Finanzkrise Als das Geld vom Himmel fiel
1,5 Billionen Euro haben die Zentralbanken seit der Finanzkrise erschaffen. Sie gaben sie den Banken, die damit der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Doch bei Autoherstellern und Maschinenbauern ist das Geld nie angekommen. Wo ist es geblieben?
Als Herr S. am 24. Juni 2009 in sein Büro kommt, hat er eine Aufgabe mit acht Nullen. Er soll innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Millionen Euro auftreiben. Was die meisten Bundesbürger in Panik versetzen würde, ist für S. eine einfache Transaktion. Denn erstens arbeitet er für eine große deutsche Bank in Frankfurt. Und zweitens ist gerade Finanzkrise.
Und nichts ist in dieser Krise so leicht zu bekommen wie Geld.
S. ist ein wichtiger Mann in seiner Bank, obwohl er erst Anfang vierzig ist. Der Konzern hat weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter. Nur etwa ein Dutzend Leute steht in der Hierarchie über S. Man merkt ihm die Bedeutung an. S. ist keiner dieser Banker, die es nötig haben, dauernd von irgendwelchen Deals zu sprechen. Er spricht lieber einen gemütlichen Dialekt, er kann sich das leisten. S. ist der oberste Geldeintreiber seiner Bank.
Ein Autohersteller benötigt Blech, Reifen, Türgriffe, um daraus Autos zu bauen. Eine Bank benötigt Geld, um daraus mehr Geld zu machen. Ohne S. wäre die Bank wie ein Autokonzern, dessen Bänder stillstehen.
Und weil Banken nicht gerne darüber reden, woher sie ihr Geld bekommen, darf man nicht sagen, bei welcher Bank Herr S. arbeitet.
An diesem Morgen des 24. Juni 2009 tippt S. wieder einmal seinen Nutzernamen und sein Passwort in den Computer. Dann ist er drin im elektronischen System der Europäischen Zentralbank. S. gibt den gewünschten Geldbetrag ein, mehrere Hundert Millionen Euro, und lehnt sich zurück.
Um 11.42 Uhr bekommt er die Nachricht: Das Geld ist unterwegs. Nicht nur zu S. und seiner Bank, sondern auch zu 1120 anderen großen und kleinen europäischen Banken. Sie alle machen Gebrauch vom Angebot der Europäischen Zentralbank (EZB), sich an diesem Tag unbegrenzt und fast zum Nulltarif Geld zu leihen: 442 Milliarden Euro erhalten sie. Das entspricht 80 Prozent der jährlichen Steuereinnahmen des deutschen Staates.
Das Geld ist Teil der ungewöhnlichsten Rettungsaktion der Geschichte. Kein Mensch ist wiederzubeleben, sondern ein System: der Kapitalismus.
Um Geld zu drucken, braucht man keine ratternden Maschinen mehr
Als nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 die Weltwirtschaft vor dem Zusammenbruch stand, rückten Institutionen in den Blickpunkt, deren Existenz in guten Zeiten kaum jemand bemerkt hatte: die EZB, die amerikanische Federal Reserve, die Bank von Japan – die staatlichen Zentralbanken. Wie Mediziner an einen Unfallort wurden ihre Präsidenten an das Krankenbett der Marktwirtschaft gerufen. Alle propagierten dieselbe Therapie: Man müsse dem zusammengebrochenen System neues Geld injizieren. So wie ein Notarzt elektrischen Strom in ein lebloses Herz jagt.
1,5 Billionen Euro haben die großen Zentralbanken seit Beginn der Finanzkrise den privaten Banken als Nothilfe geliehen. Jetzt, 480 Tage später, wirft das eine simple Frage auf.
Was ist mit dem Geld passiert?
Hat das Geld neue Arbeitsplätze geschaffen? Hat es ruinierte Privatanleger gerettet? Wem hat es geholfen?
Und woher haben die Zentralbanken das Geld überhaupt genommen? Haben sie es sich von den Steuerzahlern geliehen? Von ausländischen Investoren? Oder hatten sie die anderthalb Billionen im Tresor liegen?
Die Suche nach dem Geld wird in die bayerische Provinz führen, in ein afrikanisches Bergwerk, ein chinesisches Luxusrestaurant und zu einem amerikanischen Börsenhändler. Ganz am Ende wird man an einen Mann geraten, dessen Beruf es ist, Schulden zu machen – im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland.
Ganz am Anfang jedoch gilt es herauszufinden, woher das Geld stammt, das den Kapitalismus zu neuem Leben erwecken sollte. Man muss sich noch einmal an jenem 24. Juni 2009 zu Herrn S. in die Bank begeben, oder genauer: an den Ort, von dem er sich das Geld holte, an den Sitz der Europäischen Zentralbank, in den Eurotower, einen dieser typischen Frankfurter Glaskästen.
