Entwicklungshilfe Nimm und entscheide selbst!Seite 2/2
Das Budget reicht nicht für alle im Dorf – die Abgelehnten protestieren
Ein Dorf im Glück? Nicht ganz. Natürlich reicht das Budget längst nicht für alle Alten von Nshamba. Wer in das Programm aufgenommen werden will, muss deshalb besondere Bedürftigkeit nachweisen, Neid und Proteste der Abgelehnten sind an der Tagesordnung. Um das Auswahlverfahren transparenter zu gestalten, arbeitet das Projektteam jetzt mit Dorfkomitees zusammen. Doch die Bewerber müssen nach wie vor persönlich überprüft werden. Das kostet Zeit und Geld. An Letzterem hängt denn auch die Zukunft von Kwa Wazee – wie die Zukunft aller social cash- Programme: Kann das Modell auch weiterexistieren, wenn die ausländischen Spender eines Tages abziehen? »Wir können nur Ideen liefern«, sagt Madörin. »Wenn nicht nur ein Dorf für ein paar Jahre profitieren soll, sondern das ganze Land, muss der Staat aktiv werden.«
Es gibt Länder, die das Grundprinzip der Direktzahlung übernehmen und in denen es zu funktionieren scheint. Sambia plant, ein vor fünf Jahren mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gestartetes Sozialhilfe-Projekt aufs ganze Land auszuweiten. Würde Tansania dem Beispiel folgen und eine Rente à la Kwa Wazee an alle zahlen, die älter sind als 60 Jahre, beliefen sich die Kosten auf ein bis zwei Prozent des Bruttosozialprodukts. Selbst für finanzschwache Staaten ist das zu stemmen. Ein Beleg dafür ist das Beispiel Lesotho, eines der ärmsten Länder Afrikas: Seit 2004 zahlt die Regierung dort an alle, die älter sind als 70 Jahre, eine beitragsfreie Rente, die Finanzierung – 1,4 Prozent des Bruttosozialprodukts – erfolgt über Steuern.
Die Macher von Kwa Wazee können von solchen Zuständen nur träumen. Schon das nächste Vorhaben, eine regionale Wirksamkeitsstudie, müssen fünf Ministerien genehmigen. Doch Madörin hat in seinem Entwicklungshelferleben gelernt, sich in Geduld zu üben. »Auch wenn man am Grashalm zieht, wird er nicht schneller wachsen«, zitiert er ein afrikanisches Sprichwort. Und fügt grinsend hinzu: »Düngen darf man trotzdem…«
Wer für "Kwa Wazee" spenden möchte, kann das unter folgender Kontoverbindung tun: Nummer: 55517, Stichwort: "Kwa Wazee", Sparkasse Osnabrück, BLZ 26550105.
- Datum 29.12.2009 - 15:30 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01
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Idee, wenn man ihnen Bares zukommen lässt,könnte man ja genau so gut Alkohol und Drogen runterschicken. Probleme lindern viele Menschen ja bekanntlich, indem sie sich in einen berauschenden Zustand bringen, in eine andere Welt flüchten und Probleme sind in Afrika leider nicht mangelware!
... auf andere schließen.
So lange der Anteil des Geldes, dass die Leute versaufen, geringer ist als der Anteil, den eine Hilfsorganisation für Logistik, Verwaltung, Werbung und Bestechung ausgibt plus dem Teil, der in den lokalen Behördern versickert, ist mir die Idee sehr sympathisch.
... auf andere schließen.
So lange der Anteil des Geldes, dass die Leute versaufen, geringer ist als der Anteil, den eine Hilfsorganisation für Logistik, Verwaltung, Werbung und Bestechung ausgibt plus dem Teil, der in den lokalen Behördern versickert, ist mir die Idee sehr sympathisch.
... auf andere schließen.
Da kann man nur sagen: Endlich!
