"Es geht um Bewusstseinsveränderung"
ZEIT: Wie gehen Sie dann mit Unternehmen um, die Ihr Manifest unterschreiben, die aber in der Realität Dinge tun, die Ihnen Bauschschmerzen verursachen?
Küng: Es wäre völlig unrealistisch, wenn sich unsere Stiftung zum Richter machen würde. Keiner der Unterschreibenden, das haben wir klar herausgestellt, kann verantwortlich gemacht werden für alles, was in seinem Unternehmen geschieht. Wir stellen keine Zertifikate aus und veröffentlichen keine Rangliste über gute Unternehmensführung. Trotzdem überlegen es sich die Unternehmen, ob sie unterschreiben.
Zeit: Weil sie sich angreifbarer machen würden?
Küng: Natürlich. Weil sie dann mit den Inhalten der Erklärung konfrontiert werden könnten. Es geht wie gesagt um Bewusstseinsveränderung. Das wichtigste Charakteristikum dieses Manifests ist ja, dass wir aus dem ungeheuren Schatz der Tradition der gesamten Menschheit schöpfen. Die Verfasser des Manifests brauchten also nichts neu zu erfinden. Wir alle gemeinsam müssen uns nur erneut dieses Schatzes bewusst werden.
ZEIT: Obwohl es noch immer große Unterschiede zwischen den Kulturkreisen gibt?
Küng: Natürlich gibt es keine Norm, die nicht kulturell geprägt ist. Folglich ist zum Beispiel unser Begriff von Wahrhaftigkeit ein anderer als etwa der in Asien. Ein Japaner lächelt noch, obwohl er nein meint. Aber gleichzeitig gibt es Konstanten, die in der Menschheit da sind und die überall gelten. Es stimmt einfach nicht, dass in Asien alles anders ist. Auch in Japan können Sie nicht einfach lügen. Auch dort wird Korruption bestraft.
ZEIT: Sie glauben, dass wir uns tatsächlich auf den Weg zu einem »Weltethos« machen können?
Küng: Wir sind längst dabei. Die Geschichte zeigt zwar, dass solche Prozesse lange dauern. Aber sie zeigt auch, dass die Menschheit ganz erfolgreich war. Nehmen Sie die USA. Vergleichen Sie die Situation von vor 50, 60 Jahren mit der von heute. Sie stellen fest, dass vier Gruppen, die damals nichts zählten, jetzt viel zu sagen haben. Wissen Sie welche?
ZEIT: Die Schwarzen…
Küng: Die Schwarzen und zuvor schon die Juden, die Katholiken – und die Frauen! Diese ungeheure Veränderung zeigt, wozu eine Gesellschaft fähig ist. Warum also nicht auch im Bereich der Wirtschaft? Ich lebe nicht im Wolkenkuckucksheim. Aber man muss anerkennen, dass es Prozesse gibt, die uns Menschen vorangebracht haben. Es ist gewaltig viel geschehen. Das gibt mir das Recht, zu sagen: Auch in Sachen Weltethos und Ethos für die Wirtschaft ist vieles möglich.
ZEIT: Ihr Optimismus in Ehren…
Küng: …hören Sie, in Deutschland denkt doch heute in den Bereichen Friede und Abrüstung, Ökonomie und Ökologie und Partnerschaft von Mann und Frau so gut wie niemand mehr noch so wie vor 30 Jahren! Gerade ist in Kopenhagen der Weltklimagipfel zu Ende gegangen. Natürlich wurde da gekämpft, und natürlich kann man mit dem Resultat nicht zufrieden sein. Aber dass es überhaupt zu dieser historischen Auseinandersetzung gekommen ist, ist doch ein Ereignis ersten Ranges für die Menschheit! Und wissen Sie was: Im Grunde genommen ging es immer auch um ethische Fragen. Überall wurde auch mit ethischen Argumenten gearbeitet. Ist das nichts?
ZEIT: Herr Professor Küng, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Das Gespräch führten Anna Marohn und Christian Tenbrock
- Datum 04.01.2010 - 11:13 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01
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haben in der Geschichte der Menschheit noch nie wirklich flächengreifend funktioniert.
