Das war meine Rettung "Der Verlust des Amtes war auch befreiend"Seite 2/2

ZEITmagazin: Was bedeutet das für Sie: ich sein zu können?

Althaus: Selbstwert, Selbstbewusstsein, aber auch Grenzen zu kennen, also auch mal schwach sein zu dürfen.

ZEITmagazin: Sind Sie manchmal traurig?

Althaus: Ja, natürlich. Und ich bin dankbar, dass meine Frau das mit mir trägt und auch meine erwachsenen Kinder. Die Familie hilft mir, einen größeren Abstand zu gewinnen zum Alltag der politischen Wirklichkeit. Auch meinen Rücktritt habe ich nur zusammen mit meiner Familie und engsten Freunden entschieden. Und danach bin ich sofort nach Hause gegangen, und wir haben unendlich lange geredet. Im Privaten konnte ich zeigen, was ich empfinde.

"Das war meine Rettung"

Herlinde Koelbl gehört neben dem Psychologen Louis Lewitan und dem ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold zu den Interviewern unserer neuen Gesprächsreihe "Das war meine Rettung". Die renommierte Fotografin wurde in Deutschland auch durch ihre Interviews berühmt.

ZEITmagazin: Wie ist das für Sie, wenn Ihre Frau nun plötzlich stärker ist als Sie?

Althaus: Das ist eine sehr schöne Erfahrung, dass die Ehe ein Rückzugsraum ist, in dem ich nicht immer stark sein muss. Dass die Familie ein Miteinander ermöglicht, das die Stärken und Schwächen aller gut vereint.

Das war meine Rettung
Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen

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ZEITmagazin: Dann war die Familie also Ihre Rettung? 

Althaus: Die Familie und die wichtige Erkenntnis, dass es im Leben nicht immer nur darum geht, die nächsthöhere Position zu erklimmen, dass es kein stetes Aufwärts gibt, sondern dass Schwächen oder Tiefs auch andere, neue Entwicklungsperspektiven ermöglichen. Und darin, dies anzunehmen, möchte ich ein Vorbild sein, mir selbst und meiner Familie. Dass ich die Wechsel in meinem Leben bewältigen kann. Dass ich nicht hadernd, sondern dankbar zurückschaue auf das, was ich erleben und gestalten durfte. Und dass es auch dann weiter- und aufwärtsgeht, wenn ich nun mit innerer Überzeugung einen ganz neuen Weg beschreite. Ich fühle mich dabei trotzdem glücklich.

Das Gespräch führte Herlinde Koelbl

 
Leser-Kommentare
  1. diesem Individuum eine Bühne für seine Selbstdarstellung zu verschaffen?

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    • lepkeb
    • 01.01.2010 um 19:37 Uhr

    Dem kann man nur zu stimmen. Das diese Person die Chuzpe besitzt sich noch in der Öffentlichkeit zu äußern.

    Und Althaus sollte sich schämen!

    • lepkeb
    • 01.01.2010 um 19:37 Uhr

    Dem kann man nur zu stimmen. Das diese Person die Chuzpe besitzt sich noch in der Öffentlichkeit zu äußern.

    Und Althaus sollte sich schämen!

  2. bis auf das 'auch' kann ich ihm nur zustimmen!

    • lepkeb
    • 01.01.2010 um 19:37 Uhr
    3. #1

    Dem kann man nur zu stimmen. Das diese Person die Chuzpe besitzt sich noch in der Öffentlichkeit zu äußern.

    • luccas
    • 01.01.2010 um 19:37 Uhr

    Zitat Althaus:
    "...ohne tagtäglich mit der Belastung durch eine mögliche Schuld konfrontiert zu sein"

    Mögliche Schuld?
    Da hat dein Glaube, mein Sohn, dir wahrlich geholfen.

  3. Nur die üblichen Teflon-Phrasen, den Mann ficht scheinbar nichts wirklich an. Entweder mit einem Minimum an Substanz reden, oder die Klappe halten. Aber beides fällt (ehemaligen) Politikern wohl am schwersten.....

  4. Warum muss die ZEIT ein solches Blabla eigentlich abdrucken? Das ist maximal BUNTE-Niveau, und das in einer Rubrik, die eigentlich spannend sein könnte.

  5. Und Althaus sollte sich schämen!

  6. Schön, daß sich Herr Althaus dank seiner üppigen Pension so ergiebig seinen Problemen widmen kann.
    Andere haben diese Chance nicht.

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