Terror-Staat Jemen Die zweite Generation

Im Jemen ist nahezu unbemerkt eine neue Garde junger Al-Qaida-Kämpfer herangereift – gefährlicher und skrupelloser als die erste Generation um Osama bin Laden. Mit dem missglückten Anschlag von Detroit hat sie die internationale Bühne des Terrorismus betreten

Ein Staat in Auflösung: Eine jemenitische Flagge hoch über der Hauptstadt Sanaa

Ein Staat in Auflösung: Eine jemenitische Flagge hoch über der Hauptstadt Sanaa

Die amerikanische Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gleicht einer Festung. Die Sharia Saawan, die Straße, an der sie liegt, ist komplett mit hohen Gittern abgesperrt, der Eingang von mehreren Kontrollposten gesichert. Vor dem ersten stehen zwei Armeejeeps mit aufgepflanzten Maschinengewehren, die bedrohlich in den Himmel ragen. Keine gemütliche Gegend für einen ehemaligen Leibwächter Osama bin Ladens. Doch Abu Jandal wohnt seit Jahren in dieser Straße, er fühlt sich hier sicher. »Die Amerikaner sind Feiglinge«, sagt er. »Und ich fordere sie gern heraus.«

Der kleine, stämmige Mann trägt ein grünes Jackett und ein gebügeltes, weißes Hemd. Er riecht parfümiert. Er steht an der Kreuzung, von der die Straße zur amerikanischen Botschaft abgeht. Sammeltaxis und Kleinbusse rauschen hupend an ihm vorbei. Um die Ecke gibt es ein paar Gemischtwarenläden und eine Garküche. Es ist keine reiche Gegend.

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Abu Jandal ist 1996 vom Jemen nach Afghanistan gegangen. »Ich habe Osama bin Laden getroffen und mich al-Qaida angeschlossen.« Da war er 23 Jahre alt. Nach einem viermonatigen Training hat Osama bin Laden ihn dann zu seinem Chefbodyguard ernannt. Der »Scheich«, wie ihn Abu Jandal ehrfürchtig nennt, drückte ihm eine Pistole in die Hand und sagte: »Da sind zwei Patronen drin. Du wirst dafür sorgen, dass ich nie lebend gefangen genommen werde.« 

Abu Jandal kämpfte an der Seite der Taliban in der Schlacht um Kabul. Auch in Kundus, dort, wo heute die Bundeswehr sitzt, unterstützte er die Steinzeitfundamentalisten gegen die Nordallianz mehrerer afghanischer Warlords. Und wahrscheinlich würde Abu Jandal noch heute irgendwo in den Bergen zwischen Pakistan und Afghanistan auf Scheich Osama aufpassen, wenn ihn nicht ein Nierenleiden seiner Frau im Jahre 2000 zur Rückkehr in den Jemen gezwungen hätte.

Nach einem Attentat von al-Qaida auf den in der jemenitischen Hafenstadt Aden vor Anker liegenden amerikanischen Zerstörer USS Cole, bei dem 17 Seeleute sowie zwei Attentäter starben, begannen die jemenitischen Sicherheitsbehörden, alle Personen festzunehmen, die etwas mit al-Qaida zu tun hatten. Abu Jandal war einer von ihnen. Er wurde am Flughafen von Sanaa aufgegriffen. 22 Monate blieb er inhaftiert, 13 davon in Isolationshaft. Ein Prozess wurde ihm nicht gemacht. Dann bot ihm die jemenitische Regierung einen Handel an: Abu Jandal sollte künftig dem bewaffneten Kampf abschwören, dafür würde er freigelassen. Er willigte ein. Und bis heute hat er sich an die Abmachung gehalten. »Aber den Dschihad habe ich nicht aufgegeben«, sagt Abu Jandal trotzig und schaut in Richtung amerikanische Botschaft. »Nur den bewaffneten Kampf habe ich aufgegeben. Dschihad bedeutet ja auch Bildungsarbeit.« Und so erzieht Abu Jandal, ehemaliger Bodyguard von Osama bin Laden, Kämpfer der ersten Generation von al-Qaida, seine Kinder im Geiste des Dschihads und erzählt jedem, der ihn fragt, die Geschichte des Terrornetzwerkes.