Die vernunftbasierte Forderung ("..Aber warum soll ein Unternehmer ethisch handeln, wenn er dadurch ein Geschäft verliert? Küng: Weil er langfristig denken sollte!..) wirkt eben in der Realität nicht.
Religiös oder moralisch fundierte Sanktionen oder Handlungsmaxime (Hölle / 10 Gebote) fruchten heute weniger denn je, die Angst vor der Hölle ist lange Geschichte.
Christlicher Moral hat(te) auch Alibifunktion: die calvinistische Gleichung, dass gottgefällig ist gleich mit Geld gesegnet und somit reich gleich von Gott besonders geliebt sei ist traditionell Rechtfertigung für unbotmäßige Bereicherung.
Die von Küng geforderte Bewusstseinsveränderung passiert eben auch nicht wie deus ex machina und der eine Mensch lernt nie aus den fehlern der anderen.
Eine Wirtschaftsethik ist heutzutage für Unternehmen nicht mehr als ein sauberes Image, ein White Paper, das von Compliance Managern zu Marketingzwecken hochgehalten wird und leider wie die ISO-Zertifizierung lediglich den Zeitgeist beurkundet.
Der von Küng diagnostizierte Weltethos nach Raumschiff Enterprise Manier bleibt eine schöne Utopie.
Die Kirchen hatten leider so gut wie nie bessere Antworten auf wesentliche Daseinsfragen als weltfremde Utopien.
Deshalb muss der Staat / die Staatengemeinschaften WIRKSAME UND HARTE SANKTIONEN gegen asoziales Wirtschaften Einzelner bereithalten, um die berechtigten Interessen der Allgemeineit zu wahren.
"Erfolg rechtfertigt gar nichts." ist falsch und -wenn man es zu Ende denkt- Ausdruck eines Todeskultes.
Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft. Ohne ERFOLG kein irdisches LEBEN.
Wenn Herr Küng sich den Luxus des Erfolges glaubt sparen zu können, ist die Gruppe, die ihm folgt, über kurz oder lang weg vom Fenster. Todeskult. Der ewig selbe alte Märtyrergedanke. Warum lassen wir Menschen, die uns Todeskulte als ethisch oder moralisch verkaufen damit davonkommen?
Sie schrieben:
"Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft."
Ich vermute, dass Küng nicht einen speziellen Erfolg (wie das Durchbringen einer Familie) im Sinn hatte, sondern Erfolg im Allgemeinen. Es geht nicht darum, ob man Erfolg hat, sondern ob die Ziele die man verfolgt gut sind. Daher bringt er das Beispiel des KZ-Aufsehers: Dessen Ziel ist es etwa, die Gefangenen an der Flucht zu hindern und ggF. zu erschießen. Auch wenn er dabei erfolgreich ist, rechtfertigt dieser Erfolg nicht seine Tat.
In Ihrem Beispiel ist das Gute, das Rechtfertigen nicht der _Erfolg_ beim Durchbringen der Familie, sondern das _Ziel_ des Durchbringens. Ich unterschreibe also Küngs These: "Erfolg rechtfertigt gar nichts" und ergänze: Es kommt darauf an, _wobei_ und _womit_ man erfolgreich ist.
@ komm. nr. 3:
kommt drauf an, ob der erfolg auf ellenbogenbasis und aggressiver unethischer neoliberaler marktwirtschaft basiert oder auf moralischen werten und ethos.
leider hat sich unsere gesellschaft sehr von letzteren beiden entfernt und ich finde es sehr gut, dass küng das mal wieder ins gedächtnis ruft.
er möchte einfach - meiner meinung nach!!!! - darauf hinweisen, dass eine wirtschaft nicht nur von bestimmten wirtschaftstheorien, praxen und zahlen abhängt, sondern auch von der inneren gesinnung der menschen, die als teil innerhalb des wirtschaftsgefüges leben, arbeiten und handeln.
sicher ist es - schon allein weil es modern und schick ist - IN, sich gegen die (im übrigen freie(!!!)) ansichtseinmischung von seitens eines theologen und ethikers zu wehren.
dennoch, egal wie man es sehen mag, ist die weltfinanzkrise sicher mehr, als ein hinweis darauf, dass wieder mehr wachstum erzielt werden muss.
