Terror-Abwehr Nackter UnsinnSeite 2/2
Vor allem aber ist die aktuelle Debatte um die Körperscanner der erste, vielleicht entscheidende Test auf die neue Besonnenheit im Kampf gegen den Terror. Was ist nun von den erstaunlich moderaten Tönen zu halten, die gleich nach dem Amtsantritt der zweiten Regierung Merkel aus Berlin kamen? Der neue Innenminister Thomas de Maizière (CDU) verzichtete, anders als seine Vorgänger, auf martialische Forderungen nach neuen Gesetzen. Im Gegenteil, er warnte davor, das Geschäft der Terroristen zu betreiben, indem man die Bevölkerung durch immer neue Terrorwarnungen in Unruhe versetze.
Und die neue Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) versprach vor dem Bundestag, unter Schwarz-Gelb werde Schluss sein mit der Einschränkung von Bürgerrechten und »dem Stakkato immer neuer Gesetze in der Sicherheitspolitik«.
Von beiden Ministern ist in der gegenwärtigen Debatte auffällig wenig zu hören. Noch ist diese Debatte weit entfernt von der Hysterie nach 9/11. Aber schon ist wieder, wie damals, die alte Mechanik eingerastet, die auf jedes Attentat mit technischer Aufrüstung und juristischer Entgrenzung reagierte. Die alles, was denkbar ist, auch für sinnvoll erklärt im Kampf gegen den Terror. Eine Eskalationsmechanik, die zu Beginn des amerikanischen »war against terror« ohne großen Widerstand in düsterste Zonen der Rechtlosigkeit vorstieß: Verschleppung von Häftlingen in Geheimgefängnisse, systematisches Foltern oder Mordkomplotte gegen mutmaßliche Terroristen, wie die Pläne der CIA zur Hinrichtung des Deutsch-Syrers Mamoun Darkazanli in Hamburg, über die jetzt berichtet wurde.
Amerikanische Exzesse? Zum Glück. Aber auch hierzulande ist von angesehenen Juristen ernsthaft über die Zulässigkeit der Folter diskutiert worden. Auch hierzulande hat sich eine Mehrheit im Parlament für den Abschuss vollbesetzter Flugzeuge gefunden, genannt Luftsicherheitsgesetz. Und das Bundesverfassungsgericht hat in verstörend rascher Folge Anti-Terror-Gesetze zurechtgestutzt oder einkassiert.
Wahrscheinlich ist es ein historisch normaler Vorgang, dass es nach einer Katastrophe wie dem 11. September eine Weile braucht, um das Hysterische der Notwehr abzustreifen und zum Alltagsmaß ruhigerer Zeiten zurückzukehren. George W. Bush hat damit kurz vor Ende seiner Amtszeit noch selbst begonnen. Obama ist mit dem Verbot des waterboarding, des simulierten Ertränkens, und der – wie sich nun zeigt: vorschnellen – Ankündigung, Guantànamo zu schließen, ein paar symbolisch bedeutsame Schritte weitergegangen. Auch die neue, dezidiert entdramatisierte Berliner Rhetorik gehört in diese Linie. Doch wie dauerhaft sind diese Korrekturen wirklich?
Der hektische Ruf nach dem Körperscanner allein gefährdet nicht unsere Freiheit. Viel beunruhigender ist, wie wenig es braucht, einen gescheiterten Anschlag bloß, um zurückzufallen in die alte Automatik immer weiter gehender technischer Aufrüstung. Wie schnell vergessen ist, woran wir uns zuletzt mit Mühe wieder erinnert hatten: dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Dass der freiheitliche Rechtsstaat, um seiner selbst willen, nicht alles tut, was möglich ist. Dass kein Zweck alle Mittel heiligt. Was aber, das ist das Beunruhigendste überhaupt, wären diese Erkenntnisse wert, wenn irgendwann ein Anschlag wirklich gelingen sollte?
- Datum 07.01.2010 - 13:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.01.2010 Nr. 02
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Es ist immer die Rede vom Krieg gegen DEN Terror. Taliban werden getötet, andere Terroristen inhaftiert. Doch wie soll der Terror enden? Es gibt nicht den ultimativen Knopf, der, einmal gedürckt, alle Islamisten auf einmal ausmerzt. Vor Allem würde er nicht das Nachwachsen der nächsten Terror-Genration unterbinden.
