Würde man einen Deutschen fragen, welche Städteslogans er kennt, er käme wohl auf »München – die Weltstadt mit Herz« und auf »Berlin ist eine Reise wert«, danach wäre Schluss.

Die beiden Slogans sind längst nicht mehr aktuell. Die neuen kennt kein Mensch mehr, selbst die Bewohner der Städte nicht. Bonner zum Beispiel halten den ihrer Stadt zugedachten Spruch »Freude. Joy. Joie« für einen Frauenduft. An Städten bleiben Werbeslogans so schlecht haften wie Plakate auf regennassen Litfaßsäulen. Der Ruf einer Stadt entsteht viel eher im Gespräch auf Partys und in Frühstückspausen (»Berlin ist toll«, »Bottrop ist hässlich«, »Dresden hat sich gemacht«), dagegen kommt Neues nur schwer an. (Klicken Sie hier, um die Karte zu vergrößern)

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Außerdem sind die Sprüche einfach zu schlapp, zu brav und gut gemeint, als dass sie sich jemand länger als drei Minuten merken könnte. Gute Werbung, das lernt man im ersten Semester, darf ruhig ein bisschen verwirren. »Essen – ist fertig«, »Nix Neuss«, »Bielefeld – gibt’s doch gar nicht!« Etwas in der Art wäre vielleicht erfolgversprechender.

Recherche Friederike Milbradt