Stimmt's Gefährliche Röhre?

"Können sich tätowierte Menschen im Kernspintomografen verbrennen?", fragt Klaus Debring aus Cloppenburg.

»Wer Tattoo trägt, kann in dieser Röhre verbrennen«, schrieb die Bild- Zeitung im Jahr 2003 in ihrer unnachahmlichen Art, »Kernspintomographen werden zu Killermaschinen.« Aber kein Tattooträger muss befürchten, im MRT-Scanner den Hitzetod zu sterben.

Kernspintomografen erzeugen detaillierte Bilder vom Innenleben des Patienten, indem sie den Körper einem magnetischen Feld aussetzen, das 10.000-mal so stark ist wie das natürliche Magnetfeld der Erde. Metallteile können in einem derart extremen Feld zu tödlichen Geschossen werden. Deshalb haben zum Beispiel Piercings nichts im Scanner verloren, und bei Patienten mit Herzschrittmachern müssen Ärzte auf andere Durchleuchtungsverfahren ausweichen.

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Was aber ist mit Tattoofarben? Vor allem in der Vergangenheit enthielten manche rote und schwarze Farben Eisenoxide. Die können tatsächlich mit dem Magnetfeld in Wechselwirkung treten. Aber niemand muss befürchten, dass durch so geringe Eisenmengen ein Körperteil magnetisch angezogen wird oder die Partikel gar aus der Haut gerissen werden.

Es gibt vereinzelte Berichte von Menschen, die über eine Erwärmung der entsprechenden Hautpartie, über Kribbeln oder Schmerzen geklagt haben. All diese Effekte klangen aber nach der Prozedur schnell ab.

Von ernsthaften Verbrennungen ist in keinem der Berichte die Rede. Allerdings kann ein großflächiges eisenhaltiges Tattoo dazu führen, dass die darunter liegende Körperpartie auf dem Scan nicht deutlich zu erkennen ist.

Das alles betrifft vor allem alte Tätowierungen, die vor der großen Modewelle gestochen wurden. Seit etwa 20 Jahren bestehen die gebräuchlichen Tattoofarben aus organischen Substanzen und sind eisenfrei.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Da man eine heftige Dosis Strahlung abbekommt sollte man sich trotzdem nicht zu oft in den Kernspintomografen legen. Im Bauchraum z.B. 20 Millisievert, beim Brustkorb 10 Millisievert. Beim einer klassischen Brustuntersuchung sind es bspw. "nur" 0,5 Millisievert.

    Quelle: Bfs - Bundesamt für Strahlenschutz, Aug 2005
    http://tinyurl.com/yzk9bdu

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    Es dürfte sich mittlerweile überall herumgesprochen haben, dass im Kernspintomografen ohne Röntgenstrahlung gearbeitet wird. Es entsteht daher nicht die geringste Strahlenbelastung! Der Kernspintomograf arbeitet mit den Schwingungen der mit einem Magneten aus der Ruhelage gebrachten Atome im menschlichen Körper.
    Hat absolut nichts mit ionisierenden Strahlen zu tun! Sie dürften dieses Gerät mit einem Computertomografen verwechseln. Dabei allerdings erhält ein Erwachsener durchschnittlich eine Dosis, die bis zu 400 einzelnen Thoraxaufnahmen entspricht!

    Es dürfte sich mittlerweile überall herumgesprochen haben, dass im Kernspintomografen ohne Röntgenstrahlung gearbeitet wird. Es entsteht daher nicht die geringste Strahlenbelastung! Der Kernspintomograf arbeitet mit den Schwingungen der mit einem Magneten aus der Ruhelage gebrachten Atome im menschlichen Körper.
    Hat absolut nichts mit ionisierenden Strahlen zu tun! Sie dürften dieses Gerät mit einem Computertomografen verwechseln. Dabei allerdings erhält ein Erwachsener durchschnittlich eine Dosis, die bis zu 400 einzelnen Thoraxaufnahmen entspricht!

  2. 2. PS

    Die durchnittliche natürliche Strahlenbelastung beträgt ca. 2mSv, der EU Grenzwert schreibt für die Bevölkerung noch eine max. Belastung von 1mSv durch übrige Strahlenbelastung, wie z.B. in der Medizin zu. D.h. man sollte 3mSv ohne einen besonderen Grund i.d.R. nicht überschreiten.

    D.h. wohl nicht das man die Röntgenuntersuchung verdammen sollte, nur sollte man sie nicht ohne trifftigen Grund durchführen lassen. Schließlich muss ja auch eine riesige Industrie am Leben gehalten werden ...

  3. Es dürfte sich mittlerweile überall herumgesprochen haben, dass im Kernspintomografen ohne Röntgenstrahlung gearbeitet wird. Es entsteht daher nicht die geringste Strahlenbelastung! Der Kernspintomograf arbeitet mit den Schwingungen der mit einem Magneten aus der Ruhelage gebrachten Atome im menschlichen Körper.
    Hat absolut nichts mit ionisierenden Strahlen zu tun! Sie dürften dieses Gerät mit einem Computertomografen verwechseln. Dabei allerdings erhält ein Erwachsener durchschnittlich eine Dosis, die bis zu 400 einzelnen Thoraxaufnahmen entspricht!

    Antwort auf "Verstrahlt"
  4. ... siehe auch "American Journal of Roentgenology": http://www.ajronline.org/...

    Da heisst es: "A 23-year-old man sustained a second-degree skin burn in two skin tattoos while undergoing cervical spine MR imaging at 1.5-T using a phased array coil."

    Der Artikel ist von 2000, der Mann 23, das Tattoo ist also noch nicht soooo alt.

    Aber gefährlicher ist das Kontrastmittel (Gadolinium), kann zu Nephrogener Systemischer Fibrose (http://de.wikipedia.org/w...) führen, wenn die Nieren kaputt sind (deswegen wollen die Radiologen seit ein paar Jahren auch die Kreatininwerte haben)...

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