Gesellschaft Vater MorganaSeite 4/4
Während im ersten Jahr nach der Einführung der Elternzeit 10,5 Prozent der Väter zu Hause blieben, waren es im Frühjahr 2009 schon 18,4 Prozent. Tendenz steigend. Mit den Zahlen aber werden sich auch die Erwartungen an die Väter erhöhen. Die Auseinandersetzungen, die Frustrationen werden zunehmen, das zeigt sich schon heute.
Es muss also etwas passieren, damit auch die Frauen endlich von dieser neuen Entwicklung profitieren. Damit auch die Männer begreifen, und fast schäme ich mich, es so explizit sagen zu müssen, wie viel Spaß Kindererziehung machen kann.
Folgt man den Ratschlägen der Studie, dann sollen die Arbeitgeber ihr Angebot an flexiblen Teilzeitlösungen, an Zeitkonten und an sogenannter Telearbeit, also der Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, entscheidend ausbauen. Das antwortet auch ein Großteil der Mütter auf die Frage, wie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zukunft erreicht werden kann.
Es ist stark anzunehmen, dass die meisten der Frauen bei dieser Frage an Telearbeit für sich selber dachten und nicht für ihre Männer. Viele von ihnen werden hoffen, so die Karriereambitionen des Partners noch besser kompensieren zu können.
Während der Von-der-Leyen-Wickel-Papa in den letzten drei Jahren ein Liebling der Medien war, kam der Teilzeit-Vater, der auf einen Teil seines Gehalts und auf einen Teil seines beruflichen Einflusses zugunsten des familiären verzichtet, in den öffentlichen Debatten nicht vor. Der Teilzeit-Vater existiert nicht. Er lässt sich mit der Selbstbeschreibung eines symbolischen Vaters nicht vereinbaren.
Wie aber wäre es, wenn auch er, sagen wir, an zwei Tagen der Woche die Kinder von der Kita abholte, wenn er mit den Älteren Schularbeiten machte? Wenn er nicht nur ein Einzelfall wäre, der die Regel bestätigt? Der reale Vater würde beginnen, die Familienarbeit nicht länger auf die Schultern der Frau abzuladen, er würde eine wirkliche und auch messbare Verantwortung übernehmen. Und er müsste seine Partnerin nicht länger mit symbolischen Gesten bei Laune halten.
Stattdessen aber sehe ich im Moment um mich herum viele Beziehungen zerbrechen. Paare, bei denen die Kluft zwischen erträumter und tatsächlicher Realität zu offensichtlich wurde. Bei denen sich der Widerspruch zwischen symbolischen und wirklichen Kompromissen unübersehbar zeigte. Paare, die der Spagat, den viele zu leben versuchen, überforderte. Nach der Trennung tritt häufig ein, was vorher unmöglich schien: Erst jetzt taucht der Papa zweimal in der Woche in der Kita auf, um das Kind abzuholen. Um dann mit ihm allein in seine Wohnung zu gehen.
- Datum 30.12.2009 - 17:34 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 30.12.2009 Nr. 01
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Sehr geehrte Jana Hensel, danke für den anregenden Artikel, aber ich vermisse die tiefgründige Hinterfragung Ihres Anliegens. Die aufgeführten Fakten sind sicherlich bemerkenswert, aber die Frage stellt sich doch, ob die Väter dies wirklich so wünschen und vor allem, was denn aus den kaum beachteten Von-der-Leyen-Mütter geworden ist?
Aus meiner Sicht - und ich bin nicht Cem Özdemir - kann ich nur berichten, mit welcher Selbstverständlichkeit die Mütter den nach Hause kommenden Vätern, kaum dass diese sich die Schuhe ausgezogen haben, das Kind in die Hand drücken mit dem Hinweis, dass sie nun dran seien, als käme der Vater gerade von einem Wellnessaufenthalt und darf dieser sich Rest des Abends, verantwortungsbewusst und modern, auch gleich noch die ganze Nacht um das gemeinsame Kind kümmern, Mama mit Oropax im Bett. Samstag Vormittag dann selbstverständlich zum Babyschwimmen, komischerweise trifft man(n) kaum noch eine Mutter und auch der Rest des Wochenendes wird mit Kind eingekauft und gekocht, was vielen Müttern heutzutage aufgrund der Emanzipation fasst verboten ist und daher auch nicht gelernt hat. Wir Väter Morgana tun das gern, haben großen Spaß an der Erziehung der Kinder und würden sicherlich auch sehr gern zu Haus bleiben, wenn die Mütter unserer Kinder unsere Aufgaben übernähmen. Ein Fortschritt wäre zumindest, wenn Mütter endlich aufhörten, von "Ihren" Kindern zu sprechen, denn im Zweifel hat Vater eh kaum Erziehungsrechte und -möglichkeiten.
Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.
Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.
Was Sie beschreiben kenne ich aus den späten 80ern. Fast auf den Punkt. Babyschwimmen war noch nicht so inn.
Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende.
Nachdem die Kinder aus dem Haus sind und der Mann nach seinem Arbeitstag gekocht, geputzt und die Kinder genommen hatte (Gruß an den Hamburgerschütze), tritt Frau in den frühen 50ern(!) mit einem modernen Haushalt ohne kleine Kinder (die studiern z.B. auswärts) kurz und bevölkert je nach Geldbeutel Freizeiteinrichtungen, Kaffees, Yoga etc., denn das hat sie sich verdient.
Gefragt wurden wir bei der Familiengestaltung nie wirklich.
Auch andere Märchen beginnen mit "Es war einmal" - und auch in diesem Fall war es wirklich einmal, dass Kinder ein Machtfaktor waren.
Vorläufig aber ist die Agrargesellschaft in Europa ferne Vergangenheit - und Kinder sind kein Machtfaktor mehr. "Kinderreichtum" muss immer in Anführungszeichen gesetzt sein, denn jede/r weiß um die Ironie der Aussage: Sogar - und gerade - in den Entwicklungsländern bedeuten viele Kinder große Armut.
Und wie viel "Spaß" macht wirtschaftliche Benachteiligung, egal wie gerne man seine Kinder hat?
Man stelle sich eine Arbeitswelt vor, die Müttern und Vätern echte Privilegien in den 18 Jahren einräumen würde, die sie für die Kindererziehung brauchen je Kind - nicht Teilzeitverträge, sondern Vollzeitbezahlung mit geregeltem Teilzeiteinsatz. Die Gesellschaft könnte sich vor Nachwuchs gar nicht retten. Man müsste die Sache steuern, damit "gewisse Leute" (Identität vorzustellen, je nach politischem Gusto) nicht 20 Kinder bekämen! Wir hätten den demographischen Niedergang umgekehrt!
Aber Kinder bedeuten nur "Spaß". Und wer kann seine Heizrechnung von Spaß bezahlen?
Die Lösung ist so simpel. Darum gestaltet sie keiner politisch und wendet sie keiner an. Mann möchte die Macht behalten - zu den heutigen Bedingungen.
Glückwunsch dafür, dass Sie beide so gut klar kommen. Und fürs neue Jahr wünsche ich Ihnen ein Glückliches weiter so. Und ich glaube, dass nur von Liebe (oder vom Emotionalen) noch keine Generation Eltern gelebt hat.
Nur wars in Zeiten des Wirtschaftwunders bis hin in die 1980iger Jahre alles einfacher geregelt und akzeptiert. Sie sollten ja nicht vergessen, dass die Familie ers mal nieder gemacht werden musste und nun scheinbar verzweifelt versucht wird, sie wieder zum Leben zu erwecken.
Gleichzeitig behaupte ich, dass Özdemirs Modell ein Ausläufer ist. Es ist ohnehin nur möglich wegen den besonderen wirtschaftlichen und organistorischen Freiheiten. Die sind ja auch erlaubt, weil sie eine politische Werbung beinhalten.
Ich behaupte, dass sich erst dann wirklich was ändert, wenn sich die Eltern mehr und mehr vom Zeitgeist verabschieden, nur "oben" wäre verantwortlich für das gemeinsame Glück.
Sicher: Es tut gut, sich mal den Frust von der Seele zu schreiben. Schade aber, dass Sie, Frau Hensel, dabei so grundsätzlich und pauschal die "neuen Väter" verurteilen.
Ich weiß nicht, ob ich ein "neuer Vater" bin. Ein bewusster bin ich auf alle Fälle. Meine Frau und ich haben und sehr bewusst für Kinder entschieden. Wir waren beim ersten Kind schon erwachsene Menschen, also in der Lage, uns mit den Konsequenzen dieser Entscheidung auseinanderzusetzen.
Natürlich haben wir nicht alles gewusst. Aber dass Kinder eine gemeinsame Aufgabe und Freude sind, das war uns schon klar. Logisch, es gibt Reibereien, aber die gibt es auch bei kinderlosen Paaren. Wer damit nicht klar kommt, sollte sich Hilfe suchen. Dazu gibt es viele Hilfsangebote.
Ich sehe die Kinder, die meine Frau und ich haben, primär als "unsere" Kinder (auch wenn sie uns "nur" geschenkt wurden). Sie betonen immer "mein" Kind - ist es nicht ihr gemeinsames Kind? "Unser" wäre da eher angemessen, da es den Vater nicht automatisch ausschließt.
