GesellschaftVater Morgana

Der moderne Papa nimmt Elternzeit, wickelt, kocht Brei und redet gern darüber wie Cem Özdemir. Aber nach ein paar Wochen ist er wieder verschwunden.

Für unseren Fotografen war es nicht einfach, Männer zu finden, die sich für die Aufnahme als Schwangere verkleiden wollten. "Da gibt es eindeutig Berührungsängste." Die zweite Herausforderung war, dass die Bäuche nicht aussehen sollten, als rührten sie von zu viel Bier her. Baldaufs Stylist baute einen Bauch aus Schaumstoff

Für unseren Fotografen war es nicht einfach, Männer zu finden, die sich für die Aufnahme als Schwangere verkleiden wollten. "Da gibt es eindeutig Berührungsängste." Die zweite Herausforderung war, dass die Bäuche nicht aussehen sollten, als rührten sie von zu viel Bier her. Baldaufs Stylist baute einen Bauch aus Schaumstoff

Prompt haben wir Streit, mein Freund und ich. Der Vater meines Kindes möchte den folgenden Text nicht als Kommentar auf unsere private Situation verstanden wissen. Was sollen die anderen, die Freunde und Kollegen, dann wieder von ihm denken?, zerbricht er sich den Kopf. Schließlich halten sie ihn doch alle für einen engagierten neuen Vater! Warum muss ich dieses Bild jetzt beschädigen? Und so muss ich versuchen, ihn zu besänftigen. Ich sage zu ihm: Elternleben gleichen sich, in Deutschland zumal. Wenn ich von uns erzähle, erzähle ich auch von vielen anderen, die ähnlich leben wie wir. Einverstanden? Einverstanden.

Über die Von-der-Leyen-Väter ist in den drei Jahren nach der Einführung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 viel Gutes geschrieben worden. Väter, die nach der Geburt eine Auszeit nahmen und zu Hause blieben, waren die Stars der letzten Saison. Was aber ist aus ihnen geworden?

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Die Fakten sind ernüchternd. Sie lassen die Elternzeit-Utopie wie einen Luftballon platzen, um es in der Sprache der Kinder zu sagen. In der Sprache der Väter muss es heißen: Die Elternzeit-Utopie ist abgestürzt wie eine Aktie, die an der Börse zu hoch gehandelt wurde. Die ehemalige Familienministerin und jetzige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich verspekuliert.

Denn nach der Elternzeit kehren die neuen Väter an ihre Arbeitsplätze zurück, als sei nichts gewesen. Für sie gilt: Nach der Elternzeit ist vor der Elternzeit. Eine bereits im August im Auftrag des Familienministeriums erschienene Evaluationsstudie über die Auswirkungen des Elterngeldes auf die Erwerbstätigkeit und die »Vereinbarkeitsplanung«, die bisher ohne Resonanz geblieben ist, belegt: Fast 90 Prozent aller Väter nehmen die alte Arbeit uneingeschränkt wieder auf. Damit wird die männliche Beschäftigungsquote vor der Geburt auch hinterher wieder erreicht.

Das Leben der Mütter unterdessen wurde binnen eines Jahres auf den Kopf gestellt. Während 55 Prozent von ihnen vor dem ersten Kind in Vollzeit beschäftigt waren, rutscht die Quote danach in den Keller. Nur 14 Prozent kehren in die Vollbeschäftigung zurück; nach zwei Kindern sind es nur noch 6 Prozent.

Die Situation bleibt so anachronistisch wie zuvor. Papa bringt das Geld nach Hause und macht Karriere. Mama verdient dazu und kümmert sich um den Nachwuchs. An diesem Zustand hat das neue Elterngeld nichts geändert. Wobei wahrscheinlich jeder dieser Väter seinen Schritt mit persönlichen Gründen belegen kann. Wobei wahrscheinlich jede Mutter glaubt, sich ganz individuell für das Kind und gegen die Karriere entschieden zu haben. Alle werden bestreiten, nach traditionellen Mustern gehandelt zu haben, obwohl die Zahlen nichts anderes als deren Fortwirken belegen.

