Sehr einfallsreich waren die Zeitungen in den letzten Monaten nicht – Auf Sand gebaut war die häufigste Überschrift im Zusammenhang mit dem fast fertigen Wolkenkratzer Burj Dubai, gefolgt von Der Turmbau zu Dubai.

Dass man so pessimistisch über das Großprojekt sprach, Scheich Mohammed bin Raschid gar "Größenwahn" attestierte, hat allerdings eher finanzielle als ingenieurstechnische Gründe. Im November schien es, als sei Dubai pleite. Das Emirat stellte kurzfristig die Rückzahlung von Krediten ein. Inzwischen ist der Nachbar Abu Dhabi eingesprungen, der Konkurs abgewendet – und am 4. Januar 2010 soll das höchste Gebäude der Welt nun – mit Verspätung – eingeweiht werden.

Die Infografik zeigt alle wissenswerten Daten zum Gebäude. Die PDF-Datei können Sie hier herunterladen.

Der Turm ist zwar tatsächlich auf Sand gebaut, ruht aber auf einem soliden, 50 Meter in den Boden reichenden Stahlbeton-Fundament. Da die arabische Halbinsel weder besonders erdbebengefährdet ist noch regelmäßig von Wirbelstürmen heimgesucht wird, ließ sich der über 800 Meter hohe Koloss mit recht konventioneller Bautechnik errichten.

Mit dem Burj Dubai wird zum ersten Mal seit 1931 wieder ein einziges Gebäude Spitzenreiter in allen Hochbaukategorien (zuletzt war das beim Empire State Building der Fall): höchstes Bauwerk der Welt (da löst er einen Fernsehmast in North Dakota ab), höchstes frei stehendes Bauwerk (Vorgänger: der CN Tower in Toronto), höchster Wolkenkratzer mit Büros oder Wohnungen (bisher das Taipei 101 in Taiwan). Genutzt wird er nur bis zu zwei Dritteln der Höhe – aber selbst das ist Rekord.

Viele deutsche Firmen waren an dem Bau beteiligt. Und für sein Stahlskelett wurde sogar geschichtsträchtiger deutscher Schrott verwertet – vom Palast der Republik in Berlin.