Und: Hoffentlich macht das Schule, wird weiter ausgedehnt. Denn wer sollte besser wissen, wie das Geld einzusetzen ist, als die betroffenen Menschen selbt?
Das die Ergebnisse bei Zahlung an die Menschen direkt in der Regel erfolgreich verläuft ist eigentlich schon lange bekannt, gab den im Beitrag erwähnten Nobelpreis - und der ging gar nicht so weit: Das waren KREDITE!
Warum reagieren Verantwortliche eigentlich immer so träge?
und das bedingungslose Grundeinkommen:
http://data5.blog.de/medi...
Was Sie tun könnten, ja - ganz genau Sie: einen Mikrokredit vergeben:
http://www.kiva-germany.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kiva_(Unternehmen)
Nachdem Dirk Niebel ja Gelder für Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit an ihre Nähe zu militärischem Engagement koppelt und auch vordringlich den Nutzen für die deutsche Wirtschaft mitdenkt, wird man bei diesem Ministerium überhaupt nicht mehr davon ausgehen können, daß es Entwicklungsarbeit finanziert, sondern Politik mit anderen Mitteln betreibt.
Insofern sind ganz dringend andere Konzepte notwendig.
In Omitara, Namibia ist es durch die Auszahlung eines Grundeinkommens zu einem kleinen Wirtschaftsaufschwung und der Erfüllung aller 8 Milleniumsziele gekommen. Wer nicht nur misstrauend abwinken und sich die Auswirkungen eines konkreten Felversuches ansehen möchte, sollte die Berichte auf den Seiten der BIG-Koalition zu Gemüte führen.
http://de.wikipedia.org/w...
Wenn ich mir die Beträge ansehe, die hierfür ausreichten; und sie mit der Spenden-/Kreditbereitschaft auf Seiten wie kiva.org vergleiche - die Rettung von Millionen könnte sehr einfach sein; oder zumindest weit effizienter angegangen werden.
So lange der Anteil des Geldes, dass die Leute versaufen, geringer ist als der Anteil, den eine Hilfsorganisation für Logistik, Verwaltung, Werbung und Bestechung ausgibt plus dem Teil, der in den lokalen Behördern versickert, ist mir die Idee sehr sympathisch.
Genau dasselbe benötigen wir in Deutschland auch ohne in Deutschtümelei zu verfallen. Es gibt genug Leute in D, für die schon für 20 Euro zusätzlich froh wären und es dringend brauchen. Und es gibt genügend Reiche, die ohne weiteres und ohne irgendeine Einbuße zu erleiden, die Hälfte Ihres Monatsverdienstes abgeben könnten und vielleicht sogar würden. Einzige Voraussetzung: Es muss absolut sicher gestellt sein, dass es in vertrauensvolle Hände gerät, keine Verwaltungskosten etc. anfallen und es weit weg ist vom Einfluss des Staates. Gleichzeitig brauchen wir eine Abkehr von bisherigen Autoritäten (Parteien, Regierung Behörden etc.), da sich diese auf festgefahrenen Wegen befinden und nicht in der Lage sind für vernünftige und demokratische Verhältnisse in D zu sorgen. Es kann nicht sein, dass der Staat dem Bürger für Ehrenämter oder sozialem Dienst billige Blechorden umhängt uns sich so den Anschein gibt, als wäre er dabei. Wichtigtuerisch klatschen kann jeder, wenn andere eine Leistung erbringen. Der Blinde darf dem Sehenden nicht sagen wo es langgeht, sondern umgekehrt.
Was Sie da fordern, kann man weitgehend in den USA beobachten.
Der Staat ist dort wesentlich schlanker, mischt sich in wesentlich weniger Dinge ein.
Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass es unter Menschen, die gut verdienen und ein Vermögen gemacht haben, eine ausgeprägte Kultur des "an die Gesellschaft zurückgeben" gibt. Spenden und Wohltätigkeit ist in. Spender werden hoch geachtet.
