Martenstein "Pro Tag schaffe ich maximal zehn Dinge"Seite 2/2
Pro Tag schaffe ich maximal zehn Dinge. Ich nehme mir also immer zehn Sachen vor, die unerledigten Sachen kommen dann auf die nächste Tagesliste. Es gibt Sachen, die wochenlang auf der Tagesliste dahinvegetieren, bis ich begreife, dass ich sie in Wirklichkeit nicht erledigen will und es niemals tun werde.
Eine der ältesten Eintragungen auf meinen Karten heißt "Plattenspieler reparieren lassen". Das war niemals dringend genug, um es auf die Tagesliste zu schaffen, weil ich ja einen CD-Player habe, aber ich werde es niemals streichen. Ich habe wunderschöne Schallplatten.
So lebe ich. Dies ist, zusammengefasst, mein Leben. Eines Tages werden meine Hinterbliebenen fünf hellblaue, dicht beschriebene Karteikarten finden, und dann, so wünsche ich, so hoffe ich, wird irgendjemand in der Küche die Birne austauschen und den Plattenspieler zur Reparatur bringen. Oder auch nicht.
- Datum 14.12.2009 - 12:49 Uhr
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- Serie Martenstein
- Quelle ZEITmagazin, 17.12.2009 Nr. 52
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werter Herr Martenstein, oder Schellack?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
So fängt der WAHNSINN an! Oder ist er bereits unheilbar fortgeschritten?
Seit einigen Jahren führe ich ganz ähnliche Listen. Nur dass meine eher unstrukturiert (nicht nach Dringlichkeit sortiert) sind und sich nicht auf Karteikarten, sondern (als ökologisch nützliche Art der Wiederverwendung) auf DIN-A6-Größe zurechtgeschnittenem einseitig bedrucktem Papier befinden.
Schön, dass ich mich bei der Verwendung externer, analoger Speichermedien in guter Gesellschaft befinde und mir darüber hinaus noch Verbesserungspotenzial aufgezeigt wird! ;)
Bereits mit 16 Jahren haben sie begonnen? Ich schreibe auch fast täglich eine Liste und streiche Erledigtes (keine Spaziergänge/gehe nie so einfach spazieren...) durch. Bei mir hat das allerdings erst um die 40 Jahre angefangen. Ansonsten kann ich meinen Alltag in ihrem Artikel wieder finden(war allerdings noch nie auf Sylt - nur dreimal auf Juist..ist das ein Ersatz?), besonders die "Birne Küche" ist bei mir schon länger defekt.
Wenn die "To-do-List" abgearbeitet ist - final?
Und nicht mehr honoriert wird?
Wäre traurig für mich als ZEIT-Leser.
Die Idee gefällt mir ! To do Listen bestanden für mich vormals aus Arbeit und Unannehmlichkeiten, ja, ich habe das Vergnügen vergessen.
Herzlichen Dank
Jemand hat soeben meinen Tag gerettet.Harald Martenstein hat mir soeben aus der Seele gesprochen.Der Mensch braucht jemanden, der ihn versteht. Ich bin also kein Freak!
Auf meinem Listenblock gibt es alles auf einmal zu sehen, - zugegebenermaßen in vier Spalten unterteilt:Die Linien trennen Tag/Woche/Irgendwann und Utopia von einander.Unerledigtes Blau hebt sich von erledigtem Rot ab.Die Utopiaspalte(mein Traumhaus mitten im Wald bauen,beim Yoga den Kopfstand schaffen,endlich die richtige Frisur finden...)gestaltet sich demnach purpurfarben.Beim Neuschreiben zerkritzelter Altlisten erfreue auch ich mich immer wieder an längst entsorgten Plänen.Der alte zerfledderte Schreibblock ist sozusagen mein persönliches Denkarium der Zukunft, wenn man so möchte.Beim Zurückblättern aber lese ich in meinem mal mehr,mal weniger real berichtendem Tagebuch.Bisher habe ich dem verlockenden Gedanken auf Excel-Tabellen umzusteigen ja noch standgehalten. Angeregt durch Ihre Ausführungen jedoch wächst in mir der Wunsch nach Perfektion: Verehrter Herr Martenstein, zusammen können wir die Welt verändern!Wir könnten Statistiken erstellen: Erledigt 2009, Unerledigt 2010, Prozentualer Überhang der Utopia- Spalte zur Tagesliste...-Ein verführerischer Gedanke, dem Sie wohl kaum widerstehen werden können,nicht wahr?
Eine weiterhin so flinke Feder und ein straff organisiertes Jahr 2010 wünscht Ihnen
Ihre S.Z.
Jemand hat soeben meinen Tag gerettet.Harald Martenstein hat mir soeben aus der Seele gesprochen.Der Mensch braucht jemanden, der ihn versteht. Ich bin also kein Freak!
Auf meinem Listenblock gibt es alles auf einmal zu sehen, - zugegebenermaßen in vier Spalten unterteilt:Die Linien trennen Tag/Woche/Irgendwann und Utopia von einander.Unerledigtes Blau hebt sich von erledigtem Rot ab.Die Utopiaspalte(mein Traumhaus mitten im Wald bauen,beim Yoga den Kopfstand schaffen,endlich die richtige Frisur finden...)gestaltet sich demnach purpurfarben.Beim Neuschreiben zerkritzelter Altlisten erfreue auch ich mich immer wieder an längst entsorgten Plänen.Der alte zerfledderte Schreibblock ist sozusagen mein persönliches Denkarium der Zukunft, wenn man so möchte.Beim Zurückblättern aber lese ich in meinem mal mehr,mal weniger real berichtendem Tagebuch.Bisher habe ich dem verlockenden Gedanken auf Excel-Tabellen umzusteigen ja noch standgehalten. Angeregt durch Ihre Ausführungen jedoch wächst in mir der Wunsch nach Perfektion: Verehrter Herr Martenstein, zusammen können wir die Welt verändern!Wir könnten Statistiken erstellen: Erledigt 2009, Unerledigt 2010, Prozentualer Überhang der Utopia- Spalte zur Tagesliste...-Ein verführerischer Gedanke, dem Sie wohl kaum widerstehen werden können,nicht wahr?
Eine weiterhin so flinke Feder und ein straff organisiertes Jahr 2010 wünscht Ihnen
Ihre S.Z.
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