Martenstein Über Nazi-Vergleiche

Harald Martenstein wird von Radfahrern beschimpft, schimpft zurück und bereitet nun seine Verteidigung vor Gericht vor.

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

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Zum zweiten Mal bin ich Angeklagter in einem Naziprozess. Das erste Mal war vor etlichen Jahren. In der Stuttgarter Staatsgalerie wurde eine Ausstellung eröffnet. Zu vorgerückter Stunde kletterte ein berühmter Künstler, schon recht betrunken, auf einen Tisch und rief: »Juden raus! Heil Hitler!« Ich war ein junger Kulturreporter und hielt dieses Detail der Vernissage für berichtenswert. Der Künstler, der sich am nächsten Morgen, wie seine Freunde versicherten, an nichts erinnern konnte, zeigte mich an. Ich hatte Zeugen und wurde freigesprochen. Auch die Karriere des Künstlers ging weiter. Hin und wieder googele ich ihn. Es geht ihm offenbar gut. Weshalb sollte ich so boshaft sein, seinen Namen zu nennen? Ich bin ein lieber Kerl, außer man reizt mich.

Der zweite Vorfall ereignete sich vor drei Wochen in Kreuzberg. Ich fuhr aus einer Parklücke heraus. Um aus der Parklücke herauszukommen, musste man einen Radweg überqueren. Ein Radfahrer musste bremsen, nicht etwa scharf, nur ganz normal. Ich weiß nicht, wie oft im Leben ich schon, mit Auto oder Fahrrad, bremsen musste, weil Leute ein- oder ausparkten. Ohne Einparken, Ausparken und Bremsen kann es meiner Ansicht nach überhaupt keine Mobilität und keinen Straßenverkehr geben. Der Radfahrer begann zu schimpfen. Er rief sinngemäß, dass ich ein Depp sei. Er sah, wie soll ich das jetzt ausdrücken, alternativ aus. Ich selber bin ja reaktionär.

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Ich stieg aus und sagte: »Ich kann doch gar nicht anders, mein fortschrittlicher junger Freund, ich muss doch über den Radweg fahren.« Eine ältere Radfahrerin, die eine augenscheinlich selbst gestrickte Wollmütze trug, kam hinzu. Auch sie musste bremsen, auch sie begann sofort damit, mich zu beschimpfen. Die Situation war sehr klischeehaft. Deshalb bin ich wieder eingestiegen. Nun begann der Mann, mit seinen Händen auf mein Auto einzuschlagen. Warum sind Menschen so? Warum so viel Gewalt, so viel Hass? Sind wir nicht alle Kinder desselben Gottes?

Ich habe das Fenster geöffnet. Ich habe gerufen: »Ihr Nazis!« Ich war wütend. Ich fand das so wahnsinnig ungerecht. Ich bin im Grunde ein rücksichtsvoller Fahrer. Ich wollte, dass sie sich ärgern, ich wollte ihnen so wehtun, wie sie mir wehgetan haben. Ich glaube, das ist mir auch gelungen. Sie schrieben meine Nummer auf, tauschten Adressen aus und riefen, dass sie mich anzeigen werden.

1990 formulierte der amerikanische Autor Mike Godwin eine sozialpsychologische Theorie. Godwin’s Law gilt inzwischen als empirisch bewiesen. Es besagt, dass seit etwa 1950 bei jeder größeren Meinungsverschiedenheit, weltweit und immer, irgendwann ein Vergleich mit den Nazis auftaucht. Dieser Vergleich habe nichts mit der realen Geschichte zu tun, sondern mit dem Wunsch des Sprechers, eine Diskussion zu beenden, indem er seinem Gegenüber jegliche Satisfaktionsfähigkeit abspricht. In diesem Sinne wurde zum Beispiel Angela Merkel mit den Nazis verglichen (von Hugo Chávez), Peer Steinbrück (von irgendwelchen Schweizern) sowie die Fluggesellschaft Air Berlin (von einem spanischen Politiker).

Ich werde meine Verteidigung vor Gericht auf Godwin aufbauen. Ich werde sagen, dass ich eben ein Kind meiner Zeit bin, und werde nachweisen, dass Angela Merkel und Peer Steinbrück, vor allem aber Air Berlin viel weniger mit den Nazis zu tun haben als diese fanatischen Radfahrer mit ihrem bedingungslosen Glauben an die historische Überlegenheit ihrer Sache. Meinen Vergleich, werde ich sagen, bedaure ich zutiefst, aber nur aus künstlerischen Gründen, weil er unoriginell ist.

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Leser-Kommentare
  1. ...ganz schön selbstgefällig, diese kolumne!

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    Zustimmung: Als eigentlich glühender Martenstein-Kolumnen-Fan ist bekomme jetzt schon zum zweiten oder dritten Mal den Eindruck, dass Herr Martenstein eigene Fehltritte dazu benutzt, um auf andere einzuhauen - ironisch/lakonisch verbrämt natürlich. Warum hat er sich nicht einfach für seine Unachtsamkeit entschuldigt statt eine provozierende Bemerkung oben drauf zu setzen? Mal nicht aufzupassen ist das Eine, selbstgefällig darauf zu reagieren etwas Anderes. Da hätte ich mir nen entsprechenden Kommentar (nein, keinen Nazi-Vergleich) sicher auch nicht verkneifen können. Dieser Kern der Geschichte stimmt nicht, darüber können auch die erhellenden Exkurse über die Stuttgarter Nationalgalerie und Godwin's Law nicht hinweg täuschen.

    Zustimmung: Als eigentlich glühender Martenstein-Kolumnen-Fan ist bekomme jetzt schon zum zweiten oder dritten Mal den Eindruck, dass Herr Martenstein eigene Fehltritte dazu benutzt, um auf andere einzuhauen - ironisch/lakonisch verbrämt natürlich. Warum hat er sich nicht einfach für seine Unachtsamkeit entschuldigt statt eine provozierende Bemerkung oben drauf zu setzen? Mal nicht aufzupassen ist das Eine, selbstgefällig darauf zu reagieren etwas Anderes. Da hätte ich mir nen entsprechenden Kommentar (nein, keinen Nazi-Vergleich) sicher auch nicht verkneifen können. Dieser Kern der Geschichte stimmt nicht, darüber können auch die erhellenden Exkurse über die Stuttgarter Nationalgalerie und Godwin's Law nicht hinweg täuschen.

  2. Der Fairness halber muss ich anmerken, dass es in der Tat aergerlich ist, als Fahrradfahrer den Autos staendig Vortritt zu lassen, nur weil sie staerker sind. Abbremsen und wieder-antreten auf dem Fahrrad kostet viel mehr Energie, als im Auto zwischen zwei Pedalen zu wechseln. Vor allem, wenn es in Stroemen regnet. Ausserdem werden Fahrradwege des oefteren als Parkstreifen missbraucht. Der Warnblinker entschuldigt dann alles... Dagegen haette wohl niemand die Zivilcourage, mit einem parkenden Auto eine Autofahrspur zu blockieren.
    Auf den Strassen herrscht eben das Recht des Staerkeren, und das sind leider die Autos. Der Radler bremst aus purem Selbsterhaltungstrieb, um sich nicht das Genick zu brechen. Und der Autofahrer weiss das und spekuliert drauf. Im Zweifelsfall droht er dann sogar mit vierstelligen Schadensersatz-Rechnungen, wegen der Lackschaeden.
    Aber die Geschichte mit dem Kuenstler ist lustig, und Godwin's Law finde ich auch gut!

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    Herr Martenstein, sie haben mein absolutes Mitgefühl!!
    Ich selbst wohne und lebe in HB, genauer im besagtem "Viertel", bin selbst - u.a. - auch Radfahrer der kurzen Strecken wegen, wie sehr viele hier. Es ist schon ein paar Jahre her, da prägte ich den Begriff des "Fahradnazis", weil ich mich genau so fühlte, wie von ihnen beschrieben.
    Wie fahren, ggf., diese Menschen, die ja allem Anschein nach keine Bremse kennen - die Klingel, hat im übrigen bei der Bremer Spezis Vorrang - sondern nur Gas geben, PKW wenn unter Umständen ein Kind auf der Straße steht!?? - mit gleichem Recht wie auf ihrem Radweg - Klingeln-drauf zu halten-und weiter fahren??
    Unvorhersehbare Spurwechsel, vom Radweg auf die Straße, Autos beim Einparken eben nochmal rechts im totem Winkel überholen - "Hey, Autofahrer, pass doch auf und nimm gefälligst Rücksicht!!" - sind an der Tagesordnung - leider -hier.
    Und leider ist es auch so, das die Fraktion der "Selbstgestrickten Wollmützen" die schlimmste ist.
    In diesem Sinne.

    • TDU
    • 17.01.2010 um 14:44 Uhr

    Ihre Pauschalierungen sind ja unglaublich und na ja. ich bin oft Fussgänger, und wenn ich einen schnellen Schritt drauf habe, bringt mich jede Ampel, jedes Auto und jede alte Frau oder Mann und überhaupt jede Störung aus dem Rhythmus und das wieder anlaufen ist genauso lästig wie beim Fahrradfahren.

    Deswegen propagiere ich aber nicht den Kampf aller gegen alle, renne keinen Menschen um und rechtfertige das auch noch mit dem Klimaschutz. Wenn das Fahrrad das Auto wgen seiner Fähigkeiten ablösen kann, wird alles Fahrradfreundlich sein. Und solange müsen alle mit Autos leben und sollte ihren Frust und ihre Selbstgerechtigkeit mal da auslassen, wo es angebracht ist. Vielleicht mal beim Chef.

    • Hontes
    • 17.01.2010 um 15:39 Uhr

    Leider ist es jedoch auch so, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl an Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahren scheinbar an keine Verkehrsregel mehr halten.

    Diese Kategorie Fahrradbenutzer wird daher von mir auch gerne als Verkehrsanarchisten bezeichnet.

    Herr Martenstein, sie haben mein absolutes Mitgefühl!!
    Ich selbst wohne und lebe in HB, genauer im besagtem "Viertel", bin selbst - u.a. - auch Radfahrer der kurzen Strecken wegen, wie sehr viele hier. Es ist schon ein paar Jahre her, da prägte ich den Begriff des "Fahradnazis", weil ich mich genau so fühlte, wie von ihnen beschrieben.
    Wie fahren, ggf., diese Menschen, die ja allem Anschein nach keine Bremse kennen - die Klingel, hat im übrigen bei der Bremer Spezis Vorrang - sondern nur Gas geben, PKW wenn unter Umständen ein Kind auf der Straße steht!?? - mit gleichem Recht wie auf ihrem Radweg - Klingeln-drauf zu halten-und weiter fahren??
    Unvorhersehbare Spurwechsel, vom Radweg auf die Straße, Autos beim Einparken eben nochmal rechts im totem Winkel überholen - "Hey, Autofahrer, pass doch auf und nimm gefälligst Rücksicht!!" - sind an der Tagesordnung - leider -hier.
    Und leider ist es auch so, das die Fraktion der "Selbstgestrickten Wollmützen" die schlimmste ist.
    In diesem Sinne.

    • TDU
    • 17.01.2010 um 14:44 Uhr

    Ihre Pauschalierungen sind ja unglaublich und na ja. ich bin oft Fussgänger, und wenn ich einen schnellen Schritt drauf habe, bringt mich jede Ampel, jedes Auto und jede alte Frau oder Mann und überhaupt jede Störung aus dem Rhythmus und das wieder anlaufen ist genauso lästig wie beim Fahrradfahren.

    Deswegen propagiere ich aber nicht den Kampf aller gegen alle, renne keinen Menschen um und rechtfertige das auch noch mit dem Klimaschutz. Wenn das Fahrrad das Auto wgen seiner Fähigkeiten ablösen kann, wird alles Fahrradfreundlich sein. Und solange müsen alle mit Autos leben und sollte ihren Frust und ihre Selbstgerechtigkeit mal da auslassen, wo es angebracht ist. Vielleicht mal beim Chef.

    • Hontes
    • 17.01.2010 um 15:39 Uhr

    Leider ist es jedoch auch so, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl an Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahren scheinbar an keine Verkehrsregel mehr halten.

    Diese Kategorie Fahrradbenutzer wird daher von mir auch gerne als Verkehrsanarchisten bezeichnet.

  3. Radfahrer und Autofahrer nehmen sich nichts - für Fußgänger.
    Wenn einer von HM braun angemalt wird, wäre die effektivste Retourkutsche: Sie Kolumnist Sie! Davon erholt sich HM lange nicht...

  4. Moin,

    also, ich erfahre die Aggressivität eher von Seiten der Autofahrer, die keinen Platz auf der Fahrbahn lassen, die hupen, die einen den Weg versperren, die mich “einfach nur weg haben” wollen, weil die Straße ihnen gehöre...

    Im Prinzip zeigt der “Fall” nur, dass Radverkehr auf die Fahrbahn gehört und nicht auf separierte Wege, denn der Schreiber fährt mit seinem Auto ja vermutlich auch nicht einfach auf die Fahrbahn und guckt dann erst nach links, sondern er wartet, bis die Straße frei ist. Die strukturelle Dominanz des heiligen Verkehrsmittels Auto lässt sich meiner Meinung nach auch nicht auf der individualpsychologischen Ebene lösen und mit Blechklopfen bekämpfen. Da ist keiner besser als der andere.

    Besonnenheit und Rücksichtnahme sollten überall gelten, aber die Beschwichtigung “Wir sind doch alle Autofahrer und Radfahrer und Fußgänger und Menschenkinder” ist direkte AD_A_C-Propaganda.

  5. 5. PHA!

    Herr Martenstein, sie haben mein absolutes Mitgefühl!!
    Ich selbst wohne und lebe in HB, genauer im besagtem "Viertel", bin selbst - u.a. - auch Radfahrer der kurzen Strecken wegen, wie sehr viele hier. Es ist schon ein paar Jahre her, da prägte ich den Begriff des "Fahradnazis", weil ich mich genau so fühlte, wie von ihnen beschrieben.
    Wie fahren, ggf., diese Menschen, die ja allem Anschein nach keine Bremse kennen - die Klingel, hat im übrigen bei der Bremer Spezis Vorrang - sondern nur Gas geben, PKW wenn unter Umständen ein Kind auf der Straße steht!?? - mit gleichem Recht wie auf ihrem Radweg - Klingeln-drauf zu halten-und weiter fahren??
    Unvorhersehbare Spurwechsel, vom Radweg auf die Straße, Autos beim Einparken eben nochmal rechts im totem Winkel überholen - "Hey, Autofahrer, pass doch auf und nimm gefälligst Rücksicht!!" - sind an der Tagesordnung - leider -hier.
    Und leider ist es auch so, das die Fraktion der "Selbstgestrickten Wollmützen" die schlimmste ist.
    In diesem Sinne.

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    wie es der Zufall will, komme auch ich aus dem schönen Bremen, und ich fahre leidenschaftlich gerne mit meinem schönen und schnellem Fahrrad durch das schöne Viertel. Das schöne am Fahrradfahrerdasein in Bremen ist, dass die von dir beschriebene rücksichtslose Fahrweise allen anderen Bremer Verkehrsteilnehmern wohlbekannt ist. Ich kann auf meinem Fahrrad beliebig falsch fahren, im Dunkeln und ohne Licht auf der verkehrten Seite, rasant hinein in enge Einbahnstraßen, über rote Ampeln - der Bremer Autofahrer rechnet schon damit und weicht aus, da er sich kein Menschenleben auf sein grünes Viertel-Gewissen laden möchte. Das, muss ich ehrlich zugeben, verführt dazu, diesen dem Bremer Radfahrer vorauseilendem Ruf auszunutzen und sich den allgemeinen Erwartungen gemäß rücksichtslos-rotzfrech herumzuradeln. Der Autofahrer erwartet es doch schließlich!

    Du siehst, das Problem ist psychologisch komplexer als es zunächst scheint.

    Ich kann dich außerdem beruhigen: Seit ich meine selbstgestrickte Wollmütze mit Mitte Zwanzig eingemottet habe, fahre ich fast immer spießig-vorschriftsmäßig.

    wie es der Zufall will, komme auch ich aus dem schönen Bremen, und ich fahre leidenschaftlich gerne mit meinem schönen und schnellem Fahrrad durch das schöne Viertel. Das schöne am Fahrradfahrerdasein in Bremen ist, dass die von dir beschriebene rücksichtslose Fahrweise allen anderen Bremer Verkehrsteilnehmern wohlbekannt ist. Ich kann auf meinem Fahrrad beliebig falsch fahren, im Dunkeln und ohne Licht auf der verkehrten Seite, rasant hinein in enge Einbahnstraßen, über rote Ampeln - der Bremer Autofahrer rechnet schon damit und weicht aus, da er sich kein Menschenleben auf sein grünes Viertel-Gewissen laden möchte. Das, muss ich ehrlich zugeben, verführt dazu, diesen dem Bremer Radfahrer vorauseilendem Ruf auszunutzen und sich den allgemeinen Erwartungen gemäß rücksichtslos-rotzfrech herumzuradeln. Der Autofahrer erwartet es doch schließlich!

    Du siehst, das Problem ist psychologisch komplexer als es zunächst scheint.

    Ich kann dich außerdem beruhigen: Seit ich meine selbstgestrickte Wollmütze mit Mitte Zwanzig eingemottet habe, fahre ich fast immer spießig-vorschriftsmäßig.

  6. So langsam kann ich diese ganze eitle und stets lächerliche Selbstdarstellung von Martenstein, Schirrmacher, Matussek und dergleichen nicht mehr hören (lesen). Pseudoinntellektuelles, nutzloses Gelaber über political correctness und alberne Versuche, über jene hinaus zu provozieren und nichtexistente Tabus zu brechen.
    Imitation von Intellektualität, nichts weiter.

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    ... lesen Sie es nicht!

    Gruß

    leider weiß man nicht, was drinsteht, bevor man es gelesen hat. Abgesehen davon könnte es ja sein, daß jemand solche Artikel ernst nimmt; was ja letztlich auch der einzige Grund ist, warum hier diskutiert wird.

    ... lesen Sie es nicht!

    Gruß

    leider weiß man nicht, was drinsteht, bevor man es gelesen hat. Abgesehen davon könnte es ja sein, daß jemand solche Artikel ernst nimmt; was ja letztlich auch der einzige Grund ist, warum hier diskutiert wird.

  7. seit ich mich auf einem Bahnhof mit ein paar jüngeren Leuten angelegt habe, die neben mir (essend) eine Zigarette ausgepackt und angezündet haben, und meine Bitte, in den dafür vorgesehenen Bereich (ich pinkle auch nicht morgens um 11 vor der Bäckerei an den Laternenpfahl) zu gehen, ignorierten. Darauf habe ich mir erlaubt, der jungen Dame, die ihrem Freund auch eine Zigarette anbot, ihre qualmende Zigarette aus der Hand zu nehmen (sie bekam dann 10 Cent von mir, 5 hatte sie gefordert). Danach war ich "Hurensohn", "deutscher als Hitlers Vater" (meines Wissens war der Österreicher) und eben "Nazi".

    Meinen Segen haben Sie nicht, Herr Martenstein, egal, ob jetzt die Radfahrer im Unrecht waren oder nicht. Und ich sage Ihnen auch, warum: Im Zweifelsfall sind alle Deutschen Nazis, hängt nur vom Blickwinkel ab. In den Naturwissenschaften lernt man, eindeutige Zurodnung zu üben, damit jede/r weiß, wovon man spricht. Und wenn jemand kein Nazi ist, ist er/sie kein Nazi (vielleicht gewalttätig, ein Idiot, dumm wie Pferdepisse - aber kein Nazi). Wenn diese Zuordnung der Beliebgkeit unterliegt, macht der Kampf gegen Rechts keinen Sinn mehr - mangels Eindeutigkeit. Reinhard Mey hatte damit vor Gericht meines Wissens auch mal Probleme (da ging es um, seiner Meinung nach, "Gartennazis").

    Nein, eigentlich bin ich kein Nazi.

  8. Im Grunde fehlt es hier an Toleranz gegenueber anderen Menschen. Es wird immer Situationen wo Fahrrad oder Auto Schwierigkeiten haben und dann sollte die andere Seite helfen.
    Aber leider koennen sich Radfahrer auf das Recht des Schwaecheren berufen und sind obendrein noch oekologisch. Das sind zwei Universalargumente, gegen die nur schwer anzukommen ist. Interessant finde ich uebrigens, das in einigen Faellen die selben Radfahrer, die sich ueber ruecksichtslose Autofahrer beschweren, die Argumente der anderen Seite bringen, sobald sie mit dem Auto umterwegs sind. ;-)

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    • TDU
    • 17.01.2010 um 14:45 Uhr

    Was man auch durchaus als Flexibilität auslegen könnte.

    • TDU
    • 17.01.2010 um 14:45 Uhr

    Was man auch durchaus als Flexibilität auslegen könnte.

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