Außenhandel So nicht, China

Pekings Wirtschaftspolitik schadet der Welt – die muss sich wehren

Handyproduktion in Chengdu, China

Handyproduktion in Chengdu, China

China ist ein Krisengewinner. Während sich der angelsächsische Finanzkapitalismus selbst zerlegte, ist es der Regierung in Peking gelungen, die Konjunktur mit staatlichen Rettungsprogrammen zu stabilisieren. China wurde in die wichtigsten internationalen Wirtschaftsgremien aufgenommen und wird wegen seines riesigen Marktes und der enormen Devisenreserven hofiert.

Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen. Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel, wenn ein Land reicher wird, profitieren davon in der Regel auch andere Nationen – zum Beispiel, weil sie mehr Waren exportieren können. Chinas Wachstum aber geht zunehmend auf Kosten des Rests der Welt.

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Das liegt vor allem daran, dass die Chinesen ihren Wechselkurs manipulieren. Die Regierung kauft ausländische Devisen auf, um den Kurs ihrer eigenen Währung niedrig zu halten. Die Folge: Produkte aus China werden im Ausland günstiger. Hinter der chinesischen Warenschwemme auf den Weltmärkten steht oftmals nicht der – unbestrittene – Fleiß der Arbeiter in Shanghai oder Tianjin, sondern die staatlich verordnete Billigwährung.

Für eine Weile ging das gut, weil die unersättlichen amerikanischen Konsumenten für ausreichend Güternachfrage sorgten. Jetzt müssen die Amerikaner sparen – und die chinesischen Exporteure verdrängen die Konkurrenz in anderen Ländern. China hat seinen Überschuss in der Bilanz von Handel und Geldübertragungen auf jährlich fast 1000 Milliarden Dollar gesteigert. Der Rest der Welt einschließlich der so exportfreudigen Deutschen hat bald wenig herzustellen.

Allmählich wird das Problem erkannt. Delegationen aus Europa und den USA haben Peking besucht, um die Regierung zu einer Änderung ihrer Währungspolitik zu bewegen. Doch der Westen agiert zaghaft. Das muss nicht sein. China ist schließlich darauf angewiesen, dass die Grenzen in den Absatzmärkten offen bleiben. Zölle und Handelsschranken mögen marktwirtschaftlichen Prinzipien widersprechen, als Druckmittel in Ausnahmesituationen sind sie allemal legitim.

Ob in der Währungspolitik oder beim Klimawandel: China verfolgt hartnäckig seine nationalen Interessen. Das tun auch andere. Deutschland etwa hat nach dem Zweiten Weltkrieg seine Wirtschaft mithilfe einer unterbewerteten Währung auf den Weg gebracht. China aber ist keine unbedeutende Wirtschaftsmacht mehr, sondern die drittgrößte Ökonomie der Erde – und deren merkantilistische Politik gefährdet die Stabilität der Weltwirtschaft.

Die Schonzeit ist abgelaufen – zumal mittelfristig auch China selbst von einer Reform der Währungspolitik profitieren würde. Eine Aufwertung der Währung würde die Binnenwirtschaft stärken und damit die Grundlagen für ein nachhaltigeres Wachstum legen, von dem endlich auch die breitere Bevölkerung profitierte. Dass sich Peking stur stellt, liegt vor allem am politischen Einfluss der extrem mächtigen Exportunternehmen – noch ein Grund, die Abhängigkeit von den Ausfuhren zu verringern. 

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 08.01.2010 um 18:16 Uhr

    ...waren Leute, die das so sehen? Lary Summers hat auf diesen Zusammenhang bereits vor 16 Jahren aufmerksam gemacht und die Chinesen gebeten den Yuan anzupassen. Damals waren die Europäer zwar uninteressiert, aber bemerken hätte man es schon müssen.

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    Es ist kaum auszuhalten. Da gibt es "schlaue" Leute, hier auch Wirtschaftweise genannt. Und massenhaft Institute usw. usw. Entweder schlafen dort alle, oder die ganze Weltökonomie wird bewusst in die Richtung gesteuert, von der man behauptet, sie sei nicht gewollt...

    Es ist kaum auszuhalten. Da gibt es "schlaue" Leute, hier auch Wirtschaftweise genannt. Und massenhaft Institute usw. usw. Entweder schlafen dort alle, oder die ganze Weltökonomie wird bewusst in die Richtung gesteuert, von der man behauptet, sie sei nicht gewollt...

  1. nur meckern!
    blablabla...

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    • joG
    • 08.01.2010 um 18:23 Uhr

    ...wenn man bedenkt, dass die Fixierung des Yuan eine von drei Hauptfaktoren war, die zur Finanz- und Weltwirtschaftskrise führten.

    Was war denn das ? [...] ? Können Sie gerne auch, aber bitte nicht öffentlich.

