Nasa-Rover Spirit Therapie im Sand
Seite 2/2:

»Spirit ruft nicht mehr so oft zu Hause an, wie sich die Eltern das wünschen«

Doch schon bald war die veranschlagte Lebensdauer der Marsmobile weit überschritten. Seit der Landung hatte Spirit 3647 Meter zurückgelegt, sechsmal so viel wie vorgesehen. Das zehrte an der Substanz. Immer wieder fiel die Lenkung aus, weil ein Relais klemmte. Das rechte Vorderrad und das linke Hinterrad steuerten in die falsche Richtung. Das 174 Kilogramm schwere Fahrzeug konnte seinen Kurs nicht mehr halten. Kurzfristig erwogen die Techniker in Pasadena gar, absichtlich eine Sicherung durchbrennen zu lassen und damit ein Gliedmaß künstlich zu versteifen. Diese heiße Behandlung wurde verworfen. Und wie auch oft bei menschlichen Patienten verschwand das Problem ganz ohne ärztliche Hilfe.

Bilder vom Mars
Krater in Kupfergrün. Eine Fotostrecke

Krater in Kupfergrün. Eine Fotostrecke

So vergingen zwei Jahre des Forschens und Fahrens, bis 2006 Spirits Radprobleme rheumatisch eskalierten. Es begann mit etwas Staub im rechten Vorderrad. Der Widerstand gegen Bewegungen war so hoch, dass der Elektromotor durchzubrennen drohte. Fortan schonten die Ingenieure das überstrapazierte Rad. Dann, im Dezember, war es plötzlich wieder frei beweglich. Geheilt? Nur drei Monate später befiel dasselbe Rad jene unerklärliche Lähmung, die alle Fluchtversuche aus Troja vereitelte. Seitdem kann Spirit nur noch rückwärts fahren – und das lädierte Rad über den bröseligen Marsboden schleifen.

So schlichen die Methusalems durch den Marssand, als an einem Freitag im Jahr 2008 fesche Konkurrenz vom Himmel schwebte: Der Phoenix Mars Lander. Das brandneue Vehikel war größer, hatte einen langen Forschungsarm und konnte sogar – mit Übersetzungshilfe leicht hysterischer Erdbetreuer – twittern. »Fallschirm ist offen!!!«, während des Landemanövers, »Los Raketen!!!!« Dann: »Ich bin gelandet!!!!!!«, »Grüße!, Tränen, ich bin da!« – die Quasselstrippe strotzte nur so vor Gesundheit. »Alle Gelenke sind gesund, und wir brennen darauf, loszulegen«, verkündete Matthew Robinson von der Nasa.

Wenigstens Opportunity kann mithalten. Das Marsmobil hatte von Anfang an die robustere Konstitution. 17 Kilometer ist es bis jetzt gefahren, und weitere 10 Kilometer stehen ihm bevor. Mit allen Ausflügen und dem Umkurven von Hindernissen eine Reise von einem Jahr. Spirits Tacho hingegen steht seit acht Monaten auf 7730 Meter Gesamtstrecke. Seit April hat er sich nur 30 Zentimeter fortbewegt. Die Kommunikation mit der Heimat fällt ihm schwer. »Spirit ruft nicht mehr so oft zu Hause an, wie sich die Eltern das wünschen«, lässt die Nasa wissen, »aber es wird besser. Spirit meldet sich jetzt dreimal die Woche.« Seine Therapeuten bemühen sich um einen optimistischen Tonfall. Der Ort, an dem der Patient stecke, versichern sie, sei wissenschaftlich sehr interessant. Aber was hilft das? Spirits Bauch hängt an einem spitzen Stein fest, und jetzt macht auch das rechte hintere Rad Ärger.

