Andrea Ypsilanti "Da war Scham"Seite 5/5
ZEIT: Ist es ein Problem, dass mit Frank-Walter Steinmeier einer der Architekten der Agenda 2010 nun neuer Fraktionschef der SPD ist?
Ypsilanti: Das könnte ein Problem sein, ja.
ZEIT: Ihre Antwort klingt so, als hätten Sie sich für den Neuanfang auch einen unbelasteten Genossen vorstellen können?
Ypsilanti: Ich gestehe jedem, der ein Amt übernimmt, Lernfähigkeit zu. Die muss dann aber auch sichtbar werden.
ZEIT: Basisarbeit im Wahlkreisbüro kann furchtbar anstrengend sein. Müssen Sie sich bisweilen selber trösten, dass Sie nur wenig bewegen können?
Ypsilanti: Nein.
ZEIT: Seien Sie bitte ehrlich!
Ypsilanti: Bewegend ist nur das wirklich, was andere Menschen bewegt. Um das zu bewirken, braucht man nicht unbedingt ein verliehenes Amt.
ZEIT: Zur Not auch durch die politische Zusammenarbeit mit den Linken?
Ypsilanti: Ich weiß noch nicht, wie die SPD und die Linken sich entwickeln. Mir ist es jedenfalls wichtig, künstliche Abgrenzungen zu überwinden. Dafür gibt es zu viele Schnittmengen. Ich würde eher überlegen: Was könnte das verbindende Element eines gesellschaftlich relevanten linken Projekts sein?
ZEIT: Würden Sie sagen, dass mit Sigmar Gabriel und Andrea Nahles jetzt das letzte Aufgebot der SPD die Führung übernommen hat?
Ypsilanti: Nein, das stimmt nicht. Allerdings räume ich ein, dass die SPD den eigenen Nachwuchs und ihre Außenwelt nicht sonderlich gepflegt hat. Das geschieht leicht, wenn Politiker an der Spitze stehen, die im Grunde ihres Herzens unsicher sind. Leute, die den Gedanken nicht aushalten, dass andere, Jüngere auch klüger sein können.
ZEIT: Wer sind Ihre Vorbilder in der SPD?
Ypsilanti: Früher war es Willy Brandt. Heute bin ich selbstständig genug, um nicht unbedingt ein Vorbild zu brauchen. Mit Ausnahme besonders mutiger Frauen.
ZEIT: Keine Männer mehr?
Ypsilanti: Ach, wissen Sie, ich glaube schon, es ist nicht nur Zufall, wenn in unserer Partei so häufig gute Frauen scheitern.
Das Gespräch führten Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert
- Datum 18.12.2009 - 11:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.12.2009 Nr. 52
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Für ganz Begriffsstutzige:
SPD-Parteiprogramm für Hessen MIT Abgrenzung zur SED-Nachfolge: Gutes Wahlergebnis, dass für eine Grosse Koalition gute Ausgangposition geboten hätte.
SPD-Parteiprogramm für Hessen OHNE Abgrenzung zur SED-Nachfolge: Katastrophales Wahlergebnis und Schwarz-Gelb mit komfortabler Mehrheit.
(Und das Gleiche bei der Bundestagswahl noch mal ganz dick für die Bundespartei.)
Im Bund gilt: SPD-Wahlkampf MIT geradezu zwanghafter Abgrenzung zur Linkspartei = Schlechtestes SPD-Wahlergebnis seit der Weimarer Republik.
Passt das auch in Ihr Raster für Begriffsstutzige?
Im Bund gilt: SPD-Wahlkampf MIT geradezu zwanghafter Abgrenzung zur Linkspartei = Schlechtestes SPD-Wahlergebnis seit der Weimarer Republik.
Passt das auch in Ihr Raster für Begriffsstutzige?
Im Bund gilt: SPD-Wahlkampf MIT geradezu zwanghafter Abgrenzung zur Linkspartei = Schlechtestes SPD-Wahlergebnis seit der Weimarer Republik.
Passt das auch in Ihr Raster für Begriffsstutzige?
Die Abgrenzung der Bundes-SPD zur SED-Nachfolge war nicht zwanghaft, sondern bemüht.
Das hat nach der Y-Lügenvorstellung keiner mehr geglaubt.
Die Vorgänge nach der Wahl, als die SPD in allen anschliessenden Landes-Koalitionsverhandlungen den Hintereingang der SED-Nachfolger heimgesucht hat, haben den Verdacht der Wähler bestätigt.
Die Abgrenzung der Bundes-SPD zur SED-Nachfolge war nicht zwanghaft, sondern bemüht.
Das hat nach der Y-Lügenvorstellung keiner mehr geglaubt.
Die Vorgänge nach der Wahl, als die SPD in allen anschliessenden Landes-Koalitionsverhandlungen den Hintereingang der SED-Nachfolger heimgesucht hat, haben den Verdacht der Wähler bestätigt.
Die Abgrenzung der Bundes-SPD zur SED-Nachfolge war nicht zwanghaft, sondern bemüht.
Das hat nach der Y-Lügenvorstellung keiner mehr geglaubt.
Die Vorgänge nach der Wahl, als die SPD in allen anschliessenden Landes-Koalitionsverhandlungen den Hintereingang der SED-Nachfolger heimgesucht hat, haben den Verdacht der Wähler bestätigt.
Dann müssen Sie mir jetzt nur noch erklären, warum die SPD der Linkspartei in Thüringen einen Korb gegeben hat. Oder warum es eben in Hessen doch nicht geklappt hat, wo doch eigentlich alles schon in trockenen Tüchern gewesen war. Oder warum die SPD vier Jahre lang Frau Merkel Pfötchen gegeben hat, wo es doch eine rotrotgrüne Kanzlermehrheit für Steinmeier (Schröder, Platzeck, Beck, Müntefering) gegeben hätte.
Übrigens, auch ich bin Wähler und ich hege nach den Debakeln der jüngeren Vergangenheit nicht mehr die Spur eines Verdachts, dass in absehbarer Zeit SPD und Linke (und Grüne) die Merkel-Regierung oder eine schwarzgelbe Länderregierung auf den Müllhaufen der Geschichte befördern könnten.
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