Strompreis unter Null Zu viel Strom

Unflexible Überproduktion drückt an der Strombörse den Preis unter null.

Wenn die Windkraftanlagen ihre volle Auslastung erreichen, wird in der Summe mit den Großkraftwerken der Energiekonzerne zu viel Strom erzeugt. Die Entsorgung trägt der Endverbraucher

Wenn die Windkraftanlagen ihre volle Auslastung erreichen, wird in der Summe mit den Großkraftwerken der Energiekonzerne zu viel Strom erzeugt. Die Entsorgung trägt der Endverbraucher

Nicht viel los zwischen den Jahren? Von wegen. In der Nacht vom ersten zum zweiten Weihnachtstag fielen gleich zwei Rekorde: Ein Sturm trieb im ganzen Land die Windräder an. Von 21 bis 2 Uhr morgens speisten sie fast 100.000.000 Kilowattstunden ins Netz, so viel wie 20 Atomkraftwerke bei Höchstleistung.

Gleichzeitig rutschte der Preis an der Leipziger Energiebörse tief ins Minus. 20 Cent pro Kilowattstunde musste ein Kraftwerksbetreiber am frühen Morgen des 26. Dezember draufzahlen, wollte er seinen Strom loswerden. Als der Sturm am Vormittag abflaute und die Elektroherde für den Festtagsbraten vorgeheizt wurden, stieg der Preis zwar wieder leicht ins Plus, im Tagesdurchschnitt blieb er aber trotzdem so weit unter null wie nie zuvor.

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Jeder kann die Fieberkurven von Erzeugung und Preis im Internet verfolgen, eine Transparenzrichtlinie zwingt die Netzbetreiber seit Oktober zur Veröffentlichung der – zuweilen peinlichen – Zahlen. Der jüngste Negativrekord ist kein einmaliger Ausrutscher, sondern ein Beleg für die Fehlentscheidungen der Stromkonzerne.

Viel zu lange haben sie den Aufschwung der Windenergie ignoriert. Statt mit intelligenter Netzsteuerung und neuen Speichern die stark schwankende Windenergie abzupuffern, haben sie neue unflexible Großkraftwerke geplant und kräftig für die Laufzeitverlängerung ihrer noch trägeren Atomkraftwerke getrommelt.

Gäbe es hier einen echten Markt, so käme die Unternehmen so viel Sturheit teuer zu stehen. Doch beim Strom zahlt der Endkunde doppelt: zunächst für die Erzeugung – und dann noch einmal für die Entsorgung der Überproduktion.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. http://www.eex.com/de/Mar... | Spotmarkt Stundenauktion/Stundenkontrakte Chart | Spotmarkt Stundenauktion/spot-hours-chart/2009-12-30/PHELIX/200/1m

    War es nicht einst das Versprechen der Kernenergie, dass es sich nicht mehr lohnen würde Stromzähler in den Haushalten zu montieren, weil Strom aus Atomkraft so billig sein würde?

    • mtim31
    • 30.12.2009 um 10:49 Uhr

    Na mit einem "echten Markt" würde sich keine Windkraftanlage betreiben lassen. Dann ist der Preis der Knappheitsindikatur eines Gutes. D.h. viel Wind, wenig Last im Netz und der Strompreis geht gegen Null. Für den umgekehrten Fall (viel Last im Netz und kein/wenig Wind) werden die großen Kraftwerke benötigt.
    Dieser Effekt ist durch die Enspeisevergütung für erneuerbare Energien ausgehebelt.
    Deshalb sind nur zwei Dinge sicher: Die elektrische Energie wird teurer für den Verbraucher und die Gewinne des Investoren in erneuerbare Energien sind sicher.

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    ... wären die Kohle- und Atomkraftwerke nur leider vollkommen unwirtschaftlich. Würden bei beiden die Folgekosten wie CO2-Emissionen oder Endlagerung einberechnet wären beide Energieformen sofort unwirtschaftlich.

    Dabei sind die AKW sogar seit Beginn an unwirtschaftlich. Denn nur mittels üppiger Subventionen z.T. bis heute wurden/werden diese gebaut oder betrieben. Das gilt für Deutschland und auch das Ausland.