- Datum 19.01.2010 - 08:28 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.01.2010 Nr. 03
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Vieleicht sollten wir eine DDR mit Meinungsfreiheit, direkter Bürgerbeteiligung und Kapital in Bürgerhand ausprobieren ?
Grossindustrie, Banken und Superreiche werden enteignet und es wäre genug für alle da. Genug Geld für Kinderkrippen, Bildung, Soziales und Gesundheit.
Korruption, Pöstchengeschacher etc. werden strikt betraft und Karrieren orientieren sich an Fähigkeiten und Leistung, nicht an Parteibuch, Religion oder Beziehungen.
Wäre vieleicht nicht das schlechteste.
ist das leichter gesagt als getan. Erst recht mit unseren Politikern, die haben -mit Verlaub- keine Eier in der Hose. Oder sie haben einfach keine Motivation etwas zu ändern. "System"relevant ist schon der passende Ausdruck...
vielleicht sollten wir auch mal das hier ausprobieren ...
siehe mein blogeintrag!!!
ist das leichter gesagt als getan. Erst recht mit unseren Politikern, die haben -mit Verlaub- keine Eier in der Hose. Oder sie haben einfach keine Motivation etwas zu ändern. "System"relevant ist schon der passende Ausdruck...
vielleicht sollten wir auch mal das hier ausprobieren ...
siehe mein blogeintrag!!!
Sobald eine Verwaltungseinheit feststellt, dass eine gemeinnützige Straße durch ein Gebiet gebaut werden muss, das einer Privatperson gehört und diese Person sich weigert, den Grund zu verkaufen, kann das Mittel der Enteignung in Betracht gezogen werden. Der Eigner erhält dann eine angemessene Entschädigung.
Angemessene Entschädigung. Was wäre das wohl für virtuelles geld ("... das vom Himmel viel"). Aber wer soll den die Zentralbanken schon enteignen können. Es gibt niemanden, der mächtiger ist.
Und unter uns gefragt: Ist es wahr, dass man Kredite an Kleinstverdiener vergab ohne darüber nachzudenken, ob diese zurückgezahlt werden können? Von welchen Menschen werden solche Entscheidungen denn getroffen? Da hat ja ein zwölfjähriges Mädchen mehr Grips...
Mir fröstelt.
Nun ja, die Zentralbanken sind nicht das Problem, sondern die im Text genannten Großbanken wie die Deutsche Bank. Sie sind es die das Geld, was sie von den Zentralbanken billig erhalten haben, zur eigenen Profitsteigerung verwenden, anstatt es ihrerseits als Kredit an die Unternehmen weiterzugeben. Daher mussten etwaige Maßnahmen auf diese Großbanken abzielen.
Zu den Krediten für Geringverdiener:
Ja, das war das Mittel mit denen die USA versuchten in den Jahren vor 2008 die Wirtschaft anzukurbeln. Letztlich führte ja die Tatsache, dass diese "Sub-prime" Kredite nicht mehr bedient werden konnten zu der Immobilienkrise, über deren Folgen (Finanzkrise, Wirtschaftskrise) wir jetzt noch reden.
Nun ja, die Zentralbanken sind nicht das Problem, sondern die im Text genannten Großbanken wie die Deutsche Bank. Sie sind es die das Geld, was sie von den Zentralbanken billig erhalten haben, zur eigenen Profitsteigerung verwenden, anstatt es ihrerseits als Kredit an die Unternehmen weiterzugeben. Daher mussten etwaige Maßnahmen auf diese Großbanken abzielen.
Zu den Krediten für Geringverdiener:
Ja, das war das Mittel mit denen die USA versuchten in den Jahren vor 2008 die Wirtschaft anzukurbeln. Letztlich führte ja die Tatsache, dass diese "Sub-prime" Kredite nicht mehr bedient werden konnten zu der Immobilienkrise, über deren Folgen (Finanzkrise, Wirtschaftskrise) wir jetzt noch reden.
Genau der letzte Abschnitt verdeutlicht den Betrug. Man haette die banken ALLE pleite gehen lassen koennen. Der Staat haette sich das Geld bei der EZB besorgt, zu null oder geringen Zinsen. Statt dessen verdienen die Banken an den Zinsaetzen,also an uns. Der Staat haette damit zeitweise die Liquiditaet der Wirtschaft und des Staates aufrecht erhalten koennen. Dann haetten sich neue Banken gegruendet, die aber kleiner als die jetzigen waeren.