Natürlich hat das Elterngeld etwas verändert: die Stimmung, könnte man sagen, das gesellschaftliche Klima. Die prinzipielle Bereitschaft einiger Männer, sich auf ihre Kinder einzulassen, hat zugenommen. Ebenso wie die Bereitschaft der Arbeitgeber und der Politiker, sie dabei zu unterstützen und ihr familiäres Engagement nicht länger als Flucht vor der Arbeitsverantwortung zu diskreditieren.

Die ungeschriebenen Gesetze der Political Correctness wurden während der ersten Amtszeit einer Bundeskanzlerin endlich auch auf die Themenbereiche Gleichberechtigung der Geschlechter und Vereinbarkeit von Beruf und Familie angewendet. Die »Gedöns«-Sätze ihres Vorgängers wären heute nicht mehr denkbar. Im Gegenteil: Alle jubeln, wenn Cem Özdemir als Parteivorsitzender der Grünen sich nach der Geburt des zweiten Kindes eine Auszeit nimmt. »Ich werde einfach sechs Wochen lang mein Programm runterfahren und mich vornehmlich um die Erziehung meines Sohnes kümmern«, hat er sein Vorhaben angekündigt und versichert: »Ich will das ernsthaft machen.« Sechs Wochen lang! Weihnachten und Silvester inbegriffen.

Unser Traum vom neuen Vater, er sah anders aus.

Natürlich, die Von-der-Leyen-Väter haben in den letzten drei Jahren einen großen historischen Schritt gemacht: Sie sind von abwesenden Vätern zu symbolischen Vätern geworden. Die symbolischen Väter wissen, wie man ein Baby wickelt, wie man Breichen kocht und Schnuller auswäscht. Sie schreiben Bücher über ihre Einsätze an der Wickelfront. Dort haben sie erfahren, dass der Alltag einer Mutter ebenso stressig sein kann wie der im Büro. Denn auch das belegt die Studie: 75 Prozent der Mütter sagen, dank des Elterngeldes hätten ihre Männer mehr Zeit mit dem Kind verbracht als ohne Elterngeld.

Diese Männer werden auch nach der Elternzeit ihre Frauen, so gut es eben geht, bei der Erziehung unterstützen. Ein Kind aber kann mit 14 Monaten leider noch nicht ganz für sich sorgen. Es kann sich noch nicht allein anziehen, noch nicht mit Messer und Gabel essen, geschweige denn sich die Schuhe zubinden. Das bringt ihm nach wie vor nicht die Kindergärtnerin, sondern lieber die Mutter selber bei.

Die symbolischen Väter kommen im Gegenzug gern eine halbe Stunde eher von der Arbeit nach Hause, sie verzichten freiwillig auf den einen oder anderen Abendtermin. Sie gehen mit ihren Kindern auch in der Woche mal auf den Spielplatz, überhaupt lieben sie es, sich in der Öffentlichkeit als Vater zu inszenieren. Sie haben auch kein Problem damit, ohne ihre Frau zum Elternabend zu gehen. Im Gegenteil, sie bestärken ihre Partnerinnen darin, doch einmal übers Wochenende mit der besten Freundin zu verreisen. Sie meistern das mit den Kindern an diesen Tagen allein.

Die symbolischen Väter sind tolerant und einfühlsam, sie denken mit und packen an, sie können kochen und wissen, wo das Waschmittel steht. Und das unterscheidet die meisten von ihnen von den meisten ihrer Väter. Alles gut, alles schön.

Aber reicht das? Oder anders gefragt: Wann werden die symbolischen Väter zu realen Vätern? Wann wird für sie der Entschluss, eine Familie zu gründen, auch einen realen Verzicht, Einschnitte und Kompromisse nach sich ziehen?

Vor gut einem Jahr ist der Vater meines Kindes in vollem Umfang an seinen Schreibtisch zurückgekehrt. Seine Elternzeit dauerte sogar acht Monate, meine nur sechs. Damit gehört er einer Minderheit an. Rund 60 Prozent der Von-der-Leyen-Väter bleiben nur zwei Monate zu Hause, viele von ihnen parallel zu ihren Partnerinnen. Zwei Monate – das ist die Mindestzeit, die der Vater nehmen muss, damit das Paar in den Genuss von vollen 14 Monaten Elterngeld kommt; geht nur ein Elternteil in Auszeit, werden nur 12 Monate gefördert.

