Fragen an Helmut Schmidt "Die Banken begehen schon wieder dieselben Fehler "Seite 4/4
ZEITmagazin: Sind Sie froh, dass dieses Jahrzehnt der Krisen und Kriege nun vorbei ist?
Schmidt: Es ist ja noch gar nicht vorbei: Die Auswirkungen der Weltrezession werden uns noch mindestens zwei weitere Jahre belasten, vielleicht noch länger.
ZEITmagazin:Waren die vergangenen zehn Jahre für Sie persönlich eine gute Zeit?
Schmidt: Kann ich nicht sagen. In dieser Dekade hatte ich eine schwere Herzoperation, und ich sitze neuerdings im Rollstuhl. Das ist nicht sehr befriedigend.
ZEITmagazin:Am 23. Dezember sind Sie 91 geworden. Gab es wieder diese Flut der Gratulationen wie zu Ihrem runden Geburtstag vor einem Jahr?
Schmidt: Es ist nach wie vor eine Flut, es kommen Tausende Glückwünsche an. Letztes Jahr haben wir bis in den April hinein gebraucht, um allen zu antworten – allein schon das Abtippen der ganzen Adressen! Dieses Mal bekommt niemand mehr eine Danksagung, auch keine gedruckte. Es strengt mich und das Büro gleichermaßen an, und meine Frau und ich sind nicht mehr so leistungsfähig wie vor einem Jahr.
ZEITmagazin: Die Gratulanten werden es verstehen.
Schmidt: Es tut mir ja leid, aber ich kann ihnen nicht helfen.
Das Gespräch führte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo
- Datum 18.01.2010 - 14:34 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 14.01.2010 Nr. 03
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Ein nettes Interview, zweifellos. Aber hat nicht Ihr Herr Joffe erst kürzlich auf das "Wie haben Sie darauf reagiert?" von mittelmäßigen Journalisten hingewiesen?
In diesem Interview kommt die Frage vor - und von dem Punkt an wird der Text für mich unleserlich, vorhersehbar. Mir scheint, der Journalist möchte einem respektablen, aber auch etwas selbstgefälligen Politiker den Bauch streicheln.
Ansonsten sehr nett, auch die Vorwürfe gegenüber der deutschen Regierung. Man vergisst schnell, dass es Zeiten gab, in denen deutsche Regierungen eigensinniger und mutiger handelten als derzeit.
die Deregulierung im Finanzsektor zugenommen hat. Wer hat nochmal Hedge-Fonds in D zugelassen?
hat das nicht zu verantworten und auch davor gewarnt.
Orpheus
das muss endlich in die Geschichtsbücher! Sie haben dafür gesorgt, dass die Unternehmen stille Reserven (steuerfrei!) veräußert haben, alles was sich zu Geld machen lies ausgeschüttet wurde. Bei jedem kleinen, kalten Luftzug der Weltwirtschaft müssen sie jetzt die Leute entlassen. Das Geld landet oft bei Hedge-Fondes die nahezu alle völlig intransparent in Steueroasen herum hängen. Das meiste Geld wird seither nicht durch das Bauen von guten Autos o.ä. verdient, sondern durch Hin und Herschieben von Geld zwischen irgendwelchen Banken. Durch Inzucht sozusagen (genannt Interbankenhandel. Und diese Inzucht ist auch noch systemrelevant. Das heißt, das Risiko trage ich und meine Familie und alle anderen rechtschaffenden Menschen dieses Landes.
War das tatsächlich Helmut Schmidt mit seiner rot-grünen Koalition in den Siebzigern?
hat das nicht zu verantworten und auch davor gewarnt.
