Südamerika Im Griff des Imperiums
Christian Schmidt-Häuer berichtet über die Missionen des US-Militärs in Südamerika
© Ethan Miller/Getty Images

Die US-Awacs-Maschinen für Südamerika haben einen neuen Standort bekommen
Es ist einsam geworden auf dem Zivilflugplatz des Pazifikhafens Manta in Ecuador. Das 80-Millionen-Dollar-Baby von gegenüber ist weg. Im September hat das Pentagon sein dortiges Hightechzentrum für satellitengestützte elektronische Spionage räumen müssen. Ecuadors Präsident Rafael Correa wollte den Vertrag für den bis dahin einzigen Luftwaffenstützpunkt der USA in Südamerika nicht verlängern. Wer in den Jahren zuvor in Manta landete, konnte sie nicht übersehen, die Awacs-Maschinen, die Herkules-Transporter und den KC-135 Stratotanker für das Auftanken in der Luft. Sie benutzten dieselbe Rollbahn wie die Passagierflugzeuge. Für wöchentlich rund 25 Aufklärungsmissionen.
Wohin die führten, wusste nicht einmal das ecuadorianische Verteidigungsministerium. Dort erfuhr die ZEIT nur so viel: Bei jedem Start saß vorschriftsmäßig ein einheimischer Co-Pilot im Cockpit. Nach wenigen Minuten, wenn die Maschine den ecuadorianischen Luftraum verlassen hatte, wurde er stets in einen Raum ohne Fenster komplimentiert. Erst beim Landeanflug bat man ihn wieder ins Cockpit. In den Stunden dazwischen wollen die Luftfahnder vor allem Kokain-, aber auch Heroinverstecke in der Ostpazifikregion aufgespürt haben. So die offiziellen Erfolgsmeldungen.
Dass Hunderte Flüge pro Jahr auch andere Ziele hatten, bezweifelte in Südamerika niemand. Gewissheit aber gibt es erst jetzt. Denn in Ecuadors Nachbarland Kolumbien hat der dortige rechtskonservative Präsident Álvaro Uribe den USA als Ersatz für Manta gleich sieben Stützpunkte überlassen. Das Abkommen wurde nach seiner Unterzeichnung am 31. Oktober nur in groben Umrissen bekannt. Doch hatte die US-Luftwaffe bereits im Mai beim Kongress 46 Millionen Dollar für den Ausbau des Hauptstützpunkts Palanquero mitten in Kolumbien beantragt.
Ihre Begründung: »Der Ausbau dieses Ortes gibt uns eine einzigartige Gelegenheit, vollumfängliche Operationen in einer kritischen Subregion unserer Hemisphäre durchzuführen, in der Sicherheit und Stabilität ständig bedroht sind von terroristischen Aufständen, die den Drogenhandel finanzieren, von Anti-US-Regierungen, endemischer Armut und häufigen Naturkatastrophen.« Palanquero sei »lebensnotwendig, um die US-Mission in Kolumbien und überall im Aufgabengebiet des US-Südkommandos (U.S. Southcom) zu unterstützen, die ganz Lateinamerika umfasst«. Die Entwicklung des Stützpunkts werde die Kapazität für Geheimdienstoperationen, Spionage und Aufklärung erhöhen. Auch gewinne man »die globale Reichweite«, um einen schnellen Kriegseinsatz durchführen zu können.
Das war deutlich genug, aber kaum einer nahm es wahr. Und plötzlich, Mitte November, wurde die erste Antragsbegründung durch ein zweites Dokument abgelöst. Verschwunden waren alle Hinweise auf Operationen von globaler Reichweite. Herausgestellt wurde die zentrale Lage Palanqueros für die Drogenbekämpfung.
Dumm nur, dass sich im Internet gleichzeitig ein Weißbuch der US-Luftwaffe zur Strategie der globalen Mobilität finden ließ. Unter Punkt zwölf, »Südamerika-Strategie«, heißt es: »Bisher konzentrierten sich die Sicherheitsbemühungen in Lateinamerika auf die Anti-Drogen-Mission. Diese Mission verlangte keine Luftbrücken. Inzwischen zeigt U.S. Southcom Interesse an einem Standort auf dem südamerikanischen Kontinent, der für Anti-Drogen-Einsätze und für mobile Operationen benutzt werden könnte (…). U.S. Southcom hat Palanquero (…) als Standort dafür ausgemacht. Von hier aus kann fast die Hälfte des Kontinents von den C-17 ohne Auftanken abgedeckt werden.« Wenn auch der Zielort Treibstoff biete, könnten diese Flugzeuge »den gesamten Kontinent abdecken«.