Mein persönlicher Jahresrückblick sieht so aus: Ich habe wie ein Roboter gelebt. Jeden Tag habe ich zur selben Zeit dasselbe wie am Tag zuvor getan. Meine Tage kannten keine Abweichungen, denn ich gehöre ebenfalls einer Minderheit an. Ich bin auch in die Vollzeitbeschäftigung zurückgekehrt. Ich habe diesen Zustand frei gewählt.

Morgens um neun bringe ich das Kind in die Kita, dann arbeite ich bis 16 Uhr, hole das Kind, das um diese Uhrzeit bereits eines der beiden Letzten im Kindergarten ist, wieder ab, verbringe mit ihm die Zeit, bis es um 20 Uhr zu Bett geht. Danach setze ich mich noch einmal an den Schreibtisch. Mit diesem Rhythmus bringe ich es auf die Wochenarbeitsstunden eines normalen Arbeitnehmers. Ich arbeite keine Stunde mehr und keine weniger, als die meisten Männer und auch mein Freund es tun.

Und ein Blick in meinen Kalender bescheinigt mir folgende private Statistik: In den vergangenen vier Monaten habe ich wochentags an drei Abenden Freunde gesehen. Ich war kein einziges Mal im Kino, im Theater, im Fitnessstudio oder in der Sauna. An den restlichen knapp 85 Abenden habe ich am Schreibtisch gesessen und gearbeitet. Genau so, wie ich es auch im Moment wieder tue.

Es gibt nur einen Grund, warum ich so leben kann: weil ich meine Arbeit und mein Kind gleichermaßen liebe. Weil die Arbeit mir trotz der Begrenztheit meiner Umstände ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit gibt, das Gefühl dazuzugehören.

Viele werden sich jetzt denken, dass die Beziehung, die mein Freund und ich führen, außergewöhnlich schwierig ist, dass sie großen Belastungen standhalten muss. Ich aber kann versichern, dass ich viele Paare kenne, die so leben. Denen die moderne Arbeitswelt ein hohes Maß an Organisationstalent, Zeitmanagement und logistischem Aufwand abverlangt. Das Technische an diesen Beziehungen ist oft zur dominierenden Kategorie geworden. Früher war es das Emotionale.

Kann das gut gehen?

Während im ersten Jahr nach der Einführung der Elternzeit 10,5 Prozent der Väter zu Hause blieben, waren es im Frühjahr 2009 schon 18,4 Prozent. Tendenz steigend. Mit den Zahlen aber werden sich auch die Erwartungen an die Väter erhöhen. Die Auseinandersetzungen, die Frustrationen werden zunehmen, das zeigt sich schon heute.

Es muss also etwas passieren, damit auch die Frauen endlich von dieser neuen Entwicklung profitieren. Damit auch die Männer begreifen, und fast schäme ich mich, es so explizit sagen zu müssen, wie viel Spaß Kindererziehung machen kann.

Folgt man den Ratschlägen der Studie, dann sollen die Arbeitgeber ihr Angebot an flexiblen Teilzeitlösungen, an Zeitkonten und an sogenannter Telearbeit, also der Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, entscheidend ausbauen. Das antwortet auch ein Großteil der Mütter auf die Frage, wie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zukunft erreicht werden kann.

Es ist stark anzunehmen, dass die meisten der Frauen bei dieser Frage an Telearbeit für sich selber dachten und nicht für ihre Männer. Viele von ihnen werden hoffen, so die Karriereambitionen des Partners noch besser kompensieren zu können.

Während der Von-der-Leyen-Wickel-Papa in den letzten drei Jahren ein Liebling der Medien war, kam der Teilzeit-Vater, der auf einen Teil seines Gehalts und auf einen Teil seines beruflichen Einflusses zugunsten des familiären verzichtet, in den öffentlichen Debatten nicht vor. Der Teilzeit-Vater existiert nicht. Er lässt sich mit der Selbstbeschreibung eines symbolischen Vaters nicht vereinbaren.