Orpheus
das muss endlich in die Geschichtsbücher! Sie haben dafür gesorgt, dass die Unternehmen stille Reserven (steuerfrei!) veräußert haben, alles was sich zu Geld machen lies ausgeschüttet wurde. Bei jedem kleinen, kalten Luftzug der Weltwirtschaft müssen sie jetzt die Leute entlassen. Das Geld landet oft bei Hedge-Fondes die nahezu alle völlig intransparent in Steueroasen herum hängen. Das meiste Geld wird seither nicht durch das Bauen von guten Autos o.ä. verdient, sondern durch Hin und Herschieben von Geld zwischen irgendwelchen Banken. Durch Inzucht sozusagen (genannt Interbankenhandel. Und diese Inzucht ist auch noch systemrelevant. Das heißt, das Risiko trage ich und meine Familie und alle anderen rechtschaffenden Menschen dieses Landes.
War das tatsächlich Helmut Schmidt mit seiner rot-grünen Koalition in den Siebzigern?
Helmut Schmidt hat immer was zu sagen.
Und er ist immer mein Vorbild.
daß in D derzeit keine Politiker aktiv sind, die nur annähernd das Niveau von Herrn Schmidt haben.
Man könnte nun sagen, daß damals Alles anders war.
Das war es sicher, aber damit bestimmt nicht einfacher.
Trotz gesundheitlicher Probleme ist Helmut Schmidt im gut geführten Interview von di Lorenzo stets auf der Höhe der Zeit. Im Ergebnis eines langen erfolgreichen Lebens vermittelt er uns Kenntnisse & Erkenntnisse, weist auf Gefahren hin und in seiner Art ist er stets glaubwürdig und überzeugend. Die letzt genannten Attribute sind es, die wir bei vielen gegenwärtigen Politikern vermissen. Auf manche Leser wirkt Schmidt als „schulmeisterhaft“, als „abgehoben“ und besserwisserisch. Das allerdings sind falsche Empfindungen, denn seine Art ist es von jeher, durch klare, unmissverständliche Formulierungen seine Sicht der Dinge darzustellen. Diese Grundhaltung prägte sein ganzes politisches Leben.
Wenn Schmidt zu der Feststellung gelangte: „ Brüderle bleibt eine Fußnote in der Zeitgeschichte“, so trifft meiner Ansicht nach dies auch auf verschiedene andere Politiker zu wie z.B. Westerwelle, Niebel oder Rösler-
Der Mangel an Politikern, die klug, intelligent, kompetent und in der Lage sind glaubwürdig zu überzeugen, ist leider bei allen Parteien zu beobachten.
Die schwarz-gelbe Koalition hat mit einen folgenschweren Fehlstart begonnen. Sie besitzt wenig überzeugende Ideen und Pläne, die Zuversicht und Glaubwürdigkeit beinhalten. Die Koalitionsvereinbahrung enthält gefährliche bis absurde Wünche, ist vielmehr ein politisches Machwerk zur Befriedung machtpolitischer Ziele und Absichten der Koalitionäre.
Da bin ich mir nicht so sicher. Immerhin gab es sehr wohl Regulierungen für den Finanzsektor. Diese waren sehr intrusiv und weitgehend. So wurden Immobilienkäufe subventioniert, Versicherern wurde vorgeschrieben in welchen Produkten sie wieviel investieren durften und Banken vorgeschrieben wie sie Risiken auch im Einzelnen bewerten mussten sowie die Eigenkapitalmenge, die sie für Risiken vorhalten mussten. Staaten haben ebenfalls Haushaltsdefizite und eine hohe Geldmenge gefahren und wichtige Währungen fixiert. Die aus diesen Handlungen resultierende Umwelt war die Vorgabe, wie die Wirtschaftenden handeln konnten, sollten und mussten.
Daraus kann man ableiten, dass Staatsaktivitäten die Umstände definierten, die zur Krise führten. So lägen zwei Fragen nahe. Müssen nicht die Entscheidungsregeln der Staaten zur Regulierung verändert werden, damit der Regulierungsprozess besser funktioniert, bevor neue Regulierung implementiert wird? Wie sollten überhaupt Regeln beschaffen sein, um Wachstum und die aus ihr resultierenden Risiken abzustimmen?