Während Abu Jandal im Jemen über sein neues, gewaltfreies Leben spricht, sitzt im Gefängnis von Milan im US-Bundesstaat Michigan ein junger Nigerianer mit schweren Verbrennungen. Umar Faruk Abdulmutallab hatte am 25. Dezember versucht, auf dem Northwest-Airlines-Flug 253 von Amsterdam nach Detroit einen Terroranschlag zu verüben; kurz vor der Landung wollte er den Airbus A330 explodieren lassen. Und er drohte, dass die Anschlagserie weitergehen werde. Denn er sei nur einer von vielen Attentätern aus dem Jemen, die al-Qaida nach einer langen Ruhephase jetzt wieder auf Anschläge gegen Ziele in den USA vorbereitet. Wenige Tage später veröffentlichte die jemenitische al-Qaida im Internet ein Schreiben, in dem sie sich zu dem versuchten Anschlag bekannte und sich brüstete, es würden sich viele weitere potenzielle Attentäter im Jemen aufhalten.

Es ist eine neue Generation von Al-Qaida-Kämpfern, die sich da zu Wort meldete; sie hat nicht mehr viel mit der alten gemein. Selbst Abu Jandal, der ehemalige Al-Qaida-Angehörige, der weiter an die Rechtmäßigkeit des Dschihads glaubt, warnt vor dem Terrornachwuchs: »Die zweite Generation ist sehr gefährlich.«

»Wir haben unsere Taten abgewogen, aber sie greifen jeden Menschen an, egal, ob braun oder gelb, ob Pole, Russe oder Amerikaner. Sie haben keine Strategie, sie kennen nur den Kampf und sonst nichts. Wen sie bekämpfen, wissen sie nicht.« Sie griffen wahllos Touristen an und ließen sich auf Feuergefechte mit der Armee ein. Jeglichen Handel mit der jemenitischen Regierung lehnten sie ab.

Wie viele Al-Qaida-Kämpfer es im Jemen gibt, ist nicht bekannt. Der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Qirbi sprach kürzlich in einem Interview von 200 bis 300 Leuten, aber das sei nur eine grobe Schätzung. Im September 2008 schätzte er die Zahl der Al-Qaida-Kämpfer im Jemen sogar auf 1000. Fest steht: Al-Qaida hat im Jemen Wurzeln geschlagen.

Der Jemen

Der Jemen liegt an der Südspitze der arabischen Halbinsel. Er ist etwa so groß wie Frankreich und hat knapp 24 Millionen Einwohner. Da das Land eine der höchsten Bevölkerungswachstumsraten der Welt aufweist, wird sich die Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren wahrscheinlich verdoppeln. Mit einem Bruttosozialprodukt von umgerechnet rund 55 Milliarden US-Dollar gehört der Jemen zu den ärmsten Ländern in der Region. Wiederholt haben Experten einen wirtschaftlichen Kollaps vorausgesagt, aber bislang konnte er immer abgewendet werden.

Nord-Süd Problematik

Dennoch zerfällt der Staat zunehmend. Im Norden herrscht seit fünf Jahren ein Bürgerkrieg, in dem schiitische Aufständische erbitterten Widerstand gegen das jemenitische Militär leisten. Im Süden zerrt eine gewalttätige Sezessionsbewegung am Land, die wieder zu den Grenzen von 1990 zurückwill, als der Jemen noch aus zwei Staaten bestand: der Arabischen Republik im Norden und der Demokratischen Volksrepublik im Süden, dem einzigen kommunistisch regierten Land in der arabischen Welt. Viele Südjemeniten fühlen sich vom Norden übergangen, sie werfen dem Regime in Sanaa vor, bei der Vergabe wichtiger Ämter und Posten nur an ihre eigenen Leute zu denken.