Wie aber wäre es, wenn auch er, sagen wir, an zwei Tagen der Woche die Kinder von der Kita abholte, wenn er mit den Älteren Schularbeiten machte? Wenn er nicht nur ein Einzelfall wäre, der die Regel bestätigt? Der reale Vater würde beginnen, die Familienarbeit nicht länger auf die Schultern der Frau abzuladen, er würde eine wirkliche und auch messbare Verantwortung übernehmen. Und er müsste seine Partnerin nicht länger mit symbolischen Gesten bei Laune halten.

Stattdessen aber sehe ich im Moment um mich herum viele Beziehungen zerbrechen. Paare, bei denen die Kluft zwischen erträumter und tatsächlicher Realität zu offensichtlich wurde. Bei denen sich der Widerspruch zwischen symbolischen und wirklichen Kompromissen unübersehbar zeigte. Paare, die der Spagat, den viele zu leben versuchen, überforderte. Nach der Trennung tritt häufig ein, was vorher unmöglich schien: Erst jetzt taucht der Papa zweimal in der Woche in der Kita auf, um das Kind abzuholen. Um dann mit ihm allein in seine Wohnung zu gehen.

 
Leserkommentare
  1. Sehr geehrte Jana Hensel, danke für den anregenden Artikel, aber ich vermisse die tiefgründige Hinterfragung Ihres Anliegens. Die aufgeführten Fakten sind sicherlich bemerkenswert, aber die Frage stellt sich doch, ob die Väter dies wirklich so wünschen und vor allem, was denn aus den kaum beachteten Von-der-Leyen-Mütter geworden ist?
    Aus meiner Sicht - und ich bin nicht Cem Özdemir - kann ich nur berichten, mit welcher Selbstverständlichkeit die Mütter den nach Hause kommenden Vätern, kaum dass diese sich die Schuhe ausgezogen haben, das Kind in die Hand drücken mit dem Hinweis, dass sie nun dran seien, als käme der Vater gerade von einem Wellnessaufenthalt und darf dieser sich Rest des Abends, verantwortungsbewusst und modern, auch gleich noch die ganze Nacht um das gemeinsame Kind kümmern, Mama mit Oropax im Bett. Samstag Vormittag dann selbstverständlich zum Babyschwimmen, komischerweise trifft man(n) kaum noch eine Mutter und auch der Rest des Wochenendes wird mit Kind eingekauft und gekocht, was vielen Müttern heutzutage aufgrund der Emanzipation fasst verboten ist und daher auch nicht gelernt hat. Wir Väter Morgana tun das gern, haben großen Spaß an der Erziehung der Kinder und würden sicherlich auch sehr gern zu Haus bleiben, wenn die Mütter unserer Kinder unsere Aufgaben übernähmen. Ein Fortschritt wäre zumindest, wenn Mütter endlich aufhörten, von "Ihren" Kindern zu sprechen, denn im Zweifel hat Vater eh kaum Erziehungsrechte und -möglichkeiten.

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    Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
    Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
    Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
    Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.

    Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
    Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
    Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
    Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.

  2. Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
    Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
    Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
    Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.

    Antwort auf "Mama Oropax"
  3. Auch andere Märchen beginnen mit "Es war einmal" - und auch in diesem Fall war es wirklich einmal, dass Kinder ein Machtfaktor waren.

    Vorläufig aber ist die Agrargesellschaft in Europa ferne Vergangenheit - und Kinder sind kein Machtfaktor mehr. "Kinderreichtum" muss immer in Anführungszeichen gesetzt sein, denn jede/r weiß um die Ironie der Aussage: Sogar - und gerade - in den Entwicklungsländern bedeuten viele Kinder große Armut.

    Und wie viel "Spaß" macht wirtschaftliche Benachteiligung, egal wie gerne man seine Kinder hat?

    Man stelle sich eine Arbeitswelt vor, die Müttern und Vätern echte Privilegien in den 18 Jahren einräumen würde, die sie für die Kindererziehung brauchen je Kind - nicht Teilzeitverträge, sondern Vollzeitbezahlung mit geregeltem Teilzeiteinsatz. Die Gesellschaft könnte sich vor Nachwuchs gar nicht retten. Man müsste die Sache steuern, damit "gewisse Leute" (Identität vorzustellen, je nach politischem Gusto) nicht 20 Kinder bekämen! Wir hätten den demographischen Niedergang umgekehrt!

