Terrorismus Die große AngstSeite 2/2
Das Problem ist allerdings nicht einfach mit einer Verschärfung von Sicherheitsbestimmungen zu lösen – wie vorgeblich nach dem August 2006, als Islamisten angeblich mehrere Flugzeuge auf dem Weg von Großbritannien in die USA mithilfe von Flüssigsprengstoff explodieren lassen wollten. Seitdem dürfen Fluggäste keine Behälter mit mehr als 100 Millilitern Flüssigkeit im Handgepäck mit an Bord nehmen, nicht einmal Zahnpasta. Dass die Attentäter die zwei Komponenten des Sprengstoffs unter den Bedingungen eines Linienflugs über den Atlantik kaum zu einer explosiven Mischung hätten mengen können, wie viele Experten sagen, wurde bei der weitreichenden Entscheidung übergangen.
Folgerichtig melden sich jetzt auch wieder erste Befürworter der als »Nacktscanner« nach kurzer, aber heftiger Diskussion vor gut einem Jahr abgelehnten Terahertzscanner. Die Geräte sollen sichtbar machen, ob Fluggäste unter ihrer Kleidung etwas verstecken, wie eben Umar Faruk Abdulmutallab. Im Fall des Anschlags von Dschidda wären sie allerdings nutzlos gewesen, da auch diese Scanner nicht in den Körper schauen können.
Was also folgt aus dem versuchten Anschlag auf Flug 253? Es wird auch ein Testfall für den neuen deutschen Innenminister und seine neue Linie: Wird er sich gegen Forderungen nach einer Verschärfung des Sicherheitskurses stellen, wie sie jetzt schon von CSU-Politikern zu vernehmen sind? Und es könnte der Anlass für eine noch weiter reichende Umkehr in der Anti-Terror-Politik sein. Hin zu einer neuen Ehrlichkeit, zum Eingeständnis, dass es gerade bei Flügen immer das wenn auch kleine Restrisiko eines Anschlags geben wird. Dass es zu solch neuem, mutigem Denken kommt, darauf deutet allerdings wenig hin. Im Gegenteil: Mit Senator Joe Lieberman fordert jetzt der erste US-Politiker, sein Land solle den Jemen »zu einem Zentrum des Kampfes machen«.
- Datum 30.12.2009 - 13:23 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01
- Kommentare 14
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...schon wird das gesamte parlamentarische System Deutschlands auf den Prüfstand gestellt - Zumindest kommt einem das so vor bei dem Aktionismus, der mit diesem absolut untauglichen Versuch einhergeht.
Statt nach noch mehr Überwachung zu schreien sollten die Verantwortlichen lieber mal überlegen, wieso beim Einchecken dieses Passagieres in keiner unserer sammelwütigen Behörde die roten Lampen angingen - machen die ihren Job vielleicht nicht ordentlich ?
Es werden Daten gesammelt ohne Ende und dann weiß niemand etwas?! Wer hat solche Meldung bei einem Flugzeug-Absturz noch nicht gehört > Ob unter den Toten Deutsche sind ist zur Zeit nicht bekannt < Da bekommt man doch die Krise. Die Flugtickets werden eingescannt bei Check-In. Wo sind die Daten dann?
Ebenso könnte man beim Check-In den Namen mit der "Roten Liste" abgleichen und dann feststellen ob da jemand "verdächtig" ist.
Es werden Daten gesammelt ohne Ende und dann weiß niemand etwas?! Wer hat solche Meldung bei einem Flugzeug-Absturz noch nicht gehört > Ob unter den Toten Deutsche sind ist zur Zeit nicht bekannt < Da bekommt man doch die Krise. Die Flugtickets werden eingescannt bei Check-In. Wo sind die Daten dann?
Ebenso könnte man beim Check-In den Namen mit der "Roten Liste" abgleichen und dann feststellen ob da jemand "verdächtig" ist.
»al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel« (AQAP)
das sollten wir uns merken! Werden wir wohl öfters noch lesen und hören!
Mit Senator Joe Lieberman fordert jetzt der erste US-Politiker, sein Land solle den Jemen »zu einem Zentrum des Kampfes machen«.
Obama hat doch auch sowas ähnliches gesagt, erinnert mich an: "Wir tragen den Krieg zum Feind" kennt das jemand noch?
