Statistik zum Passivrauchen Zahlen warnen

Fast jeder schwebt in Lebensgefahr, sagt die Statistik.

94 Prozent aller Menschen sind durch das Passivrauchen gefährdet. Doch was besagt die Zahl genau?

94 Prozent aller Menschen sind durch das Passivrauchen gefährdet. Doch was besagt die Zahl genau?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ihrem Wesen nach eine Warnerin. Und wie macht man am plakativsten auf Gefahren aufmerksam? Mit Zahlen. Jüngster Alarm: Noch immer seien 94 Prozent der Menschheit dem Passivrauchen ungeschützt ausgeliefert. Doch statt Fragen zu beantworten, wirft eine solche Zahl ohne Einordnung bloß Fragen auf.

Finden 94 Prozent aller Menschen in Einraumkneipen Platz? Wo wohnen die übrigen 6 Prozent? Ist das Leben in Staaten mit Nichtraucherschutzgesetz (wie Guatemala, Bangladesch, Kolumbien) weniger gefährlich als anderswo? 

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Bei der Interpretation jedweder Statistik helfen weitere Zahlen. So könnte man aktive Opfer gegen passive abwägen, um zu zeigen, dass Raucher, obwohl ihr Stoff als weltweit häufigste vermeidbare Todesursache gilt, relativ wenig Kollateralschäden verursachen. So sterben in Deutschland jährlich 140.000 Raucher an den Folgen ihres Tabakkonsums, hingegen »nur« 3.300 Passivraucher.

Halten wir die Statistik des Straßenverkehrs daneben: Er wird 2009 rund 4.000 Tote gefordert haben. Allerdings sind, grob geschätzt, etwa die Hälfte der Opfer Beifahrer, Fußgänger, (unterlegene) Zweiradlenker et al. Was lehrt uns das? Dass Raucher recht zielgenau sich selber treffen, präziser wenigstens als es Autofahrer tun. Auch dies eine Warnung, die erst aus einer Interpretation erwächst.

 
Leser-Kommentare
  1. Obwohl selber Raucher und nur Gelegenheitsautofahrer, muss ich feststellen, dass Ihr Vergleich gewaltig hinkt. Beim Autoverkehr handelt es sich erstens in dem Sinne um keine vermeidbare Todesursache (zumindest kommen wir nicht ohne aus, wenn wir nicht unsere ganze Welt grundlegend umkrempeln). Und zweitens gibt es den passiven Autofahrer nicht. Jeder profitiert vom Autoverkehr – der Beifahrer genauso, wie der, der vorbildlich zu Fuß zum Supermarkt läuft (da gäb’s nämlich ohne Autos gar kein Essen).

    Interessanter währe es die Methoden zu beleuchten, wie man nun ausgerechnet 3 300 Opfer des Passivrauchens ermittelt. Letztendlich weiß man ja nicht, warum jemand an Krebs oder einer Herz-Kreislauf-Geschichte erkrankt ist. Man kann nur sagen: »Der hat geraucht, das wird’s wohl gewesen sein.« Die Opfer des Passivrauchens (die es, der Vernunft folgend, geben müsste) zu beziffern, stelle ich mir allerdings weit schwieriger vor, als z. B. die Opfer der alljährlichen Wald-und-Wiesen-Influenza zu ermitteln und selbst da gibt es nur wage Schätzungen, die viel wahrscheinlicher weit daneben liegen, als dass sie der Wahrheit nahe kommen.

    Ich finde es sehr bedenklich, wenn solche Zahlen veröffentlicht werden. Entweder wird untertrieben und keiner interessiert sich mehr dafür, oder es wird übertrieben, die Leute riechen Alarmismus und keiner interessiert sich mehr dafür. Dass es nun auch gerade dreitausend-DREIHUNDERT sind … Warum sagt man nicht: man schätzt/befürchtet mehrere Tausend Opfer?

    • dschun
    • 25.12.2009 um 10:33 Uhr

    Man stelle sich vor, man sitzt als Beifahrer im Auto eines guten Bekannten, der in einer verkehrsberuhigten Zone aufs Gas steigt und das Auto beschleunigt. Würden wir ruhig daneben sitzen? Oder würden wir zu verstehen geben (falls uns etwas am eigenen und fremden Leben lieb ist), dass es nicht in Ordnung ist, so zu rasen? Weil die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu haben, sehr hoch wird. So ähnlich ist's mit dem Passivrauchen. Der eine raucht, der andere sitzt daneben. Es muss nix passieren, aber die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, dass (später einmal) etwas passiert. Immer sieht der Mensch nur die kurzfristigen Auswirkungen und bekümmert sich nicht, was einmal sein wird. Deshalb braucht es abschreckende Statistiken, ekelige Fotos und strenge Gesetze. Denn, wenn jemand einmal sagen wird: "Hätt ich vor 20 Jahren net zum Rauchen ang'fangen" ist's ja zu spät. Viel zu spät.

  2. dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.Das
    Leben ist untrennbar mit dem Tod verbunden, da kann kein
    Statistiker helfen. Warum die WHO den Leuten das Leben
    mit Panikmache vergiftet ist mir unverständlich.

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