    Aber Kinder bedeuten nur "Spaß". Und wer kann seine Heizrechnung von Spaß bezahlen?

    Die Lösung ist so simpel. Darum gestaltet sie keiner politisch und wendet sie keiner an. Mann möchte die Macht behalten - zu den heutigen Bedingungen.

    • TDU
    • 01.01.2010 um 12:21 Uhr

    Glückwunsch dafür, dass Sie beide so gut klar kommen. Und fürs neue Jahr wünsche ich Ihnen ein Glückliches weiter so. Und ich glaube, dass nur von Liebe (oder vom Emotionalen) noch keine Generation Eltern gelebt hat.

    Nur wars in Zeiten des Wirtschaftwunders bis hin in die 1980iger Jahre alles einfacher geregelt und akzeptiert. Sie sollten ja nicht vergessen, dass die Familie ers mal nieder gemacht werden musste und nun scheinbar verzweifelt versucht wird, sie wieder zum Leben zu erwecken.

    Gleichzeitig behaupte ich, dass Özdemirs Modell ein Ausläufer ist. Es ist ohnehin nur möglich wegen den besonderen wirtschaftlichen und organistorischen Freiheiten. Die sind ja auch erlaubt, weil sie eine politische Werbung beinhalten.

    Ich behaupte, dass sich erst dann wirklich was ändert, wenn sich die Eltern mehr und mehr vom Zeitgeist verabschieden, nur "oben" wäre verantwortlich für das gemeinsame Glück.

  4. 5. Schade

    Sicher: Es tut gut, sich mal den Frust von der Seele zu schreiben. Schade aber, dass Sie, Frau Hensel, dabei so grundsätzlich und pauschal die "neuen Väter" verurteilen.

    Ich weiß nicht, ob ich ein "neuer Vater" bin. Ein bewusster bin ich auf alle Fälle. Meine Frau und ich haben und sehr bewusst für Kinder entschieden. Wir waren beim ersten Kind schon erwachsene Menschen, also in der Lage, uns mit den Konsequenzen dieser Entscheidung auseinanderzusetzen.

    Natürlich haben wir nicht alles gewusst. Aber dass Kinder eine gemeinsame Aufgabe und Freude sind, das war uns schon klar. Logisch, es gibt Reibereien, aber die gibt es auch bei kinderlosen Paaren. Wer damit nicht klar kommt, sollte sich Hilfe suchen. Dazu gibt es viele Hilfsangebote.

    Ich sehe die Kinder, die meine Frau und ich haben, primär als "unsere" Kinder (auch wenn sie uns "nur" geschenkt wurden). Sie betonen immer "mein" Kind - ist es nicht ihr gemeinsames Kind? "Unser" wäre da eher angemessen, da es den Vater nicht automatisch ausschließt.

    @hamburgerschuetze: Ja, im Babyschwimmen sieht man wirklich fast nur Väter. Dafür kann man sich hier auch mal mit Männern über Kinder unterhalten (ohne das verbreitete "Meiner-kann-schon-laufen"-Gebalze). Und mal ehrlich: Was sind schon die paar Jahre, die einen die Kleinen wirklich brauchen, im Vergleich zum ganzen Leben? Spätestens, wenn der Zweieinhalbjährige sich an dich kuschelt und "Papa lieb" nuschelt, ist doch alle Mühe vergessen.

  5. Das neue Jahr ist noch keine fünf Minuten alt und da haben wir ihn schon: den nächsten Geschlechterkampf-Artikel in der ZEIT.

    Leider bleibt auch bei diesem - wie auch schon in der nicht mehr zählbaren Flut an einseitigen, feministischen Artikeln zuvor - jegliche Ausgewogenheit auf der Strecke. Korrekterweise muss man sogar sagen, dass es sich hierbei kaum um Feminismus, sondern schlicht um fast unverhohlenen Sexismus handelt, denn wieder einmal ist es der Mann, der für das Glück und Unglück der Frau in Privatleben und Beruf verantwortlich gemacht wird.