Rückt die finale Ferndiagnose näher? Es ist Herbst in Troja, der eisige Winter naht. Wenn Spirit nicht weiterkommt, nicht an einem lichten Südhang seine Solarpaneele optimal in die Sonne recken kann, wenn die irdischen Doktoren den moribunden Rover nicht zu diesem Kraftakt bewegen können – dann wird seine Heizung immer schwächer, und schließlich werden ihm die Innereien einfrieren.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:00 Uhr

    Da ist also so ein Roboter auf dem Mars. Was macht der da? Hinweise auf Wasser suchen? Wir haben hier doch Wasser genug! Vielleicht findet er eine Mikrobe. Oder eine Felsformation. Die Aufnahmen sind auch nicht schlecht: Berge und so (ich mag Berge).

    Ein riesiger Schritt für einen Roboter, aber eher ein winziger für die Menschheit. Ich bin ein großer Freund der Grundlagenforschung, die neben den vielbeschworenen Anwendungen eben auch grundlegende Erkenntnisse fördert. Aber was soll dieser Roboter da rumgurken? Im unwahrscheinlichen Glücksfall finden wir heraus, dass es auf dem Mars einst eine üppige Vegetation gab. Und dann? Wo ist der Erkenntnisgewinn, wo der Durchbruch, wo der Nutzen?

    Natürlich werfen diese Projekte auch als Nebenprodukt Technologie ab. Aber wäre es nicht zweckmäßiger das Geld gleich in die Entwicklung zu stecken und die Technologie als Hauptprodukt zu entwickeln? Oder in die Kosmologie oder die Teilchenphysik. Oder was für hungernde Menschen tun... Irgendwas! Aber doch nicht so 'nen ollen Felsklumpen angucken.

    Dank übrigens an Herrn Albrecht, der mir in und mit seinem despektierlichen Tonfall aus der Seele spricht!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das Übliche "tiefsinnige" Nachdenken über den Sinn und Unsinn von Planetenforschung.

    Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat. Würde man diese Beträge in Bildung und Forschung stecken würde die Wlet um einiges besser aussehen. So ist der Zweck Ihres Kommentares gleich der von Ihnen gewählten Überschrift und das ist doch traurig oder???

    • PGMN
    • 06.01.2010 um 14:29 Uhr

    Ich bin zwar an sich jemand, der solche, und insbesondere diese beiden, Projekte gutheißt, jedoch bin ich gezwungen, sie als Spielereien für intelligente Menschen zu bezeichnen. Wenn man sich aber die Geschichten dieser Spielereien ansieht, zu denen ich auch die Himmelsbeobachtungen eines Tycho Brahe oder Flugversuche der Gebrüder Wright oder Montgolfiere zählen möchte, dann erkennt man immer wieder einen, vielleicht späten, aber unbestreitbaren Nutzen. Jedes technische Projekt, welches die Grenzen des technisch machbaren auslotet, hat das Potential, neue Technologien zutage zu fördern, die sonst nie gefunden worden wären und Eingang in den Alltag finden. Kurzum: der Grund für solche Projekte ist Spielerei und Wissensdurst, das eigentlich Wertvolle aber die Nebenprodukte. Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überheupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grundd mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte.

    das Übliche "tiefsinnige" Nachdenken über den Sinn und Unsinn von Planetenforschung.

    Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat. Würde man diese Beträge in Bildung und Forschung stecken würde die Wlet um einiges besser aussehen. So ist der Zweck Ihres Kommentares gleich der von Ihnen gewählten Überschrift und das ist doch traurig oder???

    • PGMN
    • 06.01.2010 um 14:29 Uhr

    Ich bin zwar an sich jemand, der solche, und insbesondere diese beiden, Projekte gutheißt, jedoch bin ich gezwungen, sie als Spielereien für intelligente Menschen zu bezeichnen. Wenn man sich aber die Geschichten dieser Spielereien ansieht, zu denen ich auch die Himmelsbeobachtungen eines Tycho Brahe oder Flugversuche der Gebrüder Wright oder Montgolfiere zählen möchte, dann erkennt man immer wieder einen, vielleicht späten, aber unbestreitbaren Nutzen. Jedes technische Projekt, welches die Grenzen des technisch machbaren auslotet, hat das Potential, neue Technologien zutage zu fördern, die sonst nie gefunden worden wären und Eingang in den Alltag finden. Kurzum: der Grund für solche Projekte ist Spielerei und Wissensdurst, das eigentlich Wertvolle aber die Nebenprodukte. Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überheupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grundd mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte.

