Tablet-PCsJahr der Tablets

2010 werden wir uns an eine neue Gerätegattung gewöhnen. von 

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Einer der vielen neuen Tablet-PCs: Das Hanvon Touchpad wurde auf der Consumer Electronics in Las Vegas das erste Mal gezeigt. Es verfügt über einen Intel Chip und lässt sich mit Windows 7 betreiben  |  © Ethan Miller/Getty Images

Im Jahr 2010 wächst unser Wortschatz um einen neuen Begriff – »Tablet« . Ihren großen Auftritt haben die Tablets derzeit auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Dort werden jeden Januar die Techniktrends für das kommende Jahr gesetzt und die zentralen Vokabeln der Unterhaltungselektronik verbreitet. Diesmal sind Tablets ein Topthema.

Gemeint sind damit tragbare Geräte mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm, größer als ein Smartphone, kleiner als ein Laptop, auch vom Funktionsumfang her ein Zwischending. Die flachen Tablets sind derzeit Projektionsfläche für Wünsche und Hoffnungen weit über die Branche hinaus. Mehrere Hersteller werden in Las Vegas ihre Modelle zeigen. Hartnäckigen Gerüchten zufolge soll Ende Januar auch die iPhone-Firma Apple eines vorstellen.

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Aber wer braucht noch eine neue Gerätegattung? Und ist die Idee nicht bereits gescheitert? Tatsächlich hatte Microsoft-Gründer Bill Gates schon vor acht Jahren in Las Vegas einen Laptop ohne Tastatur präsentiert, der nur auf Finger- und Stifteingabe reagierte – damals ein Rohrkrepierer. Vor vier Jahren propagierte Microsoft dann zusammen mit Intel und Samsung den Ultra Mobile PC – auch den kennt heute keiner mehr. Ein böses Omen? Mit den Tablets könnte es anders kommen. Erstens ist die Touchscreen-Technik endlich ausgereift (siehe Smartphones), zweitens sind die Bauteile billiger geworden (siehe 300-Euro-Netbooks), und darüber hinaus ist erstmals ausreichend Software für den Fingerbetrieb vorhanden.

Allerdings lehrt die Technikgeschichte, dass Hightech weniger entscheidend ist als der Kontext ihres Einsatzes. Ob die Tablets wirklich zum Erfolg werden, hängt vom Interesse von Mobilfunkanbietern, Musik- und Filmkonzernen, Buch- und Zeitungsverlegern ab. Das ist da. Denn digitale Bücher und Zeitschriften lassen sich hervorragend auf Tablets lesen, die deutlich leistungsfähiger (wenngleich energiehungriger) sind als E-Book-Reader wie Kindle & Co. Tablets werden Musik abspielen, Kleinstprogramme ausführen, Filme und Webseiten anzeigen – auf einem Bildschirm, der gerade groß genug ist, aber ohne Tastatur.

Keine Tasten – klingt das nach Verkrüppelung oder nach Fortschritt? Im Wissenschaftsmagazin Nature prognostizierte Googles Forschungsdirektor Peter Norvig für das Jahr 2020: »Die Mehrheit der Suchanfragen wird dann gesprochen werden, nicht mehr getippt.« Gegenwärtig klingt das noch wie im Jahr 2002 die Vokabel Tablet aus dem Mund von Bill Gates. Ende 2010 wird jedes Kind sie kennen. 

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Leserkommentare
  1. "Ultra Mobile PCs" - doch die gibt es, und überlebt haben sie auch.

    Allerdings als 1500-2000 € Geräte für den Business Nutzer der Mobilität vor Leistung schätzt.

    Und Tablets - das ist so eine Sache - ob es sich lohnt ist anwendungsspezifisch - und bisher war die Hardware in den Tablets teilweise etwas älter als in den Notebooks.

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  • Schlagworte Bill Gates | Google | Microsoft | Apple | CES | Consumer Electronics Show
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