Fast-Food-Kette Das Sandwich-ImperiumSeite 5/5
Die Lage des Ladens, den ihm ein selbstständiger Development Agent aufschwatzte, entpuppte sich jedoch als Reinfall. Insgesamt 16 Gebietsentwickler arbeiten freiberuflich für Subway und verdienen ihren Unterhalt allein über Provisionen für Neueröffnungen und Anteile an den Franchise-Gebühren der Unternehmer. Nach gut zwölf Monaten mit bis zu 14 Stunden Arbeit am Tag war Rüdiger B. insolvent, kraftlos und ohne Perspektive. Er fühlt sich benutzt von der US-Kette, die den Laden nun weiterverkaufen will. Doch es findet sich niemand, der Laden steht schon seit einem Dreivierteljahr leer. »Überaus schade« sei das, wenn es mit einem Franchisenehmer einfach nicht funktioniere – mehr hatte Subway nicht für Rüdiger B. übrig.
»Offenbar fehlt es Subway im Vergleich zu anderen großen Franchise-Systemen auch an erfahrenen Unternehmern und Unterstützung durch die Zentrale«, konstatiert Valerie Naumann, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Systemgastronomie. Eine Subway-Lizenz zu erwerben ist relativ leicht. Im Gegensatz zu McDonald’s oder Burger King, die Anfangsinvestitionen im oberen sechsstelligen Bereich und ausreichend Erfahrung in Gastgewerbe und Unternehmensführung erfordern.
Mit 150.000 Euro Startsumme und 30 Prozent Eigenkapital ist ein Gründer bei Subway schon dabei. Dafür gibt es keine Garantie auf Gebietsschutz: Subway kann also weitere Lizenzen für Läden in unmittelbarer Nähe verkaufen – in deutschen Großstädten passiert das regelmäßig. Die Verantwortung für den richtigen Standort des Lokals trägt allein der Unternehmer, eine sachkundige schriftliche Analyse gibt es bei der Sandwich-Kette nicht. Auch das läuft beim Konkurrenten McDonald’s anders: Dort verlassen sich die Franchise-Nehmer auf eine Datenbank für die besten Lagen, gefüttert vom Statistischen Bundesamt.
Dabei sollen die Stullenläden in den nächsten Jahren McDonald’s überrunden. Die Pläne von Markeninhaber und Firmengründer Fred DeLuca aus Connecticut sind ehrgeizig: Insgesamt 1000 Restaurants in Deutschland bis Ende 2010, weitere 150 im Jahr 2011 sind die offizielle Subway-Devise. Doch die Imagepflege fällt der Kette offenkundig schwer: Auch beim Bundesverband Systemgastronomie in München blitzte Subway vor wenigen Wochen ab. 700 Franchise-Nehmer verschiedener Ketten wie McDonald’s, Burger King, Vapiano und Pizza Hut sind dort Mitglied und halten sich an vereinbarte Tarife für ihre 90.000 Beschäftigten.
Trotz der eilig einberufenen Subway-Regionalversammlungen mit den Franchise-Nehmern diesen Sommer gelang es der deutschen Systemzentrale um Pokorski nicht, eine Mehrheit der über 400 Subway-Franchise-Nehmer zu überzeugen: Sie sollten eine Tarifbindung für 7,20 Euro Stundenlohn unterschreiben. Auf den ersten Blick liegt hier der Schwarze Peter zwar bei den Franchise-Nehmern. »Ein erfolgreiches Franchise-System muss aber seine Unternehmer motivieren können – und sich auf eine ethische Grundlage stellen«, meint Verbandsgeschäftsführerin Naumann, »Subway fehlt ein Teamgefühl.« – »Die Subway-Zentrale hat keinerlei Einfluss auf die Lohnpolitik ihrer Franchise-Partner«, entgegnet Pokorski.
Nun ist die Sandwich-Kette die einzige große Fast-Food-Marke, die auf der neuen »Charta der Systemgastronomie« des Verbandes fehlt. Dort verpflichten sich andere Franchise-Unternehmen sowohl für ihre in Eigenregie betriebenen Restaurants wie auch für ihre Franchise-Standorte zu »tariflich festgelegten und transparenten Arbeitsbedingungen«. Subway jedenfalls liegt beim Lohnniveau für viele der 7000 Mitarbeiter hinter dem Tresen weit unter dem Durchschnitt: Es würden schon mal 3,50 Euro Stundenlohn für die Arbeit gezahlt, meldet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten aus verschiedenen Subway-Betrieben. »Von den namhaften Fast-Food-Ketten ist das der unterste Bereich, den ich kenne«, sagt NGG-Referatsleiter Zeitler.
Dabei liegt der westdeutsche Durchschnittslohn in der Gastronomie bei ohnehin niedrigen 7,07 Euro pro Stunde. Michael T. will sieben Euro Stundenlohn nicht unterschreiten. Aber weil ihn die Kosten drücken, beschäftigt er jetzt pro Schicht einen Mitarbeiter weniger im Restaurant. Dafür muss er selber noch mehr ran. »Manchmal weiß ich nicht, wie lange ich das hier noch durchhalte.«
- Datum 20.12.2009 - 15:03 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.12.2009 Nr. 52
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Was kann man als Kunde da tun?