  1. das Übliche "tiefsinnige" Nachdenken über den Sinn und Unsinn von Planetenforschung.

    Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat. Würde man diese Beträge in Bildung und Forschung stecken würde die Wlet um einiges besser aussehen. So ist der Zweck Ihres Kommentares gleich der von Ihnen gewählten Überschrift und das ist doch traurig oder???

    Antwort auf "Was macht der denn da?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:13 Uhr

    Sie fragten:
    "Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat."

    Damit könnte man sehr viel besseres anstellen - das gebe ich Ihnen gerne zu. Doch das wir an der einen Stelle unsinnig Geld verschleudern, kann doch nicht als Legitimation gelten, das auch an anderer Stelle zu tun. Aber worauf wollten Sie hinaus? Ihr Kommentar wirkte so schroff...

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:13 Uhr

    Sie fragten:
    "Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat."

    Damit könnte man sehr viel besseres anstellen - das gebe ich Ihnen gerne zu. Doch das wir an der einen Stelle unsinnig Geld verschleudern, kann doch nicht als Legitimation gelten, das auch an anderer Stelle zu tun. Aber worauf wollten Sie hinaus? Ihr Kommentar wirkte so schroff...

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:13 Uhr

    Sie fragten:
    "Schon mal nachgedacht, was man mit all den Billionen tun könnte, die völlig sinnfrei in Bankenrettung und Militär verbraten hat."

    Damit könnte man sehr viel besseres anstellen - das gebe ich Ihnen gerne zu. Doch das wir an der einen Stelle unsinnig Geld verschleudern, kann doch nicht als Legitimation gelten, das auch an anderer Stelle zu tun. Aber worauf wollten Sie hinaus? Ihr Kommentar wirkte so schroff...

    Antwort auf "Mal wieder ...."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    überhaupt nicht so gedacht. ( Sorry )

    Aber das damit Geld rausgeschmissen wird, wage ich einmal zu bezweifeln. Gut, man kann auf dem Standpunkt stehen, das es einen nicht interessiert, ob es mal Wasser auf dem Mars gegeben hat, aber das ist schon mal ein sehr wichtiger Aspekt für kosmologische Ansichten . ( Und auch die Suche nach Miroben oder sonstiger Art von Leben )

    Fakt ist ja, das wir bisher nur von Leben auf der Erde wissen ( Anzeichen intelligenten Lebens wurden ja zumindest im Wasser gefunden, auf dem Land bin ich mir da nie so sicher ) Und obwohl sehr vil dafür spricht, dass dieses Universum der Entstehung von Leben sehr zugetan ist, sucht man deshalb genau danach. Ist Leben in unserem Sonnensystem ( in welcher Form und in welchem Zeitraum auch immer ) also die Regel oder die Ausnahme. Sollte etwa auf den Jupiter/Saturnmonden einfachste Lebensformen exitieren, Reste davon auf dem Mars zu finden sein ( und wo sonst auch immer ) so würden diese Ergebnisse die Sicht auf das Universum verändern. ( Mit allen Folgen für die Religionen, da sich ja dann die Frage nach der Erbsünde sogar universell stellen würde )

    Sie sehen, das selbst ein kleiner Roboter auf dem Mars da schon viel bewirken kann. Und ganz ehrlich, ich würde freiwillig 1000€ an Steuern für solchen "Unfug" bezahlen als das durch mein Geld die neue Villa eines Bangsters bezahlt wird. (Oder ein Sack Munition gekauft wird )

    Eben auch alles eine Frage des Verhältnisses.