Da bin ich mir nicht so sicher. Immerhin gab es sehr wohl Regulierungen für den Finanzsektor. Diese waren sehr intrusiv und weitgehend. So wurden Immobilienkäufe subventioniert, Versicherern wurde vorgeschrieben in welchen Produkten sie wieviel investieren durften und Banken vorgeschrieben wie sie Risiken auch im Einzelnen bewerten mussten sowie die Eigenkapitalmenge, die sie für Risiken vorhalten mussten. Staaten haben ebenfalls Haushaltsdefizite und eine hohe Geldmenge gefahren und wichtige Währungen fixiert. Die aus diesen Handlungen resultierende Umwelt war die Vorgabe, wie die Wirtschaftenden handeln konnten, sollten und mussten.
Daraus kann man ableiten, dass Staatsaktivitäten die Umstände definierten, die zur Krise führten. So lägen zwei Fragen nahe. Müssen nicht die Entscheidungsregeln der Staaten zur Regulierung verändert werden, damit der Regulierungsprozess besser funktioniert, bevor neue Regulierung implementiert wird? Wie sollten überhaupt Regeln beschaffen sein, um Wachstum und die aus ihr resultierenden Risiken abzustimmen?
hat das nicht zu verantworten und auch davor gewarnt.
Orpheus
Da bin ich mir nicht so sicher. Immerhin gab es sehr wohl Regulierungen für den Finanzsektor. Diese waren sehr intrusiv und weitgehend. So wurden Immobilienkäufe subventioniert, Versicherern wurde vorgeschrieben in welchen Produkten sie wieviel investieren durften und Banken vorgeschrieben wie sie Risiken auch im Einzelnen bewerten mussten sowie die Eigenkapitalmenge, die sie für Risiken vorhalten mussten. Staaten haben ebenfalls Haushaltsdefizite und eine hohe Geldmenge gefahren und wichtige Währungen fixiert. Die aus diesen Handlungen resultierende Umwelt war die Vorgabe, wie die Wirtschaftenden handeln konnten, sollten und mussten.
Daraus kann man ableiten, dass Staatsaktivitäten die Umstände definierten, die zur Krise führten. So lägen zwei Fragen nahe. Müssen nicht die Entscheidungsregeln der Staaten zur Regulierung verändert werden, damit der Regulierungsprozess besser funktioniert, bevor neue Regulierung implementiert wird? Wie sollten überhaupt Regeln beschaffen sein, um Wachstum und die aus ihr resultierenden Risiken abzustimmen?
und ich empfehle dazu auch noch die Lektüre von
a) Manifest der 78 Professoren - http://www.berlinersteuer...
b) Sachverständigenratkritik am MoRaKG - http://unternehmensgruend...
sowie
c) Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft - www.ludwig-erhard-stiftun...
damit auch begriffen wird, wobei sich bei der sogen. Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in diesem Zusammenhang handelt. Das ist nämlich die Propagandaabteilung unseres heutigen ständisch-besitzbürgerlichen Feudalstaates.
So gesehen vermag der gute alte Helmut Schmidt die heutigen Zustände und Verhältnisse wohl nicht mehr beurteilen zu können, weil er von längst untergegangenen Bedingungen ausgeht.
und ich empfehle dazu auch noch die Lektüre von
a) Manifest der 78 Professoren - http://www.berlinersteuer...
b) Sachverständigenratkritik am MoRaKG - http://unternehmensgruend...
sowie
c) Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft - www.ludwig-erhard-stiftun...
damit auch begriffen wird, wobei sich bei der sogen. Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in diesem Zusammenhang handelt. Das ist nämlich die Propagandaabteilung unseres heutigen ständisch-besitzbürgerlichen Feudalstaates.
So gesehen vermag der gute alte Helmut Schmidt die heutigen Zustände und Verhältnisse wohl nicht mehr beurteilen zu können, weil er von längst untergegangenen Bedingungen ausgeht.
...Wir hätten sie nicht."
Das ist eigentlich unnachvollziehbar. Die Verschuldungen der zwei Staaten ist so unterschiedlich nicht und liegt in beiden Fällen unter den Verschuldungsgraden anderer OECD Ländern, die noch wenig Problem haben Geld aufzunehmen.
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