ZEITmagazin Autotest In der Carrera-Bahn
Ralph Geisenhanslüke fährt den Smart fortwo electric drive
© Daimler

Fast lautlos unterwegs. Es summt nur ein wenig, wenn der Smart Fortwo Electric Drive fährt
Stille. Das ist der erste Eindruck, wenn man drinsitzt. Schlüssel in der Mittelkonsole nach rechts drehen. Nichts. Kein Anlasserkeuchen, kein Röcheln, kein Ruckeln. Der Motor ist einfach angeschaltet. Von außen sieht der Smart aus wie ein gewöhnlicher Smart. Doch im Heck des Modells fortwo electric drive steckt ein Elektromotor, kaum größer als ein Kastenweißbrot. Ein Tritt aufs Gaspedal, wenn man das noch so nennen mag. Stille. Dann eine beachtliche Beschleunigung. Jetzt wird ein leises Surren hörbar. So klingt es, wenn in Science-Fiction-Filmen Raumschiffe starten.
Das Fahrgefühl: ein beinah irreales Gleiten, fast ein Schweben. Die akustischen Reize, von denen es heißt, sie machten Autofahren zu einem emotionalen Erlebnis – sie fallen weg. Aber nicht der Spaß. Bei einem Elektromotor liegt das volle Drehmoment sofort an. Wenn man nach einem Ampelstart in den Rückspiegel schaut, hat man die Spritverbrenner im doppelten Sinn hinter sich gelassen. Erinnerungen an die Carrera-Bahn. Weiterer Bestandteil des Fahrgefühls: Heiterkeit.
Wo andere Autos einen Drehzahlmesser haben, hat der elektrische Smart Anzeigen für Spannung und Akkuladung. 135 Kilometer Reichweite, das genügt für die Stadt. Wenn der Wagen an der Dose hängt, kann er übers Internet oder auch vom Handy aus programmiert werden, damit er pünktlich aufgeladen und perfekt klimatisiert ist. Derzeit wird dieses technische Wunderwerk als Öko-Engel präsentiert. Der Elektroantrieb sei »die zweite Erfindung des Automobils«. Kritiker sprechen hingegen von einem »Greenwashing«-Effekt: Unternehmen schminkten sich ihr Image grün, aber das nutze allenfalls dem Meinungsklima. Wie die tatsächliche CO₂-Bilanz ausfällt, hängt davon ab, wie der Strom erzeugt wird.
Der Smart electric drive geht in Serienfertigung. Das ist schon mal ernst gemeint. Ernst meinen muss es auch, wer ihn fahren will. Ein Kaufpreis wird noch nicht genannt: Der Wagen ist so teuer, dass es ihn bislang nur im Leasing-Paket gibt. Bei dem ist alles drin, sogar Strom aus regenerativen Quellen für die ersten 18 Monate. Aber für 700 Euro monatlich muss man den Kleinen schon wirklich ins Herz schließen. Für eine solche Monatsmiete erhält man auch einen dicken Mercedes oder BMW. Ob der Elektrosmart in Zukunft tatsächlich als »Volkswagen« durch unsere Städte stromert, wie der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche hofft? Eher wird dieses Auto wohl zum Statussymbol für das neue ökologisch denkende Bürgertum.
Ralph Geisenhanslüke ist ZEIT-Autor
- Datum 14.01.2010 - 07:13 Uhr
- Serie Autotest
- Quelle ZEITmagazin, 14.01.2010 Nr. 03
- Kommentare 13
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...erstaunlich, wieviel Aufsehen das Thema Elektroauto momentan macht. Dass man sogar sportliche Fahrzeuge bauen kann hat der Tesla bewiesen. Wenn man auf Bewegungssicherheit verzichten mag und nur in Städtchen ein wenig herum fahren will und eine Garage mit Strom im Städchen hat und ... Jedenfalls fahren sich die AUtos ok.