Pech für Präsident Uribe, dass sein eigener Staatsrat das Abkommen in einem vernichtenden, allerdings nicht bindenden Gutachten verurteilte. Die Vereinbarung erlaube jederzeit Zusätze oder Änderungen. Sie ermögliche weitere Stützpunkte und das Einsickern einer »unbekannten Personenzahl«. Auch könnten die USA »grenzenlos« und umsonst Satellitenstationen einrichten und Drittländer observieren.
»Unsere Nachbarländer argwöhnen«, so der kolumbianische Historiker Gonzalo Sánchez, »dass es hier langfristig nicht um Drogen geht. Die USA wollen vor allem den Amazonasraum mit seinen Ressourcen und die aufsteigende Weltmacht Brasilien im globalen Netz der Kontrolle haben.« Kein Wunder, dass sich Kolumbien inzwischen alle Nachbarn zum Feind gemacht hat.
Christian Schmidt-Häuer, langjähriger Korrespondent in Prag, Moskau und auf dem Balkan, berichtet jede Woche von seinen Beobachtungen rund um den Erdball
- Datum 19.01.2010 - 19:22 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 14.01.2010 Nr. 03
- Kommentare 7
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, dass viele Kommentatoren Hugo Chavez mal wieder als Selbstdarsteller und Dummschwätzer darstellen werden, wenn er eine ernsthafte Bedrohung für sein Land inkl. seiner eigenen Person sieht. Traurige, propagandaverblendete Menschen.
[entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]
Wenn Herr Schmidt-Haeuer sich die Muehe gemacht haette auf eine Weltkarte zu schauen so wuesste er dass Kolumbien auch an Panama,Jamaika(Seegrenzen)und Peru grenzt.Diese Staaten haben ein ausgesprochen gutes Verhaeltnis zu uns. Brasilien agiert zwischen den beiden Positionen Venezuelas und Kolumbiens. Ecuador hat seine Beziehungen zu Kolumbien Ende letzten Jahres wieder normalisiert und weitere Schritte zur Verbesserung eingeleitet.
Wenn ueberhaupt bleibt also noch Venezuela, welches durch Sprengung mehrerer Bruecken zu Kolumbien, der Unterstuetzung der Drogenterror-Organisation Farc, der Vertreibung in Venezuela lebender Kolumbianer und nicht zuletzt oeffendlicher Kriegsdrohungen an uns, sich als der Kriegstreiber schlechthin positioniert hat.
Natuerlich fehlt auch gaenzlich der Hinweiss dass Chavez mit dem eher diktatorischen Russland Manoever vor seiner Kueste abhaelt, zudem den Iran, Syrien, Sudan und Nordkorea als seine Freunde und Verbuendete bezeichnet und keine Gelegenheit auslaesst um antisemitisches Vokabular nach bester Adolf Hitler Manier zum Besten zu geben.
Schauen sie doch mal wo Kolumbien vor zehn Jahren stand. Da konnte man nicht einmal vor die eigene Haustuere ohne von den FARC mit Mord und Entfuehrung bedroht zu werden. Heutzutage kann man sich wieder ueberall im Lande frei bewegen.
Aber manche Kader lernen es eben nie. Viel Spass bei Ihrem naechsten Venezuela-Besuch und stets dran denken auf Chavez-Linie zu bleiben denn sonst geht es dort in den Bau.
Sehr geehrter Johnnie.. sie sagen
[zitat]
...
keine Gelegenheit auslaesst um antisemitisches Vokabular ...zu geben
...
Da konnte man nicht einmal vor die eigene Haustuere ohne von den FARC mit Mord und Entfuehrung bedroht zu werden...
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stets dran denken auf Chavez-Linie zu bleiben denn sonst geht es dort in den Bau
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[zitat ende]
Stellen wir fest:
-der wahren Grund der Amerikaner und der CIA in Afganistan und in Columbien das Handeln mit Coca und Opium sind. (Wikipedia, Drogen CIA).
-das Publicum hier ist gebildet, und sehr wohl zwischen Antisemitismus (was Rassismus ist) und Zionismus unterscheiden kann.
-in Venezuela existiert eine Gewerkschaft C-Cura Opposition die weder in eine faschistische noch in eine stalinistische Diktatur möglich wäre.
-die FARC nicht unbedingt so schwarz weiss "die Bösen" sind, (siehe Film "Farc, insurgencia del siglo XXI") sondern dass die eigentliche Terroristen die Columbianische Regierung ist. (Ich persönlich meine, die FARC sind eine falsche Antwort!)
-So wie SIE es darstellen, ist mehr die Art und Weise wie die bezahlte "Trolls" von CIA und Mossad pflegen.