    überhaupt nicht so gedacht. ( Sorry )

    Aber das damit Geld rausgeschmissen wird, wage ich einmal zu bezweifeln. Gut, man kann auf dem Standpunkt stehen, das es einen nicht interessiert, ob es mal Wasser auf dem Mars gegeben hat, aber das ist schon mal ein sehr wichtiger Aspekt für kosmologische Ansichten . ( Und auch die Suche nach Miroben oder sonstiger Art von Leben )

    Fakt ist ja, das wir bisher nur von Leben auf der Erde wissen ( Anzeichen intelligenten Lebens wurden ja zumindest im Wasser gefunden, auf dem Land bin ich mir da nie so sicher ) Und obwohl sehr vil dafür spricht, dass dieses Universum der Entstehung von Leben sehr zugetan ist, sucht man deshalb genau danach. Ist Leben in unserem Sonnensystem ( in welcher Form und in welchem Zeitraum auch immer ) also die Regel oder die Ausnahme. Sollte etwa auf den Jupiter/Saturnmonden einfachste Lebensformen exitieren, Reste davon auf dem Mars zu finden sein ( und wo sonst auch immer ) so würden diese Ergebnisse die Sicht auf das Universum verändern. ( Mit allen Folgen für die Religionen, da sich ja dann die Frage nach der Erbsünde sogar universell stellen würde )

    Sie sehen, das selbst ein kleiner Roboter auf dem Mars da schon viel bewirken kann. Und ganz ehrlich, ich würde freiwillig 1000€ an Steuern für solchen "Unfug" bezahlen als das durch mein Geld die neue Villa eines Bangsters bezahlt wird. (Oder ein Sack Munition gekauft wird )

    Eben auch alles eine Frage des Verhältnisses.

  2. überhaupt nicht so gedacht. ( Sorry )

    Aber das damit Geld rausgeschmissen wird, wage ich einmal zu bezweifeln. Gut, man kann auf dem Standpunkt stehen, das es einen nicht interessiert, ob es mal Wasser auf dem Mars gegeben hat, aber das ist schon mal ein sehr wichtiger Aspekt für kosmologische Ansichten . ( Und auch die Suche nach Miroben oder sonstiger Art von Leben )

    Fakt ist ja, das wir bisher nur von Leben auf der Erde wissen ( Anzeichen intelligenten Lebens wurden ja zumindest im Wasser gefunden, auf dem Land bin ich mir da nie so sicher ) Und obwohl sehr vil dafür spricht, dass dieses Universum der Entstehung von Leben sehr zugetan ist, sucht man deshalb genau danach. Ist Leben in unserem Sonnensystem ( in welcher Form und in welchem Zeitraum auch immer ) also die Regel oder die Ausnahme. Sollte etwa auf den Jupiter/Saturnmonden einfachste Lebensformen exitieren, Reste davon auf dem Mars zu finden sein ( und wo sonst auch immer ) so würden diese Ergebnisse die Sicht auf das Universum verändern. ( Mit allen Folgen für die Religionen, da sich ja dann die Frage nach der Erbsünde sogar universell stellen würde )

    Sie sehen, das selbst ein kleiner Roboter auf dem Mars da schon viel bewirken kann. Und ganz ehrlich, ich würde freiwillig 1000€ an Steuern für solchen "Unfug" bezahlen als das durch mein Geld die neue Villa eines Bangsters bezahlt wird. (Oder ein Sack Munition gekauft wird )

    Eben auch alles eine Frage des Verhältnisses.

    Antwort auf "Freilich!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:51 Uhr

    Ich war auch einst begeistert von der Raumfahrt, und kann mich noch gut an meine damalige Begeisterung erinnern - und somit Ihre auch nachvollziehen.

