Klimaschutz Die Botschaft lautet: Grüner leben
Egal, ob die Welt mitzieht – Deutschland profitiert von einer Ökowende. Bloß, wie bringt man das den Menschen im Alltag bei?
Rund um den Kopenhagener Gipfel fiel der Satz genauso oft wie auf anderen Klimatreffen. Angeblich verfügt die Welt längst über alles, um den Kampf gegen die Erderwärmung zu gewinnen: das Wissen. Die Technologie. Den Politikentwurf. Sie müsste sich nun bloß noch zur Umsetzung bequemen.
Das klingt gut. Es stimmt bloß nicht. Die Fachleute wissen in etwa, wie viel Kohlendioxid der Mensch noch in die Luft blasen darf, bevor es chaotisch wird in der Atmosphäre. Daraus leiten sie ab, wie schnell die Industrieländer sauber werden müssen und wie lange aufstrebende Nationen von China bis Brasilien ihren Ausstoß noch steigern können – und wie viele Emissionsrechte die Staaten deshalb versteigern dürfen. Die Fachleute kennen sich also aus in der Technokratie der Weltrettung.
Nur den Menschen können sie nicht mit berechnen.
Nach New York zu fliegen ist nicht klimafreundlich. Aber um James Hansen zu besuchen, lohnt es sich. Der Chefklimaforscher der Nasa sagt, was er denkt, und als Beamte einmal seine Statements zu beeinflussen versuchten, sagte er auch das laut. Er ist einer von denen, die ziemlich genau wissen, was die Erde sich noch leisten kann und was nicht. Zum Beispiel keine neuen Kohlemeiler ohne eine Technik, die das Klimagas abschneidet und bunkert.
Früher meinte Hansen, die Welt müsse seinen Berechnungen doch folgen. Dann ist er in die zwei Länder gefahren, von denen er sich am meisten erwartete: nach Japan und nach Deutschland. Er kam desillusioniert zurück. Dort sagten die Politiker zwar das Richtige – handelten aber ohne Konsequenz und genehmigten beispielsweise laufend neue Kohlemeiler.
Doch der Fehler liegt nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei Hansen und seinen Forscherfreunden. Modelle zur Erderwärmung reichen eben nicht. Echter Wandel von Menschen und ganzen Nationen lässt sich nicht einfach vorschreiben, er beginnt langsam, läuft chaotisch ab und beschleunigt sich auf einmal. Also, Herr Hansen, müssten wir nicht untersuchen, wie Gesellschaften umdenken und umlenken? Ja, gibt er sofort zu, wir müssten versuchen, die Gesellschaften an einen tipping point, einen Kipp-Punkt zu bringen. Deshalb hat Hansen auch seine Taktik geändert. Er hat die Hoffnung aufgegeben, dass er durch Fakten die Politiker umstimmen kann. Nun will er die jungen Menschen in Schulen und Universitäten gewinnen, die Leidtragenden der Erderwärmung, die für eine neue Politik sorgen sollen.
Eine Ökowende kommt vom Staat und von den Bürgern zugleich, oder sie kommt gar nicht zustande. Die Bundesrepublik brauchte diese Revolution dringend. Noch ist sie ein ökologisches Vorzeigeland. Und daraus zieht die Nation, in deren Forstwirtschaft die Idee der Nachhaltigkeit erfunden wurde, daraus zieht die Republik der Waldretter, Mülltrenner und Bioesser auch einen Teil ihres Selbstverständnisses. Jedoch: Nun hat sie sich in einige Widersprüche verwickelt. Sie ist ein, wenn nicht der Vorreiter für Umweltenergietechnik, doch sie subventioniert Solarstrom so heftig, dass sich die hiesigen Hersteller der Anlagen nicht mehr um Innovation bemühen müssen. Sie treibt die EU zu mehr Klimaschutz, doch sie bremst, wenn Brüssel der Autoindustrie harte Abgasgrenzen setzen will. Sie feiert sich als Vorbild – und sieht zu, wie andere Länder ein Stromnetz der Zukunft errichten.
