Wenn vor zwei, drei Generationen ein Paar heiratete, wurde oft gefragt, ob es "heiraten muss". War die Frau schwanger, da war man sich einig, blieb nichts anderes als die Hochzeit, sie war dann Zwang, nicht unbedingt Liebesbeweis.

Noch bis 1970 haben in der Bundesrepublik die Eltern die Vormundschaft an das Jugendamt verloren, wenn sie nicht verheiratet waren. Und bis 1998 kam ein Amtspfleger vorbei, der in der wilden Familie nach dem Rechten schaute. In der DDR hingegen wurden nichteheliche Kinder zeitweise sogar staatlich gefördert, indem nur eine unverheiratete Mutter beim ersten Kind ein Babyjahr bekam. (Klicken Sie hier, um die Karte zu vergrößern)

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Offenbar denken die Eltern von heute noch wie ihre eigenen Eltern: Recht wenige Ostdeutsche heiraten, bevor sie Kinder kriegen, Westdeutsche tun es in der Regel (und umso mehr, je religiöser sie sind, daher wohl das leichte Nord-Süd-Gefälle).

Was sagt das alles über das Glück des Kindes? Wenig. Ob ein Kind später allein- oder zu zweit erzogen aufwächst, hängt heute, das weiß man inzwischen, kaum davon ab, wie amtlich die Liebe zum Zeitpunkt der Geburt war.