Dominik-Brunner-Stiftung Zivilcourage für alle
Dominik Brunner hatte in der Münchner S-Bahn Kinder vor jungen Räubern schützen wollen. Dafür schlugen die ihn tot. Nun trägt eine Stiftung seinen Namen
Nein, sagt Peter Maier, seine Stellung als Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Firma Erlus habe sich durch die Ereignisse nicht verändert. Er nimmt hier einen Innovationspreis entgegen, verkündet da eine Fabrikerweiterung und versucht, mit einer »Abdachprämie« den Umsatz im Krisenjahr anzukurbeln. Und doch ist bei dem mittelständischen Dachziegelhersteller im niederbayerischen Neufahrn vieles nicht mehr so, wie es vor wenigen Monaten war.
Unten am Empfang liegen keine Ziegelprospekte aus, sondern Informationskärtchen einer Stiftung für Zivilcourage. Im Konferenzraum steht eine Wand mit dem Signet der Stiftung neben den Erzeugnissen der Firma. Und immer wieder findet der Manager in seinem Postfach auch solche E-Mails, die ganz und gar nicht geschäftlich sind: Da berichten ihm Wildfremde von Freunden, die in Not geratenen Mitmenschen helfen wollten und jetzt selbst Hilfe benötigen. Stets fällt in diesem Zusammenhang derselbe Name: Dominik Brunner.
Auch Dominik Brunner gehörte zum Vorstand von Erlus – bis zum Nachmittag des 12. September, als er mit der S-Bahn nach München-Solln ins Wochenende fahren wollte. Auf seiner einstündigen Reise wurde Brunner zufällig Zeuge, wie drei Jugendliche vier Kinder um Geld angingen und bedrohten. Nachdem sich der 50-Jährige schützend vor die Kinder gestellt hatte, verfolgten ihn zwei der Jugendlichen bis auf den Bahnsteig des S-Bahnhofes Solln. Dort griffen sie ihn an. Die Jugendlichen schlugen und traten vor den Augen der Kinder zu, Brunner ging zu Boden. Er starb. Der Obduktionsbericht zählte 44 Verletzungen. Unklar ist nach wie vor die Zahl der Passanten, die dem Geschehen tatenlos zusahen.
Wann die Täter vor Gericht kommen werden, steht noch nicht fest – die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft in der Sache dauern an. Auch ist ein forensisch-psychiatrisches Gutachten über den geistigen Zustand der Anzuklagenden in Vorbereitung. Das braucht seine Zeit.
So etwas, das war der allgemeine Eindruck nach der Tat in Solln, hatte es noch nicht gegeben. Und so etwas dürfe sich auch nicht wiederholen. Noch Tage nach dem tödlichen Zwischenfall zog es erschütterte Bürger auf den Bahnsteig, sie rückten eng zusammen, manche beteten. Der Bahnhof wurde zu einem Mahnmal gegen das Wegsehen. Die Stadt München hielt inne, und landauf, landab wurde Zivilcourage zum Thema.
Kurz danach saßen einige Freunde, Angehörige und Kollegen von Dominik Brunner zusammen. Sie fragten sich, wie sie sich angemessen von ihm verabschieden könnten.
»Als wir von der Tat erfuhren«, erinnert sich Peter Maier, »waren wir überwältigt von der Trauer und der Sinnlosigkeit des Geschehenen. Ein guter Freund und Weggefährte ist gestorben, und wir haben uns gefragt: wozu? Dieses Gefühl der Sinnlosigkeit war fast unerträglich.«
- Datum 30.12.2009 - 17:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01
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ich ne gute Idee!
Leider gibt es nicht mehr viele Menschen mit so viel Zivilcourage. Eine Stiftung die sich diesem Thema widmet halte ich für sehr sinvoll.