    Es kommt natürlich immer darauf an was man unter einem "echten Markt" versteht. Wenn etwa mal jemand auf die Idee kommen würde die externen Folgekosten von Kernenergie (Lagerung der Abfälle über hunderte von Generationen hinweg) oder Kohle (der volkswirtschaftliche Schaden des beschleunigten Klimawandels wird gigantisch sein), dann würden sich diese beiden Energieformen überhaupt nicht rechnen. Aber das fällt Schmalspurliberalen ihrer Coleur natürlich im Traum nicht ein. Glauben wir lieber die schön einfachen volkswirtschaftlichen Modelle unserer lieben Atom- und Hotellobbyisten von FDP und CDU/CSU und opfern wir kritisches Nachdenken unserer ideologischen Verblendung.

    In diesem Sinne: Mehr Netto vom Brutto!

    ... wären die Kohle- und Atomkraftwerke nur leider vollkommen unwirtschaftlich. Würden bei beiden die Folgekosten wie CO2-Emissionen oder Endlagerung einberechnet wären beide Energieformen sofort unwirtschaftlich.

    Dabei sind die AKW sogar seit Beginn an unwirtschaftlich. Denn nur mittels üppiger Subventionen z.T. bis heute wurden/werden diese gebaut oder betrieben. Das gilt für Deutschland und auch das Ausland.

    Es kommt natürlich immer darauf an was man unter einem "echten Markt" versteht. Wenn etwa mal jemand auf die Idee kommen würde die externen Folgekosten von Kernenergie (Lagerung der Abfälle über hunderte von Generationen hinweg) oder Kohle (der volkswirtschaftliche Schaden des beschleunigten Klimawandels wird gigantisch sein), dann würden sich diese beiden Energieformen überhaupt nicht rechnen. Aber das fällt Schmalspurliberalen ihrer Coleur natürlich im Traum nicht ein. Glauben wir lieber die schön einfachen volkswirtschaftlichen Modelle unserer lieben Atom- und Hotellobbyisten von FDP und CDU/CSU und opfern wir kritisches Nachdenken unserer ideologischen Verblendung.

    In diesem Sinne: Mehr Netto vom Brutto!

    • jojocw
    • 30.12.2009 um 10:52 Uhr

    Der Autor sieht die "Schuld" an den stark schwankenden Preisen, und damit an der Produktion, bei den Stromkonzernen.
    Intelligente Steuerung und Speicherung verlangt er.

    Ich denke es ist eher anders herum. Durch die nur zeitlich vorhandenen Energien Windkraft und Photovoltaik ist das Problem erst entstanden und es lässt sich auch nicht so schnell lösen:

    Das Hauptproblem ist das Speichern von Stom, und das geht in diesen Dimensonen nur über Speicherseen. Und die können nun mal nicht einfach so gebaut werden. Dazu braucht es in erster Linie hohe Berge. Die haben wir kaum. Und wenn, dann die Genehmigungsverfahren, oje. Und bei den Speicherseen gehen auch schon wieder 25 % verloren.
    Speicherung mit großen Druckkammern ist erst in der Erprobung.

    Was ist denn dann am "Montag", wenn wieder viel Strom gebraucht wird, und es praktisch windstill und trüb ist?
    Wenn dann die gesamte Elektrizität aus herkömmlichen Kraftwerken bezogen werden muss. Die Anlagen müssen dann ja da sein, und laufen können.

    Ich sehe das Problem eher in der Politik, die uns durch gutgemeinte Förderung jetzt ein Problem eingebrockt hat.
    Zwar mit politischem Willen und dpolitischer Macht, aber mit zu wenig Sachverstand.
    Wie man zum Beispiel auch an der unsäglichen Umweltplakette sehen kann. Nutzlos, aber es wird einfach verschärft weitergemacht.

    Die Grünen haben uns da manches Ei ins Nest gelegt.
    Wir zahlen die Zeche dafür mit überhöhten Preisen und teils unsinnigen Vorschriften.