Wo bleibt denn bei aller Notwendigkeit der Unterbindung der aktuellen Gefahr des Terrors die Diskussion über eine Zukunftsperspektive? Wie verhindert man den Zulauf der extremistischen Gruppen?
Es ist schon komisch, dass nach dem angeblichen vereitelten Terroranschlag (wie kann ein Nigerianer ohne Pass in die USA einreisen?) plötzlich im Eiltempo überall die sog. Körperscanner aufgestellt werden sollen - und diese zufälligerweise erst vor einigen Monaten in der Diskussion waren und abgelehnt wurden. Sollten die Umfragen stimmen, nach denen eine Mehrheit der Deutschen ihre eigene Selbsterniedrigung durch Nacktscanner befürworten, haben die Menschen hierzulande wohl keinen freien Willen mehr. Ein unangenehmes Gefühl, inmitten eines unzurechnungsfähigen Volkes zu leben.
... dann brauchen Sie nicht mehr inmitten eines unzurechnungsfähigen Volkes zu leben.
Und die unzurechnungsfähigen Einwohner brauchen sich nicht darüber wundern, dass hier in Deutschland zwar z. B. FKK sehr beliebt ist, bei Nacktscannern aber sofort der totalitäte Staat den Bürger unterjochen will.
Fehlt eigentlich nur noch die Behauptung, dass der Anschlag lediglich eine Werbemaßnahme für Nacktscanner war ...
... dann brauchen Sie nicht mehr inmitten eines unzurechnungsfähigen Volkes zu leben.
Und die unzurechnungsfähigen Einwohner brauchen sich nicht darüber wundern, dass hier in Deutschland zwar z. B. FKK sehr beliebt ist, bei Nacktscannern aber sofort der totalitäte Staat den Bürger unterjochen will.
Fehlt eigentlich nur noch die Behauptung, dass der Anschlag lediglich eine Werbemaßnahme für Nacktscanner war ...
Herr Wefing meint also, statt moderne Technik einzusetzen lieber auf "gut bezahltes Sicherheitspersonal, das nach Gefährdern Ausschau hält" zu vertrauen.
Wie soll man sich denn das bitte vorstellen: "nach Gefährdern Ausschau" halten? Völlig hilflose Argumentation! Natürlich - und das behauptet ja auch NIEMAND !! - lässt sich das Problem nicht nur mit zusätzlichen technischen Massnahmen lösen, aber OHNE auch nicht!
Es ist schon bemerkenswert , daß die zuständigen Behörden sich nicht einmal mit dem Profiling , wie es die Israelis machen , befassen(laut Medien).Was soll ein Nacktscanner bringen außer Beruhigung. Man wird das Gefühl nicht los , daß es wieder nur um die Wirtschaft geht , d.h.daß die Produzenten von Nacktscannern unterstützt werden sollen.Das Ergebnis , zumal das Gefühl der Gescannten spielt bei der Entscheidung offensichtlich überhaupt keine Rolle.Kein Gerät der Welt kann Terrorismus verhindern.Nur die Beobachtung der Menschen in der Schlange von dem Check , das Gespräch durch Experten , die Untersuchung im Vorfeld durch die Geheimdienste, Aufmerksamkeit usw.bringen wirklich etwas.Das kostet natürlich , aber ist erheblich wirksamer als diese Nacktscanner.
...zum Altmeister:
http://www.schneier.com/b...
Im speziellen:
http://www.fivethirtyeigh...
Weil der amerikanische Geheimdienst versagt hat, sollen alle Flugreisende technisch ausgezogen werden. Ein Irrsinnsaufwand und ein zeitliches und emotionales Hindernis für alle Flugreisenden.
Ich stelle mir vor, das führt man zukünftig auch im öffentlichen Personennah-und -fernverkehr ein. Man denke an die Anschläge auf die U- und S-Bahnen in Madrid und London.
Wie wär es denn, wenn man zu allererst an den Ursachen des Problems arbeitet.
"Weil der amerikanische Geheimdienst versagt hat, sollen alle Flugreisende technisch ausgezogen werden. Ein Irrsinnsaufwand und ein zeitliches und emotionales Hindernis für alle Flugreisenden.
[...]
Wie wär es denn, wenn man zu allererst an den Ursachen des Problems arbeitet."