Politiker rufen zur Zivilcourage auf ohne diese selbst mal zu zeigen. Wieso wird das Thema Ausländerkriminalität weder bei den Politikern noch in den Medien thematisiert? Es herrscht Krieg auf den Straßen und keiner spricht darüber!
die wurzel allen übels, liegt diese woanders? brächte es etwas einzugreifen, bei einer nächsten und ähnlichen situation? wenn asoziale jugendliche auf einen menschen eintreten? was hilft denn da? gutes zureden? hätte gutes zureden dort jemanden geholfen? soll ich mich als zusätzliche zielscheibe anbieten?
ich habe einmal in einem regionalexpress folgendes erlebt:
ich saß oben in besagtem zug, als eine junge dame den gang entlang ging. etwas besonderes ist mir nicht aufgefallen, nur daß sie schon etwas ungewöhnlich gekleidet war. sie ging nach unten, und erzählte jemandem lautstark, daß sie oben ein kerl mit einem koffer blöde angemacht hätte. keine 5 sekunden später erschien ein merkwürdig frisierter kerl mit einem schlagring auf den fingern und schaute mich an, dann schaute er nach links und ZACK, haute er einem herrn um die 50, gut gekleidet und bewaffnet mit einem aktenkoffer, mitten auf die stirn. nein, diese geschichte ist nicht erfunden. sie spielte sich vor knapp 10 jahren ab, in einem regionalexpress in/um düsseldorf.
es geht alles ehr schnell, schneller als man selber begreifen möchte.
So ein Theater. D. Brunner wurde Opfer dieser Gesellschaft. Als ich beinahe totgetreten/-geprügelt wurde und anschließend, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte, in dem ich einige Zeit auf der Intensivstation verbringen musste, ging ich zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Der Beamte dort warf mir vor, dass ich nicht sofort die Polizei gerufen hätte und dass ich in gewisser Weise Schuld an dem Übergriff trug, weil ich nicht weglief und/oder die Polizei rief. Das Verfahren wurde eingestellt. Dass ich beinahe den Löffel abgegeben habe, interessierte nicht. Und ich bin mir sicher: kurz bevor ich das Bewusstsein verlor, habe ich in einiger Entfernung eine Gruppe Menschen stehen sehen. Ich weiß heute noch nicht, wie ich in Krankenhaus gekommen bin.
DAS ist Deutschland.
Eines habe ich gelernt. Es hilft nur eines, wenn man am Leben bleiben möchte: Gnadenlos und mit aller Härte zurückschlagen. Am besten auf wichtige Organe und empfindliche Bereiche... Oder leg Dich selber hin, um totgetreten zu werden...
Stiftungen, Gedenken, Politikermahnungen. Klingt alles sehr schön, verkleistert aber den eigentlichen Skandal: dass diese Bürgergesellschaft jemanden, der Courage zeigt, gnadenlos im Stich lässt.
Brunner ist ja nicht der Einzige, der wegen couragierten Eingreifens selbst zum Opfer wurde, nur hatten andere mehr Glück und kamen mit dem Leben davon. Das Publikum hat in jedem dieser Fälle nur gegafft. Das Publikum wollte seine Ruhe und keine Verantwortung.
Die bittere Lehre daraus heisst: Wer Mut zeigt, sollte sicher sein, dass er sich allein verteidigen kann. Helfen wird ihm niemand in dieser angepassten Gesellschaft.
dem sich der Helfer durch aktives Eingreigfen aussetzt. Denn auf einen Notwehr/Nothilfetatbestand wird bei Gericht gerne in eine Teilschuld für den Helfer umgewidmet. Schuld daran tragen nicht zuletzt StA´s und Richter die sich allzu weit von der Lebenswirklichkeit entfernt haben und dem Helfer jede Handlung abseits eigener Trutzwehr als Selbstjustiz auslegen. Obwohl eigentlich die vom Helfer notwendigen Handlungen beim Eingriff nur "notwendig und geboten" sein müssen um den "gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff" abzuwenden; klingt harmlos kann und wird aber massive Einwirkungen auf den/die Angreifer erfordern. Zumal wenn diese unter BtM/Alkohol handeln.
