die physikalischen und medizinischen Zusammenhänge sowie deren wissenschaftlichen Forschungsstand, daß ihnen klar wäre, daß von den Masten keine Gefahr ausgeht. Wenn die Leute gebildet wären, wüßten sie auch, daß es keine Studie gibt, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und zum Ergebnis kommt, daß eine Gefahr von den Mobilfunkmasten ausginge.

    Das, was diese Leute mit Bildung verwechseln, ist nur die auf ihrer Überforderung basierende Skepsis gegenüber den Wissenschaften, dem technischen Fortschritt sowie ihrer Angst vor der Zukunft. Das ist zwar nur allzu menschlich, hat aber mit Bildung nun wirklich rein gar nichts zu tun.

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