Diesem Kommentar kann ich mich nur voll anschliessen. Und ein weiteres kann man in dieser Diskussion nicht oft genug betonen: Es ist eben NICHT so, dass mit solchen Koerperscannern in Zukunft Sicherheit vor Anschlaegen bestuende. Sprengstoff IM Koerper erkennen auch diese Scanner nicht und ein Selbstmord-Anschlag dieser Art in Saudi-Arabien wurde bereits letzten Sommer auch durch verschaerfte Kontrollen nicht verhindert. Also muessen wir wohl damit rechnen, dass auch bei Fluegen diese Art von Anschlaegen zunehmen wird. Koerperscanner werden sie nicht verhindern und wenn die Technologie ausgereizt wird, um Sprengstoff im Koerper aufzudecken, so wird dies nicht mehr ohne Gesundheitsgefahren fuer Fluggaeste abgehen.
Fazit: Wie bereits im obenstehenden Beitrag geschrieben, lagen im vorliegenden Fall auch ohne irgendwelche hochmodernen Scanner genuegend Informationen vor, um die Tat zu verhindern. Veraenderungen sollten also vielmehr in den Geheimdiensten stattfinden!
"Weil der amerikanische Geheimdienst versagt hat, sollen alle Flugreisende technisch ausgezogen werden. Ein Irrsinnsaufwand und ein zeitliches und emotionales Hindernis für alle Flugreisenden.
[...]
Wie wär es denn, wenn man zu allererst an den Ursachen des Problems arbeitet."
Diesem Kommentar kann ich mich nur voll anschliessen. Und ein weiteres kann man in dieser Diskussion nicht oft genug betonen: Es ist eben NICHT so, dass mit solchen Koerperscannern in Zukunft Sicherheit vor Anschlaegen bestuende. Sprengstoff IM Koerper erkennen auch diese Scanner nicht und ein Selbstmord-Anschlag dieser Art in Saudi-Arabien wurde bereits letzten Sommer auch durch verschaerfte Kontrollen nicht verhindert. Also muessen wir wohl damit rechnen, dass auch bei Fluegen diese Art von Anschlaegen zunehmen wird. Koerperscanner werden sie nicht verhindern und wenn die Technologie ausgereizt wird, um Sprengstoff im Koerper aufzudecken, so wird dies nicht mehr ohne Gesundheitsgefahren fuer Fluggaeste abgehen.
Fazit: Wie bereits im obenstehenden Beitrag geschrieben, lagen im vorliegenden Fall auch ohne irgendwelche hochmodernen Scanner genuegend Informationen vor, um die Tat zu verhindern. Veraenderungen sollten also vielmehr in den Geheimdiensten stattfinden!
im Prinzip ist wohl jede große Menschenansammlung potentiell gefährdet. Ich mein, warum wird nicht jeder Fußballfan oder Konzertbesucher durch einen Nacktscanner gejagt?
Im Irak, Kongo und anderswo sterben täglich Menschen wegen irgendwelcher Bombenattentate und Schießereien. Dann passiert mal was in einem Flugzeug und die ganze Welt muss umgekrempelt werden..
Naja, ich fahre lieber Bahn. Da kann auch nix passieren, Terroristen fliegen ja lieber.
"Weil der amerikanische Geheimdienst versagt hat, sollen alle Flugreisende technisch ausgezogen werden. Ein Irrsinnsaufwand und ein zeitliches und emotionales Hindernis für alle Flugreisenden.
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Wie wär es denn, wenn man zu allererst an den Ursachen des Problems arbeitet."
Diesem Kommentar kann ich mich nur voll anschliessen. Und ein weiteres kann man in dieser Diskussion nicht oft genug betonen: Es ist eben NICHT so, dass mit solchen Koerperscannern in Zukunft Sicherheit vor Anschlaegen bestuende. Sprengstoff IM Koerper erkennen auch diese Scanner nicht und ein Selbstmord-Anschlag dieser Art in Saudi-Arabien wurde bereits letzten Sommer auch durch verschaerfte Kontrollen nicht verhindert. Also muessen wir wohl damit rechnen, dass auch bei Fluegen diese Art von Anschlaegen zunehmen wird. Koerperscanner werden sie nicht verhindern und wenn die Technologie ausgereizt wird, um Sprengstoff im Koerper aufzudecken, so wird dies nicht mehr ohne Gesundheitsgefahren fuer Fluggaeste abgehen.
Fazit: Wie bereits im obenstehenden Beitrag geschrieben, lagen im vorliegenden Fall auch ohne irgendwelche hochmodernen Scanner genuegend Informationen vor, um die Tat zu verhindern. Veraenderungen sollten also vielmehr in den Geheimdiensten stattfinden!
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