Wirtschaftsethos

»Erfolg rechtfertigt gar nichts«

Der Theologe Hans Küng über Lug und Trug in Management und Politik, den Geist der Fairness und seine Forderung nach einem globalen Ethos

DIE ZEIT: Herr Professor Küng, die Weltwirtschaft hat eines der schlimmsten Jahre der Wirtschaftsgeschichte hinter sich. Sie fordern jetzt ein »globales Wirtschaftsethos«, also weltumspannende, gemeinsame Grundregeln, an die sich die Wirtschaftsakteure künftig halten sollen. Ist das Ihre Antwort auf die Krise?

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Hans Küng: Nein. Die Idee zu dem Manifest ist schon älter. Es gibt kulturübergreifende Normen, die überall gelten aufgrund der religiösen und ethischen Traditionen in den verschiedenen Weltgegenden. Mir war immer daran gelegen, diese in die Sprache der Wirtschaft zu übersetzen. Das Manifest ist ausgearbeitet worden, als wir noch nicht wussten, dass diese vorläufig letzte Krise kommt – aber im Bewusstsein, dass die Weltwirtschaft nicht nach den sicheren Regeln funktioniert, an die leider viele Ökonomen und Politiker geglaubt haben.

ZEIT: Sie haben die Krise vorausgesehen?

Küng: All jene, die heute vorgeben, dass niemand mit dieser Krise rechnen konnte, reden Unfug. Vor einigen Jahren warnte der damalige Chef der amerikanischen Notenbank vor dem irrationalen Überschwang an der Börse. Was passierte? Rund um die Welt stürzten die Aktienkurse in den Keller. Schon damit musste jedem Menschen klar sein, dass die Chaostheorie auch auf die Ökonomie anwendbar ist. Dass es also folglich nicht stimmt, dass der Markt allein nach rationalen Regeln funktioniert. Dass wir also damit rechnen müssen, dass es einen Crash geben kann. Aber nein, viele sagten, das geschehe nicht mehr, wir könnten alles berechnen und wüssten genau, wie wir reagieren müssen. Sie haben sich geirrt.

ZEIT: Aber warum benötigt man ein ethisches Gerüst für die Wirtschaft, um Krisen zu verhindern?

Küng: Weil es drei Dinge braucht, damit eine Wirtschaft funktioniert: einen funktionierenden Markt, funktionierende Institutionen – und eben die Moral. In der Krise hat man gesehen, dass dann, wenn die Moral fehlt, auch die beiden anderen Faktoren angefressen werden. Die Moralität ist in der Wirtschaft nicht das Sahnehäubchen. Eine moralisch-ethische Rahmenordnung muss sowohl die wirtschaftliche wie auch die politische und staatliche Ordnung stützen. Und ihnen Impulse geben.

Buch »Projekt Weltethos«

Schon beim World Economic Forum 1990 in Davos trieb ihn das Thema um. »Warum brauchen wir globale ethische Standards, um zu überleben?«, fragte Hans Küng damals in einem Vortrag die versammelte Wirtschaftselite. Kurz darauf veröffentlichte der Tübinger Theologe, dem 1979 wegen seiner kritischen Haltung vom Papst die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden war, sein Buch »Projekt Weltethos«. In ihm forderte er für die »eine Weltgesellschaft« verbindende und verbindliche Normen, Werte und Ziele ein. Den »Neokapitalismus« geißelte er als »zukunftsunfähig«. Früh warnte Küng auch vor einem Finanzsystem, das – ungehemmt und ungeregelt – die Welt an den Rand des Abgrunds treiben könne.

