Es gilt, mit der fatalen Logik des Immer-mehr zu brechen
Der amerikanische Psychologe Barry Schwartz hat in Studien gezeigt, dass ein Zuwachs an Wohlstand, sobald er ein gewisses Grundniveau überschreitet, die Menschen eher unglücklich macht. Ein Grund dafür, sagt Schwartz, sei die enorm gestiegene Wahlfreiheit in allen Bereichen des Lebens. Wer zwischen einer kaum zu überschauenden Zahl von Fernsehkanälen oder Joghurtmarken wählen muss, gewinnt nicht an Freiheit – wie die Werbung suggeriert –, sondern erhöht seinen Stresspegel.
Kurioserweise versuchen wir diesen Frust oft mit just demselben Mittel zu bekämpfen, das ihn uns beschert hat: mit weiterem Konsum. Wer sich gestresst fühlt, bucht den Entspannungskurs, wer die Hausmusik vermisst, gönnt sich neue CDs, wer unter Zeitdruck leidet, kauft den Ratgeber zum Zeitmanagement – so, als ob man sich mit dem Buch oder der CD die Zeit zum entspannten Lesen oder Hören gleich mitkaufen könnte.
Die wahre Kunst des Müßiggangs steht also nicht in entsprechenden Muße-Angeboten. Vielmehr gilt es, mit der fatalen Logik des Immer-mehr zu brechen und das trügerische Freiheitsversprechen der Multioptionsgesellschaft zu durchschauen. Wem es gelingt, sich diese Form der Selbstbestimmung zu bewahren, der dürfte am ehesten auch jene innere Ruhe finden, nach der wir uns alle so sehnen.
Denn letztlich hat die Kunst der Muße nichts mit der Zahl der freien Stunden zu tun, sondern mit einer Haltung. »Muße«, so drückt es die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny aus, »ist die Intensität des Augenblicks, der sich zeitlich zu Stunden oder Tagen ausdehnen kann, um sich auf ein Einziges zu konzentrieren: Eigenzeit.« Diese »Eigenzeit« kann vieles sein – ein intensives Gespräch ebenso wie Musikgenuss oder ein spannendes Arbeitsprojekt, sie kann spielerisch oder ernsthaft sein, zielorientiert oder suchend, aber sie wird immer charakterisiert durch eine Eigenschaft, sagt Nowotny. »Muße ist die Übereinstimmung zwischen mir und dem, worauf es in meinem Leben ankommt.«
Wer das versteht, kann erleben, dass sich die Muße unvermutet von hinten anschleicht und uns plötzlich überrascht, wenn wir sie gar nicht suchen. Zum Beispiel beim Lesen eines Muße-Artikels – jetzt, in diesem Moment.
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio
- Datum 02.01.2010 - 14:44 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01
- Kommentare 23
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








"Wirklich schöpferische Einfälle kommen einem am ehesten dann, wenn man sie nicht zu erzwingen versucht."
Na super ... was für eine utilitaristische Geisteshaltun
ist das denn? Ich entspanne, um großartige Ideen und geniale Ideen zu bekommen. Bei aller Liebe ... aber nach Nichtstun klingt das nicht.
Schöpferische Muße ist Muße, die Arbeit ist.
Gruß Max Stockhaus
Schöpferische Muße ist Muße, die Arbeit ist.
Gruß Max Stockhaus
Schon in den Jahrtausende alten fernöstlichen Lehren wird das 'Dao' (der Weg) beschrieben, dem umfassenden Ursprung und Wirkprinzip, das die Ordnung und Wandlung der Dinge bewirkt, so dass es nicht weise wäre, in das Walten dieses Prinzips einzugreifen!
In diesem Sinne wandelt und handelt der in diesen Lehren geschulte Weise also auf dem Wu wei. Er wird definiert als Nichthandeln im Sinne von 'Enthaltung eines gegen die Natur gerichteten Handelns', ein Weg der unserem westlichen Denken bedauerlicherweise ferner kaum sein kann; Mit all den Verirrungen und Wirrungen, mit allen den fehlgeleiteten Orientierungen, die unsere Gesellschaft auf falsche, da rein profane Werte, ausgerichtet hat.