    Nach wie vor fehlt es der deutschen Frau an Selbstreflektion und ehrlichem Umgang mit der gesellschaftlichen Situation. Auf diesem Niveau wird es niemals ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Mann und Frau geben können.

    Es bleibt, neben der immer gleichen Kernaussage, bei Artikeln dieser Art, lediglich der bittere Beigeschmack der Rosinenpickerei und des Versuchs, sich den Mann so bequem wie irgend möglich für die Frau einzurichten.

    medienwerker hamburgerschuetze

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dr. Sorglos hat es auf den Punkt gebracht.
    Ja die Feministinnen müssen aufhören, die Männer für alles schuldig zu sprechen und alles was Frauen sonst immer gemacht haben als schlecht zu degradieren: Erziehung, die Farbe Pink, Die Großeltern pflegen, Emotional sein...

    Sie sind doch die größten Frauenhasser. Sie sagen, das was Frauen immer ausgemacht hat ist schlecht, kämpfen gegen die Frauen die "noch" so sind und gegen die Männer, die in der von ihnen als positiv erachteten Welt (Außer Haus arbeiten, Geld verdienen, rationaler sein) weiterhin leben und nicht einen Teil der last der "negativen" Welt tragen.
    Negatives tut man eher ungern. Darum werden die Kinder immer verrückter. Her mit dem Ritalin!

    Dr. Sorglos hat es auf den Punkt gebracht.
    Ja die Feministinnen müssen aufhören, die Männer für alles schuldig zu sprechen und alles was Frauen sonst immer gemacht haben als schlecht zu degradieren: Erziehung, die Farbe Pink, Die Großeltern pflegen, Emotional sein...

    Sie sind doch die größten Frauenhasser. Sie sagen, das was Frauen immer ausgemacht hat ist schlecht, kämpfen gegen die Frauen die "noch" so sind und gegen die Männer, die in der von ihnen als positiv erachteten Welt (Außer Haus arbeiten, Geld verdienen, rationaler sein) weiterhin leben und nicht einen Teil der last der "negativen" Welt tragen.
    Negatives tut man eher ungern. Darum werden die Kinder immer verrückter. Her mit dem Ritalin!

    • ngw16
    • 01.01.2010 um 13:04 Uhr

    >Prompt haben wir Streit, mein Freund und ich. Der Vater meines Kindes möchte den folgenden Text nicht als Kommentar auf unsere private Situation verstanden wissen.

    So ist die Sicht von zu vielen Frauen:
    "Vater MEINES Kindes"

    Besitzanspruch pur.
    Klar gibt so etwas Streit.

    Es ist nicht nur das Kind der Mutter, sondern auch des Vaters.
    Somit hätte dort stehen müssen: "Der Vater unseres Kindes ..."

    Ist aber noch lange nicht in vielen Köpfen angekommen.
    Und dieser Mangel geht von Konservativen bis Sozialisten quer durch.

  6. Dies ist für mich der entscheidende Satz diese Artikels.
    -
    Solange Männer von ihren Partnerinnen nur als "der Vater meines Kindes" bezeichnet werden, kann dies auch nicht funktionieren.
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    Weiter heißt es "Stattdessen aber sehe ich im Moment um mich herum viele Beziehungen zerbrechen."
    -
    Kein Wunder.
    -
    Dies ändert sich meiner Meinung nach erst, wenn Frau und Mann bereit sind, sich nicht mehr entsprechend ihrem 'sozial' an trainierten Geschlecht zu verhalten.
    -
    Dazu benötigt es allerdings beide.
    -

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    • ztc77
    • 01.01.2010 um 13:59 Uhr

    .."mein Kind(Sohn)".
    .
    Ihr werfen Sie es vor, ihm nicht.
    .
    Wo bleibt Ihre Glaubwürdigkeit?

    • ztc77
    • 01.01.2010 um 13:59 Uhr

    .."mein Kind(Sohn)".
    .
    Ihr werfen Sie es vor, ihm nicht.
    .
    Wo bleibt Ihre Glaubwürdigkeit?

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