Küngs Manifest

Mit dem unter Regie des Wirtschaftsethikers Josef Wieland  erarbeiteten und im Oktober bei den Vereinten Nationen vorgestellten Manifest »Globales Wirtschaftsethos« will Küng nun die Diskussion über ein verbindendes Wertegebäude auch für die globale Wirtschaft vorantreiben. Das »legitime Eigeninteresse« der Wirtschaftsakteure und die Gesetzlichkeiten von Markt und Wettbewerb, heißt es darin, müssten ernst genommen, zum Wohle aller aber »auf eine ethische Grundlage gestellt« werden. Wirtschaftliches Handeln solle sich an den Prinzipien der Humanität und an den Grundwerten der Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität, Wahrhaftigkeit und gegenseitigen Achtung orientieren: »Die Globalisierung ... wird nur dann zum ... Wohlstand und Vorteil aller Völker und ihrer Volkswirtschaften führen, wenn sie auf die beständige Kooperationsbereitschaft und werteorientierte Kooperationsfähigkeit aller Beteiligten und Betroffenen bauen kann.«

Die Umsetzung

Küng glaubt, dass ein globales Wirtschaftsethos auf moralischen Prinzipien und Werten sowie gemeinsamen Vorstellungen über Recht und Fairness gründen kann, die von allen Weltkulturen geteilt werden. Umgesetzt werden müsse es jedoch nicht vom Staat, sondern zunächst von jedem Unternehmer, Investor, Beschäftigten und Verbraucher selbst. Auf lange Sicht, so die Überzeugung des 81-Jährigen, könne das Manifest ebenso wegweisend werden wie die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948.

Zu den Erstunterzeichnern des Papiers gehören der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, die frühere UN-Kommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, und der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs. Drei deutsche Unternehmer haben an der Erklärung mitgearbeitet: Hermut Kormann, Exchef des Maschinenbauers Voith, Wolfram Freudenberger von der Firmengruppe Freudenberger und Karl Schlecht, der Gründer des Betonpumpen- Herstellers Putzmeister.

ZEIT: Das Funktionieren von Staat und Institutionen ist abhängig von der Moralität?

Küng: Aber sicher! Diese Krise bietet uns doch dafür eklatante Beweise. Lug und Trug gab es in der Politik, an der Wall Street und in allen anderen Bereichen der Wirtschaft. Wenn man sich in einer Periode der verlotterten Moral befindet, darf man sich nicht wundern, wenn das auf Institutionen und Märkte übergreift.

ZEIT: Was macht Sie hoffnungsvoll, dass Ihr Manifest nun auch wirkt?

Küng: Was wäre die Welt, wenn wir, simpel gesagt, die Zehn Gebote nicht hätten? Was wäre die Welt ohne die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen? Natürlich wird diesen Normen ständig zuwidergehandelt. Das Ethos ist kein Istzustand, es ist ein Sollzustand, trotzdem nicht graue Theorie, sondern eine sehr praktische Sache.

ZEIT: Allerdings haben Sie schon 1990 geschrieben, die Welt sei reif für die Wiederentdeckung von Moralität und Integrität. Sie konstatierten damals das Ende der Großideologien und meinten damit auch den Kapitalismus mit seinem Fortschritts- und Wachstumsglauben. 20 Jahre später hat dieser Kapitalismus – ungehemmter denn je – die Welt an den Rand des Ruins getrieben. Waren Sie zu blauäugig?

Küng: Sie haben recht, das war eine große Enttäuschung. Ich dachte damals, dass alle Welt die Beschränktheit dieser Großideologien eingesehen hätte. Immerhin sagte US-Präsident George Bush senior damals: Wir brauchen eine neue Weltordnung. Man hätte annehmen können, dass die Menschheit darauf drängen würde, dass die durch den Fall des Kommunismus erst ermöglichte Globalisierung auch zu einem moralisch unterfütterten und anders organisierten Wirtschaftssystem führen muss. Aber das geschah nicht.

