Personenrätsel Lebensgeschichte

Als der Elfjährige vorzeitig die Schule verließ, deutete nichts darauf hin, dass er einmal ganz groß rauskommen würde. Es fehlte ihm ja nicht nur an Bildung, auch sein Aussehen ließ zu wünschen übrig: Er war ziemlich klein, im Körperbau gedrungen, und seine Hautfarbe war ohnehin ein Makel. Vor allem aber seine Herkunft galt vielen als anrüchig. In der Gosse war er groß geworden, hatte schon mit fünf Jahren als Zeitungsausträger das Familienbudget aufbessern müssen – ein allein gelassenes Kind zwischen Nutten, Zuhältern, Kleinganoven, die sich halb illegal über Wasser hielten. Die Mutter ernährte sich und ihre zwei Kinder zeitweise mit Prostitution, der Vater ward jahrelang nie gesehen, allein die streng katholische Großmutter bot eine Art Zuhause.

Wen hätte es verwundert, wenn aus ihm ein Straßenfilou geworden wäre? Doch alles sollte anders kommen, denn er besaß Talent. Und er war clever und stark genug, an sich zu arbeiten und daraus Beruf und Berufung zu machen. »Der Herr liebt die Armen, aber nicht die Armen und Faulen«, war sein Motto.

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Ein Zufall half dem Jungen, als er ins Erziehungsheim kam und dort zwei Jahre bleiben musste. Hier gab es regelmäßig warmes Essen und festes Schuhwerk, und hier fand der vaterlos aufgewachsene Bub auch einen Ersatzvater, der ihn förderte (das sollte in seinem Leben noch mehrfach passieren). Der musikalische Rohdiamant landete im Heimorchester und erhielt seinen ersten Feinschliff. Dass man ihn allerdings zehn Jahre später schon in den besten Clubs seiner Zeit bejubeln und dass das so bleiben würde, mag ihn im Rückblick manchmal selbst erstaunt haben. »Ich habe nie versucht, etwas zu beweisen, ich wollte nur eine gute Show geben. Mein Leben war meine Musik…, aber sie ist nichts wert, wenn du sie nicht öffentlich spielen kannst. Die Hauptsache ist, für das Publikum zu leben, denn du bist dafür da, die Menschen zu erfreuen.«

Er war auf die Sonnenseite der Straße gewechselt, welch ein Aufstieg aus Enge und Armut! Eines seiner ersten festen Engagements hatte er auf einem Flussdampfer gefunden, der Touristen gen Sonnenuntergang schipperte, hier lernte er endlich auch Noten lesen. Das ging drei Sommer lang, bis es ihn in die nahe Metropole zog. Der zweite seiner Ersatzväter hatte gerufen, und er folgte dem Ruf. Von nun an wollte er nur noch mit den besten Musikern und Musikerinnen auftreten. Als er seine erste Band unter eigenem Namen gründete, war er 26 – was dann folgte, ist längst Legende.

Wie auch sein zweites Talent als Entertainer, das ihn wohl schon als Kind oft gerettet hat und ihn nie verließ, etwa bei immerhin drei Scheidungen. Sein Humor, sein Lachen, seine Lebensfreude waren unverkennbar, optisch und akustisch. »Wenn ich sterbe«, sagte er einmal, »wird es die schönste Beerdigung geben, die man je gesehen hat. Ich wünschte nur, ich könnte zusehen.« Wer war's?

Lösung aus Nr. 1:
Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739 bis 1807) war eine Nichte Friedrichs II. 1761 bis 1775 war sie Regentin für ihren Sohn Carl August. Mit der Berufung Wielands zum Lehrer ihres Sohnes begann die Legende vom »Musenhof« Weimar. Unter ihrer Regentschaft wurde das Grüne Schloss zur herzoglichen Bibliothek umgebaut – seit 1998 trägt sie ihren Namen – und der gebildeten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausgaben dafür betrugen den zwanzigsten Teil ihres Aufwands für Garderobe. 1788 bis 1790 bereiste die »alte Herzogin« auf Goethes Spuren Italien. 1806 floh sie vor den Truppen Napoleons, die Niederlage Preußens erlebte sie als Untergang ihrer Welt

 
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