Staatsmacht und Öl

Die Macht von Präsident Ali Abdallah Salih schwindet, er kann das Land kaum noch zusammenhalten. Bislang hat er sich die Loyalität vieler Stämme durch Geld erkauft, doch die Staatseinnahmen gehen rapide zurück. Sie beruhen zu 80 Prozent auf Erdöl, dessen Vorräte im Jemen, anders als im Nachbarland Saudi-Arabien, in absehbarer Zeit zu Ende gehen. werden. Zehn Jahre noch, dann wird es kein Erdöl im Jemen mehr geben, so die Vorhersage von Experten.

Al-Qaida

Al-Qaida hat sich vor allen Dingen in den Provinzen Jawf, Marib, Shabwa und Abyan niedergelassen. In Shabwa und Marib lagern die größten Ölvorkommen des Landes. Die Ölanlagen werden vom Militär geschützt, trotzdem kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Pipelines und Raffinerien.

Der junge Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab war zeit seines Lebens ein gläubiger Muslim. Sein Vater ist ein reicher Bankier und ermöglichte es seinem Sohn, das University College in London zu besuchen; 2008 schloss er dort ein Ingenieurstudium ab. In London radikalisierte sich Umar Faruk Abdulmutallab auch, 2007 suchte er Kontakt zu verschiedenen Islamisten. Im Juni 2008 beantragte er ein Visum für die Vereinigten Staaten, das bis einschließlich 2010 gültig ist und eine mehrmalige Ein- und Ausreise ermöglicht. Im August 2009 reiste der Student dann in den Jemen, um dort am Sanaa Insititute for the Arabic Language Arabisch zu lernen. Obwohl er das Institut offensichtlich nach einem Monat wieder verließ, lebte er weiter im Jemen. Von diesem Zeitpunkt an begann sich seine Familie in Nigeria Sorgen um Faruk Abdulmutallab zu machen. Er werde von jetzt an alle Kontakte zur Familie abbrechen, teilte er seinem Cousin einige Tage später per SMS mit. Am 17. November, wenige Wochen vor der missglückten Flugzeugsprengung, sprach sein Vater in der amerikanischen Botschaft vor, um seine Sorge über die Radikalisierung des Sohnes mitzuteilen.

Der Student blieb noch bis Dezember im Jemen. Zuvor hatte er sich einem Al-Qaida-Kommando angeschlossen, Verbindungsmann sei ein Imam gewesen, den er über das Internet kontaktiert gehabt habe, teilte er amerikanischen Sicherheitsbehörden nach seiner Festnahme mit. Al-Qaida habe ihn instruiert, sagte Abdulmutallab, wie und wann er die Bombe, die er am Leib trug, an Bord des Northwest-Airlines-Flugs zünden sollte. Irgendwann im Dezember verließ er den Jemen. Am 18. Dezember kaufte er sich ein Rückflugticket von Nigerias Hauptstadt Lagos nach Detroit. Am 24. Dezember um 23 Uhr flog er von Lagos zunächst nach Amsterdam. Am folgenden Morgen um 8.45 Uhr setzte Abdulmutallab die Reise mit dem Northwest-Airlines-Flug 253 nach Detroit fort. 290 Menschen waren an Bord. Um 11.40 Uhr Ortszeit sollte die Maschine landen. In seiner Unterhose trug Abdulmutallab 80 Gramm Pentaerythrityltetranitrat, ein hochexplosives Pulver, das für den Bau von Plastiksprengstoffen verwendet wird. Der Nigerianer konnte alle Sicherheitskontrollen passieren, ohne entdeckt zu werden. 20 Minuten vor der Landung versuchte er, die Bombe zu zünden. Außer einem Knall und starker Rauchentwicklung passierte jedoch nichts. Umar Faruk Abdulmutallab wurde von einem Passagier überwältigt und anschließend von der Crew in Handschellen gelegt.