Man muss sich langsam fragen, wer diesen Staat tatsaechlich regiert, die Banken oder das demokratisch gewaehlte Parlament. Wie kann es sein, das sich das hoechste gesetzgebende Organ und die Regierung nicht gegen die Banken durchsetzen kann.
Wir kennen natuerlich die Antwort: weil sie sich gar nicht durchsetzen wollen. Wer mit Ackermann fruehstueckt und Geburtstag feiert, wird ihn schon nicht pleite gehen lassen. Dazu kommen viele persoenlich Vorteile, nette Jobs bei Firmen, wo man nichts leisten muss, sondern nur ein schones Gehalt kassiert, neben der Abgeordnetenpension natuerlich.
So sehe ich das auch.
bildlicher Artikel, der einiges zusammenstellt, was ansonsten gerne unter 'Details' und 'Tagesgeschaeft' sowie Worthuelsen der Politiker und Banker versteckt wird.
Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist für mich, das man als Einzelner dazu verdammt ist das Spiel der Banken mitzuspielen.
Es gibt leider (noch) keine Alternative, keine Möglichkeit "auszusteigen", dazu bedarf es einer Mehrheit.
Leider glauben die meisten Menschen aber immer noch das "alles schon gut werden wird", und das man vielleicht am Ende doch zu den Gewinnern gehört.
Da hat der letzte Satz im Artikel schon prophetische Weisheit:
Am Ende gewinnt immer die Bank.
„Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“
John Maynard Keynes (Werk: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes)
....die Lösung ist meiner Meinung nach die direkte Demokratie.
Jeder ist von seinen persönlichen Interessen getrieben. Politik und Bevölkerung somit auch.
Wer trifft somit am ehesten die für die Allgemeinheit besten Entscheidungen.
Nur so eine Gedankenspielerei.
....die Lösung ist meiner Meinung nach die direkte Demokratie.
Jeder ist von seinen persönlichen Interessen getrieben. Politik und Bevölkerung somit auch.
Wer trifft somit am ehesten die für die Allgemeinheit besten Entscheidungen.
Nur so eine Gedankenspielerei.
Wer etwas an den Zuständen ändern möchte, wählt Linke. Die einzige Partei, die sich traut mit den Banken anzulegen. Das Bankenwesen verseucht unsere Welt schon seit Jahrhunderten und spielt Ping-Pong mit unseren Regierungen.
Ja aber wenn man was gegen die Banken hat, gleichzeitig aber gegen die Linken, hat man ein Problem, und von denen wird es in Deutschland wesentlich mehr geben als die die einfach so die Linke wählen. Ich bin recht konservativ, habe aber etwas gegen Banken und gegen zu extrem gebündelte Wirtschaftliche Macht. Ich kann nicht SPD Wählen, nicht CDU und auch nicht die Linke, und die rechte ist mir zu Rechts.
Da kann ich nur meinen Stimmzettel ungültig machen, um zum Ausdruck zu bringen, dass mich ALLES ankotzt!
Auswandern oder eigenen Staat gründen und sie Souveränität gegenüber Deutschland durchsetzten!
Ich habe keine Lust mehr in so einem kaputten Land zu leben.......
Ja aber wenn man was gegen die Banken hat, gleichzeitig aber gegen die Linken, hat man ein Problem, und von denen wird es in Deutschland wesentlich mehr geben als die die einfach so die Linke wählen. Ich bin recht konservativ, habe aber etwas gegen Banken und gegen zu extrem gebündelte Wirtschaftliche Macht. Ich kann nicht SPD Wählen, nicht CDU und auch nicht die Linke, und die rechte ist mir zu Rechts.
Da kann ich nur meinen Stimmzettel ungültig machen, um zum Ausdruck zu bringen, dass mich ALLES ankotzt!
Auswandern oder eigenen Staat gründen und sie Souveränität gegenüber Deutschland durchsetzten!
Ich habe keine Lust mehr in so einem kaputten Land zu leben.......
dass die Schwarte kracht - und gegebenenfalls auch mal verstaatlichen. Es hilft nichts anderes. Aber das hiesse ja, gegen den Strom der allgemeinen Meinungsmache seit Jahrzehnten zu schwimmen.
Wann wird der erste ZEIT-Journalist schreiben:
"Ja, ich habe mich geirrt. Der Markt regelt nicht alles. Steuersenkungen für die höchsten Einkommensgruppen lösen kein Problem, sondern schaffen Probleme. Privatisierung und Aktienkultur sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser sind nicht Warenhäuser wie Karstadt ... usw."
Wahrscheinlich nie.
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