Auch wir im Westen haben eine Redensart, die an diesen weisen Weg anklingen mag: "Manchmal ist Weniger mehr!"
Während wir in wilden Aktionismus verfallen und den etablierten Politikern nachlaufen, wie die Ratten weiland dem Flötenspieler in Hameln, blindgläubig an die Mär vom allein seelig machenden Wirtschaftswachstum, besinnt sich der weisere Zeitgenosse auf tiefer Werte wie Mitmenschlichkeit, Menschenwürde, heile(nde) Natur sowie das Potential für ein individuelles Wachstum der Menschen und widmet sich nicht unisono dem Wachstum an Macht und Reibach, wie der typische System-Profiteur, westlicher Prägung.
Leider sind wir weit davon entfernt, in der fernöstlichen Weisheit eine Anleihe zu machen, damit wir eine Zukunft haben! Eine Zukunft, die es sich zu erleben für ALLE Menschen lohnt....
Leider hat sich der Osten - siehe zB China - von diesen Östlichen Weiheiten ebenso entfernt.
Leider hat sich der Osten - siehe zB China - von diesen Östlichen Weiheiten ebenso entfernt.
, insbesondere wenn man sie beruflich nutzen will,sie bedeutet mehr Fleiss als Inspiration. Aber es stimmt schon, die heutige Zeit mit ihrer Konsumideologie, ihrem Konkurrenzdruck und Rentabilitätsterror schafft kein kreativförderndes Klima. Aber die meisten Menschen haben nicht die Wahl, dem zu entkommen. Sie können nur davon träumen, um sich dann doch schnell das neueste Elektronikgerät anzuschaffen.
Gut Ding braucht Weile, Alles zu seiner Zeit, Kommt Zeit kommt Rat, Eile mit Weile, Dem Glücklichen schlägt keine Stunde, Lass Dir Zeit wenn du es eilig hast... all diese weisen Sprüche fallen mir dazu ein.
Wer wie "aufgedreht" durch seine Lebenszeit hastet kann mittel- bis langfristig weder gute Arbeit leisten noch sinnvolle Gedanken zustande bringen.
Früher wurde zwar länger und auch schwerer gearbeitet, aber insgesamt wurde ein natürlicher ruhigerer Rhythmus zu überschaubaren Vorgaben/Zielen eingehalten.
Die augenscheinliche Getriebenheit entspringt der Angst vor Konkurrenz, die zur Überholung ansetzen will - und dem Irrglauben als Mensch pemanent im Sinne einer Leistungsgesellschaft funktionieren zu müssen.
Eigentlich haben wir doch alles was wir brauchen: Technik, Erkenntnisse, Geld, Zeit, effiziente Produktionsanlagen, Wohnungen, Strassen, Wissen, guten Willen... aber ein "Wachstumszwang", dessen Existenz der permanenten Geldvermehrung geschuldet ist, lässt uns nicht zur Ruhe kommen.
Leider hat sich der Osten - siehe zB China - von diesen Östlichen Weiheiten ebenso entfernt.
aber nur die kleine Oberschicht in China, die dem Kapitalismus (der in China real existierende Kommunismus ist im Grunde nix anderes als ein verkappter Kapitalismus der Oberschicht!)frönen und sich der dementsprechenden westlichen Denke unterworfen haben.
Anderseits übersehen Sie, doch das passiert leider den meisten andern Bürgern ebenso, dass es in unserem Lande sehr wohl löbliche Strömungen gibt, die dem immer-schneller-weiter-höher-Denken entgegenstehen; Die erkannt haben, dass dies auf längere Sicht ein Irrweg in die Sackgasse darstellt!
Schauen Sie sich doch mit offenen Sinnen um! Sehr schnell erkennen Sie den hohen Realitätsgehalt dieser Aussage zur stetigen Abwärtsspirale unserer Gesellschaft, bedingt durch die Irrlehren die hinter "unserem" System stehen, wie z. Bsp. das bereits des öfteren von mir angeprangerte, vermeintlich allein seelig machende Wirtschaftswachstum auf den uns bekannten ökonomischen Prämissen. Sie erkennen sehr schnell und leicht die stetig zunehmenden negativen Auswirkungen in vielfältiger Hinsicht auf die Grundfeste der Gesellschaft, die Umwelt und die sich überall abzeichnenden, zerstörerischen Konsequenzen dieses wahnwitzigen Irrglaubens!
