Goggles Im Google-WahnSeite 2/2

Spannend wird auch die Frage, was passiert, wenn es Google beliebt, die datenschutzrechtlichen Bedenken gegen seine Handy-Gesichtserkennung für erledigt zu erklären. Was heißt noch »Privatheit«, wenn keine Bewegung im öffentlichen Raum mehr inkognito ist? Der Vorstandsvorsitzende Schmidt hat darauf eine einfache Antwort: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.«

Das aber ist totalitäres Denken. Eine demokratische Gesellschaft muss sich politisch dagegen wehren. Mit Gesetzen. Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren. Als in den achtziger Jahren das erste Umwelt- und das erste Frauenministerium in Deutschland geschaffen wurden, schüttelten viele über diese exotischen Anliegen den Kopf. Heute macht sich kaum noch jemand über ökologische Verantwortlichkeit oder Gleichberechtigung lustig. Und wenn Deutschlands schwarz-gelbe Regierung jetzt ein, sagen wir: Zukunftsministerium gründet, um die neue Netzwelt zu ordnen, dann soll Herr Schmidt in Kalifornien doch lachen.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

Susanne Gaschke ist Redakteurin der Zeit und Autorin des Buches "Klick: Strategien gegen die digitale Verdummung".

 
Leser-Kommentare
  1. Auf so einen Aufruf warte ich schon lange :)

    Danke.

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    • joG
    • 18.01.2010 um 8:49 Uhr

    ...Die Googlephobie ist doch seit Langem unterwegs und eine bekannte Krankheit. Ihr fallen viele rationale Gedanken und gute Produkte zum Opfer. Persönlich finde ich es schade, wenn man die Suchfunktion für Bücher, Artikel und andere Dinge beschränkt und so die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft reduziert. Nachdem ich die demokratische Lösung dieser Sachverhalte sah, bin ich nicht ganz sicher, dass ich weitere massive Einmischung durch einen Staat haben will, dass von jedem weiss, wo er wohnt, wo er mit seinem Telefon ist und war und seinen Computer und Wohnung intrusiv beobachten kann, ohne einer unabhängige Kontrolle zu unterliegen. Immerhin kann Google nicht nachts mich von der Polizei abholen lassen.

    • joG
    • 18.01.2010 um 8:49 Uhr

    ...Die Googlephobie ist doch seit Langem unterwegs und eine bekannte Krankheit. Ihr fallen viele rationale Gedanken und gute Produkte zum Opfer. Persönlich finde ich es schade, wenn man die Suchfunktion für Bücher, Artikel und andere Dinge beschränkt und so die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft reduziert. Nachdem ich die demokratische Lösung dieser Sachverhalte sah, bin ich nicht ganz sicher, dass ich weitere massive Einmischung durch einen Staat haben will, dass von jedem weiss, wo er wohnt, wo er mit seinem Telefon ist und war und seinen Computer und Wohnung intrusiv beobachten kann, ohne einer unabhängige Kontrolle zu unterliegen. Immerhin kann Google nicht nachts mich von der Polizei abholen lassen.

    • Umrath
    • 18.01.2010 um 8:52 Uhr

    Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Datenschutzproblemen sieht die Sache bei Google deutlich anders aus:

    Jeder hat die Wahl!

    Während Schlecker, Bundesregierung & Co. die Leute heimlich und ohne Gegenoption überwachen, bleibt bei Google eine ganz einfache Möglichkeit offen:

    Nicht benutzen!

    Wer Angst davon hat seine Identität preiszugeben, muss eben einen Bogen um Google machen und was anderes benutzen. Problem gelöst.
    Im Gegensatz zum Pass hat jeder hier die Wahl.

    Ich sehe nicht, warum der Gesetzgeber hier einschreiten sollte. Die bestehenden Gesetze sind mehr als ausreichend und müssen nur angewandt werden.

  2. 8. Google

    Ich verstehe die Hysterie um die Suchmaschiene bis heute nicht. Was soll Google denn letzlich damit anfangen, daß sich die IP-Adresse 192.xxx.xxx.x beispielsweise für italienische Küche oder Welpenzucht interessiert. Der Mensch dahinter bleibt letztlich unbekannt und kann auch gar nicht identifiziert werden. Ausserdem nutzen oft mehrere Menschen einen PC, was das Anlegen eines Nutzerprofils zusätzlich erschwert. Meine IP-Adresse wechselt zum Beispiel ständig und mein Browser löscht alle Cookies wenn ich ihn schließe. Myspace und Facebook halte ich da für viel bedenklicher.

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