Die Konkurrenz wacht auf. Japan zum Beispiel will erklärtermaßen zur Modellnation werden. Lange schon war der Inselstaat besonders energieeffizient. Nun, da sich die Nachfrage auf der Welt vervielfacht, soll die Klimatechnologie zur großen Exportindustrie werden. Und so zurückhaltend die USA auch bei offiziellen Klimazielen sind, investieren sie doch kräftig in die Umwelttechnik. Der Ölstaat Texas wird zum riesigen Produzenten von Windenergie, Kalifornien zum Mekka der Solarenergie. 40 Milliarden Dollar aus Obamas Konjunkturpaket gehen in die Energieforschung. Auch da sieht Deutschland schlecht aus: Nur 13 Prozent des großen deutschen Konjunkturprogramms lassen sich als grün beschreiben, im Schnitt der anderen großen Länder sind es fast 20 Prozent.
Egal, wie die Welt das Signal aus Kopenhagen aufnimmt, Bürger und Wirtschaft brauchen neue Gewohnheiten. Addiere man die Chancen mit den Notwendigkeiten, sei Grün keine vorübergehende Mode mehr, sondern »die Art, wie man baut, entwirft, herstellt, arbeitet und lebt«, schreibt der amerikanische Autor Thomas Friedman. »Grün wird zum intelligentesten, effizientesten, billigsten Weg – sofern alle wahren Kosten berücksichtigt werden –, um die Dinge zu erledigen.« Der globalisierte Wettbewerb der Nationen werde im Ringen um Grün entschieden.
- Datum 24.12.2009 - 13:24 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.12.2009 Nr. 53
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"Bloß, wie bringt man das den Menschen im Alltag bei?" nicht eigentlich "Bloß, wie zwinge ich den anderen, dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag meine intelligente und moralisch überlegene Meinung auf?"
Tja, it's lonely at the Top ... :)
das Licht im Keller auszumachen , weil er es vergessen hat , dränge ich einem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag meine intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Wenn von Regierungsebene Schadstoffemissionen per Gesetz Grenzen gesetzt werden , drängt diese dem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag deren intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Das muss ich wohl nicht weiter kommentieren !
..."Bloß, wie bringt man das den Menschen im Alltag bei?", ist doch die Antwort so einfach. Man holt sich die Legitimation und setzt dann die bekannten Lösungen zum Problem der externen Effekte ein. Da müssen sich die Leute nur überlegen, wie sie die Legitimation bekommen.
das Licht im Keller auszumachen , weil er es vergessen hat , dränge ich einem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag meine intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Wenn von Regierungsebene Schadstoffemissionen per Gesetz Grenzen gesetzt werden , drängt diese dem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag deren intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Das muss ich wohl nicht weiter kommentieren !
..."Bloß, wie bringt man das den Menschen im Alltag bei?", ist doch die Antwort so einfach. Man holt sich die Legitimation und setzt dann die bekannten Lösungen zum Problem der externen Effekte ein. Da müssen sich die Leute nur überlegen, wie sie die Legitimation bekommen.
alles hat zwei Seiten. Ist eventl. dieÖKO-Steuer Schuld, dass viele Kleinhäusebesitzer kein Geld mehr haben um in Isolierung zu investieren und auch kein Geld von Ihrer Bank dafür erhalten. Wäe es nicht sinnvoll den Banken vorzuschreiben, dass sie dann Kredite geben müssen, die teilweise mittels den Einnahmen aus der Ökosteuer subventioniert werden. Ach ja, geht ja nicht ...l. das Geld wird ja anderweitig verbraten.
