Medientrends Twittern war gesternSeite 3/3

ZEIT: Gilt Ähnliches auch für das Auto?

Brûlé: Da führen alle großen Unternehmen gerade einen Stellungskampf um die neuen Premiumkleinwagen. Man braucht Autos, die für Kommunen akzeptabler sind, die alle Anforderungen in Sachen Umweltschutz und erneuerbare Energien erfüllen. Da findet ein kulturelles Umdenken statt, nicht nur ein geschäftliches.

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ZEIT: Also auch dort Verlangsamung?

Brûlé: Grundsätzlich geht es um mehr Lebensqualität, ob bei Ausbildung, öffentlicher Sicherheit oder bebauter Umgebung. Wir müssen die Umwelt für die nächste Generation erhalten. In Deutschland fällt sogar eine Art Stadtflucht auf. Das sieht man an Magazinen wie Landlust,Landliebe, und das Gleiche geschieht in Japan, wo die Leute zurück aufs Land ziehen, ihren kleinen Bauernhof bewirtschaften, ein sich selbst erhaltendes Leben führen, und das kann im 21. Jahrhundert ein interessanter way of life sein. In Japan, das bis vor Kurzem eine aggressive Wirtschaftsmacht war, sucht ein Teil der Bevölkerung nach einer langsameren, verträglicheren Lebensweise. Und die japanischen Medien reflektieren das. Es gibt einen ganz neuen Sektor, der diesen Trend bedient. 

ZEIT: Was wünschen Sie sich in diesem Jahr?

Brûlé: Eine perfekte morgendliche Nachrichtensendung, die Video, Audio und Text-auf-Bildschirm vereint und mich in 15 Minuten auf den neusten Stand bringt, samt angeschlossener slow media- Option. Darauf warte ich nun schon Jahre.

Das Gespräch führte Henning Hoff

 
Leser-Kommentare
  1. bringt so gut wie nichts, vielleicht ein paar Tausend Blickewerfer, aber keine festen Leser, keine Gesprächspartner und für die Medienmogule auch keine Kunden. Die Seiten haben eine künstliche Dynamik eingebaut, sind Tummelplatz für Funsucher, Musikfans, Hobbydichter und -fotografen, vereinähnliche Anbieter und suggerieren Massennutzung mit Blödsinnsfunktionen. Die zahlenden Leser kommen nur dann, wenn Nachrichten seriös, verlässlich und fast amtlich sind, aber mit Entertainment gepaart bleiben oder so breit geklopft skandalös, dass Bild-Leser bedient werden.
    Bei Zeitungen zählt auch weiter der Preis, viele sparen die Geldausgabe, weil es genug andere Information gibt. Und das Altpapier! Dennoch: Keiner soll über kurz oder lang mehr gratis an weiter gehende Informationen kommen. Die GEZ-Gebühren gehen auch hoch. Weiter im Trend: Bei hohen Preisen verzichten die Kunden auf die tägliche Adrenalinspritze, Ruhe wird wichtig. Abschalten, abbestellen. Nix Multimedia... ( entfernt: Bitte verlinken Sie nur Seiten, deren Bezug zum Thema direkt ersichtlich wird. Danke. Die Redaktion/m.e. )

    • creezy
    • 11.01.2010 um 11:58 Uhr

    im Journalismus bzw. in seiner Typographie, die Elipse (also das so genannte „Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen“) im ersten Absatz wird direkt an das Wort gesetzt. Da die Auslassung aber nicht das Wort „sein“ betrifft sondern sich auf den Satz bezieht, gehört da ein geschütztes Leerzeichen zwischen – sonst nämlich: Rechtschreibfehler im Artikel. ;-)

  2. Ich würde für Qualität gutes Geld zahlen, aber wo ist diese Qualität? Ich kenne zumindest nicht ein einziges Magazin oder eine Zeitung bei der ich durchgehend von Qualität sprechen würde. Mit Qualität meine ich:
    1. Die Artikel sind gut geschrieben und vor allem slebst geschrieben
    2. Das Medium ist sich seiner Leserschaft bewusst und bedient nur diese Leserschaft, anstatt alle zufrieden stellen zu wollen, die evtl. Leser sein könnten.
    3. Das Medium hat eine starke und definitive Meinung. (Ich kaufe lieber 2 konträre Magazine als beide Meinungen in einer zu finden - die Zeit macht sich imho damit selbst kaputt mal so, mal so zu schreiben)

  3. Nichts neues mal wieder. Männer sorgen sich um ihr „Image“ und „Ihre“ Marke. Das Herrn Brûlé (sauberer „wilder“ Bart, grau-melierte Gel-Frisuer, offenes Hemd) erstmal über Schuhe, Jacken, Uhren und Koffer spricht, wundert nicht.

