Gesellschaftskritik Über falsche Paarungen
In einer neuen Promibiografie über Brangelina lernen wir: Auch die, die in der Genlotterie den Hauptpreis gezogen haben, haben es nicht leichter im Leben.
© Pascal Le Segretain/ Getty Images

Brad Pitt mit dem adoptierten Sohn Maddox Jolie-Pitt
Brad Pitt verhält sich zu Angelina Jolie wie Katie Holmes zu Tom Cruise. Brad und Katie gelten als bodenständige Leute aus der Provinz, ihre Partner sind Scientology-Tom und Adoptions-Angelina. Wie einfach hätte es sein können, wenn Brad sich mit Katie zusammengetan hätte und Tom sich mit Angelina. Letztere hätten sich gegenseitig als Kontrollfreaks erkannt und von einer Verbindung abgesehen; Brad und Katie hätten zusammen mit ihren Golf spielenden, Leinenhosen tragenden, Händchen haltenden, Mainstream-Religionen anhängenden Eltern jetzt bereits das fünfte Weihnachtsfest gefeiert. Aber einer hat die Teile falsch zusammengefügt, und es entstanden »Tomkat« und »Brangelina«.
Über Letztere liegt nun erstmals eine investigative Recherche vor. Der Journalist Ian Halperin befragte für sein Enthüllungsbuch Brangelina 900 Zeitzeugen, und so wissen wir, dass der weibliche Teil dieser Unglückssymbiose vor neun Jahren in der Psychiatrie eincheckte, um wenig später als Ehefrau von Billy Bob Thornton wiederaufzuerstehen, der Angelina dabei half, ein kambodschanisches Baby zu adoptieren, das sie Maddox nannte und das ihr dabei half, sich den babyhungrigen Brad Pitt zu angeln, einen Jungen aus dem Mittleren Westen, dessen Haar einst aussah wie Weizen, durch den der Wind fährt. Jetzt sieht er aus wie ein Mann, über den ein Bus gefahren ist. Er trägt seinen Bart im Homeless-Look und entwirft Häuser für Katastrophenopfer, alles Hilferufe, mit denen er (unbewusst) eine Unbehaustheit ausdrückt, die von Frauen in allen Kulturen der Erde verstanden wird: Es geht mir nicht gut mit A. Mit der Geringsten unter euch wäre ich glücklicher als mit ihr.
Wir hören dich, Brad!
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Es ist ein Drama. Und nicht allein aus Klatschsucht geben wir uns ihm hin. Es ist schön zu wissen: Wenn selbst die, die in der Genlotterie den Hauptpreis gezogen haben, es so brutal verhauen können, dann kann das im Umkehrschluss nur bedeuten, dass wir anderen, mehr oder weniger attraktiv, ins Paradies kommen können. Die Frohe Botschaft kann sich überall zeigen, in diesem Jahr aber zeigte sie sich in einer Promibiografie namens Brangelina: The Untold Story .
- Datum 17.12.2009 - 11:34 Uhr
- Serie Gesellschaftskritik
- Quelle ZEITmagazin, 17.12.2009 Nr. 52
- Kommentare 5
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Heike Faller erhielt, wie man im Netz nachlesen kann, im Jahre 1997 den Axel-Springer-Preis für Nachwuchsjournalisten und 2006 den Emma-Journalistinnen-Preis. Wenn nun die Absolventin der Hernri-Nannen-Schule in diesem brutal verhauenen Artikel, der in seiner fröhlichen Belanglosigkeit allenfalls in die BRIGITTE passen würde, nicht ausführt, nach welchen Anforderungen in der Genlotterie der Hauptpreis gezogen wird, dann kann das im Umkehrschluß vielleicht bedeuten, daß fachliches Können bei der Vergabe von Journalistinnenpreisen und beim Hauptpreis der Genlotterie Intelligenz keine Rolle spielen.
bei der Ärmsten, ist wirklich nicht nett.
Für viele Frauen ist BP halt der Traummann schlechthin, warum auch immer, wer kann es ergründen. Das alleine könnte bei manchen Frauen alle Überschriften der Welt rechtfertigen ;-) und bei manchen Männern nur Kopfschütteln.
bei der Ärmsten, ist wirklich nicht nett.
Für viele Frauen ist BP halt der Traummann schlechthin, warum auch immer, wer kann es ergründen. Das alleine könnte bei manchen Frauen alle Überschriften der Welt rechtfertigen ;-) und bei manchen Männern nur Kopfschütteln.
bei der Ärmsten, ist wirklich nicht nett.
Für viele Frauen ist BP halt der Traummann schlechthin, warum auch immer, wer kann es ergründen. Das alleine könnte bei manchen Frauen alle Überschriften der Welt rechtfertigen ;-) und bei manchen Männern nur Kopfschütteln.
Holtzbrinck und ZEIT feierten Holtzzeit. Nicht lang und schon schwankt nun auch dies Ruhmesblatt im Homeless-Look mehr und mehr über den Boulevard der Belanglosigkeiten.
Warum habe ich ihn angeklickt? Bin ich zu neugierig und werde ich mich darob alsbald zu Tode strangulieren?
Oh weh, mein Zeh. :-(
"alles Hilferufe, mit denen er (unbewusst) eine Unbehaustheit ausdrückt, die von Frauen in allen Kulturen der Erde verstanden wird: Es geht mir nicht gut mit A. Mit der Geringsten unter euch wäre ich glücklicher als mit ihr."
Ich kann keine Hilferufe wahrnehmen. Stimmt was nicht mit mir?
Oder bedient BP nur ein gewisses Wunschdenken, um sich (und damit der Gattin) ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit zu erhalten?
So übel ist er als Architekt auch garnicht, auch wenn man seine Einflüsse sehr deutlich sehen kann. :P
Diese Art von Journalismus ist ürigens mit Wunschdenken sehr überladen, wobei ich der Autorin nicht unterstelle, daß es notwendigerweise ihr ureigenstes sein muß. (So streng wie Zeitist bin ich nicht, auch Spaßbeiträge müssen sein!)
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