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    Das EE-Stromangebot hat die Nachfrage nicht überstiegen. Warum also sollte dieser verlustreich gespeichert werden? Pumpspeicher haben einen Wirkungsgrad von 80%, es gehen also 20% verloren. Sinnvoller ist es da wohl Kohlekraftwerke abzuschalten u. die Importkohle zu sparen.
    Die AKWs sind zwar auch flexibel innerhalb der Nennleistung von 45-100%, allerdings verlängert das nicht die Laufzeit der Brennstäbe. Die fixen Kosten sind bei AKWs nun mal bei 80-90%, und runterregeln schadet eher.
    Also: Weg mit diesen alten Schrottreaktoren!
    Energiekonzerne die heute noch große unflexible Kohlekraftwerke bauen sollte klar gemacht werden daß sie ihren Strom in 10-20 Jahren immer seltener absetzen können.
    Es ist sehr zu bezweifeln daß sich eine solche Investition lohnt.

    ... wohl nicht besondes viel Ahnung von der Materie? Es ist richtig, dass das Problem erst mit der massenhaften Installation der schwankenden Energieträger - heute v.a. Windenergie - auftritt.

    Aber das Speicherproblem ist sekundär. Hätte man mehr flexible Kraftwerke wie z.B. Gaskraftwerke statt unflexible Kraftwerke wie Kohle- und Atomkraftwerke, dann wäre das überhaupt kein Problem.

    Gleichzeitig ist die "Speicherung mit großen Druckkammern" seit Jahrzehnten bewärt (siehe Huntorf). Die Weiterentwicklung der CAES zu AA-CAES ist auch keine große Herausforderung und wird mangels aktuellem Bedarf auch recht gemütlich angegangen. Dabei sind gerade die (AA-) CAES die "eierlegenden Wollmilchsäue", stellen sie doch neben der Speicherleistung auch Spitzen- und Schattenkraftwerksleistung zur Verfügung.

    Im übrigen zahlen wir auf jeden Fall die Zeche - etwa 180 Mrd. für die heimische Kohleförderung (ohne Klimawandelkosten) und ca. 165 Mrd. Euro für die Förderung der Atomenergie (ohne Endlagerungskosten) bis zum entgültigen Atomausstieg.

    Das EE-Stromangebot hat die Nachfrage nicht überstiegen. Warum also sollte dieser verlustreich gespeichert werden? Pumpspeicher haben einen Wirkungsgrad von 80%, es gehen also 20% verloren. Sinnvoller ist es da wohl Kohlekraftwerke abzuschalten u. die Importkohle zu sparen.
    Die AKWs sind zwar auch flexibel innerhalb der Nennleistung von 45-100%, allerdings verlängert das nicht die Laufzeit der Brennstäbe. Die fixen Kosten sind bei AKWs nun mal bei 80-90%, und runterregeln schadet eher.
    Also: Weg mit diesen alten Schrottreaktoren!
    Energiekonzerne die heute noch große unflexible Kohlekraftwerke bauen sollte klar gemacht werden daß sie ihren Strom in 10-20 Jahren immer seltener absetzen können.
    Es ist sehr zu bezweifeln daß sich eine solche Investition lohnt.

    ... wohl nicht besondes viel Ahnung von der Materie? Es ist richtig, dass das Problem erst mit der massenhaften Installation der schwankenden Energieträger - heute v.a. Windenergie - auftritt.

    Aber das Speicherproblem ist sekundär. Hätte man mehr flexible Kraftwerke wie z.B. Gaskraftwerke statt unflexible Kraftwerke wie Kohle- und Atomkraftwerke, dann wäre das überhaupt kein Problem.

    Gleichzeitig ist die "Speicherung mit großen Druckkammern" seit Jahrzehnten bewärt (siehe Huntorf). Die Weiterentwicklung der CAES zu AA-CAES ist auch keine große Herausforderung und wird mangels aktuellem Bedarf auch recht gemütlich angegangen. Dabei sind gerade die (AA-) CAES die "eierlegenden Wollmilchsäue", stellen sie doch neben der Speicherleistung auch Spitzen- und Schattenkraftwerksleistung zur Verfügung.

    Im übrigen zahlen wir auf jeden Fall die Zeche - etwa 180 Mrd. für die heimische Kohleförderung (ohne Klimawandelkosten) und ca. 165 Mrd. Euro für die Förderung der Atomenergie (ohne Endlagerungskosten) bis zum entgültigen Atomausstieg.

    • otto_B
    • 30.12.2009 um 11:19 Uhr

    Soweit mir bekannt, ist das mit dem "Speichern" garnicht so einfach. Wasser? Druckluft?
    Kapazitäten, Standorte, Wirkungsgrade...... Die Debatten sind doch eigentlich ausdebattiert.
    Geht das überhaupt, Speicherkapazitäten für die Windspitzen vorzuhalten? Wie verzinst sich denn das dort investierte Kapital denn eigentlich während der Zeit des Nicht-Betriebes?