Kauft man was, freut es die Franchise-Nehmer -- und leider auch die Konzernleitung.
Kauft man nichts, gehen die Franchise-Nehmer pleite -- und die Konzernleitung zuckt mit den Schultern.
Klassische Lose-lose-Situation!
Soviel Mitleid ich für die Franchise-Nehmer habe, so wenig Verständnis habe ich für diese "Hungerlöhne".
Der Markt (in diesem Fall Take-away-Food) ist nunmal begrenzt. Was S nicht bekommt, bekommen dann dafür MD, BK, PH oder die Dönerbude um die Ecke. Und wenn die Konkurrenz wächst, gibt es dort freie Stellen für die Mitarbeiter von S.
Also klare Antwort: nicht hingehen, sondern lieber die Alternativen unterstützen. Nur so nimmt man als Verbraucher auch seine Verantwortung wahr!
j
Soviel Mitleid ich für die Franchise-Nehmer habe, so wenig Verständnis habe ich für diese "Hungerlöhne".
Der Markt (in diesem Fall Take-away-Food) ist nunmal begrenzt. Was S nicht bekommt, bekommen dann dafür MD, BK, PH oder die Dönerbude um die Ecke. Und wenn die Konkurrenz wächst, gibt es dort freie Stellen für die Mitarbeiter von S.
Also klare Antwort: nicht hingehen, sondern lieber die Alternativen unterstützen. Nur so nimmt man als Verbraucher auch seine Verantwortung wahr!
j
Neues Schild
Einkaufen beim Diskounter.
Fertig
Dieser Ratschlag hört sich schlicht und ergreifend an.
Ist er auch. Nur die Umsetzung steht auf einem anderen Blatt, die nur dann funktioniert, wenn man einen geeigneten, erfahrenen Fach-Anwalt in Sachen Subway beauftragt
[...] (Wir möchten Sie bitten, Ihre Kritk sachlich zu formulieren und auf Behauptungen, die auf hier nicht überprüfbaren Fakten beruhen, zu verzichten. Vielen Dank, die Redaktion /ft)
Dieser Ratschlag hört sich schlicht und ergreifend an.
Ist er auch. Nur die Umsetzung steht auf einem anderen Blatt, die nur dann funktioniert, wenn man einen geeigneten, erfahrenen Fach-Anwalt in Sachen Subway beauftragt
[...] (Wir möchten Sie bitten, Ihre Kritk sachlich zu formulieren und auf Behauptungen, die auf hier nicht überprüfbaren Fakten beruhen, zu verzichten. Vielen Dank, die Redaktion /ft)
als selbst Betroffener kann ich nur sagen, dass dieser Artikel leider nur die Oberfläche zeigt und zeigen kann.
Die tatsächlichen Zustände innerhalb des Subway Systems sind viel schlimmer!
Dem Leser sei auch dieser Link empfohlen:
http://www.wiwo.de/untern...
Ein [...] Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) menschenverachtenes System gepaart mit einer erstaunlichen Anhäufung von hochgradig unprofessionellen Mitarbeiter auf Seiten des Franchisegebers. Mit 40% unzufriedenen Franchisenehmern ist die Studie noch glimpflich für Subway ausgegangen. Mittlerweile dürfte dieser Anteil auch drastisch gestiegen sein.
Herr Pokorski setzt dem ganzen die Krone auf. Ein Verteter des Systems ohne jegliche praktische Erfahrung. Gratulation!
Jedem der sich mit dem Gedanken trägt in dieses System investieren zu wollen sei geraten Finger weg!
Soviel Mitleid ich für die Franchise-Nehmer habe, so wenig Verständnis habe ich für diese "Hungerlöhne".
Der Markt (in diesem Fall Take-away-Food) ist nunmal begrenzt. Was S nicht bekommt, bekommen dann dafür MD, BK, PH oder die Dönerbude um die Ecke. Und wenn die Konkurrenz wächst, gibt es dort freie Stellen für die Mitarbeiter von S.
Also klare Antwort: nicht hingehen, sondern lieber die Alternativen unterstützen. Nur so nimmt man als Verbraucher auch seine Verantwortung wahr!
j
Wieso soll das eine tolle Geschäftsidee sein, wenn man für ein belegtes Brötchen, vulgo Gummischuh, 5 Euro auf den Tisch legen soll?
Bei diesen Frikadellensemmeln verhält es sich doch ähnlich.
Belegtes Brötchen beim guten Metzger max. 2,50€(Belag keine Convinience Pampe) Frikadellensemmel 1,50€ (mit ordentlich Beef)
Der Metzger bildet aus, kauft seine Produkte in der Umgebung, gute schlachten selbst.
Wer glaubt mit diesem amerikanischen Kram Geld verdienen zu wollen ist doch wohl selbst schuld. Dem Apotheker gönne ich das übrigens.