»Wenn es knallt, werden wir den Namen des Täters sicher schon einmal gehört haben.«
Tja wenn man eh fast jeden auf eine Liste setzt, bestimmt!
Im übrigen hat sich in den USA eigentlich was zum positiven verbessert?
Obama gegen Bush auszutauschen ist irgendwie rein marketing. Obama übernimmt nicht nur die Bush-Kriege, er weitet sie jetzt sogar aus. Gegen AQAP erinnert sich noch wer?
Ich denke in spätestens 10 Jahren können wir nachts auch von den Dächern rufen "Tot dem Diktator" aber auch bloß wenn wir nicht jeder einen Überwachsungroboter neben uns haben 24h, der uns vor Terror schützt.
"Ich denke in spätestens 10 Jahren können wir nachts auch von den Dächern rufen "Tot dem Diktator" aber auch bloß wenn wir nicht jeder einen Überwachsungroboter neben uns haben 24h, der uns vor Terror schützt."
Auf diese Zeit freue ich mich schon. Ich glaube erst dann werden wir die Möglichkeit haben ein grundlegend neueres System zu etablieren als das was wir heute haben. Denn mit vorhandenen Mitteln bzw. Möglichkeiten die wir heute haben kann man das System an sich nicht angreifen/verändern ohne gleich zu Molotow oder Kalaschnikow zu greifen.
Es ist keine Frage ob sich was verändern wird, sondern wann.
"Ich denke in spätestens 10 Jahren können wir nachts auch von den Dächern rufen "Tot dem Diktator" aber auch bloß wenn wir nicht jeder einen Überwachsungroboter neben uns haben 24h, der uns vor Terror schützt."
Auf diese Zeit freue ich mich schon. Ich glaube erst dann werden wir die Möglichkeit haben ein grundlegend neueres System zu etablieren als das was wir heute haben. Denn mit vorhandenen Mitteln bzw. Möglichkeiten die wir heute haben kann man das System an sich nicht angreifen/verändern ohne gleich zu Molotow oder Kalaschnikow zu greifen.
Es ist keine Frage ob sich was verändern wird, sondern wann.
aber vorm Ende der Spirale: Anschlag, Angst, Aktionismus, Maßnahmen, Anschlag, Angst ...
Wir können uns bei jeder Einführung einer neuen Überwachungs- und Kontrolltechnik auf die Schulter klopfen ... bis zum nächsten Anschlag, welcher uns dann weiter eskalieren lässt. Wohin nur?
Angst ist ein wunderbarer Wegbereiter der Regulation wider den sonst gesunden Verstand, was die Geschichte nicht nur einmal zu belegen weiß.
Seltsam, dass quasi kontrollfreie Kinos, Einkaufszentren, öffentliche Plätze und auch Verkehrswege selten bis gar nicht im Visier der angeblich auf die Verbreitung von Angst ausgelegten Terroristen sind und nur der Flugverkehr als hehres Ziel zu genügen scheint.
Es stürzen weitaus mehr Flugzeuge durch menschliches/technisches Versagen ab als durch Anschläge, die Wahrscheinlichkeit, dass ein herabfallender Satellit Sie trifft ist höher als die, dass Sie Opfer eines Terroranschlages werden aber trotzdem lassen sich Menschen bei genug medialer Bedrohung nur zu gerne dazu hinreißen, dem "Wer-nichts-zu-verbergen-hat-Gedanken" zu folgen, welchen unsere Politik ja eben nicht(!) vorlebt.
Die vermeintliche Weitsicht mancher Sicherheitspolitiker bei der Einführung neuer Regularien indes wünschte man sich in weitaus vorhersehbaren Szenarien, z. b. der Wirtschaft. Bezeichnend, dass wir hier weiterhin in Freiwilligkeit (=Kontrolllosigkeit) schwelgen, wo doch die Schäden weitaus globaler sind als es der Terrorismus bislang zu verursachen vermochte.
Des Pudels Kern wird sehr richtig benannt: vollkommene Sicherheit ist eine Illusion. Es gibt keine Technologie, die vor einer Flugzeugentführung schützt, auch wenn es vielleicht helfen könnte, alle Passagiere in Narkose zu versetzen. Aber bevor wir uns dazu durchringen, die offenbar reichlich vorhandenen Steuergelder in derartige Phantasien zu stecken, sollten wir vielleicht darüber nachdenken, jedem Bürger Selbstverteidigungskurse zu spendieren. Das einzige, was die vorliegende Episode auslösen sollte, ist eine dankbare Gratulation an den Mitreisenden, der rasch handelte und sich auf den mutmaßlichen Attentäter warf.