Auch möchte ich auch noch anmerken, dass uns in China ein totalitäres System begegnet, dass sich von seinen gewachsenen Wurzeln und Werten immer weiter entfernt, gerade weil es diesem westlichen Irrweg folgt, wir hingegen in einer vermeintliche Demokratie leben und schnellstens Einfluss nehmen sollten!!!
aber nur die kleine Oberschicht in China, die dem Kapitalismus (der in China real existierende Kommunismus ist im Grunde nix anderes als ein verkappter Kapitalismus der Oberschicht!)frönen und sich der dementsprechenden westlichen Denke unterworfen haben.
Anderseits übersehen Sie, doch das passiert leider den meisten andern Bürgern ebenso, dass es in unserem Lande sehr wohl löbliche Strömungen gibt, die dem immer-schneller-weiter-höher-Denken entgegenstehen; Die erkannt haben, dass dies auf längere Sicht ein Irrweg in die Sackgasse darstellt!
Schauen Sie sich doch mit offenen Sinnen um! Sehr schnell erkennen Sie den hohen Realitätsgehalt dieser Aussage zur stetigen Abwärtsspirale unserer Gesellschaft, bedingt durch die Irrlehren die hinter "unserem" System stehen, wie z. Bsp. das bereits des öfteren von mir angeprangerte, vermeintlich allein seelig machende Wirtschaftswachstum auf den uns bekannten ökonomischen Prämissen. Sie erkennen sehr schnell und leicht die stetig zunehmenden negativen Auswirkungen in vielfältiger Hinsicht auf die Grundfeste der Gesellschaft, die Umwelt und die sich überall abzeichnenden, zerstörerischen Konsequenzen dieses wahnwitzigen Irrglaubens!
Auch möchte ich auch noch anmerken, dass uns in China ein totalitäres System begegnet, dass sich von seinen gewachsenen Wurzeln und Werten immer weiter entfernt, gerade weil es diesem westlichen Irrweg folgt, wir hingegen in einer vermeintliche Demokratie leben und schnellstens Einfluss nehmen sollten!!!
Warum gibt es keine Alternativbewegung mehr? Alles das wurde schon in den 70ern, nein, eigentlich schon von den Hippies der 60er Jahre erkannt!
"Bewegungen" braucht mensch ungefähr so dringend wie nen Kropf.
Auch die der Hippies war eher ne Ansammlung verschiedener Typen mit sehr verschiedenen Lebensprioritäten.
Heute muß ma halt keine Massenaufläufe veranstalten; mensch macht einfach. Obs nun der Öko-Bauernhof ist, der Bauwagen auf ner Wagenburg oder die diversesten Formen von Wohn- und Freizeitprojekten.
Nur hat da "der Staat" was dagegen; d.h. heutztage ein Haus zu besetzen fällt aus wegen ist nicht, da sind die B...olizisten schneller als mensch gucken kann. Ebenso werden jahrelang geduldete Geschichten dichtgemacht. Oder fallen "Profitprojekten" wie "Mediaspree" evtl. zum Opfer (die "Köpi" in Berlin-Mitte). Oder Wagenburgen mal so eben geräumt.
Auch blöd, denn selbst wenn die Leute sagen, naja, kein Akt, kaufen/pachten wir uns ne Wiese irgendwo ist das Ordnungsamt auch schneller als ma gucken kann.
Ich stimme dem Artikelautoren (Ulrich Schnabel) in seiner Kernthese zu; Muße ist nicht nach Algorithmus erlernbar; ma musses einfach er-leben.
Und ich denke, hier in D. kommen da auch einige Leute zusammen, die "alternativ" leben. Die Millionengrenze wird garantiert gerissen, was mehr als ein Prozent der Leute hier darstellt.
"Bewegungen" braucht mensch ungefähr so dringend wie nen Kropf.
Auch die der Hippies war eher ne Ansammlung verschiedener Typen mit sehr verschiedenen Lebensprioritäten.