Ich glaube nicht an "Reptilien-in-Unterwelt" Verschwörungstheorien. Aber dass bezahlte Trolle der CIA und der Mossad gibt, die politische Meinungen zu diskreditieren versuchen ist von der CIA und der Mossad selbst annerkant worden.
Wenn sie eine diese Turais -Trolls wären... :) dann möchte ich wissen, wieviel ILS verdiend ein Turai...
yavhe shalom :)
Sehr geehrter Johnnie.. sie sagen
[zitat]
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keine Gelegenheit auslaesst um antisemitisches Vokabular ...zu geben
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Da konnte man nicht einmal vor die eigene Haustuere ohne von den FARC mit Mord und Entfuehrung bedroht zu werden...
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stets dran denken auf Chavez-Linie zu bleiben denn sonst geht es dort in den Bau
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[zitat ende]
Stellen wir fest:
-der wahren Grund der Amerikaner und der CIA in Afganistan und in Columbien das Handeln mit Coca und Opium sind. (Wikipedia, Drogen CIA).
-das Publicum hier ist gebildet, und sehr wohl zwischen Antisemitismus (was Rassismus ist) und Zionismus unterscheiden kann.
-in Venezuela existiert eine Gewerkschaft C-Cura Opposition die weder in eine faschistische noch in eine stalinistische Diktatur möglich wäre.
-die FARC nicht unbedingt so schwarz weiss "die Bösen" sind, (siehe Film "Farc, insurgencia del siglo XXI") sondern dass die eigentliche Terroristen die Columbianische Regierung ist. (Ich persönlich meine, die FARC sind eine falsche Antwort!)
-So wie SIE es darstellen, ist mehr die Art und Weise wie die bezahlte "Trolls" von CIA und Mossad pflegen.
Ich glaube nicht an "Reptilien-in-Unterwelt" Verschwörungstheorien. Aber dass bezahlte Trolle der CIA und der Mossad gibt, die politische Meinungen zu diskreditieren versuchen ist von der CIA und der Mossad selbst annerkant worden.
Wenn sie eine diese Turais -Trolls wären... :) dann möchte ich wissen, wieviel ILS verdiend ein Turai...
yavhe shalom :)
[...] Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/sh
Ein Lob auf diesen Beitrag, der - anders als die Schreihälse aus Caracas und Quito - einmal mit ruhiger Stimme die Widersprüche der Veränderung der strategischen Situation beschreibt. Schade, daß er kaum in lateinamerikanischen Medien Anklang finden wird, um die Debatte in sachliche Bahnen zu lenken.
Sehr geehrter Johnnie.. sie sagen
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keine Gelegenheit auslaesst um antisemitisches Vokabular ...zu geben
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Da konnte man nicht einmal vor die eigene Haustuere ohne von den FARC mit Mord und Entfuehrung bedroht zu werden...
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stets dran denken auf Chavez-Linie zu bleiben denn sonst geht es dort in den Bau
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Stellen wir fest:
-der wahren Grund der Amerikaner und der CIA in Afganistan und in Columbien das Handeln mit Coca und Opium sind. (Wikipedia, Drogen CIA).
-das Publicum hier ist gebildet, und sehr wohl zwischen Antisemitismus (was Rassismus ist) und Zionismus unterscheiden kann.
-in Venezuela existiert eine Gewerkschaft C-Cura Opposition die weder in eine faschistische noch in eine stalinistische Diktatur möglich wäre.
-die FARC nicht unbedingt so schwarz weiss "die Bösen" sind, (siehe Film "Farc, insurgencia del siglo XXI") sondern dass die eigentliche Terroristen die Columbianische Regierung ist. (Ich persönlich meine, die FARC sind eine falsche Antwort!)
-So wie SIE es darstellen, ist mehr die Art und Weise wie die bezahlte "Trolls" von CIA und Mossad pflegen.
Ich glaube nicht an "Reptilien-in-Unterwelt" Verschwörungstheorien. Aber dass bezahlte Trolle der CIA und der Mossad gibt, die politische Meinungen zu diskreditieren versuchen ist von der CIA und der Mossad selbst annerkant worden.
Wenn sie eine diese Turais -Trolls wären... :) dann möchte ich wissen, wieviel ILS verdiend ein Turai...
yavhe shalom :)
wie die USA mit souveränen Staaten umzugehen pflegen.
Es wird zwar gestattet, dass ein einheimischer Co-Pilot mitfliegt, dieser darf aber nicht merken wohin geflogen wird und was tatsächlich Zweck dieses Flugs ist.
Ein Staat, der sich solches Gebaren gefallen lässt, kann sich ruhig als US-Kolonie bezeichnen.
Der Vorgang wirft im Übrigen ein typisches Bild auf die USA und erklärt, warum dieses Land weltweit so unbeliebt ist.
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