Warum aber ging der nigerianische Student ausgerechnet in den Jemen, um sich für ein Attentat ausbilden zu lassen? Warum ist das Land auf dem besten Wege, eine neue Terrorbasis von al-Qaida zu werden? Bislang musste man nach Afghanistan oder noch besser nach Pakistan reisen, wollte man sich dem Terrornetzwerk anschließen. Dort schlägt weiterhin das Herz von al-Qaida; Osama bin Laden und sein Stellvertreter Aiman al-Sawahiri halten sich aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch dort auf. Doch der Jemen bietet sich als neues Rückzugsgebiet von al-Qaida an, denn das Land steht kurz vor dem Zerfall. Es gibt Stammesgebiete, in denen der Staat kaum noch Einfluss hat – ideales Terrain für al-Qaida, um von hier aus ihre Anschläge zu planen. 

Die zweite Generation hat sich in den Stammesgebieten östlich der Hauptstadt niedergelassen. Besonders in den Provinzen Jauf, Schabwa, Marib und Abyan kann sich al-Qaida relativ frei bewegen. Hier hat der Staat nicht viel zu sagen, bewaffnete Stämme geben den Ton an. Hier plant al-Qaida ihre Anschläge, die in kurzen Abständen erfolgen:

15. September 2006: Mehrere Autobomben treffen die Ölanlagen in Marib und Mukalla.

März 2007: Tödlicher Anschlag auf den Chefermittler der Provinz Marib.

2. Juli 2007: Bombenanschlag auf den Bilqis-Tempel in Marib, acht spanische Touristen sowie zwei Jemeniten sterben.

Leser-Kommentare
  1. ...Irakischen Massenvernichtungswaffen
    hat über 1 Mio Menschen das Leben gekostet.

    Wie viele Menschenleben die Lüge vom
    Unterhosenbomber kosten wird, das ist
    noch nicht abzusehen. Es werden jedoch
    wieder etliche Zigtausend sein.

    Wer diese Lügen immer glaubt, der macht
    sich schuldig!

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    ( entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und bleben Sie sachlich in Ihrer Kritik. Danke. Die Redaktion/m.e. )
    hier auch im Artikel verbreitet wird, ist auch eine rationale Bewertung der Gefährlichkeit kaum möglich!
    Sehr geehrte Redaktion, die Einlassung:"In seiner Unterhose trug Abdulmutallab 80 Gramm Pentaerythrityltetranitrat, ein hochexplosives Pulver, das für den Bau von Plastiksprengstoffen verwendet wird." ist leider, nach dem Stand der Dinge, so wahrheitswidrig. Zudem ist PETN falsch ausgeschrieben.
    Der bisherige Sachstand läßt sich sicher besser zusammenfassen:
    1. Der TV hat versucht aus 80 g Erythrit (ein Alkohol) mittels Säure an Bord PETN herzustellen. Das ist ihm bis auf forensich nachweisbare Spuren (die nicht signifikant sprengkräftig sind) nicht gelungen. Fragen Sie mal einen Sprengstoffchemiker warum!
    2. PETN ist Hauptkomponente vieler plastischer Sprengstoffe; gebaut wird dabei nicht, eher gemischt und konfektioniert. Das ist aufwändig und im Flieger so einfach nicht darstellbar.
    3. PETN ist als loses Pulver sehr schlecht detonationsfähig, das liegt in seinen Materialeigenschaften begründet.
    4. Der TV hat durch das versuchte Herstellen an Bord gehofft die üblichen Sprengstoffspürgeräte zu umgehen. Das ist ihm aus thermodynamischen Gründen nicht gelungen.
    5. Es ist wahrheitswidrig zu behaupten, der TV habe über eine signifikante Menge PETN verfügt, denn wenn 80 g reines PETN, geeignet konfektioniert, gezündet werden...wäre der Ladungsträger dabei zerrissen worden!
    6. PETN ist extrem empfindlich gegen Initialzündung; also haben Sie die Wahl noch einen Artikel mit der "Information" zu versehen dass auch noch TATP in der USBV gewesen sein soll. Was dann aber nachweist(so es stimmt), dass wirklich kein PETN vorgelegen haben kann-sonst wäre letzteres unweigerlich detoniert-! Denn schon ca. 0,1 g TATP würde für diesen Zweck ausreichen.
    7. Der angebliche TATP-Nachweis kann aber auch eine Fehlinterpretation sein, die auf die Wirkung der Nitriersäure zurückgeht.
    8. Die Vorgeschichte, mit den Feuererscheinungen am TV, legt einfach einen gescheiterten Nitrierversuch nahe; folgerichtig gabs nichts zum Zünden!
    9. Laut ersten Berichten enthielt das Selbstlaborat u.a. PETN. Das erklärt noch nicht in welchen Masseanteilen dieses vorgelegen hat; warum wird das Edukt, der Alkohol, nie mehr erwähnt?