@hamburgerschuetze: Ja, im Babyschwimmen sieht man wirklich fast nur Väter. Dafür kann man sich hier auch mal mit Männern über Kinder unterhalten (ohne das verbreitete "Meiner-kann-schon-laufen"-Gebalze). Und mal ehrlich: Was sind schon die paar Jahre, die einen die Kleinen wirklich brauchen, im Vergleich zum ganzen Leben? Spätestens, wenn der Zweieinhalbjährige sich an dich kuschelt und "Papa lieb" nuschelt, ist doch alle Mühe vergessen.
Das neue Jahr ist noch keine fünf Minuten alt und da haben wir ihn schon: den nächsten Geschlechterkampf-Artikel in der ZEIT.
Leider bleibt auch bei diesem - wie auch schon in der nicht mehr zählbaren Flut an einseitigen, feministischen Artikeln zuvor - jegliche Ausgewogenheit auf der Strecke. Korrekterweise muss man sogar sagen, dass es sich hierbei kaum um Feminismus, sondern schlicht um fast unverhohlenen Sexismus handelt, denn wieder einmal ist es der Mann, der für das Glück und Unglück der Frau in Privatleben und Beruf verantwortlich gemacht wird.
Nach wie vor fehlt es der deutschen Frau an Selbstreflektion und ehrlichem Umgang mit der gesellschaftlichen Situation. Auf diesem Niveau wird es niemals ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Mann und Frau geben können.
Es bleibt, neben der immer gleichen Kernaussage, bei Artikeln dieser Art, lediglich der bittere Beigeschmack der Rosinenpickerei und des Versuchs, sich den Mann so bequem wie irgend möglich für die Frau einzurichten.
medienwerker hamburgerschuetze
Dr. Sorglos hat es auf den Punkt gebracht.
Ja die Feministinnen müssen aufhören, die Männer für alles schuldig zu sprechen und alles was Frauen sonst immer gemacht haben als schlecht zu degradieren: Erziehung, die Farbe Pink, Die Großeltern pflegen, Emotional sein...
Sie sind doch die größten Frauenhasser. Sie sagen, das was Frauen immer ausgemacht hat ist schlecht, kämpfen gegen die Frauen die "noch" so sind und gegen die Männer, die in der von ihnen als positiv erachteten Welt (Außer Haus arbeiten, Geld verdienen, rationaler sein) weiterhin leben und nicht einen Teil der last der "negativen" Welt tragen.
Negatives tut man eher ungern. Darum werden die Kinder immer verrückter. Her mit dem Ritalin!
Dr. Sorglos hat es auf den Punkt gebracht.
Ja die Feministinnen müssen aufhören, die Männer für alles schuldig zu sprechen und alles was Frauen sonst immer gemacht haben als schlecht zu degradieren: Erziehung, die Farbe Pink, Die Großeltern pflegen, Emotional sein...
Sie sind doch die größten Frauenhasser. Sie sagen, das was Frauen immer ausgemacht hat ist schlecht, kämpfen gegen die Frauen die "noch" so sind und gegen die Männer, die in der von ihnen als positiv erachteten Welt (Außer Haus arbeiten, Geld verdienen, rationaler sein) weiterhin leben und nicht einen Teil der last der "negativen" Welt tragen.
Negatives tut man eher ungern. Darum werden die Kinder immer verrückter. Her mit dem Ritalin!
>Prompt haben wir Streit, mein Freund und ich. Der Vater meines Kindes möchte den folgenden Text nicht als Kommentar auf unsere private Situation verstanden wissen.
So ist die Sicht von zu vielen Frauen:
"Vater MEINES Kindes"
Besitzanspruch pur.
Klar gibt so etwas Streit.
Es ist nicht nur das Kind der Mutter, sondern auch des Vaters.
Somit hätte dort stehen müssen: "Der Vater unseres Kindes ..."
Ist aber noch lange nicht in vielen Köpfen angekommen.
Und dieser Mangel geht von Konservativen bis Sozialisten quer durch.
Dies ist für mich der entscheidende Satz diese Artikels.
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Solange Männer von ihren Partnerinnen nur als "der Vater meines Kindes" bezeichnet werden, kann dies auch nicht funktionieren.
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Weiter heißt es "Stattdessen aber sehe ich im Moment um mich herum viele Beziehungen zerbrechen."
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Kein Wunder.
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Dies ändert sich meiner Meinung nach erst, wenn Frau und Mann bereit sind, sich nicht mehr entsprechend ihrem 'sozial' an trainierten Geschlecht zu verhalten.
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Dazu benötigt es allerdings beide.
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.."mein Kind(Sohn)".
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Ihr werfen Sie es vor, ihm nicht.
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Wo bleibt Ihre Glaubwürdigkeit?
.."mein Kind(Sohn)".
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Ihr werfen Sie es vor, ihm nicht.
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Wo bleibt Ihre Glaubwürdigkeit?
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