    Auch wenn Herrn Brûlé mit facebook recht hat, erscheint der Rest seiner Kommentare als fades Marketinggewäsch „soft power“, „slow media“… Lustig, dass hier nicht die NZZ erwähnt wird. Vermutlich eine der wenigen Zeitungen auf die das verwurbelte Exklusive Image noch irgendwie passen könnte…

    So, ich kauf mir jetzt erstmal einen Spiegel. Der ist mir zwar rein Image-technisch peinlich und den Schreibstil finde ich oft nur mies, aber ab und an steht da auch einfach mal was neues drin… Nachrichten quasi, dass Zeug von dem Medien eigentlich leben sollten.

    • bibber
    • 11.01.2010 um 12:25 Uhr

    Es lebe die Vielfalt.
    Wer heute gegen Internet steht, hat es nicht begriffen oder braucht es nicht, ist ja auch OK. Das muß jeder selbst wissen, wie bei anderer Technik auch.

    Allerdings muß man "Internet" und "Medien" trennen, das unterbleibt häufig. Das Internet ist die Technik, die Medien sind Inhalte.
    Es besteht die Möglichkeit, über die Technik "Internet" an Informationen zu kommen, weil es Menschen gibt, die Medien über diese Technik zur Verfügung stellen. Das ist unbegrenzt und fordert die eigene Kreativität auf eine Weise heraus, wie es bisher nicht möglich war.
    Und mich als Autor interessiert es brennend, wie andere mein Angebot nutzen und auch, wieviele es nutzen und in welcher Weise.
    Gerade die Medienvielfalt macht ja heute die Qualität aus, man ist nicht darauf angewiesen, ausschließlich die Mainstreammeinung zu konsumieren wie vor den Zeiten des Internet. Es gibt immer Alternativmeinungen und Alternativinformationen. Daß die etablierte Presse daran kein Interesse hat, ist klar. Aber eine "gute alte Zeit" der Qualität hat es nie gegeben, auch und gerade keine gute Zeit des guten Fernsehens, wie hier angedeutet. Es gibt gut Sendungen und schlechte, woran es noch mangelt, ist eine brauchbare Programmvorschau im Internet, aber das komt wohl auch noch. Das öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehen wird ganz konkret von Politikern zensiert, indem "die richtigen" Leute als leitende Mitarbeiter eingesetzt werden.

    • bibber
    • 11.01.2010 um 12:28 Uhr

    Der Digitalbuchdruck ermöglicht es jedem, sein Buch herauszugeben, und das Internet macht es leicht, es zu verkaufen. Print on Demand oder sehr kleine Auflagen vermeiden viel Energieaufwand und vermeidet, daß unverkaufte Bücher unnütz die die Gegend transporiter werden oder gar vernichtet werden müssen. Ich hoffe, daß man das auch bald von Zeitungen sagen kann, deretwegen heute auch Urwälder abgeholzt werden. Einen Tag lesen und dann weg damit, das ist nicht nötig, auch nicht die riesigen Transportaufwände, mit denen die Zeitungsindustrie arbeiten muß, solange sie noch druckt.

    Jeder muß sehen, wo er bleibt, aber es gab nie so viele bezahlbare Möglichkeiten, sich zu informieren wie heute. Das ist der Obrigkeit natürlich ein Dorn im auge, läßt sich jedoch nur schwer zurückfahren.

    Als Nutzer des Internet in fast allen Lebenslagen und Autor 3 verschiedener Webportale wünsche ich mir weiterhin eine strikte Trennung der Technik "Internet" von den Medien!
    Und ich wünsche mir weiterhin einen angemessenen Fortschritt der Technik allgemein. Man könnte dadurch noch sehr viel Energie und Rohstoffe sparen, aber auch neue Geschäftsfelder eröffnen.

    • frankx
    • 11.01.2010 um 12:34 Uhr

    Die Frage ist ja, wie sich die einzelnen Angebote sinnvoll nutzen lassen, weniger, wie sie in der Masse des Angebots wirken. Twitter nutze ich für die Übersicht der Headlines namhafter Pressestellen. CNN, BBC, zeit, spiegel, taz, etc.pp.. Schneller und präziser lassen sich Nachrichtentopics kaum filtern.