    Bitte verschonen Sie uns doch mit so mangelhaft recherchierten Terrormärchen.

    Disclaimer: Die aufgeführten Sachverhalte sind offen publiziertes Wissen und frei nachlesbar.

    MfG Karl Müller

    ...
    Denn die "Lüge" von der sie reden, lag wohl weniger bei Bush, als bei Saddam.
    "(...)Saddam Hussein hat die Welt bezüglich seines Waffenarsenals offenbar bewusst irregeführt, weil er den Iran fürchtete.(...)Er habe geglaubt, die USA planten nur einen eingeschränkten Angriff auf sein Land, wird Saddam Hussein zitiert, der später von der irakischen Justiz zum Tode verurteilt und Ende Dezember 2006 gehenkt wurde. Einen solchen begrenzten Militärschlag habe er bewusst in Kauf genommen, um dem Iran nicht zu offenbaren, dass er überhaupt keine Massenvernichtungswaffen besitze.(...)"
    http://www.n24.de/news/ne...

    Allerdings hat er schon versucht sich in Nordkorea Raketen zu besorgen - trotz der unzähligen UN-Resolutionen.

    ( entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und bleben Sie sachlich in Ihrer Kritik. Danke. Die Redaktion/m.e. )
    hier auch im Artikel verbreitet wird, ist auch eine rationale Bewertung der Gefährlichkeit kaum möglich!
    Sehr geehrte Redaktion, die Einlassung:"In seiner Unterhose trug Abdulmutallab 80 Gramm Pentaerythrityltetranitrat, ein hochexplosives Pulver, das für den Bau von Plastiksprengstoffen verwendet wird." ist leider, nach dem Stand der Dinge, so wahrheitswidrig. Zudem ist PETN falsch ausgeschrieben.
    Der bisherige Sachstand läßt sich sicher besser zusammenfassen:
    1. Der TV hat versucht aus 80 g Erythrit (ein Alkohol) mittels Säure an Bord PETN herzustellen. Das ist ihm bis auf forensich nachweisbare Spuren (die nicht signifikant sprengkräftig sind) nicht gelungen. Fragen Sie mal einen Sprengstoffchemiker warum!
    2. PETN ist Hauptkomponente vieler plastischer Sprengstoffe; gebaut wird dabei nicht, eher gemischt und konfektioniert. Das ist aufwändig und im Flieger so einfach nicht darstellbar.
    3. PETN ist als loses Pulver sehr schlecht detonationsfähig, das liegt in seinen Materialeigenschaften begründet.
    4. Der TV hat durch das versuchte Herstellen an Bord gehofft die üblichen Sprengstoffspürgeräte zu umgehen. Das ist ihm aus thermodynamischen Gründen nicht gelungen.
    5. Es ist wahrheitswidrig zu behaupten, der TV habe über eine signifikante Menge PETN verfügt, denn wenn 80 g reines PETN, geeignet konfektioniert, gezündet werden...wäre der Ladungsträger dabei zerrissen worden!
    6. PETN ist extrem empfindlich gegen Initialzündung; also haben Sie die Wahl noch einen Artikel mit der "Information" zu versehen dass auch noch TATP in der USBV gewesen sein soll. Was dann aber nachweist(so es stimmt), dass wirklich kein PETN vorgelegen haben kann-sonst wäre letzteres unweigerlich detoniert-! Denn schon ca. 0,1 g TATP würde für diesen Zweck ausreichen.
    7. Der angebliche TATP-Nachweis kann aber auch eine Fehlinterpretation sein, die auf die Wirkung der Nitriersäure zurückgeht.
    8. Die Vorgeschichte, mit den Feuererscheinungen am TV, legt einfach einen gescheiterten Nitrierversuch nahe; folgerichtig gabs nichts zum Zünden!
    9. Laut ersten Berichten enthielt das Selbstlaborat u.a. PETN. Das erklärt noch nicht in welchen Masseanteilen dieses vorgelegen hat; warum wird das Edukt, der Alkohol, nie mehr erwähnt?