 
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Leser-Kommentare

    • 04.01.2010 um 13:58 Uhr
    • Slink

    haben in der Geschichte der Menschheit noch nie wirklich flächengreifend funktioniert.
    Die vernunftbasierte Forderung ("..Aber warum soll ein Unternehmer ethisch handeln, wenn er dadurch ein Geschäft verliert? Küng: Weil er langfristig denken sollte!..) wirkt eben in der Realität nicht.
    Religiös oder moralisch fundierte Sanktionen oder Handlungsmaxime (Hölle / 10 Gebote) fruchten heute weniger denn je, die Angst vor der Hölle ist lange Geschichte.
    Christlicher Moral hat(te) auch Alibifunktion: die calvinistische Gleichung, dass gottgefällig ist gleich mit Geld gesegnet und somit reich gleich von Gott besonders geliebt sei ist traditionell Rechtfertigung für unbotmäßige Bereicherung.
    Die von Küng geforderte Bewusstseinsveränderung passiert eben auch nicht wie deus ex machina und der eine Mensch lernt nie aus den fehlern der anderen.
    Eine Wirtschaftsethik ist heutzutage für Unternehmen nicht mehr als ein sauberes Image, ein White Paper, das von Compliance Managern zu Marketingzwecken hochgehalten wird und leider wie die ISO-Zertifizierung lediglich den Zeitgeist beurkundet.
    Der von Küng diagnostizierte Weltethos nach Raumschiff Enterprise Manier bleibt eine schöne Utopie.
    Die Kirchen hatten leider so gut wie nie bessere Antworten auf wesentliche Daseinsfragen als weltfremde Utopien.

    Deshalb muss der Staat / die Staatengemeinschaften WIRKSAME UND HARTE SANKTIONEN gegen asoziales Wirtschaften Einzelner bereithalten, um die berechtigten Interessen der Allgemeineit zu wahren.

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    naja   declareinit

    "Deshalb muss der Staat / die Staatengemeinschaften WIRKSAME UND HARTE SANKTIONEN gegen asoziales Wirtschaften Einzelner bereithalten, um die berechtigten Interessen der Allgemeineit zu wahren."

    Volle Zustimmung, wobei ich Küngs "weltfremde Utopie"
    gerne lieber als positiven Denk-Anschub interpretiere und unterstütze, nicht zuletzt, weil er frei von Aggressionen ist.

    Aggressionen sind doch schon maßgeblich in dem "asozialen Wirtschaften Einzelner" enthalten.

    "Bombenstimmung an der Börse", oder wie sagt man...

  1. 2. naja

    "Deshalb muss der Staat / die Staatengemeinschaften WIRKSAME UND HARTE SANKTIONEN gegen asoziales Wirtschaften Einzelner bereithalten, um die berechtigten Interessen der Allgemeineit zu wahren."

    Volle Zustimmung, wobei ich Küngs "weltfremde Utopie"
    gerne lieber als positiven Denk-Anschub interpretiere und unterstütze, nicht zuletzt, weil er frei von Aggressionen ist.

    Aggressionen sind doch schon maßgeblich in dem "asozialen Wirtschaften Einzelner" enthalten.

    "Bombenstimmung an der Börse", oder wie sagt man...

  2. "Erfolg rechtfertigt gar nichts." ist falsch und -wenn man es zu Ende denkt- Ausdruck eines Todeskultes.

    Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft. Ohne ERFOLG kein irdisches LEBEN.

    Wenn Herr Küng sich den Luxus des Erfolges glaubt sparen zu können, ist die Gruppe, die ihm folgt, über kurz oder lang weg vom Fenster. Todeskult. Der ewig selbe alte Märtyrergedanke. Warum lassen wir Menschen, die uns Todeskulte als ethisch oder moralisch verkaufen damit davonkommen?

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    Sie schrieben:
    "Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft."

    Ich vermute, dass Küng nicht einen speziellen Erfolg (wie das Durchbringen einer Familie) im Sinn hatte, sondern Erfolg im Allgemeinen. Es geht nicht darum, ob man Erfolg hat, sondern ob die Ziele die man verfolgt gut sind. Daher bringt er das Beispiel des KZ-Aufsehers: Dessen Ziel ist es etwa, die Gefangenen an der Flucht zu hindern und ggF. zu erschießen. Auch wenn er dabei erfolgreich ist, rechtfertigt dieser Erfolg nicht seine Tat.

    In Ihrem Beispiel ist das Gute, das Rechtfertigen nicht der _Erfolg_ beim Durchbringen der Familie, sondern das _Ziel_ des Durchbringens. Ich unterschreibe also Küngs These: "Erfolg rechtfertigt gar nichts" und ergänze: Es kommt darauf an, _wobei_ und _womit_ man erfolgreich ist.

    wirtschaftsethik   1000und1nacht

    @ komm. nr. 3:
    kommt drauf an, ob der erfolg auf ellenbogenbasis und aggressiver unethischer neoliberaler marktwirtschaft basiert oder auf moralischen werten und ethos.