    Würden wir aber tatsächlich Hinweise auf (intelligentes) Leben finden, würde mein Weltbild nicht ins Wanken geraten. Selbst wenn wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Leben entsteht sehr gering ansetzen, ist es bei einem Universum dieses Ausmaßes praktisch Gewissheit, dass das Leben auch irgendwo anders entstanden ist. Auch die Wahrscheinlichkeit auf intelligentes Leben würde ich nur knapp unter 100% verorten (auch wenn es auf der Erde vielleicht nicht geklappt hat). Das von Ihnen angesprochene Problem haben die Religionen m.E. also bereits jetzt. (Daher sind viele ja auch dazu übergegangen, Gott als Schöpfer des Universums zu betrachten - damit wird zumindest ein Teil der theologischen Probleme gelöst). Aber an diesem Beispiel sieht man, dass hier die entscheidende Frage von der Kosmologie und der Astronomie losgetreten wurde: Wie groß ist unser Universum, und was gibt es darin an Planeten, Sonnen etc.? Die Perspektive auf das Universum hat hier also mitnichten die Planetenerkundung geändert! Und das wird sie auch wohl nicht. In diesem Sonnensystem haben wir vielleicht ein Dutzend Himmelskörper, die erkundenswert sind, und ein anderes Sonnensystem werden wir wohl kaum in absehbarer Zeit erreichen. Realistisch betrachtet werden wir auf dem Dutzend auch nur Dreck, Wasser und vielleicht ein paar Mikroben finden.

    Beste Grüße!

    "Und ganz ehrlich, ich würde freiwillig 1000€ an Steuern für solchen "Unfug" bezahlen als das durch mein Geld die neue Villa eines Bangsters bezahlt wird."

    Auch ich würde viel lieber Steuern zahlen, wenn wir Europäer so etwas cooles wie eine Marsexkursion hinbekommen würden. Leider gibt es bei uns diesen "Spirit" nicht, nur Kleingeist und Bedenkenträgerei.

    Den Unkenrufern unter den Kommentatoren sei versichert, dass es amerikanische Steuergelder sind, also regt Euch nicht so auf.

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:51 Uhr

    Ich war auch einst begeistert von der Raumfahrt, und kann mich noch gut an meine damalige Begeisterung erinnern - und somit Ihre auch nachvollziehen.

    Würden wir aber tatsächlich Hinweise auf (intelligentes) Leben finden, würde mein Weltbild nicht ins Wanken geraten. Selbst wenn wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Leben entsteht sehr gering ansetzen, ist es bei einem Universum dieses Ausmaßes praktisch Gewissheit, dass das Leben auch irgendwo anders entstanden ist. Auch die Wahrscheinlichkeit auf intelligentes Leben würde ich nur knapp unter 100% verorten (auch wenn es auf der Erde vielleicht nicht geklappt hat). Das von Ihnen angesprochene Problem haben die Religionen m.E. also bereits jetzt. (Daher sind viele ja auch dazu übergegangen, Gott als Schöpfer des Universums zu betrachten - damit wird zumindest ein Teil der theologischen Probleme gelöst). Aber an diesem Beispiel sieht man, dass hier die entscheidende Frage von der Kosmologie und der Astronomie losgetreten wurde: Wie groß ist unser Universum, und was gibt es darin an Planeten, Sonnen etc.? Die Perspektive auf das Universum hat hier also mitnichten die Planetenerkundung geändert! Und das wird sie auch wohl nicht. In diesem Sonnensystem haben wir vielleicht ein Dutzend Himmelskörper, die erkundenswert sind, und ein anderes Sonnensystem werden wir wohl kaum in absehbarer Zeit erreichen. Realistisch betrachtet werden wir auf dem Dutzend auch nur Dreck, Wasser und vielleicht ein paar Mikroben finden.

    Beste Grüße!

    "Und ganz ehrlich, ich würde freiwillig 1000€ an Steuern für solchen "Unfug" bezahlen als das durch mein Geld die neue Villa eines Bangsters bezahlt wird."

    Auch ich würde viel lieber Steuern zahlen, wenn wir Europäer so etwas cooles wie eine Marsexkursion hinbekommen würden. Leider gibt es bei uns diesen "Spirit" nicht, nur Kleingeist und Bedenkenträgerei.

