Rohstoffknappheit Zum Verbrennen viel zu schade

Die chemische Industrie setzt auf nachwachsende Rohstoffe. Doch die Konkurrenz um die Biomasse behindert den ökologischen Wandel der Chemie.

Alle möchten das Gleiche: umweltfreundlich leben, aber angenehm temperiert wohnen, günstig Auto, Bus oder Bahn fahren und die Annehmlichkeiten der modernen Chemie genießen, die tausendfach in technischen Geräten, Kunststoffen, Kosmetika, Waschmitteln, Farben oder Medikamenten steckt. Fast alle übersehen dabei, dass dieser Lebensstil weitgehend auf den gleichen, knappen Ressourcen beruht – unserer Basis nicht nur für die Energieversorgung, sondern auch für die Stoffe der Chemie. Da weltweit Milliarden Menschen so leben wollen wie wir, hat ein unkontrollierter Wettlauf um Öl, Gas und nachwachsende Rohstoffe begonnen.

»Es zeichnen sich Engpässe in der Rohstoffversorgung ab«, warnten am Montag in Frankfurt die Professoren Wilhelm Keim (RWTH Aachen) und Michael Röper (BASF Ludwigshafen). Die beiden haben als Vorsitzende eines 29-köpfigen Teams in dem Positionspapier Rohstoffbasis im Wandel die Situation umfassend analysiert. Ihre Auftraggeber waren die wichtigsten Interessenverbände der Zunft, unter ihnen die Gesellschaft Deutscher Chemiker, die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Größen der Chemie bangen: Gehen uns bald die Grundstoffe aus?

Anzeige

Es ist kein Zufall, dass vor wenigen Wochen eine ganz ähnliche Analyse mit dem Titel Energieversorgung der Zukunft vorgestellt wurde – auf Betreiben nahezu derselben Auftraggeber. »Unsere Rohstoffbasis ist mit der Energieversorgung sehr eng verflochten«, sagt Michael Röper. So ist Erdöl mit Abstand die wichtigste Rohstoffquelle für die deutsche chemische Industrie. Noch ist dieser Industriezweig weltweit führend im Export und belegt einen Spitzenplatz in der Forschung: Jedes fünfte Chemiepatent der 30 wichtigsten Industrienationen (OECD) stammt aus Deutschland.

Ursprünglich war heimische Kohle die Hauptquelle, aus der Chemiker ihre Stoffe gewannen. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber wurde sie fast vollständig vom billigen Erdöl verdrängt. Um dessen vielfältige Raffinerieprodukte zu gewinnen, entstanden milliardenteure Anlagen, deren Zukunft nun infrage steht – weil die Energiepreise kräftig steigen. Weltweit wird Öl in Heizungen und Motoren verfeuert, die Gier nach Energie diktiert den Preis. Nur jeder zehnte Liter Öl wird für die Herstellung von Basischemikalien (also »stofflich«) genutzt.

Dabei wäre das wesentlich sinnvoller, als Öl zu verheizen, da sind sich Chemiker und Umweltschützer einig. So lässt sich mit wärmedämmenden Kunststoffen in Gebäuden oder mit leichten, stabilen Verbundwerkstoffen in Fahr- und Flugzeugen ein Vielfaches dessen an Öl einsparen, was zur Materialproduktion eingesetzt wurde. Die Autoren der Studie Energieversorgung der Zukunft schätzen, dass sich bis 2030 der Primärenergieverbrauch durch intelligenten Einsatz von Chemie und intensive Forschung um 20 Prozent senken lässt. »Verwerten statt verbrennen« lautet eine zentrale Forderung für den Umgang mit Öl. Illusionen über die Massenproduktion etwa von Kunststoffen aus Erdöl hierzulande macht sich aber niemand. Viel zu groß sind die Kostenvorteile der Förderländer, die zunehmend in das Kunststoffgeschäft einsteigen – sie holen die nötigen Rohstoffe ja billig aus dem Boden.

Eine Rückkehr zur Kohle ist aus ähnlichen Gründen erschwert: China, Indien, die GUS-Staaten oder Südafrika verfügen über kostengünstiger zu erschließende Vorkommen. So bleibt der deutschen Chemie vor allem eine Entwicklungsrichtung. »Weg von der Massenproduktion hin zu hochwertigen Feinchemikalien«, sagt Michael Röper. Hoffnungen setzt seine Branche auch auf die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. »Die darf allerdings der Nahrungsmittelproduktion keine Konkurrenz machen.«

Aber selbst um die Bioabfälle ist mittlerweile ein Wettstreit entbrannt. Denn solche biologischen Reststoffe sind heiß begehrt, weil sie als weitgehend klimaneutral gelten. Ein typisches Beispiel sind Holzabfälle. Die Pelletindustrie möchte damit klimaschonend Häuser beheizen. Nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes DEPV ist Deutschland hier Europameister. Der Inlandsverbrauch stieg 2009 gegenüber dem Vorjahr um gut zwanzig Prozent auf 1,1 Millionen Tonnen, zusätzlich wurde mehr als ein Viertel der Produktion exportiert. Ein weiterer Konkurrent sind Ökostromerzeuger, die Holzreste oder Stroh direkt in Heizkraftwerken verbrennen und so Strom und Wärme produzieren. Auf dasselbe Rohmaterial ist drittens auch die Kraftstoff- und Autoindustrie scharf, sie möchte daraus Bioethanol oder Treibstoffe herstellen (verflüssigte Biomasse = biomass to liquid, BTL). Viertens presst die Möbelindustrie fein geraspelte Holzabfälle zu Spanplatten. Und als fünfte fordert nun noch die chemische Industrie ihren Anteil am Bioabfallkuchen, getreu dem Motto: Besser verwerten als verbrennen.

In der Tat dürfte es sinnvoller sein, wertvolle Rohstoffe der Natur, seien sie nun fossiler oder nachwachsender Herkunft, zu veredeln, statt sie wahllos zu verheizen. Die Chemieindustrie sieht jedenfalls »Potenziale von Bioraffinerien für die Forschung und Bereitstellung von Rohstoffen«. Auch zu diesem Thema hat sie eine Stellungnahme verabschiedet. Aus Holzresten und Stroh lässt sich Zellulose gewinnen für die Papierherstellung. Chemische und enzymatische Aufarbeitung ergeben zudem Zucker, Fette und Öle, Milchsäure und polymere Materialien für Biokunststoffe, ja sogar Vanillin.

Der kollektive Run auf Bioabfälle wie Holzreste und Stroh zeigt dringenden Handlungsbedarf: Man muss – auch politisch – klare Prioritäten setzen. Die Analyse Energieversorgung der Zukunft kommt zu dem Schluss, direktes Verbrennen in Hausheizungen und Blockheizkraftwerken werde »voraussichtlich den größten Teil dieser Biomasse in Anspruch nehmen«. Die Produktion von Bioethanol oder BTL-Kraftstoffen aus Holzabfällen hingegen erfordere »immer erheblichen Energieaufwand«. Deshalb liefere diese Technik »weder einen zusätzlichen Beitrag zur Energieversorgung noch zur Reduktion der CO₂-Emission«. Bestenfalls erhöhten Biokraftstoffe die »Versorgungssicherheit für flüssige Energieträger« und generierten »Zusatzeinkommen für Agrar- und Forstwirtschaft«.

Ein vernichtendes Urteil für die viel gepriesenen »Biokraftstoffe der zweiten Generation«, die, anders als jene der ersten Generation, Nahrungsmitteln keine Konkurrenz machen. Doch hat die klare Aussage in der Biokraftstoffindustrie oder in der Politik irgendetwas bewirkt? Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim und Vorsitzender des Analyseteams, sagt: »Aus der Biokraftstoffindustrie gab es keine Reaktion. Und in den Ministerien wurde unser Positionspapier mit Interesse zur Kenntnis genommen.« Geändert hat sich nichts. Zu Recht kritisiert Schüth die unkoordinierte Energieforschung der Bundesregierung. »Hier gibt es klaren Optimierungsbedarf.«