Heute muß ma halt keine Massenaufläufe veranstalten; mensch macht einfach. Obs nun der Öko-Bauernhof ist, der Bauwagen auf ner Wagenburg oder die diversesten Formen von Wohn- und Freizeitprojekten.
Nur hat da "der Staat" was dagegen; d.h. heutztage ein Haus zu besetzen fällt aus wegen ist nicht, da sind die B...olizisten schneller als mensch gucken kann. Ebenso werden jahrelang geduldete Geschichten dichtgemacht. Oder fallen "Profitprojekten" wie "Mediaspree" evtl. zum Opfer (die "Köpi" in Berlin-Mitte). Oder Wagenburgen mal so eben geräumt.
Auch blöd, denn selbst wenn die Leute sagen, naja, kein Akt, kaufen/pachten wir uns ne Wiese irgendwo ist das Ordnungsamt auch schneller als ma gucken kann.
Ich stimme dem Artikelautoren (Ulrich Schnabel) in seiner Kernthese zu; Muße ist nicht nach Algorithmus erlernbar; ma musses einfach er-leben.
Und ich denke, hier in D. kommen da auch einige Leute zusammen, die "alternativ" leben. Die Millionengrenze wird garantiert gerissen, was mehr als ein Prozent der Leute hier darstellt.
- verursachen kaum Lärm
- verursachen relativ wenig Naturzerstörung
- überfahren keine Mitmenschen
- verursachen nur wenig Stress
- leben gesünder
- lassen sich nicht ausbeuten
- mehren nicht das Bruttosozialprodukt
- sind den Reichen ein Dorn im Auge
- wurden von christlichen Missionaren verfolgt
- sind Asoziale
- sind Volksfeinde
Müßiggang ist aller Laster Anfang (Deutsches Sprichwort)
Wer aber die Muße nicht kennt, dem fehlt der Zugang zum Glück.
Ein Tag lang ungestört in Muße zu verbringen ist ein Tag lang unsterblich zu sein (Chinesische Weisheit)
Die Satten sind schnell dem Müßiggang verfallen,
die Unersättlichen der Rastlosigkeit.
Es ist besser nichts zu tun als mit viel Mühe nichts zu schaffen (Laotse)
Gruß Max Stockhaus
Müßiggang ist aller Laster Anfang (Deutsches Sprichwort)
Wer aber die Muße nicht kennt, dem fehlt der Zugang zum Glück.
Ein Tag lang ungestört in Muße zu verbringen ist ein Tag lang unsterblich zu sein (Chinesische Weisheit)
Die Satten sind schnell dem Müßiggang verfallen,
die Unersättlichen der Rastlosigkeit.
Es ist besser nichts zu tun als mit viel Mühe nichts zu schaffen (Laotse)
Gruß Max Stockhaus
"Bewegungen" braucht mensch ungefähr so dringend wie nen Kropf.
Auch die der Hippies war eher ne Ansammlung verschiedener Typen mit sehr verschiedenen Lebensprioritäten.
Heute muß ma halt keine Massenaufläufe veranstalten; mensch macht einfach. Obs nun der Öko-Bauernhof ist, der Bauwagen auf ner Wagenburg oder die diversesten Formen von Wohn- und Freizeitprojekten.
Nur hat da "der Staat" was dagegen; d.h. heutztage ein Haus zu besetzen fällt aus wegen ist nicht, da sind die B...olizisten schneller als mensch gucken kann. Ebenso werden jahrelang geduldete Geschichten dichtgemacht. Oder fallen "Profitprojekten" wie "Mediaspree" evtl. zum Opfer (die "Köpi" in Berlin-Mitte). Oder Wagenburgen mal so eben geräumt.
Auch blöd, denn selbst wenn die Leute sagen, naja, kein Akt, kaufen/pachten wir uns ne Wiese irgendwo ist das Ordnungsamt auch schneller als ma gucken kann.
Ich stimme dem Artikelautoren (Ulrich Schnabel) in seiner Kernthese zu; Muße ist nicht nach Algorithmus erlernbar; ma musses einfach er-leben.
Und ich denke, hier in D. kommen da auch einige Leute zusammen, die "alternativ" leben. Die Millionengrenze wird garantiert gerissen, was mehr als ein Prozent der Leute hier darstellt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren