Kulturelles Afrika Partnerschaft auf AugenhöhleSeite 2/2
Die meisten Probleme werden nicht nur durch mehr Geld gelöst, sondern durch die Schaffung von Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Wachstum unterstützen. Vor allem braucht es Bürgerinitiativen, und diese müssen unterstützt werden. Nur so können sie ihre Regierungen in die Pflicht nehmen.
Es ist ein erstaunliches Phänomen, dass viele Länder in der Lage sind, ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren, wenn die notwendige Technologie und die richtigen landwirtschaftlichen Methoden angewendet werden. Warum investieren afrikanische Regierungen nicht in diesen Sektor, anstatt Geld für Waffen, Geländewagen und den Bau von Prestigeobjekten auszugeben?
Kofi Annan hat geäußert, Afrika brauche junge Regierungschefs anstatt Opas ohne Vision und ohne Strategie, um die Länder in eine neue Richtung zu führen. Es ist eine Schande, dass diese Männer so an der Macht kleben! Das Schlimmste an diesen Regierungen ist aber, dass sie ihre eigene Bevölkerung daran hindern, für sich selbst zu sorgen. Die Menschen sind Geiseln ihrer Regierungen.
Afrika braucht viele starke Frauen, um aus dieser Misere herauszukommen. Die Männer haben jahrzehntelang gezeigt, dass sie unfähig sind, auf die Bedürfnisse der Allgemeinheit zu reagieren. Die meisten von ihnen sind von Macht, Gier und Ruhmsucht besessen und wollen wie kleine Götter verehrt werden.
Aufseiten der Industrienationen brauchen wir ehrliche Menschen, die respektvoll mit anderen Kulturen und Völkern umgehen und nicht alles nur mit Dollar-und-Euro-Augen sehen.
Die Diplominformatikerin Veye Tatah wurde in Kamerun geboren. Sie gründete 1998 den Verein Africa Positive, der das gleichnamige Magazin herausgibt, um die Vielfalt der Menschen, der Kulturen und der Natur des bunten Kontinents darzustellen: www.africa-positive.de
Dieser Text ist dem Feuilleton der ZEIT Nr. 53/2009 entnommen, das Christoph Schlingensief gestaltet hat.
- Datum 23.12.2009 - 11:31 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 22.12.2009 Nr. 53
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren