Deutschlandkarte Stadtliche Geschäfte
Viele Kommunen haben seit Mitte der neunziger Jahre Straßenbahnen, Wasserwerke oder Krankenhäuser an US-Investoren verkauft - und dann teuer zurückgemietet.
Nicht nur Privatleute lassen sich täuschen, wenn es leicht erscheint, Geld zu machen, sondern auch ganze Stadträte. Viele Kommunen haben seit Mitte der neunziger Jahre an amerikanische Investoren verkauft, was sie besaßen, Straßenbahnen, Wasserwerke, Krankenhäuser, und diese dann teuer zurückgemietet – ein hoch kompliziertes und nur scheinbar einträgliches Geschäft. Längst leiden die Städte unter den Zahlungsraten.
Die Verträge sind meist nicht öffentlich, und so kann diese Karte (zum Vergrößern klicken Sie bitte hier) nicht garantiert vollständig sein. Aber sie lässt doch erkennen, wo in Deutschland die Idee großen Gefallen fand: in Nordrhein-Westfalen – dort waren die Kassen besonders leer. Auch die Schwaben, bekannt für ihren Geschäftssinn, waren der Idee sehr zugetan. Die Ostdeutschen, angeblich so anfällig fürs Dubiose, haben mehrheitlich widerstanden.
Nach und nach kam die Idee in immer kleinere Städte, 2002 nach Kulmbach in Franken. Dort aber verhinderte ein Bürgerbegehren das gefährliche Spiel. Manchmal ist es ganz gut, in einer Kleinstadt zu wohnen, deren Bewohner etwas misstrauischer sind.
Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde, Nationalatlas Aktuell; D. Hänsgen, J. Miggelbrink
- Datum 02.02.2010 - 16:27 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle ZEITmagazin, 14.01.2010 Nr. 03
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noch so´n Schuldensprengsatz, der irgendwann hochgehen und manche deutsche Kommune die haushälterische Autonomie kosten wird!
Was in der Finanz- und Bankenbranche die zertifizierten Immobilienfaulkredite sind, nennt man in der zockenden Städte- und Gemeindenszene "CrossBorderLeasing". Einjeder ruiniere sich eben, so gut er kann!
Kommunale Einrichtungen an amerikanische Investoren zu verkaufen, die das lediglich des heimatländischen Steuervorteils wegen tun, um sie sogleich mittels langfristiger Verträge wieder anzumieten, ist - um´s milde zu sagen - extrem kurzgedacht und lässt sich allenfalls mit den ewig klammen Kassen der Städte und Gemeinden etwas entschuldigen.
Wie gesagt, die Rechnung hierfür wird irgendwann schon noch präsentiert.
Interessantes zu dem Thema - ein Interview mit Dr. Werner Rügemer, der ein Buch über "CBL" veröffentlicht hat - findet sich hier:
http://www.gulli.com/news...
Es mehren sich die Stimmen derer, die nichts Gutes für die Zukunft erwarten. Bedauerlich nur, dass diese in den etablierten Medien einfach nicht zu hören sind...
Dass wir wahrscheinlich sehr ungemütlichen Zeiten entgegengehen, ist das eine; das andere die Frage, wie die Menschen reagieren werden, wenn Sie erfahren, dass sie an der Nase herumgeführt worden sind.
Sieht man sich in manchen Foren im Internet um, in denen nicht zensiert wird, kann man schon jetzt eine aufgeheizte Stimmung erleben, begleitet von hasserfüllten, rassistischen, faschistischen, merkwürdig esoterischen und überall Verschwörungen witternden Kommentaren.
Ob es so klug ist, den extremen politischen Strömungen dieses Feld zu überlassen, wage ich zu bezweifeln. Es wird höchste Zeit, eine offene Diskussion in Gang zu bringen, an der sich alle Medien beteiligen.
Ich glaube allerdings nicht, dass das passieren wird. Und so fürchte ich weniger den wirtschaftlichen Zusammenbruchs, als vielmehr eine darauf folgende Radikalisierung der Gesellschaft.
Ich hoffe sehr, dass nicht eintrifft, was Leute wie Marc Faber, Gerald Celente, Bernd Senf, Bernard Lietaer oder Adrian Salbuchi prophezeien. Dumm nur, dass zumindest die ersten beiden eine erschreckend hohe Trefferquote bei all ihren Vorhersagen hatten.
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