Die politisch wünschbare Konsequenz wäre der Verzicht auf die bereits jetzt übersteigerten Sicherheitsmaßnahmen - wenn wir dem beschrittenen Pfad folgen, enden wir irgendwann in einem Flugzeug, in dem alle derart in der verängstigten Illusion von Sicherheit gefangen sind, dass es für einen Entführer / Attentäter in spe reichte, 'Buh' zu rufen, um die Maschine unter Kontrolle zu bekommen.
Ich habe keine Angst, und auch niemand sonst den ich kenne.
Die Große Angst ist reines Mediengeplärre, die die Saure-Gurken-Zeit dankbar würzen.
Wenn der Trottel einen Plan verfolgt hätte, um der Entschärfung der paranoiden Sicherheitshysterie entgegen zu treten, dann wäre er wahrlich ein Genie.
- Die Scannerhersteller können doch noch ihre Investitionen hereinbekommen
- Guantanamo-Häftlinge sind doch die Urbösen, bei denen es gerechtfertigt ist, sie in rechtlosen Gefängnissen (aka KZ) zu halten
- Und mit dem Jemen kommen wir der wahren Quelle des fanatisch totalitären Islam auch langsam näher, den Wahabiten in Saudi Arabien.
Alles ist wie es sein soll.
Die Jungs in Langley denken einfach nur langfristig. Wenn dieser demokratische Friedensnobelpreis-Weichei-Präsident aus Afghanistan raus will, dann gehen sie eben woanders rein.
Als neulich der CIA-Vicepresident vor seiner Weltkugel saß und drehte, fiel sein Blick auf eine Region der Welt, die ihm zuvor noch nie aufgefallen war. Er fragte sogleich seine Vorzimmerdame, ob sie wisse, wo Yeah-man oder so ähnlich liege. Als sie antwortete, das müsse irgendwo zwischen Berlin und Afghanistan liegen, sagte er sich: Da wär´doch noch ein bisschen Platz für unsere Jungs.
Sofort rief er beim Counterinsurgery Officer Middle East mit dem Spitznamen The Final Attac an und bestellte einen nicht zu gescheiten Aushilfsterroristen. Anforderungsprofil: Schwarz, jung, gebildet, in Westeuropa lebend - auf keinen Fall in den USA - im Umgang mit Sprengstoff unerfahren oder schlecht ausgebildet, möglichst auf der Liste der gefährlichen Personen, vielleicht mit einem Schuss Warnung des eigenen Vaters vor der Radikalität und Gefährlichkeit des eigenen Sohnes.
The Final Attac runzelte die Stirn, warf aber dennoch seinen PC an, studierte die Listen und - wurde fündig. Er rief sofort den Vize an: Wir hätten da einen ...
"Ich denke in spätestens 10 Jahren können wir nachts auch von den Dächern rufen "Tot dem Diktator" aber auch bloß wenn wir nicht jeder einen Überwachsungroboter neben uns haben 24h, der uns vor Terror schützt."
Auf diese Zeit freue ich mich schon. Ich glaube erst dann werden wir die Möglichkeit haben ein grundlegend neueres System zu etablieren als das was wir heute haben. Denn mit vorhandenen Mitteln bzw. Möglichkeiten die wir heute haben kann man das System an sich nicht angreifen/verändern ohne gleich zu Molotow oder Kalaschnikow zu greifen.
Es ist keine Frage ob sich was verändern wird, sondern wann.
...unangenehmer ein Begrabbeln des eigenen Körpers durch einen Sicherheitsbediensteten, aber am unangenehmsten wäre es, in die Luft gesprengt zu werden. Ich finde, man muß sich nicht scannen lassen. Man kann ja auch mit dem Schiff reisen.
Dieses Gejaule um die vermeintliche Einschränkung der persönlichen Freiheit finde ich nur noch albern. Und daß die meisten der hier kommentierenden Wohlstandslümmel das Böse in Amerika sehen, aber nicht beim islamischen Terrorismus, finde ich auch bemerkenswert.
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