    Regenerative Energie verbraucht keinen Brennstoff. Soweit so gut. Aber für die gleiche Menge Kilowatt im Netz (siehe Speicherproblem!) steht offensichtlich viel mehr Kapital in der Landschaft. Anstatt von Geld kann man jetzt auch von Stahl, Kupfer, Glas, Silizium, Lithium, Blei Gallium, Indium ....... sprechen. Ist das in den hübschen Ökobilanzen alles mit drinn?
    Auch die KWK. Ich muß immer schmunzeln, wenn ich im Sommer den Kühlturm des Stadtwerkes dampfen sehe. Mit jeder neu angeschlossenen Klimaamlage wird das mehr.......

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    Speicherung ist noch lange nicht nötig. Die vorhandenen Pumpspeicher sind jedenfalls für die Großkraftwerke gebaut worden. Denn sie müssen nachts durchlaufen können, dabei hilft auch der nächtliche Niedertarif der die Nachfrage nachts (Grundlast) künstlich erhöht.
    Künftig könnte der NT nicht von der Tageszeit abhängen sondern vom Überschuß im Stromnetz, das wäre sinnvoller.

    Sollte jemals in ferner Zukunft eine Stromspeicherung nötig sein kann mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugt werden und dieser in das Erdgasnetz eingespeist werden.
    So werden auch Wirkungsgrade von ca 80% erreicht. Ähnlich wie bei Pumpspeichern.

    • otto_B
    • 30.12.2009 um 11:41 Uhr

    Den Kilowattstundenpreis während der Windspitze würd ich mal mit Null Cent ansetzen. Also ist der Preis des Wasserstoffes identisch mit den Kapitalkosten der Elektrolysezelle.
    Klappt das mit einer zwei-, oder höchstens dreistelligen Betriebsstundenzahl pro Jahr, was würde der Wasserstoff kosten?

    ... für Sie. Wir betrachten dabei als erstes die im Artikel genannten 100GWh über den Zeitraum von 5 Stunden:

    Dabei müssen Leistung und Energie getrennt betrachtet werden. Denn was nützt schon ein ausreichend großer Speicher (Energie), wenn man den nicht schnell genug füllen kann (Leistung)? Trotzdem müssen wir ein paar weitere Aspekte berücksichtigen um zur Speicherdimensionierung Aussagen treffen zu können:

    Setzen wir für unser Modell also folgende Parameter an:

    1. Über den Zeitraum von 5 Stunden können wir ca. 4GW in die existierenden Pumpspeicherkraftweke unterbringen (das sind ca. 50% der Pumpspeicherleistung). Das sind dann also 5hx4GW=20GWh. Dabei berücksichtigen wir eine Füllung in den Pumpspeichern von ca. 28%, trotz Wettervorhersage für gute Windbedingungen.

    2. Wir gehen davon aus, dass wir heute ohne SmartGrid ca. 10GWh (das sind ca. 10% des 24h-Winterbedarfs) an Verbraucher absetzen können. Auf 5h gerechnet also ca. 2GWh gemittelte Leistung.

    Wir haben eine gemittelte Leistung Windkraftleistung von 20GW (100GWh/5h=20GW), abzüglich der 6GW durch 1.) und 2.)

    Bleiben also heute ca. 14GW (bzw. 70GWh) zur Speicherung.

    3. Das CAES in Huntorf hat eine Leistungsaufnahme von ca. 60MW (über 8h). Um die 14GW aufnehmen zu können bräuchten wir also 14GW/0,06GW= 233 CAES wie Huntorf.

    233 CAES wie Huntorf hätten aber eine Speicherleistung von ca. 111GWh (mit einem Wirkungsgrad von ca. 42%.)

    233 CAES wie Huntorf hätten 233x300.000m3=69.9m3 Volumen.

    Weiter in Teil 2...

    ... alleine der Erdgas-Kavernenspeicher in Epe hat ca. 2.500 Mio. m3 Volumen.