1996 bin ich nach Köln gezogen, damals gab es zwar an jeder Ecke einen McDonalds und dann kam aber lange nichts. Heute gibt es an jeder Ecke McDonalds, Woyton, Starbucks, Subway und viele anderer dieser Billig Ketten und es wird immer schlimmer. Es kommen immer mehr von diesen Ketten.
[...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) Es tut mir kein einziger dieser Franchisenehmer leid. Die wissen ganz genau das diese Systeme auf Ausbeutung basieren, bei anderen Ketten beschränkt sich die Ausbeutung auf Mitarbeiter, hier kriegen es auch die Franchisenehmer zu spüren, na und! Wenn die Franchisenehmer nicht ein mal einen Tarifvertrag von 7,20 EURO die Stunde (das sind 1200,- EURO brutto bei einer 40 Stundenwoche) akzeptieren wollen. Dann hoffe ich auf jede pleite!
Das verlogene bei diesen ganzen Diskussionen ist, das es nichts neues ist. Man braucht sich über diese Zustände nicht aufzuregen, sondern wir sollen diese ganzen Ketten meiden. Es gibt genug Alternativen und zwar in jeder Stadt dieser Welt.
Übrigens das mag sogar sein, das der Durchschnittsverdienst in Westdeutschland in der Gastronomie bei 7,07 Euro liegt, ein beträchtlicher Teil des Gehaltes macht aber das Trinkgeld aus. In den meisten dieser Ketten dürfen aber Arbeitnehmer kein Trinkgeld annehmen.
[...] Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion /ft)
Wir sollten lieber wieder alle mehr in richtige Restaurants essen gehen und den Fast Food-Konsum so gering wie möglich halten, damit ordentliche Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze gesichert werden können!
Schon vergessen, wie erst jüngst von sklavenhalterähnlichen Strukturen in der chinesischen Gastronomie berichtet wurde?
Ketten wie insbesondere McDonald's haben hart darum gekämpft, nicht mehr das Synonym für Ekelfraß und Ausbeutung zu sein.
Die werden einen Teufel tun und leichtfertig wegen Lebensmittelskandalen oder schlechter Behandlung der Mitarbeiter in die Schlagzeilen zu geraten: Das würde sofort ALLE ihre Restaurants treffen.
Skandale in Einzelgaststätten hingegen machen höchstens regional Schlagzeilen; und ist der Ruf gründlich ruiniert, können sie einfach unter neuem Namen im Nachbarort neuanfangen.
Insofern bedeutet eine "starke Marke" auch Schutz für Mitarbeiter und Kunden.
Schon vergessen, wie erst jüngst von sklavenhalterähnlichen Strukturen in der chinesischen Gastronomie berichtet wurde?
Ketten wie insbesondere McDonald's haben hart darum gekämpft, nicht mehr das Synonym für Ekelfraß und Ausbeutung zu sein.
Die werden einen Teufel tun und leichtfertig wegen Lebensmittelskandalen oder schlechter Behandlung der Mitarbeiter in die Schlagzeilen zu geraten: Das würde sofort ALLE ihre Restaurants treffen.
Skandale in Einzelgaststätten hingegen machen höchstens regional Schlagzeilen; und ist der Ruf gründlich ruiniert, können sie einfach unter neuem Namen im Nachbarort neuanfangen.
Insofern bedeutet eine "starke Marke" auch Schutz für Mitarbeiter und Kunden.
Schon vergessen, wie erst jüngst von sklavenhalterähnlichen Strukturen in der chinesischen Gastronomie berichtet wurde?
Ketten wie insbesondere McDonald's haben hart darum gekämpft, nicht mehr das Synonym für Ekelfraß und Ausbeutung zu sein.
Die werden einen Teufel tun und leichtfertig wegen Lebensmittelskandalen oder schlechter Behandlung der Mitarbeiter in die Schlagzeilen zu geraten: Das würde sofort ALLE ihre Restaurants treffen.
Skandale in Einzelgaststätten hingegen machen höchstens regional Schlagzeilen; und ist der Ruf gründlich ruiniert, können sie einfach unter neuem Namen im Nachbarort neuanfangen.
Insofern bedeutet eine "starke Marke" auch Schutz für Mitarbeiter und Kunden.
...und genau dort zittert sich SW mit scharfer Klinge an der eigenen Lebensader und der der Franchisenehmer herum. In meinen Augen unverantwortlich und Rücksichtslos.
Für DeLuca ist der deutsche Markt ein sehr wichtiger weil erschlossen - aber sollte dieser nicht so funktionieren wie der US Markt, werden wir über kurz oder lang das "WalMart in Deutschland" -Debakel in neuer Version erleben. Was wird aus den Franchisenehmern?
...und genau dort zittert sich SW mit scharfer Klinge an der eigenen Lebensader und der der Franchisenehmer herum. In meinen Augen unverantwortlich und Rücksichtslos.
Für DeLuca ist der deutsche Markt ein sehr wichtiger weil erschlossen - aber sollte dieser nicht so funktionieren wie der US Markt, werden wir über kurz oder lang das "WalMart in Deutschland" -Debakel in neuer Version erleben. Was wird aus den Franchisenehmern?
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