wachstum kann nicht ins unbegrenzte laufen. schon allein deshalb nicht, weil die rohstoffe der erde eben NICHT unbegrenzt sind.
in der finanzwelt wird aber munter weiter an den symptomen rumkuriert, anstatt die krise eben mal endlich als etwas ernstes einzustufen, was nach neuen und NOCH NICHT dagewesenen paradigmen ruft.
komischerweise hat es in der menschheitsgeschichte immer neuerungen gegeben, an die vorher niemand glauben wollte.
hätte uns vor 350 jahren mal jemand erzählt, dass wir mal in ein flugzeug steigen würden, hätte ja auch jeder nur gelacht.
IHre Philosophie genügt vielleicht für die Teilnahme am Dschungelcamp, aber nicht für eine, sich selbst als zivilisiert bezeichnende Gesellschaft.
@Martin 505 04.01.2010 um 14:24 Uhr
Hätte nicht gedacht, hier Herrn Küng verteidigen zu müssen. Aber Ihr Unwille zwischen schädlichen Erfolg übler Dinge und Erfolge in Sachen mitmenschlicher Entwicklung zu differenzieren bestätigt nun gerade die Richtigkeit von Küngs Aussage, dass Erfolg allein nichts über dessen Legitimität bzw. moralischen Vertretbarkeit verrät. Diese Aussage (!) Küngs wird im Übrigen auch nicht dadurch falsch, dass ökonomisches Handeln bisher (!) noch nie auf moralische Grundsätze beruhte. (Das stimmt so auch nicht, denn zu den feudalistischen Formen der Ausbeutung gehörte außerordentlich viel moralische Seelenschmiere. Und dass das so lange Erfolg hatte, sagt eben auch nichts über dessen moralische Qualität aus).
Für mitmenschliche und ökologisch reflektierte Moral als Grundlage des Handelns müssen aber entsprechende (welt-)gesellschaftliche Bedingungen des Handelns, Denkens und Empfindens geschaffen werden. Wie muss die Entwicklung und Anwendung der menschlichen Schaffenskräfte geregelt werden, damit Mitmenschlichkeit und gemeinsame Verantwortung für alle Menschen (und deren Institutionen) zur Selbstverständlichkeit wird? Wie können wir in diesem Sinne mehr (Öko-) Kommunmismus wagen ;-)? Das sollte jetzt die ZEIT-Frage sein.
Gruß hh
Sie schrieben:
"Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft."
Ich vermute, dass Küng nicht einen speziellen Erfolg (wie das Durchbringen einer Familie) im Sinn hatte, sondern Erfolg im Allgemeinen. Es geht nicht darum, ob man Erfolg hat, sondern ob die Ziele die man verfolgt gut sind. Daher bringt er das Beispiel des KZ-Aufsehers: Dessen Ziel ist es etwa, die Gefangenen an der Flucht zu hindern und ggF. zu erschießen. Auch wenn er dabei erfolgreich ist, rechtfertigt dieser Erfolg nicht seine Tat.
In Ihrem Beispiel ist das Gute, das Rechtfertigen nicht der _Erfolg_ beim Durchbringen der Familie, sondern das _Ziel_ des Durchbringens. Ich unterschreibe also Küngs These: "Erfolg rechtfertigt gar nichts" und ergänze: Es kommt darauf an, _wobei_ und _womit_ man erfolgreich ist.
@ komm. nr. 3:
kommt drauf an, ob der erfolg auf ellenbogenbasis und aggressiver unethischer neoliberaler marktwirtschaft basiert oder auf moralischen werten und ethos.
leider hat sich unsere gesellschaft sehr von letzteren beiden entfernt und ich finde es sehr gut, dass küng das mal wieder ins gedächtnis ruft.
er möchte einfach - meiner meinung nach!!!! - darauf hinweisen, dass eine wirtschaft nicht nur von bestimmten wirtschaftstheorien, praxen und zahlen abhängt, sondern auch von der inneren gesinnung der menschen, die als teil innerhalb des wirtschaftsgefüges leben, arbeiten und handeln.
sicher ist es - schon allein weil es modern und schick ist - IN, sich gegen die (im übrigen freie(!!!)) ansichtseinmischung von seitens eines theologen und ethikers zu wehren.