    Darüber hinaus ist im Gegensatz zu den Pumpspeicherkraftwerken die "Ladeleistung" der CAES beim Bau beliebig dimensionierbar, da die Kompressoren nicht im Wiederverstromungs-Strang hängen - wie die Turbinen/Pumpen bei den Pumpspeichern.

    Vereinfacht gesprochen:

    Man könnte die Kompressorleistung bei Huntorf verdoppeln (von 60MW auf 120MW) und die Ladezeit von 8h auf 4h drücken. Somit bräuchte man auf bei der Leistung nur 14GW/0,12GW= 117 CAES wie Huntorf... wobei diese dann aber nur 56GWh Energie aufnehmen könnten. Auf unsere 70GWh gerechnet benötigt man also 70GWh/0,48GWh= 146 CAES für die Speicherleistung.

    Ca. 150 (AA-) CAES halte ich für die Zukunft auch für eine plausiblen Anzahl an Großspeicher in Deutschland. Es gibt heute schon hunderte Untergrundkavernen für Erdgas/Erdöl und Dutzende sind im Bau. Darüber hinaus können auch noch manche alte Bergwerke genutzt werden. Generell dürften aber eher größere Kavernen als Huntorf genutzt werden, denn bei solchen zentralen Großspeichern dürfte die Wirtschaftlichkeit zu größeren (AA-) CAES führen.

    4. Natürlich wird sich das Problem aber verschärfen:

    Letztlich dürften wir in Deutschland nicht nur 25GW installierte Windkraft haben, sondern eher 60-75GW. Entsprechend flexibel muss der restliche Kraftwerkspark ausgelegt werden und das Netz mittels Regelleistung über E-Autos und SmartGrid und eventuell H2-Elektrolyse zusätzlich stabilisert werden.

    ... zum Thema Ressourcenverbrauch und KWK:

    1. Ja, selbstverständlich sind die benötigten Materialien bei den Erneuerbaren Energien mit drin. Besonders die Windenegiebranche litt seit Jahren unter einem sehr hohen Stahlpreis - die PV-Branche unter hohen Siliziumpreisen.

    Im übrigen ist der Stahl der Windkraftanlagen recycelbar - ganz im Gegensatz zum Reaktordruckbehälter eines AKW.

    Es wird übrigens auch schon über Holztürme für Windkraftanlagen nachgedacht.

    2. Auch die KWK dürfte zukünftig im Sommer zunehmend effizienter sein. Denn bei größeren KWK-Anlagen (z.B. für Mehrfamilienhäuser, Apartementhäuser, Bürogebäude) kann die Abwärme zu Kühlzwecken wirtschaftlich eingesetzt werden.

    Speicherung ist noch lange nicht nötig. Die vorhandenen Pumpspeicher sind jedenfalls für die Großkraftwerke gebaut worden. Denn sie müssen nachts durchlaufen können, dabei hilft auch der nächtliche Niedertarif der die Nachfrage nachts (Grundlast) künstlich erhöht.
    Künftig könnte der NT nicht von der Tageszeit abhängen sondern vom Überschuß im Stromnetz, das wäre sinnvoller.

    Sollte jemals in ferner Zukunft eine Stromspeicherung nötig sein kann mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugt werden und dieser in das Erdgasnetz eingespeist werden.
    So werden auch Wirkungsgrade von ca 80% erreicht. Ähnlich wie bei Pumpspeichern.

    • otto_B
    • 30.12.2009 um 11:41 Uhr

    Den Kilowattstundenpreis während der Windspitze würd ich mal mit Null Cent ansetzen. Also ist der Preis des Wasserstoffes identisch mit den Kapitalkosten der Elektrolysezelle.
    Klappt das mit einer zwei-, oder höchstens dreistelligen Betriebsstundenzahl pro Jahr, was würde der Wasserstoff kosten?

    ... für Sie. Wir betrachten dabei als erstes die im Artikel genannten 100GWh über den Zeitraum von 5 Stunden:

    Dabei müssen Leistung und Energie getrennt betrachtet werden. Denn was nützt schon ein ausreichend großer Speicher (Energie), wenn man den nicht schnell genug füllen kann (Leistung)? Trotzdem müssen wir ein paar weitere Aspekte berücksichtigen um zur Speicherdimensionierung Aussagen treffen zu können:

    Setzen wir für unser Modell also folgende Parameter an:

    1. Über den Zeitraum von 5 Stunden können wir ca. 4GW in die existierenden Pumpspeicherkraftweke unterbringen (das sind ca. 50% der Pumpspeicherleistung). Das sind dann also 5hx4GW=20GWh. Dabei berücksichtigen wir eine Füllung in den Pumpspeichern von ca. 28%, trotz Wettervorhersage für gute Windbedingungen.