    Facebook ist ein semi-privater Raum, der höchst unterschielich genutzt werden kann. Da kommt es im Wesentlichen auf die Auswahl der "Freunde" an und deren Interesse, facebooktaugliche Infos zu kommunizieren. Die Bandbreite von täglich mehrmals bis zu ein paar Mal im Quartal ist ja groß. Auch das wird sich halten, weil es eine Ergänzung des persönlichen Kommunikationsportfolios ist, für einige.

  4. ins mediale Biedermeier. Seit wann liefern ARD ZDF und BBC gute seröse und qualitativ gute Information?
    ZDF als CDU Staatsfernsehen?
    ARD mit immer weniger politischen Magazinen, statt dessen hechelt man dem Blödsinn der privaten nach.
    Und war da nicht was mit der BBC, die dem Korrespondenten aufgesessen ist, der seine Nachrichten selbst zusammenzimmerte?
    Dann doch die Vielfalt des Internets nutzen

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    "ins mediale Biedermeier. Seit wann liefern ARD ZDF und BBC gute seröse und qualitativ gute Information?
    ZDF als CDU Staatsfernsehen?
    ARD mit immer weniger politischen Magazinen, statt dessen hechelt man dem Blödsinn der privaten nach."

    Öhm - wenn ich ihn richtig verstehe, kritisiert Brûlé doch genau das.

    "Und war da nicht was mit der BBC, die dem Korrespondenten aufgesessen ist, der seine Nachrichten selbst zusammenzimmerte?"

    Jeder sitzt mal einer Falschmeldung o.ä. auf oder liegt anderweitig daneben. Jede Zeitung, jeder Blogger und jeder TV-Sender. Frage ist immer, wie die jeweilige Institution damit umgeht sobald sie es enteckt. Zweite Frage ist, wie es generell um die Qualität der Berichterstattung steht. Und da muss ich eindeutig sagen, dass man sich erheblich schlechter informieren kann als über die BBC.

    "Dann doch die Vielfalt des Internets nutzen"

    Ich finde die Internethörigkeit ebenso albern wie das ewig gestrige Hängen an althergebrachten Vertriebswegen.
    Das Medium sollte erst einmal zweitrangig sein. Schrott findet sich im Zweifelsfall überall
    Natürlich finde ich im Netz tausende Seiten, auf denen ich mir die Nachrichten zurechtsuchen kann, die meiner Meinung und meinen Interessensgebieten entsprchen. Aber ganz ehrlich: dazu habe ich, von wenigen Teilbereichen abgesehen, weder Lust noch Zeit.
    Deshalb weiss ich es durchaus zu schätzen, eine halbwegs verlässliche Quelle zu haben, die Nachrichten redaktionell aufbereitet und auch eigene Geschichten recherchiert.

    "ins mediale Biedermeier. Seit wann liefern ARD ZDF und BBC gute seröse und qualitativ gute Information?
    ZDF als CDU Staatsfernsehen?
    ARD mit immer weniger politischen Magazinen, statt dessen hechelt man dem Blödsinn der privaten nach."

    Öhm - wenn ich ihn richtig verstehe, kritisiert Brûlé doch genau das.

    "Und war da nicht was mit der BBC, die dem Korrespondenten aufgesessen ist, der seine Nachrichten selbst zusammenzimmerte?"

    Jeder sitzt mal einer Falschmeldung o.ä. auf oder liegt anderweitig daneben. Jede Zeitung, jeder Blogger und jeder TV-Sender. Frage ist immer, wie die jeweilige Institution damit umgeht sobald sie es enteckt. Zweite Frage ist, wie es generell um die Qualität der Berichterstattung steht. Und da muss ich eindeutig sagen, dass man sich erheblich schlechter informieren kann als über die BBC.

    "Dann doch die Vielfalt des Internets nutzen"

    Ich finde die Internethörigkeit ebenso albern wie das ewig gestrige Hängen an althergebrachten Vertriebswegen.
    Das Medium sollte erst einmal zweitrangig sein. Schrott findet sich im Zweifelsfall überall
    Natürlich finde ich im Netz tausende Seiten, auf denen ich mir die Nachrichten zurechtsuchen kann, die meiner Meinung und meinen Interessensgebieten entsprchen. Aber ganz ehrlich: dazu habe ich, von wenigen Teilbereichen abgesehen, weder Lust noch Zeit.
    Deshalb weiss ich es durchaus zu schätzen, eine halbwegs verlässliche Quelle zu haben, die Nachrichten redaktionell aufbereitet und auch eigene Geschichten recherchiert.

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