    leider hat sich unsere gesellschaft sehr von letzteren beiden entfernt und ich finde es sehr gut, dass küng das mal wieder ins gedächtnis ruft.

    er möchte einfach - meiner meinung nach!!!! - darauf hinweisen, dass eine wirtschaft nicht nur von bestimmten wirtschaftstheorien, praxen und zahlen abhängt, sondern auch von der inneren gesinnung der menschen, die als teil innerhalb des wirtschaftsgefüges leben, arbeiten und handeln.

    sicher ist es - schon allein weil es modern und schick ist - IN, sich gegen die (im übrigen freie(!!!)) ansichtseinmischung von seitens eines theologen und ethikers zu wehren.

    dennoch, egal wie man es sehen mag, ist die weltfinanzkrise sicher mehr, als ein hinweis darauf, dass wieder mehr wachstum erzielt werden muss.
    wachstum kann nicht ins unbegrenzte laufen. schon allein deshalb nicht, weil die rohstoffe der erde eben NICHT unbegrenzt sind.

    in der finanzwelt wird aber munter weiter an den symptomen rumkuriert, anstatt die krise eben mal endlich als etwas ernstes einzustufen, was nach neuen und NOCH NICHT dagewesenen paradigmen ruft.

    komischerweise hat es in der menschheitsgeschichte immer neuerungen gegeben, an die vorher niemand glauben wollte.
    hätte uns vor 350 jahren mal jemand erzählt, dass wir mal in ein flugzeug steigen würden, hätte ja auch jeder nur gelacht.

    IHre Philosophie genügt vielleicht für die Teilnahme am Dschungelcamp, aber nicht für eine, sich selbst als zivilisiert bezeichnende Gesellschaft.

    @Martin 505 04.01.2010 um 14:24 Uhr

    Hätte nicht gedacht, hier Herrn Küng verteidigen zu müssen. Aber Ihr Unwille zwischen schädlichen Erfolg übler Dinge und Erfolge in Sachen mitmenschlicher Entwicklung zu differenzieren bestätigt nun gerade die Richtigkeit von Küngs Aussage, dass Erfolg allein nichts über dessen Legitimität bzw. moralischen Vertretbarkeit verrät. Diese Aussage (!) Küngs wird im Übrigen auch nicht dadurch falsch, dass ökonomisches Handeln bisher (!) noch nie auf moralische Grundsätze beruhte. (Das stimmt so auch nicht, denn zu den feudalistischen Formen der Ausbeutung gehörte außerordentlich viel moralische Seelenschmiere. Und dass das so lange Erfolg hatte, sagt eben auch nichts über dessen moralische Qualität aus).

    Für mitmenschliche und ökologisch reflektierte Moral als Grundlage des Handelns müssen aber entsprechende (welt-)gesellschaftliche Bedingungen des Handelns, Denkens und Empfindens geschaffen werden. Wie muss die Entwicklung und Anwendung der menschlichen Schaffenskräfte geregelt werden, damit Mitmenschlichkeit und gemeinsame Verantwortung für alle Menschen (und deren Institutionen) zur Selbstverständlichkeit wird? Wie können wir in diesem Sinne mehr (Öko-) Kommunmismus wagen ;-)? Das sollte jetzt die ZEIT-Frage sein.

    Gruß hh

    • 04.01.2010 um 15:15 Uhr
    • Daaje

    Sie schrieben:
    "Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft."

    Ich vermute, dass Küng nicht einen speziellen Erfolg (wie das Durchbringen einer Familie) im Sinn hatte, sondern Erfolg im Allgemeinen. Es geht nicht darum, ob man Erfolg hat, sondern ob die Ziele die man verfolgt gut sind. Daher bringt er das Beispiel des KZ-Aufsehers: Dessen Ziel ist es etwa, die Gefangenen an der Flucht zu hindern und ggF. zu erschießen. Auch wenn er dabei erfolgreich ist, rechtfertigt dieser Erfolg nicht seine Tat.

    In Ihrem Beispiel ist das Gute, das Rechtfertigen nicht der _Erfolg_ beim Durchbringen der Familie, sondern das _Ziel_ des Durchbringens. Ich unterschreibe also Küngs These: "Erfolg rechtfertigt gar nichts" und ergänze: Es kommt darauf an, _wobei_ und _womit_ man erfolgreich ist.