    Bitte verschonen Sie uns doch mit so mangelhaft recherchierten Terrormärchen.

    Disclaimer: Die aufgeführten Sachverhalte sind offen publiziertes Wissen und frei nachlesbar.

    MfG Karl Müller

    ...
    Denn die "Lüge" von der sie reden, lag wohl weniger bei Bush, als bei Saddam.
    "(...)Saddam Hussein hat die Welt bezüglich seines Waffenarsenals offenbar bewusst irregeführt, weil er den Iran fürchtete.(...)Er habe geglaubt, die USA planten nur einen eingeschränkten Angriff auf sein Land, wird Saddam Hussein zitiert, der später von der irakischen Justiz zum Tode verurteilt und Ende Dezember 2006 gehenkt wurde. Einen solchen begrenzten Militärschlag habe er bewusst in Kauf genommen, um dem Iran nicht zu offenbaren, dass er überhaupt keine Massenvernichtungswaffen besitze.(...)"
    http://www.n24.de/news/ne...

    Allerdings hat er schon versucht sich in Nordkorea Raketen zu besorgen - trotz der unzähligen UN-Resolutionen.

  2. dass immer wieder rauskommt, dass die wirklichen(!) Attentäter im Westen lebten, aktuell oder früher. Das heisst die Frage muss lauten was beobachtet, fühlt ein Muslim im Alltag der westlichen Welt, was den Hass so schüren könnte...

  3. ( entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und bleben Sie sachlich in Ihrer Kritik. Danke. Die Redaktion/m.e. )
    hier auch im Artikel verbreitet wird, ist auch eine rationale Bewertung der Gefährlichkeit kaum möglich!
    Sehr geehrte Redaktion, die Einlassung:"In seiner Unterhose trug Abdulmutallab 80 Gramm Pentaerythrityltetranitrat, ein hochexplosives Pulver, das für den Bau von Plastiksprengstoffen verwendet wird." ist leider, nach dem Stand der Dinge, so wahrheitswidrig. Zudem ist PETN falsch ausgeschrieben.
    Der bisherige Sachstand läßt sich sicher besser zusammenfassen:
    1. Der TV hat versucht aus 80 g Erythrit (ein Alkohol) mittels Säure an Bord PETN herzustellen. Das ist ihm bis auf forensich nachweisbare Spuren (die nicht signifikant sprengkräftig sind) nicht gelungen. Fragen Sie mal einen Sprengstoffchemiker warum!
    2. PETN ist Hauptkomponente vieler plastischer Sprengstoffe; gebaut wird dabei nicht, eher gemischt und konfektioniert. Das ist aufwändig und im Flieger so einfach nicht darstellbar.
    3. PETN ist als loses Pulver sehr schlecht detonationsfähig, das liegt in seinen Materialeigenschaften begründet.
    4. Der TV hat durch das versuchte Herstellen an Bord gehofft die üblichen Sprengstoffspürgeräte zu umgehen. Das ist ihm aus thermodynamischen Gründen nicht gelungen.
    5. Es ist wahrheitswidrig zu behaupten, der TV habe über eine signifikante Menge PETN verfügt, denn wenn 80 g reines PETN, geeignet konfektioniert, gezündet werden...wäre der Ladungsträger dabei zerrissen worden!
    6. PETN ist extrem empfindlich gegen Initialzündung; also haben Sie die Wahl noch einen Artikel mit der "Information" zu versehen dass auch noch TATP in der USBV gewesen sein soll. Was dann aber nachweist(so es stimmt), dass wirklich kein PETN vorgelegen haben kann-sonst wäre letzteres unweigerlich detoniert-! Denn schon ca. 0,1 g TATP würde für diesen Zweck ausreichen.
    7. Der angebliche TATP-Nachweis kann aber auch eine Fehlinterpretation sein, die auf die Wirkung der Nitriersäure zurückgeht.
    8. Die Vorgeschichte, mit den Feuererscheinungen am TV, legt einfach einen gescheiterten Nitrierversuch nahe; folgerichtig gabs nichts zum Zünden!
    9. Laut ersten Berichten enthielt das Selbstlaborat u.a. PETN. Das erklärt noch nicht in welchen Masseanteilen dieses vorgelegen hat; warum wird das Edukt, der Alkohol, nie mehr erwähnt?