In keinem anderen Land der Welt wird soviel für soziale, kulturelle und gesellschaftliche Zwecke gespendet, wie in den USA. Organisationen wie die Bill & Melinda Gates Foundation sind (natürlich in kleinerer Form) inzwischen allgegenwärtig.
Nur entscheidet über das Geld nicht der Staat oder irgendein Parlament, sondern der Spender selbst. In der Summe führt das zu wesentlich höherer Effizient bei der Mittelverwendung. Ohne den Staat läuft vieles besser.
Umgekehrt führt das aber auch dazu, dass Mittelempfänger, die anders als gewünscht mit den Mitteln umgehen (z.B. saufen statt Schulbücher), wesentlich schneller fallen gelassen werden unter dem Gedanken "Denen kann man nicht helfen, aus der Gosse zu kommen, also lassen wir es gleich. " fallen gelassen werden.
Was Sie da fordern, kann man weitgehend in den USA beobachten.
Der Staat ist dort wesentlich schlanker, mischt sich in wesentlich weniger Dinge ein.
Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass es unter Menschen, die gut verdienen und ein Vermögen gemacht haben, eine ausgeprägte Kultur des "an die Gesellschaft zurückgeben" gibt. Spenden und Wohltätigkeit ist in. Spender werden hoch geachtet.
In keinem anderen Land der Welt wird soviel für soziale, kulturelle und gesellschaftliche Zwecke gespendet, wie in den USA. Organisationen wie die Bill & Melinda Gates Foundation sind (natürlich in kleinerer Form) inzwischen allgegenwärtig.
Nur entscheidet über das Geld nicht der Staat oder irgendein Parlament, sondern der Spender selbst. In der Summe führt das zu wesentlich höherer Effizient bei der Mittelverwendung. Ohne den Staat läuft vieles besser.
Umgekehrt führt das aber auch dazu, dass Mittelempfänger, die anders als gewünscht mit den Mitteln umgehen (z.B. saufen statt Schulbücher), wesentlich schneller fallen gelassen werden unter dem Gedanken "Denen kann man nicht helfen, aus der Gosse zu kommen, also lassen wir es gleich. " fallen gelassen werden.
Der Grundgedanke ist sicherlich richtig: Das Individuum weiß normalerweise besser, was für sich gut ist, als irgendein kollektiver externern Entscheider.
Aufgrund dieser Erkenntnis kann man weitgehend erklären, warum Zentralverwaltungswirtschaften scheitern und dezentrale individualisierte Entscheidungsfindungsmechanismen sich durchsetzten.
Entwicklungshilfe, bei der die Zentrale in Deutschland entscheidet, wie im afrikanischen Dorf was wie viel gemacht werden soll, kann nur scheitern wie einst die DDR.
Nur sind individuelle Entscheidungsprozesse auch fehlerbehaftet, insbesondere wenn jemand Ressourcen ausgibt, die er nicht selbst erarbeitet hat.
Personen mit Suchtdisposition werden das Geld eher für Alkohol und Drogen ausgeben, als für Schulbücher für ihre Kinder.
Bei fehlender Sicherheit wird man das Geld lieber als Schutzgeld an marodierende Banden abgeben, als das eigene Dach zu reparieren.
Und nicht zuletzt ist die menschliche Faulheit nicht zu vernachlässigen. Wer nicht wirklich Perspektive hat und monatlich sein Geld auch so bekommt, wird schnell faul und fett.
Darum ist ja das System der Mikrokredite eines Muhammad Yunus so ungleich erfolgreicher, als eine bedingungslos gezahlte Sozialhilfe. Weil man vorweisen muss, dass man vernünftig umgeht mit dem Geld, was man bekommt, wird das Geld nicht versoffen. Bedingungsloses Geld verteilen führt leider all zu oft zu Lethargie. Denn der, der für sein Einkommen noch arbeitet, wird von den anderen als der Dumme angesehen.
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