    [Gekuerzt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • joG
    • 08.01.2010 um 18:23 Uhr

    ...wenn man bedenkt, dass die Fixierung des Yuan eine von drei Hauptfaktoren war, die zur Finanz- und Weltwirtschaftskrise führten.

    Was war denn das ? [...] ? Können Sie gerne auch, aber bitte nicht öffentlich.

    [Gekuerzt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

  2. dass die chinesen nur arm wie früher bleiben sollen?
    oder mache leute nur eifersucht haben?

    • joG
    • 08.01.2010 um 18:23 Uhr

    ...wenn man bedenkt, dass die Fixierung des Yuan eine von drei Hauptfaktoren war, die zur Finanz- und Weltwirtschaftskrise führten.

    Antwort auf "lustige witze"
  3. das ist aber auch zu böse von diesen chinesen, dass sie sich nicht mehr instrumentalisieren lassen und nun zu konkurrenz heranwachsen - so nicht!

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    China verlangt von anderen Ländern sich an den freien Handel zu halten, untergräbt diesen aber mit seiner Geldpolitik selbst.

    China verlangt von anderen Ländern sich an den freien Handel zu halten, untergräbt diesen aber mit seiner Geldpolitik selbst.

    • tuxman
    • 08.01.2010 um 18:24 Uhr

    ...sondern der Kapitalismus!

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    China hat sich mich der Politik der "offenen Türen", die von Deng Xiaoping seinerzeit ausgerufen wurde, ganz klar für die Nutzung des Kapitalismus zum Wohle des chinesischen Volkes ausgesprochen. Eigentlich sollte klar sein, dass spätestens seit diesem Zeitpunkt eine offene Konkurrenzsituation durchaus angemessen gewesen wäre. Es ist nie dazu gekommen. Warum ? Die Chinesen waren schlauer, ganz einfach. Know-How ist massenhaft abgezogen worden. Ausländische Unternehmen durften moderne Fabriken bauen, um dann festzustellen, dass sie gegen Korruption und Willkür keine Chance haben. Aber die Technologie war da schon im Lande.....Nicht, dass mich irgendjemand falsch versteht. China sei der neue Wohlstand vergönnt. Aber wer den o.g. Artikel aufmerksam gelesen hat, versteht, wie China bzw. ihre Führung tickt. Jedermann redet über die "islamische" Bedrohung. Das ist Quark mit Sosse. China und der chinesische Nationalismus ist es, was uns Sorgen machen muss.

    auf die Chinesen hat doch auch noch nie ein Land Rücksicht genommen.......
    Der Kapitalismus ist der Verbrecher und keine Währung!

    China hat sich mich der Politik der "offenen Türen", die von Deng Xiaoping seinerzeit ausgerufen wurde, ganz klar für die Nutzung des Kapitalismus zum Wohle des chinesischen Volkes ausgesprochen. Eigentlich sollte klar sein, dass spätestens seit diesem Zeitpunkt eine offene Konkurrenzsituation durchaus angemessen gewesen wäre. Es ist nie dazu gekommen. Warum ? Die Chinesen waren schlauer, ganz einfach. Know-How ist massenhaft abgezogen worden. Ausländische Unternehmen durften moderne Fabriken bauen, um dann festzustellen, dass sie gegen Korruption und Willkür keine Chance haben. Aber die Technologie war da schon im Lande.....Nicht, dass mich irgendjemand falsch versteht. China sei der neue Wohlstand vergönnt. Aber wer den o.g. Artikel aufmerksam gelesen hat, versteht, wie China bzw. ihre Führung tickt. Jedermann redet über die "islamische" Bedrohung. Das ist Quark mit Sosse. China und der chinesische Nationalismus ist es, was uns Sorgen machen muss.

    auf die Chinesen hat doch auch noch nie ein Land Rücksicht genommen.......
    Der Kapitalismus ist der Verbrecher und keine Währung!

  4. besser lebt man ohne ihr......

    Selbst für Normalversteher sind diese Erkenntnisse ja wohl nichts Neues. Zaudern, Hadern mit den Wählerstimmen, das Hochhalten des sogenannten "Freihandels", und nicht zuletzt natürlich die Angst des IWF vor dem Ausstieg Chinas.......All das führt zu einer Erpressungssituation, die viel zu spät erkannt wurde. Es mag sein, das China 1/6 der Weltbevölkerung stellt, allerdings erpresst wird der Westen im Moment höchstens von 1/1000. Und die sind äußerst nationalistisch eingestellt. Wenn die zaudernden Bonzen und Politiker sich also nicht bald entschliessen, wie in dem Artikel vorgeschlagen, vorzugehen, dann wird der Zug bald abgefahren sein.

  5. Was war denn das ? [...] ? Können Sie gerne auch, aber bitte nicht öffentlich.

    [Gekuerzt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Antwort auf "lustige witze"
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    das hast du gut bewiesen!

    das hast du gut bewiesen!

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