In Berlin mischen gleich fünf Ministerien in der Energieforschung mit und setzen eigene Prioritäten: das Umweltministerium (alternative Energien), das Wirtschaftsministerium (Kohle und Kernenergie), das Landwirtschaftsministerium (nachwachsende Energie- und Rohstoffe), das Verkehrsministerium (Kraftstoffe, Batterien) und das Forschungsministerium (anwendungsnahe Grundlagen). Weder zur Zukunft der Kernenergie noch zur überteuerten Solarstromproduktion herrscht ministerieller Konsens. Subventionen für Biokraftstoffe und Ökoenergie verzerren die Marktsituation für nachwachsende Rohstoffe, eine möglicherweise sinnvolle stoffliche Nutzung, etwa durch Bioraffinerien, wird dadurch erschwert.

Ferdi Schüth steht mit seiner Kritik nicht allein. Auch die Akademien der Wissenschaften fordern eine besser abgestimmte Energieforschung. Sie sei in einem Ministerium zu konzentrieren, ein unabhängiges Beratergremium und ein koordinierendes Forschungszentrum sollten helfen, Fehlsteuerungen zu vermeiden. Den wissenschaftlichen Wunsch, bei Energie, Rohstoffen und Finanzmitteln noch effizienter zu sparen, dürften jedoch die drei Regierungsparteien unerfüllbar machen: Keine möchte Kompetenzen aus einem eigenen Ministerium einem Koalitionspartner übertragen.

 
Leser-Kommentare
  1. Warum wird die Stirlingmotoren- Technik nicht besser gefördert. Diese Technologie hätte das Potential aus Holz Strom und Wärme zu produzieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    staatliche Unterstützung?

    Das Problem wird sich bald von selber lösen, denke ich.

    Kraft-Wärmekopplungsanlagen gibt es aber schon zu kaufen. Und die werden auch immer kleiner, sodass sie sich für Einfamilienhäuser evtl. bald lohnen dürften. Vor allem, wenn man gratis an Holz(abfälle) kommt.

    Haben selber schon daran gedacht, aber - noch - lohnt es sich nicht, finanziell und auch platzmässig.

    staatliche Unterstützung?

    Das Problem wird sich bald von selber lösen, denke ich.

    Kraft-Wärmekopplungsanlagen gibt es aber schon zu kaufen. Und die werden auch immer kleiner, sodass sie sich für Einfamilienhäuser evtl. bald lohnen dürften. Vor allem, wenn man gratis an Holz(abfälle) kommt.

    Haben selber schon daran gedacht, aber - noch - lohnt es sich nicht, finanziell und auch platzmässig.

    • Fokko
    • 14.01.2010 um 12:16 Uhr

    Warum dazu Holz verbrennen? Aus Holz, auch aus den Abfällen, kann man so ziemlich alles machen. was man aus Kohle und Erdöl machen kann.

    Stirlingmootoren können aus jedem Temperaturgefälle mechanische und damit auch elektrische Energie machen.

    Warum sitzt eigentlich nicht überall, wo zwei Dinge unterschiedliche Temperaturen haben, ein kleinerer oder größerer Stirlingmotor und macht ein bisschen Strom? Zum Beispiel könnte man damit sicherliche einen Erheblichen Teil der leidigen und unvermeidlichen Abwärme von Wärmekraftmaschinen nutzen und so deren Wirkungsgrad erheblich verbessern.

    Fokko vom Fantasy-Blog/Selbstversorger-Blog
    -------------------------------------------
    http://fokko.wordpress.com/
    http://selbstversorger-bl...

  2. die Rohstoffe werden nur knapp, weil der Mensch sich unkontrolliert vermehrt und die Weltbevölkerung in den letzten 200 Jahren von 1 Mrd. auf 7 Milliarden angewachsen ist !

    Wer etwas für die Zukunft und die nächste Generation sowie der Umwelt tun möchte, bleibt kinderfrei ! So wie ich ... damit habe ich mir meinen 3.2 V6 Audi Quattrro verdient !!! Immer noch besser als 30 Tonnen Fäkalien in die Umwelt zu schiffen, dies ist die Summe eine menschlichen Durchschnittslebens, vom Resourcenverbrauch ganz zu schweigen ... alleine das Toilettenpapier dafür ... für einen Arsch gehen ganze Wälder drauf !