    2. Wir gehen davon aus, dass wir heute ohne SmartGrid ca. 10GWh (das sind ca. 10% des 24h-Winterbedarfs) an Verbraucher absetzen können. Auf 5h gerechnet also ca. 2GWh gemittelte Leistung.

    Wir haben eine gemittelte Leistung Windkraftleistung von 20GW (100GWh/5h=20GW), abzüglich der 6GW durch 1.) und 2.)

    Bleiben also heute ca. 14GW (bzw. 70GWh) zur Speicherung.

    3. Das CAES in Huntorf hat eine Leistungsaufnahme von ca. 60MW (über 8h). Um die 14GW aufnehmen zu können bräuchten wir also 14GW/0,06GW= 233 CAES wie Huntorf.

    233 CAES wie Huntorf hätten aber eine Speicherleistung von ca. 111GWh (mit einem Wirkungsgrad von ca. 42%.)

    233 CAES wie Huntorf hätten 233x300.000m3=69.9m3 Volumen.

    Weiter in Teil 2...

    ... alleine der Erdgas-Kavernenspeicher in Epe hat ca. 2.500 Mio. m3 Volumen.

    Darüber hinaus ist im Gegensatz zu den Pumpspeicherkraftwerken die "Ladeleistung" der CAES beim Bau beliebig dimensionierbar, da die Kompressoren nicht im Wiederverstromungs-Strang hängen - wie die Turbinen/Pumpen bei den Pumpspeichern.

    Vereinfacht gesprochen:

    Man könnte die Kompressorleistung bei Huntorf verdoppeln (von 60MW auf 120MW) und die Ladezeit von 8h auf 4h drücken. Somit bräuchte man auf bei der Leistung nur 14GW/0,12GW= 117 CAES wie Huntorf... wobei diese dann aber nur 56GWh Energie aufnehmen könnten. Auf unsere 70GWh gerechnet benötigt man also 70GWh/0,48GWh= 146 CAES für die Speicherleistung.

    Ca. 150 (AA-) CAES halte ich für die Zukunft auch für eine plausiblen Anzahl an Großspeicher in Deutschland. Es gibt heute schon hunderte Untergrundkavernen für Erdgas/Erdöl und Dutzende sind im Bau. Darüber hinaus können auch noch manche alte Bergwerke genutzt werden. Generell dürften aber eher größere Kavernen als Huntorf genutzt werden, denn bei solchen zentralen Großspeichern dürfte die Wirtschaftlichkeit zu größeren (AA-) CAES führen.

    4. Natürlich wird sich das Problem aber verschärfen:

    Letztlich dürften wir in Deutschland nicht nur 25GW installierte Windkraft haben, sondern eher 60-75GW. Entsprechend flexibel muss der restliche Kraftwerkspark ausgelegt werden und das Netz mittels Regelleistung über E-Autos und SmartGrid und eventuell H2-Elektrolyse zusätzlich stabilisert werden.

    ... zum Thema Ressourcenverbrauch und KWK:

    1. Ja, selbstverständlich sind die benötigten Materialien bei den Erneuerbaren Energien mit drin. Besonders die Windenegiebranche litt seit Jahren unter einem sehr hohen Stahlpreis - die PV-Branche unter hohen Siliziumpreisen.

    Im übrigen ist der Stahl der Windkraftanlagen recycelbar - ganz im Gegensatz zum Reaktordruckbehälter eines AKW.

    Es wird übrigens auch schon über Holztürme für Windkraftanlagen nachgedacht.

    2. Auch die KWK dürfte zukünftig im Sommer zunehmend effizienter sein. Denn bei größeren KWK-Anlagen (z.B. für Mehrfamilienhäuser, Apartementhäuser, Bürogebäude) kann die Abwärme zu Kühlzwecken wirtschaftlich eingesetzt werden.