    Antwort auf "Gegenrede"
  3. "Ohne Moral kann die Wirtschaft nicht funktionieren"
    Nonsens, gerade weil die Wirtschaft keine Moral hat funktioniert sie.
    Wer glaubt das das kapitalistische System reformierbar sei, hat Adam Smith nicht gelesen oder nicht verstanden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die Herr Adam Smith so gerne anführt - glauben Sie, daß hier nur die Kräfte des Marktes gemeint sind oder ob die ethische, moralische Bildung des Handelnden gemeint ist.
    Herr Smith war, wie wir alle wissen, Moralphilosoph.

    Na klar   Ragnar72

    " ... gerade weil die Wirtschaft keine Moral hat funktioniert sie."

    Ach, tut sie das? Und wenn ja, wie lange? Wie gut funktioniert denn die Fischwirtschaft ohne Fische? Ihren Kommentar sollte man in Stein meißeln, als Zeitdokument für kommende Jahrhunderte.

  4. @ komm. nr. 3:
    kommt drauf an, ob der erfolg auf ellenbogenbasis und aggressiver unethischer neoliberaler marktwirtschaft basiert oder auf moralischen werten und ethos.

    leider hat sich unsere gesellschaft sehr von letzteren beiden entfernt und ich finde es sehr gut, dass küng das mal wieder ins gedächtnis ruft.

    er möchte einfach - meiner meinung nach!!!! - darauf hinweisen, dass eine wirtschaft nicht nur von bestimmten wirtschaftstheorien, praxen und zahlen abhängt, sondern auch von der inneren gesinnung der menschen, die als teil innerhalb des wirtschaftsgefüges leben, arbeiten und handeln.

    sicher ist es - schon allein weil es modern und schick ist - IN, sich gegen die (im übrigen freie(!!!)) ansichtseinmischung von seitens eines theologen und ethikers zu wehren.

    dennoch, egal wie man es sehen mag, ist die weltfinanzkrise sicher mehr, als ein hinweis darauf, dass wieder mehr wachstum erzielt werden muss.
    wachstum kann nicht ins unbegrenzte laufen. schon allein deshalb nicht, weil die rohstoffe der erde eben NICHT unbegrenzt sind.

    in der finanzwelt wird aber munter weiter an den symptomen rumkuriert, anstatt die krise eben mal endlich als etwas ernstes einzustufen, was nach neuen und NOCH NICHT dagewesenen paradigmen ruft.

    komischerweise hat es in der menschheitsgeschichte immer neuerungen gegeben, an die vorher niemand glauben wollte.
    hätte uns vor 350 jahren mal jemand erzählt, dass wir mal in ein flugzeug steigen würden, hätte ja auch jeder nur gelacht.

    Antwort auf "Gegenrede"
    • 04.01.2010 um 15:45 Uhr
    • Fokko

    Der Mann hat vollkommen Recht. Allerdings ist es momentan so, dass diejenigen an den Schalthebeln sitzen, denen Erfolg alles rechtfertigt. Wie man das im Moment ändern könnte, weiß ich auch nicht. Es bleibt die Hoffnung, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen und das derzeitige System zusammenbricht.

    Was kann der Einzelne jedoch so lange tun? Nun, wir leben trotz allem wohl in einer der freisten Gesellschaften, die es jemals gab. Gegen den Strom zu schwimmen und sein eigenes Leben zu leben, anstatt sich leben zu lassen, ist einfacher als die Meisten denken. Und mehr noch: Die Probleme, die man sich schafft, wenn man sich verbiegt und in allem und jedem nach dem Mainstream richtet, sind größer als die, die man lösen muss, wenn man selbst überlegt, was für einen gut ist und was nicht.

    Fokko vom Fantasy-Blog/Selbstversorger-Blog
    -------------------------------------------
    http://fokko.wordpress.com/
    http://selbstversorger-bl...

  5. 8. @Fokko

    dieser Link - da Du auch zu denen gehörst, die auf eigenständiges denken wert zu legen scheinen, könnte eventuell interessant für dich sein??!!!

    http://www.youtube.com/wa...

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