    Bitte verschonen Sie uns doch mit so mangelhaft recherchierten Terrormärchen.

    Disclaimer: Die aufgeführten Sachverhalte sind offen publiziertes Wissen und frei nachlesbar.

    MfG Karl Müller

    Antwort auf "Die Lügei von den..."
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    auf Ihren Ton!

    auf Ihren Ton!

  4. auf Ihren Ton!

    Antwort auf "Solange fachlich "
  5. 5. ?

    In der Einleitung wird geschrieben, dass die Terroristen in Jemen "gefährlicher und skrupelloser als die erste Generation um Osama bin Laden" sind. Im weiteren Verlauf wird aber nicht erklärt wie der Autor zu solch einer Feststellung kommt. Wir erinnern uns, dass Osama bin Laden mehrere Tausend Morde angelastet werden. Um diese Gefahr zu überbieten braucht es reichlich Unterhosenbomber...

    Offensichtlich soll aber hier widerum nur langsam der Weg geebnet werden für einen wie auch immer gearteten Einsatz im Jemen.

    Es lebe die Demokratie und Ihre "vierte Säule", der FREIE Journalismus!

    Gute Nacht!

  6. unter dem deckmantel von demokratie und frieden für alle wollen wir modernen kreuzritter mal wieder land machen, um bodenschätze, drogenanbaugebiete und strategisch nützliche küstenstreifen an uns bringen.

    fein gemacht, liebe nachrichtendienste!

    statt sich damit zu beschäftigen, warum dieser junge mann unbehelligt, ohne reisepass, und trotz aller warnungen aus seiner familie an die geheimdienste, durch alle sicherheitskontrollen kommen konnte, wird nun ein neues feindbild zusammengezimmert, um den nächsten völkerrechtlichen überfall auf ein zivilisiertes land vorzunehmen.

    darauf laufen diese inszenierungen nämlich hinaus.

    schauen sie sich nur die drauf folgende debatte über die nacktscanner an, alles lag schon in der schublade, die aktien der sicherheitstechnikfirmen steigen und das volk bildet seine meinung über böse mitreisende.

    keiner fragt nach, ob dieser sogenannte attentäter nicht vom amerikanischen geheimdienst losgeschickt wurde um einen neuen vorwand für militärische aktionen zu liefern. die berichterstattung, auch, wie oben genannt, über die sprengstoffzusammensetzung lassen solches vermuten.

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    ich habe mich schon oft gefragt, ob überhaupt Argumente und Beobachtungen existieren, von denen sich Verschwörungsgläubige wie Sie vom Gegenteil überzeugen lassen würden.