  2. Das EE-Stromangebot hat die Nachfrage nicht überstiegen. Warum also sollte dieser verlustreich gespeichert werden? Pumpspeicher haben einen Wirkungsgrad von 80%, es gehen also 20% verloren. Sinnvoller ist es da wohl Kohlekraftwerke abzuschalten u. die Importkohle zu sparen.
    Die AKWs sind zwar auch flexibel innerhalb der Nennleistung von 45-100%, allerdings verlängert das nicht die Laufzeit der Brennstäbe. Die fixen Kosten sind bei AKWs nun mal bei 80-90%, und runterregeln schadet eher.
    Also: Weg mit diesen alten Schrottreaktoren!
    Energiekonzerne die heute noch große unflexible Kohlekraftwerke bauen sollte klar gemacht werden daß sie ihren Strom in 10-20 Jahren immer seltener absetzen können.
    Es ist sehr zu bezweifeln daß sich eine solche Investition lohnt.

    Antwort auf "Sehe das anders ..."
  3. Speicherung ist noch lange nicht nötig. Die vorhandenen Pumpspeicher sind jedenfalls für die Großkraftwerke gebaut worden. Denn sie müssen nachts durchlaufen können, dabei hilft auch der nächtliche Niedertarif der die Nachfrage nachts (Grundlast) künstlich erhöht.
    Künftig könnte der NT nicht von der Tageszeit abhängen sondern vom Überschuß im Stromnetz, das wäre sinnvoller.

    Sollte jemals in ferner Zukunft eine Stromspeicherung nötig sein kann mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugt werden und dieser in das Erdgasnetz eingespeist werden.
    So werden auch Wirkungsgrade von ca 80% erreicht. Ähnlich wie bei Pumpspeichern.

    Antwort auf "Alles öko......"
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    • emann
    • 02.01.2010 um 13:32 Uhr

    Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen, das wird lustig.

    • emann
    • 02.01.2010 um 13:32 Uhr

    Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen, das wird lustig.

  4. " Gäbe es hier einen echten Markt, so käme die Unternehmen so viel Sturheit teuer zu stehen. "

    Es ist nicht der Markt, sondern eine schwachsinnige Technik, die der Staat installieren mußte.

    Soviel Verständnis erwarte ich nun doch von einem Journalisten; der Markt liefert lediglich das Ergebnis der menschlichen Dummheit.

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    Vor einigen zig Jahren war es der unbedingt politische Wille, dass in D Kernkraft genutzt werden sollten. Das war dem Staat eine Subventionen Wert. Sonst wäre die private Wirtschaft die Risiken nie eingegangen.

    Heute will die Politik unbedingt Wind- und Solarenergie und fördert diese mit Subventionen von derzeit zwischen 6 und 10 Mrd EUR p.a. stetig steigend, die allerdings von den Energieversorgern über den Strompreis in Rechnung gestellt werden müssen.

    Es bleibt abzuwarten, wie wir in 30 Jahren darüber reden.

    Vor einigen zig Jahren war es der unbedingt politische Wille, dass in D Kernkraft genutzt werden sollten. Das war dem Staat eine Subventionen Wert. Sonst wäre die private Wirtschaft die Risiken nie eingegangen.

    Heute will die Politik unbedingt Wind- und Solarenergie und fördert diese mit Subventionen von derzeit zwischen 6 und 10 Mrd EUR p.a. stetig steigend, die allerdings von den Energieversorgern über den Strompreis in Rechnung gestellt werden müssen.

    Es bleibt abzuwarten, wie wir in 30 Jahren darüber reden.

  5. Da wird die Demokratie endgültig zur Farce.Egal, wohin man schaut, die Parteien sind mit dem Energiekonzernen bis zur Kenlichkeit bermengt: G. Schröder/Gasprom, Laurenz Meyer/RWE usw usf. Wer da ernsthaft bürgernahe Politik erwartet, ist hoffnungslos naiv, nimmt Drogen oder lügt.

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    http://www.news4press.com...

    Sie haben mindestens einen vergessen.

    Solarworld finanziert unmittelbar den Wahlkampf von MDB Kelber, der sehr unmittelbar die Subventionen beeinfluss, von denen Solarworld komfortabel lebt.

    http://www.news4press.com...

    Sie haben mindestens einen vergessen.

    Solarworld finanziert unmittelbar den Wahlkampf von MDB Kelber, der sehr unmittelbar die Subventionen beeinfluss, von denen Solarworld komfortabel lebt.

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