Tatort Fernsehen "Blutdiamanten"

Kostbare Steine zwischen Afrika und Antwerpen, Weltverbesserer gegen Juweliere: Die Kölner Kommissare Max und Freddy suchen einen Meuchler, und natürlich finden sie ihn!

Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln diesmal auch jenseits der Kölner Stadtgrenze

Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln diesmal auch jenseits der Kölner Stadtgrenze


Der Juwelenhändler de Maestre lädt zum hundertjährigen Bestehen seines Hauses ein. Dem reichen und schönen Publikum erklärt er, sein Geschäft sei aus Liebe, Licht und Ewigkeit gemacht. Da fallen vom Kuppeldach des Nobelkaufpalastes Flugblätter hernieder, es rennen maskierte, schwer bewaffnete Männer in Söldnerkluft zwischen den Grüppchen der Festgesellschaft umher. Erst knallt ein Blutbeutel gegen die Glasscheibe, dann fällt ein Schuss. Andre Hesse liegt tot in der Tiefgarage.

Was für ein Einstieg, wir sind beeindruckt: Wir glaubten an einen Raubüberfall, dabei war es nur eine Aktion der nichtmilitanten Gruppe »under world«. Sie beschuldigt de Maestre des Handels mit Diamanten aus den Bürgerkriegsgebieten Afrikas. Freddy hält die jungen Leute für einen Haufen durchgeknallter Spontis. Der Tod eines Radikalen hebt nicht seine Stimmung, schließlich hat er vor langer Zeit für Frieden ohne Waffen demonstriert.

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Das Gründungsmitglied Heiner und seine Freundin Celine gehören zum harten Kern der Gruppe. Sie klären Max und Freddy über die schmutzigen Geschäfte des Juweliers auf: Mikele, de Maestres Buchhalter in Südafrika, fälscht die Ursprungszertifikate der Diamanten, sie stammen eigentlich aus dem Ostkongo. Die Blutdiamanten mischt de Maestre unter die Produktion seiner sauberen Mine. Für Abnahme und Transfer der heißen Ware ist ein gewisser Jan Siemers zuständig, ein Mann von zweifelhaftem Ruf. Er war Soldat, Polizist, Söldner in Jugoslawien – wir kratzen uns am Kopf und sehen in dem Bluthund den Mörder des Aktivisten.

Max glaubt nicht daran. Freddy starrt vor sich hin und glaubt auch nicht mehr daran. Sie wollen den Söldner in Antwerpen aufspüren, dort treffen sie auf eine belgische Kommissarin, sie sind auf die Hilfe der Kollegin angewiesen. Freddy würde mit ihr sogar nicht nur fallrelevant kooperieren. Die Kommissare haben sich die letzten Nächte um die Ohren geschlagen. Belgien ist für sie nur ein Hoteltresen, an dem sie dünnen Kaffee trinken.

Der Blick in die Mündung einer schallgedämpften Waffe in der Hand eines Profikillers schleudert Freddy aus dem Laufrad. Lange braucht er, bis er nicht mehr zittert noch zaudert. Was sucht aber Heiner in Antwerpen? Ein Missionar kennt keine Landesgrenzen, wer für eine bessere Welt streitet, darf sich nicht in Kinderspielen vergeuden. Kompromisse sind tödlich, sagt er, wir sind nicht in einer Therapiegruppe. Auch Freddy braucht keine Betreuung, er würde jeden Therapeuten anbellen, der glaubt, er könnte ihm mit Geschwätz die Todesangst durch Lebenslust ersetzen.

Die Kölner Kommissare fassen den Mörder, natürlich. Ihnen entwischt kein Meuchler – es wäre falsch, ihre Erfolgsquote als Konstante im Skript anzusehen. Sie sind ein großartiges Gespann, sie spielen so gut, dass wir bei jeder Folge versucht sind, nach Köln umzuziehen. Das werden wir nicht tun. Ohne Max und Freddy wäre jede Stadt fader.

Wdh., ARD, Freitag, 18. Dezember, 21.45 Uhr

 
Leser-Kommentare
  1. seit Wochen jegliche Durchschnittsware zum Kriminalfilm des Jahres hochgejazzt und da kommt letzten Sonntag mal ein wirklich gut gemachter, neuartiger Tatort (mit Frau Sawatzki, Herrn Schüttauf und dem brillianten Herrn Schweighöfer) und war muss ich hier lesen?

    Genau. Nichts.

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