dennoch, egal wie man es sehen mag, ist die weltfinanzkrise sicher mehr, als ein hinweis darauf, dass wieder mehr wachstum erzielt werden muss.
wachstum kann nicht ins unbegrenzte laufen. schon allein deshalb nicht, weil die rohstoffe der erde eben NICHT unbegrenzt sind.
in der finanzwelt wird aber munter weiter an den symptomen rumkuriert, anstatt die krise eben mal endlich als etwas ernstes einzustufen, was nach neuen und NOCH NICHT dagewesenen paradigmen ruft.
komischerweise hat es in der menschheitsgeschichte immer neuerungen gegeben, an die vorher niemand glauben wollte.
hätte uns vor 350 jahren mal jemand erzählt, dass wir mal in ein flugzeug steigen würden, hätte ja auch jeder nur gelacht.
IHre Philosophie genügt vielleicht für die Teilnahme am Dschungelcamp, aber nicht für eine, sich selbst als zivilisiert bezeichnende Gesellschaft.
@Martin 505 04.01.2010 um 14:24 Uhr
Hätte nicht gedacht, hier Herrn Küng verteidigen zu müssen. Aber Ihr Unwille zwischen schädlichen Erfolg übler Dinge und Erfolge in Sachen mitmenschlicher Entwicklung zu differenzieren bestätigt nun gerade die Richtigkeit von Küngs Aussage, dass Erfolg allein nichts über dessen Legitimität bzw. moralischen Vertretbarkeit verrät. Diese Aussage (!) Küngs wird im Übrigen auch nicht dadurch falsch, dass ökonomisches Handeln bisher (!) noch nie auf moralische Grundsätze beruhte. (Das stimmt so auch nicht, denn zu den feudalistischen Formen der Ausbeutung gehörte außerordentlich viel moralische Seelenschmiere. Und dass das so lange Erfolg hatte, sagt eben auch nichts über dessen moralische Qualität aus).
Für mitmenschliche und ökologisch reflektierte Moral als Grundlage des Handelns müssen aber entsprechende (welt-)gesellschaftliche Bedingungen des Handelns, Denkens und Empfindens geschaffen werden. Wie muss die Entwicklung und Anwendung der menschlichen Schaffenskräfte geregelt werden, damit Mitmenschlichkeit und gemeinsame Verantwortung für alle Menschen (und deren Institutionen) zur Selbstverständlichkeit wird? Wie können wir in diesem Sinne mehr (Öko-) Kommunmismus wagen ;-)? Das sollte jetzt die ZEIT-Frage sein.
Gruß hh
Sie schrieben:
"Wenn Person A ERFOLGREICH die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Gruppe erhöht zB ERFOLGREICH eine Famile durchbringt, gibt es Kinder des ERFOLGES und damit für Menschen eine Zukunft."
Ich vermute, dass Küng nicht einen speziellen Erfolg (wie das Durchbringen einer Familie) im Sinn hatte, sondern Erfolg im Allgemeinen. Es geht nicht darum, ob man Erfolg hat, sondern ob die Ziele die man verfolgt gut sind. Daher bringt er das Beispiel des KZ-Aufsehers: Dessen Ziel ist es etwa, die Gefangenen an der Flucht zu hindern und ggF. zu erschießen. Auch wenn er dabei erfolgreich ist, rechtfertigt dieser Erfolg nicht seine Tat.
In Ihrem Beispiel ist das Gute, das Rechtfertigen nicht der _Erfolg_ beim Durchbringen der Familie, sondern das _Ziel_ des Durchbringens. Ich unterschreibe also Küngs These: "Erfolg rechtfertigt gar nichts" und ergänze: Es kommt darauf an, _wobei_ und _womit_ man erfolgreich ist.
"Ohne Moral kann die Wirtschaft nicht funktionieren"
Nonsens, gerade weil die Wirtschaft keine Moral hat funktioniert sie.
Wer glaubt das das kapitalistische System reformierbar sei, hat Adam Smith nicht gelesen oder nicht verstanden.
die Herr Adam Smith so gerne anführt - glauben Sie, daß hier nur die Kräfte des Marktes gemeint sind oder ob die ethische, moralische Bildung des Handelnden gemeint ist.