    Den Unkenrufern unter den Kommentatoren sei versichert, dass es amerikanische Steuergelder sind, also regt Euch nicht so auf.

    • PGMN
    • 06.01.2010 um 14:29 Uhr

    Ich bin zwar an sich jemand, der solche, und insbesondere diese beiden, Projekte gutheißt, jedoch bin ich gezwungen, sie als Spielereien für intelligente Menschen zu bezeichnen. Wenn man sich aber die Geschichten dieser Spielereien ansieht, zu denen ich auch die Himmelsbeobachtungen eines Tycho Brahe oder Flugversuche der Gebrüder Wright oder Montgolfiere zählen möchte, dann erkennt man immer wieder einen, vielleicht späten, aber unbestreitbaren Nutzen. Jedes technische Projekt, welches die Grenzen des technisch machbaren auslotet, hat das Potential, neue Technologien zutage zu fördern, die sonst nie gefunden worden wären und Eingang in den Alltag finden. Kurzum: der Grund für solche Projekte ist Spielerei und Wissensdurst, das eigentlich Wertvolle aber die Nebenprodukte. Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überheupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grundd mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte.

    Antwort auf "Was macht der denn da?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Daaje
    • 06.01.2010 um 15:20 Uhr

    Hallo, PGMN! Schön, wieder von Ihnen zu lesen!

    Es ist (ich meine das ernst) sehr gut, wenn intelligente Menschen mit innovativen Sachen spielen. Da kommt viel bei rum -Sie schrieben aber:
    "Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überhaupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grund mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte."

    Ich würde antworten: Doch diesen Grund gibt es: Es kostet richtig viel Geld: Allein die Rakete, der Start, die Betreuung des Fluges und des Rovers! Und für was? Um die Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler zu befriedigen? Wäre es eine private Stiftung, würden sich sicher viele Menschen finden, die bereit wären, dafür zu spenden (ich bin sicher, jgmischke wäre einer der Ersten). Damit hätte ich kein Problem. Das der Staat aber Wissenschaftlern ihre Neugier befriedigt, finde ich nur legitim, wenn dafür am Ende auch relevante Erkenntnisse oder Anwendungen stehen. Ansonsten ist es nur eine versteckte Subvention der High-Tech-Industrie oder außenpolitisches Imponierverhalten.

    Vielleicht ist meine Kritik zu harsch - das mag an meinen persönlichen Präferenzen liegen, dass ich die zu erwartenden Ergebnisse eben besonders langweilig finde. Ich erhebe aber keinen Allgemeingültigkeitsanspruch darauf, und bin bereit, meine Kritik dahingehen aufzuweichen ;-)

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 15:20 Uhr

    Hallo, PGMN! Schön, wieder von Ihnen zu lesen!

    Es ist (ich meine das ernst) sehr gut, wenn intelligente Menschen mit innovativen Sachen spielen. Da kommt viel bei rum -Sie schrieben aber:
    "Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überhaupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grund mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte."

    Ich würde antworten: Doch diesen Grund gibt es: Es kostet richtig viel Geld: Allein die Rakete, der Start, die Betreuung des Fluges und des Rovers! Und für was? Um die Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler zu befriedigen? Wäre es eine private Stiftung, würden sich sicher viele Menschen finden, die bereit wären, dafür zu spenden (ich bin sicher, jgmischke wäre einer der Ersten). Damit hätte ich kein Problem. Das der Staat aber Wissenschaftlern ihre Neugier befriedigt, finde ich nur legitim, wenn dafür am Ende auch relevante Erkenntnisse oder Anwendungen stehen. Ansonsten ist es nur eine versteckte Subvention der High-Tech-Industrie oder außenpolitisches Imponierverhalten.