Wie kann eine seriöse Zeitung wie die WELT einen solchen Artikel veröffentlichen. Als Dipl.-Ing. für Kraftwerks- und Versorgungstechnik mit fast 45-jähriger Berufserfahrung stehen mir die Nackenhaare zu berge. Seit etwa 15 Jahre mache weiter nichts, als Energiesparkonzepte für Betiebe und öffentliche Gebäude, die in einer Vielzahl realisiert wurden mit Einsparraten zwischen 20-45 %. Das Problem liegt nicht vordergründig in der Energieerzeugung, es liegt im Umgang mit der erzeugten Energie. Und es ist in selteneren Fällen die vorhandene Technik, es ist der Umgang mit ihr. Solange dort nicht der Hebel angesetzt wird und das kostet nicht viel Geld, solange können die Forschungsmittelgeier gut leben, das Publikum an der Nase rum führen - aber nichts wird sich ändern.
ganz einfache Sache, die JEDER tun kann ohne irgendwelche Investitionen und das Warten auf das Tun Anderer:
Den Fleisch- (und Wurst)konsum reduzieren!
(Und inzwischen auch den Fischkonsum, angesichts der kriminellen und verheerenden Überfischung der Meere!)
Das führte zu einer gesünderen Lebensweise, zu weniger grausamer Tierquälerei ( http://albert-schweitzer-...) und zu weniger Emissionen durch Massentierhaltung.
Genau das predigt die Kirche seit 2000 Jahren. Und wie immer profitieren die Prediger vom Verzicht der anderen. Es ist eben nicht so leicht zu glauben, dass das heute anders sein sollte. Zumal jeder Arbeitgeber Ihren Lohn gerne an solchen Maßstäben ausrechnen würde.
Der menschliche Organismus hat sich seit den Anfängen nicht verändert. Um ihn zum ausschließlichen Pflanzenfresser zu machen, müssten sie ihn verändern.
Und wenn der Fleischkonsum drastisch rückgängig gemacht würde, würde das Fleisch so teuer, dass von einer Wahlmöglichkeit gar keine Rede sein könnte.
Enteweder sie verbieten also oder sie machen Kräfte frei, die dafür arbeiten könnten, ein wohlständiges Leben für viele im Ausgleich mit der Natur hinzukriegen. Der Profitrate bei subventionierter grüner Technologie zum Trotz.
Genau das predigt die Kirche seit 2000 Jahren. Und wie immer profitieren die Prediger vom Verzicht der anderen. Es ist eben nicht so leicht zu glauben, dass das heute anders sein sollte. Zumal jeder Arbeitgeber Ihren Lohn gerne an solchen Maßstäben ausrechnen würde.
Der menschliche Organismus hat sich seit den Anfängen nicht verändert. Um ihn zum ausschließlichen Pflanzenfresser zu machen, müssten sie ihn verändern.
Und wenn der Fleischkonsum drastisch rückgängig gemacht würde, würde das Fleisch so teuer, dass von einer Wahlmöglichkeit gar keine Rede sein könnte.
Enteweder sie verbieten also oder sie machen Kräfte frei, die dafür arbeiten könnten, ein wohlständiges Leben für viele im Ausgleich mit der Natur hinzukriegen. Der Profitrate bei subventionierter grüner Technologie zum Trotz.
das Licht im Keller auszumachen , weil er es vergessen hat , dränge ich einem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag meine intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Wenn von Regierungsebene Schadstoffemissionen per Gesetz Grenzen gesetzt werden , drängt diese dem dummen und verantwortungslosen Menschen im Alltag deren intelligente und moralisch überlegene Meinung auf ??? ???
Das muss ich wohl nicht weiter kommentieren !
Diese verdammte Kälte. Von mir aus kann es gerne wärmer werden.
So einfach ist das aber nicht. Mehr Wärme bedeutet mehr Energieaufnahmekapazität der Atmosphäre, was widerum mehr und stärkere Winde bedeutet, die schneller längere Strecken hinterlegen können. Die Atmosphäre wird labiler. Polarluft zB gelingt immer leichter und schneller in unsere Gefilde (so lange es dort noch kalt bleibt). Das Gleiche mit Luftmassen aus dem Süden. Es passiert jetzt schon. Ungarn am Montag diese Woche: Rekordkälte von -25°C. Ungarn 2 Tage später am Mittwoch: Rekordwärme mit 18,5°C.
