Wie gefährlich Schnee sein kann, erlebten 1999 die Bewohner im österreichischen Galtür. Eine Lawine erdrückte 31 Menschen. Weltweit sterben jedes Jahr rund 200 Menschen durch Lawinen, die Hälfte davon in den Alpen.

Die Todesursachen sind unterschiedlich: Manche Skifahrer werden mitgerissen und prallen gegen Felsen.

Andere werden von der schieren Schneemasse erdrückt oder ersticken, weil ein Schnee-Luft-Gemisch mit Hochgeschwindigkeit in ihre Lungen gelangt.

Eine Staublawine lässt große Luftdruckschwankungen entstehen, vorne Hochdruck, hinten Sog, und wirkt wie ein Tornado: geknickte Bäume, abgedeckte Häuser.

Lawinen entstehen fast immer an Hängen mit einem Gefälle zwischen 30 und 50 Grad. Auf der Nordhalbkugel setzt sich die Schneedecke wegen der geringen Sonneneinstrahlung an Nordhängen nur langsam. Dadurch bleiben Gefahren länger erhalten. Südhänge dagegen erhalten mehr Sonneneinstrahlung – was die Schneedecken stabilisiert. Im Frühjahr ist die Situation jedoch oft eine andere. Dann erhalten insbesondere Südhänge soviel Sonne, dass das entstehende Schmelzwasser die Verbindungen in der Schneedecke lösen kann – nasse Frühlingslawinen donnern zu Tal.*

Trotz des menschlichen Leids – Lawinen bedeuten nicht nur Verderben. Im Gegenteil, nach Niedergängen erhalten Flora und Fauna die Chance zum Neubeginn. Nach wenigen Jahren ist der Artenreichtum in den Schneisen der Zerstörung besonders hoch.

Eine Infografik zu verschiedenen Lawinenarten können Sie hier herunterladen.

*Anm. d. Red.: An dieser Stelle hieß es zunächst, dass die Gefahr von Lawinen auf der Nordhalbkugel an Südhängen generell höher sei. Das ist falsch. Der Text wurde entsprechend geändert.

lIllustration: Dieter Duneka
Montage: Katrin Guddat
Recherche: Urs Willmann
Quelle: WSL-Institut für Schnee- und  Lawinenforschung SLF, Davos/Schweiz