Herr Smith war, wie wir alle wissen, Moralphilosoph.
" ... gerade weil die Wirtschaft keine Moral hat funktioniert sie."
Ach, tut sie das? Und wenn ja, wie lange? Wie gut funktioniert denn die Fischwirtschaft ohne Fische? Ihren Kommentar sollte man in Stein meißeln, als Zeitdokument für kommende Jahrhunderte.
die Herr Adam Smith so gerne anführt - glauben Sie, daß hier nur die Kräfte des Marktes gemeint sind oder ob die ethische, moralische Bildung des Handelnden gemeint ist.
Herr Smith war, wie wir alle wissen, Moralphilosoph.
" ... gerade weil die Wirtschaft keine Moral hat funktioniert sie."
Ach, tut sie das? Und wenn ja, wie lange? Wie gut funktioniert denn die Fischwirtschaft ohne Fische? Ihren Kommentar sollte man in Stein meißeln, als Zeitdokument für kommende Jahrhunderte.
@ komm. nr. 3:
kommt drauf an, ob der erfolg auf ellenbogenbasis und aggressiver unethischer neoliberaler marktwirtschaft basiert oder auf moralischen werten und ethos.
leider hat sich unsere gesellschaft sehr von letzteren beiden entfernt und ich finde es sehr gut, dass küng das mal wieder ins gedächtnis ruft.
er möchte einfach - meiner meinung nach!!!! - darauf hinweisen, dass eine wirtschaft nicht nur von bestimmten wirtschaftstheorien, praxen und zahlen abhängt, sondern auch von der inneren gesinnung der menschen, die als teil innerhalb des wirtschaftsgefüges leben, arbeiten und handeln.
sicher ist es - schon allein weil es modern und schick ist - IN, sich gegen die (im übrigen freie(!!!)) ansichtseinmischung von seitens eines theologen und ethikers zu wehren.
dennoch, egal wie man es sehen mag, ist die weltfinanzkrise sicher mehr, als ein hinweis darauf, dass wieder mehr wachstum erzielt werden muss.
wachstum kann nicht ins unbegrenzte laufen. schon allein deshalb nicht, weil die rohstoffe der erde eben NICHT unbegrenzt sind.
in der finanzwelt wird aber munter weiter an den symptomen rumkuriert, anstatt die krise eben mal endlich als etwas ernstes einzustufen, was nach neuen und NOCH NICHT dagewesenen paradigmen ruft.
komischerweise hat es in der menschheitsgeschichte immer neuerungen gegeben, an die vorher niemand glauben wollte.
hätte uns vor 350 jahren mal jemand erzählt, dass wir mal in ein flugzeug steigen würden, hätte ja auch jeder nur gelacht.
Der Mann hat vollkommen Recht. Allerdings ist es momentan so, dass diejenigen an den Schalthebeln sitzen, denen Erfolg alles rechtfertigt. Wie man das im Moment ändern könnte, weiß ich auch nicht. Es bleibt die Hoffnung, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen und das derzeitige System zusammenbricht.
Was kann der Einzelne jedoch so lange tun? Nun, wir leben trotz allem wohl in einer der freisten Gesellschaften, die es jemals gab. Gegen den Strom zu schwimmen und sein eigenes Leben zu leben, anstatt sich leben zu lassen, ist einfacher als die Meisten denken. Und mehr noch: Die Probleme, die man sich schafft, wenn man sich verbiegt und in allem und jedem nach dem Mainstream richtet, sind größer als die, die man lösen muss, wenn man selbst überlegt, was für einen gut ist und was nicht.
Fokko vom Fantasy-Blog/Selbstversorger-Blog
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http://fokko.wordpress.com/
http://selbstversorger-bl...
dieser Link - da Du auch zu denen gehörst, die auf eigenständiges denken wert zu legen scheinen, könnte eventuell interessant für dich sein??!!!
http://www.youtube.com/wa...
IHre Philosophie genügt vielleicht für die Teilnahme am Dschungelcamp, aber nicht für eine, sich selbst als zivilisiert bezeichnende Gesellschaft.
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