Andererseits hätte man ein Hybrid bereits 1997 kaufen können, wenn man gewollt hätte. Es wäre ein ausländisches Fahrzeug gewesen, natürlich...
der VW Vorstände hat mal gesagt, mit nem Elektroauto könnte man maximal ums Eck zum Zigarettenautomaten fahren, für mehr würds nicht reichen.
Naja, wenn man sich ansieht, dass Toyota fast seit 10 Jahren einen Hybrid in Serie hat, könnte man meinen, der Vorstand hätte zu wenig Vorstellungskraft gehabt ..
...wie mit den Firmenautos früher. Da hätte man den Toyota Hybrid gar nicht kaufen dürfen, weil es war kein deutsches Auto.
...und Aussagen bezgl. der Technologie sollte man immer im Kontext ihrer Zeit sehen
...wie mit den Firmenautos früher. Da hätte man den Toyota Hybrid gar nicht kaufen dürfen, weil es war kein deutsches Auto.
...und Aussagen bezgl. der Technologie sollte man immer im Kontext ihrer Zeit sehen
...wie mit den Firmenautos früher. Da hätte man den Toyota Hybrid gar nicht kaufen dürfen, weil es war kein deutsches Auto.
Der Elektro-Smart hat das Potential ein Kassenschlager zu werden. Was sie alles über Elektrofahrzeuge wissen sollten, ein interessantes Buch bei amazon.de gesehen. Noch mehr alternative Techniken auf www.stirlingmotoren.at
Der elektro-Smart als Kassenschlager? Nicht hier und nicht jetzt. Nicht bei dem Preis.
Das Auto taugt im Moment nur für Mietwagen Pilotprojekte in größeren Städten. Und...achja ich vergaß...für Unternehmen, die sich ein grünes Marketing-Image erheucheln wollen.
Der elektro-Smart als Kassenschlager? Nicht hier und nicht jetzt. Nicht bei dem Preis.
Das Auto taugt im Moment nur für Mietwagen Pilotprojekte in größeren Städten. Und...achja ich vergaß...für Unternehmen, die sich ein grünes Marketing-Image erheucheln wollen.
Der elektro-Smart als Kassenschlager? Nicht hier und nicht jetzt. Nicht bei dem Preis.
Das Auto taugt im Moment nur für Mietwagen Pilotprojekte in größeren Städten. Und...achja ich vergaß...für Unternehmen, die sich ein grünes Marketing-Image erheucheln wollen.
Vom konzept her finde ich da den Opel Ampera deutlich überzeugender:
Der hat eine Batterie, die nur für ca. 60km Fahrt reicht. Zusätzlich aber einen kleinen Verbrennungsmotor, der darüber hinaus eine Reichweite von 500km ermögicht.
Vorteil 1: Für tägliche Fahrten reichen 60km Reichweite meistens aus; Die "Kraftstoffkosten" betragen aber nur 2ct/km, statt ~9ct bei Benzin oder Diesel und 6ct bei Erdgas
Vorteil 2: Eine Reichweite von 500km und Betankbarkeit an der Tankstelle ermöglichen auch lange Fahrten in den Urlaub - man hat trotz Elektroantrieb keine Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten
Vorteil 3: Durch die begrenzte Elektroreichweite reicht eine "relativ" kleine Batterie, deshalb werden die Kosten nicht allzusehr überhöht sein. Opel spricht beim Preis von etwas über dem normalpreis - dies gilt auch für Gasfahrzeuge und galt lange für den Diesel.
Für Pendler könnte sich das E-Auto sogar rentieren(siehe 1.) - Es gibt ein Nutzungsszenario mit einem Kostenvorteil durch den neuen Antrieb.(zb. Taxi)
Diesen Kostenvorteil sehe ich beim Smart überhaupt nicht
das die Autoindustrie scheinbar glaubt, umgerütete Benziner anbieten zu müssen.
Ein weiteres Wunder ist, das Konzepte mit über 20 jähriger Erfahrung von den Medien scheinbar ignoriert werden: http://www.twike.com/105-...
...und Aussagen bezgl. der Technologie sollte man immer im Kontext ihrer Zeit sehen
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