    Ein Argument dagegen ist ein Argument dafür, richtig?

    Was müsste passieren, damit Sie der Meinung wären, dass der islamische Fundamentalismus keine Erfindung einer westlichen Verschwörergemeinde ist (eine wirklich ernst gemeinte Frage)?

    interessant, das gedanken, die dem beständigen strom der medialen meinung über angebliche bedrohungen der westlichen zivilisation durch das morgenland nicht entsprechen, als teil einer verschwörung gesehen werden können. so habe ich das noch nicht betrachtet.

    aber vielleicht bedenken sie auch : diejenigen die es immer gut meinen, haben immer das meiste unheil in der welt angerichtet.

    ich habe mich schon oft gefragt, ob überhaupt Argumente und Beobachtungen existieren, von denen sich Verschwörungsgläubige wie Sie vom Gegenteil überzeugen lassen würden.

    Ein Argument dagegen ist ein Argument dafür, richtig?

    Was müsste passieren, damit Sie der Meinung wären, dass der islamische Fundamentalismus keine Erfindung einer westlichen Verschwörergemeinde ist (eine wirklich ernst gemeinte Frage)?

    interessant, das gedanken, die dem beständigen strom der medialen meinung über angebliche bedrohungen der westlichen zivilisation durch das morgenland nicht entsprechen, als teil einer verschwörung gesehen werden können. so habe ich das noch nicht betrachtet.

    aber vielleicht bedenken sie auch : diejenigen die es immer gut meinen, haben immer das meiste unheil in der welt angerichtet.

  7. ...
    Denn die "Lüge" von der sie reden, lag wohl weniger bei Bush, als bei Saddam.
    "(...)Saddam Hussein hat die Welt bezüglich seines Waffenarsenals offenbar bewusst irregeführt, weil er den Iran fürchtete.(...)Er habe geglaubt, die USA planten nur einen eingeschränkten Angriff auf sein Land, wird Saddam Hussein zitiert, der später von der irakischen Justiz zum Tode verurteilt und Ende Dezember 2006 gehenkt wurde. Einen solchen begrenzten Militärschlag habe er bewusst in Kauf genommen, um dem Iran nicht zu offenbaren, dass er überhaupt keine Massenvernichtungswaffen besitze.(...)"
    http://www.n24.de/news/ne...

    Allerdings hat er schon versucht sich in Nordkorea Raketen zu besorgen - trotz der unzähligen UN-Resolutionen.

    Antwort auf "Die Lügei von den..."
  8. Lieber zeithabender, lieber Abbe Faria,

    wie wäre es, Sie beide treten die Reise in den Jemen an um diese dreisten Lügen unserer konspirativen Medien zu entlarven und posten ihre Urlaubsbilder im Zeit Forum?

    Das könnte für alle Beteiligten nur von Vorteil sein.

    Viele Grüße

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    Ich habe nicht behauptet Jemen sei ein stabiles Land, daher würde ich vorziehen dort keinen Urlaub zu machen (und mich dann von Steuergeldern meinen Entführern/Reiseführern abkaufen zu lassen)

    Was ich jedoch anprangere ist, dass ohne dass dies begründet oder gar bewiesen werden, Schlagzeilen ala "Jemen ist das neue Afghanistan, nur noch schlimmer" in Umlauf gebracht werden, die primär den Zweck haben, Meinung zu bilden.

    Und dies ist keine Verschwörungstheorie!

    Ich habe nicht behauptet Jemen sei ein stabiles Land, daher würde ich vorziehen dort keinen Urlaub zu machen (und mich dann von Steuergeldern meinen Entführern/Reiseführern abkaufen zu lassen)

    Was ich jedoch anprangere ist, dass ohne dass dies begründet oder gar bewiesen werden, Schlagzeilen ala "Jemen ist das neue Afghanistan, nur noch schlimmer" in Umlauf gebracht werden, die primär den Zweck haben, Meinung zu bilden.

    Und dies ist keine Verschwörungstheorie!

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