    Vielleicht ist meine Kritik zu harsch - das mag an meinen persönlichen Präferenzen liegen, dass ich die zu erwartenden Ergebnisse eben besonders langweilig finde. Ich erhebe aber keinen Allgemeingültigkeitsanspruch darauf, und bin bereit, meine Kritik dahingehen aufzuweichen ;-)

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 14:51 Uhr

    Ich war auch einst begeistert von der Raumfahrt, und kann mich noch gut an meine damalige Begeisterung erinnern - und somit Ihre auch nachvollziehen.

    Würden wir aber tatsächlich Hinweise auf (intelligentes) Leben finden, würde mein Weltbild nicht ins Wanken geraten. Selbst wenn wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Leben entsteht sehr gering ansetzen, ist es bei einem Universum dieses Ausmaßes praktisch Gewissheit, dass das Leben auch irgendwo anders entstanden ist. Auch die Wahrscheinlichkeit auf intelligentes Leben würde ich nur knapp unter 100% verorten (auch wenn es auf der Erde vielleicht nicht geklappt hat). Das von Ihnen angesprochene Problem haben die Religionen m.E. also bereits jetzt. (Daher sind viele ja auch dazu übergegangen, Gott als Schöpfer des Universums zu betrachten - damit wird zumindest ein Teil der theologischen Probleme gelöst). Aber an diesem Beispiel sieht man, dass hier die entscheidende Frage von der Kosmologie und der Astronomie losgetreten wurde: Wie groß ist unser Universum, und was gibt es darin an Planeten, Sonnen etc.? Die Perspektive auf das Universum hat hier also mitnichten die Planetenerkundung geändert! Und das wird sie auch wohl nicht. In diesem Sonnensystem haben wir vielleicht ein Dutzend Himmelskörper, die erkundenswert sind, und ein anderes Sonnensystem werden wir wohl kaum in absehbarer Zeit erreichen. Realistisch betrachtet werden wir auf dem Dutzend auch nur Dreck, Wasser und vielleicht ein paar Mikroben finden.

    Beste Grüße!

    Antwort auf "Nein, war ..."
  3. selbst wenn sie im Vergleich zu Massenprodukten teuer sind, dann frage ich mich wieviel mehr es gekostet hätte das beste Material zu verwenden und wie sich das auf Funktion und Lebensdauer ausgewirkt hätte. Wenn bereits Billigst 6 Jahre anstatt 90 Tage durchhält. Gerade in der Raumfahrt sollte nicht ggespart werden, dort geht es um die Erforschung lebens- und technikfeindlichster Bedingungen. 2 Abfangjäger weniger gekauft und das Geld wäre locker eingespielt.

    • Daaje
    • 06.01.2010 um 15:20 Uhr

    Hallo, PGMN! Schön, wieder von Ihnen zu lesen!

    Es ist (ich meine das ernst) sehr gut, wenn intelligente Menschen mit innovativen Sachen spielen. Da kommt viel bei rum -Sie schrieben aber:
    "Jetzt könnte man natürlich noch fragen, warum man die Roboter dann überhaupt noch startet. Ich würde aber sagen, der Grund dafür wäre wohl, dass das Geld für die Entwicklung ja dann schon ausgegeben ist und es dann eigentlich keinen Grund mehr gibt, warum der Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler nicht genüge getan werden sollte."

    Ich würde antworten: Doch diesen Grund gibt es: Es kostet richtig viel Geld: Allein die Rakete, der Start, die Betreuung des Fluges und des Rovers! Und für was? Um die Neugier der verantwortlichen Wissenschaftler zu befriedigen? Wäre es eine private Stiftung, würden sich sicher viele Menschen finden, die bereit wären, dafür zu spenden (ich bin sicher, jgmischke wäre einer der Ersten). Damit hätte ich kein Problem. Das der Staat aber Wissenschaftlern ihre Neugier befriedigt, finde ich nur legitim, wenn dafür am Ende auch relevante Erkenntnisse oder Anwendungen stehen. Ansonsten ist es nur eine versteckte Subvention der High-Tech-Industrie oder außenpolitisches Imponierverhalten.