Wir in Europa sind erst recht gefährdet durch die Labilität. Wir wissen nämlich nicht, wie der Golfstrom auf zunehmendes Süßwasser von den abschmelzenden Gletschern des Grönlands reagiert (Meereströmungen werden vom unterschiedlichen Salzgehalt in Bewegung gehalten). Es könnte passieren, dass wir im Gegensatz zum Rest der Erde hier erstmal einen jahrzehntelangen Kälteeinbruch erleben würden.
Man spricht deswegen viel lieber vom Klimawandel, da man von der globalen Erwärmung lokal genau das Gegenteil spüren kann.
Seien Sie nicht naiv, wir spielen mit dem Feuer! So einfach ist das nicht mit "es wird wärmer, yuppi"....
So einfach ist das aber nicht. Mehr Wärme bedeutet mehr Energieaufnahmekapazität der Atmosphäre, was widerum mehr und stärkere Winde bedeutet, die schneller längere Strecken hinterlegen können. Die Atmosphäre wird labiler. Polarluft zB gelingt immer leichter und schneller in unsere Gefilde (so lange es dort noch kalt bleibt). Das Gleiche mit Luftmassen aus dem Süden. Es passiert jetzt schon. Ungarn am Montag diese Woche: Rekordkälte von -25°C. Ungarn 2 Tage später am Mittwoch: Rekordwärme mit 18,5°C.
Wir in Europa sind erst recht gefährdet durch die Labilität. Wir wissen nämlich nicht, wie der Golfstrom auf zunehmendes Süßwasser von den abschmelzenden Gletschern des Grönlands reagiert (Meereströmungen werden vom unterschiedlichen Salzgehalt in Bewegung gehalten). Es könnte passieren, dass wir im Gegensatz zum Rest der Erde hier erstmal einen jahrzehntelangen Kälteeinbruch erleben würden.
Man spricht deswegen viel lieber vom Klimawandel, da man von der globalen Erwärmung lokal genau das Gegenteil spüren kann.
Seien Sie nicht naiv, wir spielen mit dem Feuer! So einfach ist das nicht mit "es wird wärmer, yuppi"....
Das andere Klima
Die Erdachse, diese kippt um nur ein bis zwei Grad, die Ozeane ergießen sich und toben in immenser Wucht selbst über Kontinente – Sintflut! Für ganze Landstriche heißt es Land unter, fast alles Leben ist ausgelöscht … Unsere modernen Archen: Raumstationen, Kolonien auf Mond und Mars – gelingt die Revitalisierung?
Mögliche Auslöser: kosmische Ereignisse, Verlagerung des Erdkernes, etc.
Die Frage nach der Realität solcher Ereignisse lautet nicht ob, sondern immer nur wann wieder – die Prüfungen Gottes, nein! Der Planet lebt!
Das Eigenleben unseres Planeten kümmert sich um seine Wirte nicht … Wir Menschen sind nicht wirklich andere Lebewesen als Ameisen, Elefanten oder Dinosaurier …
Angesichts solcher Apokalyptik, was kümmern da überhaupt Fragen nach dem Klima auf unserem Planeten, wie in diesen Tagen …
Wir Lebewesen leben auf den Tod hin und dennoch liegt uns daran, nicht bloß irgendwie zu leben, sondern möglichst würdig, gesichert und komfortabel … Resignation scheint uns nicht wirklich zu liegen …
Vielleicht etwas mehr Gelassenheit, wenn wir Buddhas Lehren folgen – wie überhaupt hier die asiatische Religio insgesamt in unser Bewusstsein drängt.
Wir haben also allen Grund die Lebensbedingungen und Lebensverhältnisse auf unserem Planeten im Auge zu behalten und danach zu handeln: An unseren Taten sind wir zu erkennen!
Gegen übermächtige Ereignisse sind wir machtlos, da helfen weder Gott noch Götter ...
Weiterlesen: http://hansahas.blogg.de
clavacs
Wie der Autor Jean Heuser seinen Erziehungsauftrag ernst nimmt.
Wir brauchen mehr Pädagogen wie ihn...
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