Hier tut eine Reform der rechtlichen Würdigung von Nothilfe dringend Not; sowohl um Selbstjaustiz zu verhindern wie auch um dem potenziellen Helfer eine wirksame unmittelbare Hilfe auch zu ermöglichen.
Um es gleich vorwegzunehmen: "Angemessenheit" spielt dabei keine Rolle, das ist ein Terminus aus dem Verwaltungsrecht!, hier kommts auf "notwendig und geboten" an.
MfG Karl Müller
dem sich der Helfer durch aktives Eingreigfen aussetzt. Denn auf einen Notwehr/Nothilfetatbestand wird bei Gericht gerne in eine Teilschuld für den Helfer umgewidmet. Schuld daran tragen nicht zuletzt StA´s und Richter die sich allzu weit von der Lebenswirklichkeit entfernt haben und dem Helfer jede Handlung abseits eigener Trutzwehr als Selbstjustiz auslegen. Obwohl eigentlich die vom Helfer notwendigen Handlungen beim Eingriff nur "notwendig und geboten" sein müssen um den "gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff" abzuwenden; klingt harmlos kann und wird aber massive Einwirkungen auf den/die Angreifer erfordern. Zumal wenn diese unter BtM/Alkohol handeln.
Hier tut eine Reform der rechtlichen Würdigung von Nothilfe dringend Not; sowohl um Selbstjaustiz zu verhindern wie auch um dem potenziellen Helfer eine wirksame unmittelbare Hilfe auch zu ermöglichen.
Um es gleich vorwegzunehmen: "Angemessenheit" spielt dabei keine Rolle, das ist ein Terminus aus dem Verwaltungsrecht!, hier kommts auf "notwendig und geboten" an.
MfG Karl Müller
dem sich der Helfer durch aktives Eingreigfen aussetzt. Denn auf einen Notwehr/Nothilfetatbestand wird bei Gericht gerne in eine Teilschuld für den Helfer umgewidmet. Schuld daran tragen nicht zuletzt StA´s und Richter die sich allzu weit von der Lebenswirklichkeit entfernt haben und dem Helfer jede Handlung abseits eigener Trutzwehr als Selbstjustiz auslegen. Obwohl eigentlich die vom Helfer notwendigen Handlungen beim Eingriff nur "notwendig und geboten" sein müssen um den "gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff" abzuwenden; klingt harmlos kann und wird aber massive Einwirkungen auf den/die Angreifer erfordern. Zumal wenn diese unter BtM/Alkohol handeln.
Hier tut eine Reform der rechtlichen Würdigung von Nothilfe dringend Not; sowohl um Selbstjaustiz zu verhindern wie auch um dem potenziellen Helfer eine wirksame unmittelbare Hilfe auch zu ermöglichen.
Um es gleich vorwegzunehmen: "Angemessenheit" spielt dabei keine Rolle, das ist ein Terminus aus dem Verwaltungsrecht!, hier kommts auf "notwendig und geboten" an.
MfG Karl Müller
> ...wird bei Gericht gerne in eine Teilschuld
> für den Helfer umgewidmet.
Im Grunde ist das die amtliche Fortsetzung der gesellschaftlichen Ignoranz, wenn Menschen, die nach bester Möglichkeit verantwortlich handeln, dafür abgestraft werden.
Hätte Brunner sich erfolgreich wehren können, stünde er heute womöglich vor Gericht.
> ...wird bei Gericht gerne in eine Teilschuld
> für den Helfer umgewidmet.
Im Grunde ist das die amtliche Fortsetzung der gesellschaftlichen Ignoranz, wenn Menschen, die nach bester Möglichkeit verantwortlich handeln, dafür abgestraft werden.
Hätte Brunner sich erfolgreich wehren können, stünde er heute womöglich vor Gericht.
...des Dominik Brunner.
Muss man sich heute erst totschlagen lassen, um das Bundesverdienstkreuz für Zivilcourage zu erhalten?
Verlogener gehts ja wohl nicht mehr, da nur soviel Aufheben um den Fall gemacht wurde, weil die Täter Deutscher waren...
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