    Vielleicht ist meine Kritik zu harsch - das mag an meinen persönlichen Präferenzen liegen, dass ich die zu erwartenden Ergebnisse eben besonders langweilig finde. Ich erhebe aber keinen Allgemeingültigkeitsanspruch darauf, und bin bereit, meine Kritik dahingehen aufzuweichen ;-)

    Antwort auf "Es ist Spielerei"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    öhm ja.. also zurück in die Höhle oder was??

    Mit der Einstellung hätten wir weder teflon.. noch mp3.. oder gar eine Langspielplatte ..

    • PGMN
    • 06.01.2010 um 17:03 Uhr

    Das Kostenargument ist zwar inzwischen ein wenig angestaubt, aber es ist genau das eine Argument, welches immer wieder zurecht gebracht wird. Auch die Frage, ob man die Nebenprodukte, die den meisten Nichtwissenschaftlern als Argument für (Grundlagen-)Forschung vorgesetzt werden, nicht auch ohne Durchführung der teuren Vorhaben erforschen könnte, ist auch ein wenig abgegriffen, wenn auch berechtigt. Die Tragfähigkeit dieser Frage und dieses Arguments ist aber in meinen Augen ebenfalls fragwürdig. Der Punkt ist nämlich der, dass die meisten Wissenschaftler aus Forschung aus tatsächlicher Leidenschaft betreiben. Sprich: Sie wollen wirklich wissen, ob es ein Higgs-Boson gibt, oder ob man ein ferngesteuertes Fahrzeug auf einen anderen Planeten platzieren und dort betreiben kann. Viele dieser teils wirklich brillianten Köpfe würden sich schlichtweg nicht bereit erklären, das Konzept eines solchen Projektes zu entwerfen und dann die relevante Technologie zu entwickeln, ohne ihr Interesse, welches für sie der Hauptantrieb zur Entwicklung dieses Projektes und all der nötigen Technologie ist, am Ende zu befriedigen. Bildlich gesehen ist der Esel hier zu intelligent, um sich die Zeit zu nehmen, hinter einer Möhre herzujagen, die er niemals bekommen wird.

    Gruß

    PGMN

    öhm ja.. also zurück in die Höhle oder was??

    Mit der Einstellung hätten wir weder teflon.. noch mp3.. oder gar eine Langspielplatte ..

    • PGMN
    • 06.01.2010 um 17:03 Uhr

    Das Kostenargument ist zwar inzwischen ein wenig angestaubt, aber es ist genau das eine Argument, welches immer wieder zurecht gebracht wird. Auch die Frage, ob man die Nebenprodukte, die den meisten Nichtwissenschaftlern als Argument für (Grundlagen-)Forschung vorgesetzt werden, nicht auch ohne Durchführung der teuren Vorhaben erforschen könnte, ist auch ein wenig abgegriffen, wenn auch berechtigt. Die Tragfähigkeit dieser Frage und dieses Arguments ist aber in meinen Augen ebenfalls fragwürdig. Der Punkt ist nämlich der, dass die meisten Wissenschaftler aus Forschung aus tatsächlicher Leidenschaft betreiben. Sprich: Sie wollen wirklich wissen, ob es ein Higgs-Boson gibt, oder ob man ein ferngesteuertes Fahrzeug auf einen anderen Planeten platzieren und dort betreiben kann. Viele dieser teils wirklich brillianten Köpfe würden sich schlichtweg nicht bereit erklären, das Konzept eines solchen Projektes zu entwerfen und dann die relevante Technologie zu entwickeln, ohne ihr Interesse, welches für sie der Hauptantrieb zur Entwicklung dieses Projektes und all der nötigen Technologie ist, am Ende zu befriedigen. Bildlich gesehen ist der Esel hier zu intelligent, um sich die Zeit zu nehmen, hinter einer Möhre herzujagen, die er niemals bekommen wird.

    Gruß

    PGMN

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service