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Yadgar
    • 14.01.2010 um 15:06 Uhr

    Kein weiterer Kommentar...

    ...plonk!

    • Yadgar
    • 14.01.2010 um 15:06 Uhr

    Kein weiterer Kommentar...

    ...plonk!

  3. Erdgas und -öl sowie Kohle werden irgendwann zur Neige gehen, genau wie auch die Rohstoffe für die Erzeugung von Kernenergie.

    Und unseren Lebensstandard wollen wir auch aufrecht erhalten.

    Bleibt also nur das, was nachwächst oder anderweitig "unbegrenzt"zur Verfügung steht (Sonne, Wind, evtl. Wasserkraft).

    Am schlauesten wäre es wohl, erstmal gescheite Batterien zu entwickeln, damit Energie ohne grosse Verluste dann gespeichert werden kann, wenn sie im Übermass anfällt (Sonne, Wind).

    Es ist bestimmt gescheiter, fossile Enrgieträger chemisch zu nutzen, statt sie zu verheizen. Man mache sich mal klar, was alles im täglichen Leben auf der Basis von Erdöl hergestellt wurde...

    Alles C-H-O haltige Nachwachsende, also Holz und ähnliches, kann man im Sinne der Kunst- und Treibstoffproduktion nur über teure Umwege produzieren, da hat der Autor wohl recht.

    An einfache Sachen denkt dabei aber niemand: Dass Holz schon von Natur aus einen der besten Dämmwerte hat und problemlos an die Werte teuer hergestellter Kunststoffe heranreicht - wen kümmerts?

    Die gängigen Vorurteile gegen den Bau- und Dämmstoff Holz sind bei genauer Betrachtung Windeier. Das wissen aber nur die, die entweder in Holzhäusern wohnen oder sich beruflich damit beschäftigen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    vollständig Recht zu geben. Es gibt auch z.B. Dämmstoffe aus Papier ("Isoflock"), was ja letztlich auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird ("Holzrahmenbau").

    Bei der ganzen Diskussion um Energieverbrauch, CO2 und Ressourcen, die ohne Frage die (überlebens)wichtigste in mittlerer Zukunft sein wird, stört mich, dass die Möglichkeit der Verbrauchsvermeidung von Energie durch (hoch)wärmegedämmte Gebäude mehr oder weniger unter den Tisch fällt.
    Die beste Energie ist nun mal die, die ich gar nicht benötige! Von der daraus resultierenden gesteigerten Unabhängigkeit von den Russen oder den Scheichs mal ganz abgesehen.

    Ein Passivhaus, welches ganz ohne Heizung, dafür mit sehr starker Wärmedämmung, einer kontrollierten Lüftung und dichten, 3-fach verglasten Fenstern ausgestattet ist, ist schon einige Zeit Standard und (bei Neubauten) problemlos umsetzbar.

    Meistens wenn ich neuen Bauherren diese Möglichkeit aufzeige, stoße ich auf große Skepsis.
    Wenn ich diesen dann erzähle, dass sie sich (in meinem Büro) gerade in genau so einem Passivhaus befinden, in dem es (auch bei den momentanen Temperaturen) mollig warm ist und sich die etwas erhöhten Baukosten in einigen Jahren amortisiert haben, überlegt sich so mancher seine Pläne neu.

    Allerdings längst nicht alle - die Unkenntnis und Unsicherheit ist sehr groß. Wer nicht auf eine Heizung verzichten will, kann die Energiekosten durch eine ordentliche WD aber entscheidend reduzieren.
    So etwas ist auch im Bestand realisierbar.

    vollständig Recht zu geben. Es gibt auch z.B. Dämmstoffe aus Papier ("Isoflock"), was ja letztlich auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird ("Holzrahmenbau").

    Bei der ganzen Diskussion um Energieverbrauch, CO2 und Ressourcen, die ohne Frage die (überlebens)wichtigste in mittlerer Zukunft sein wird, stört mich, dass die Möglichkeit der Verbrauchsvermeidung von Energie durch (hoch)wärmegedämmte Gebäude mehr oder weniger unter den Tisch fällt.
    Die beste Energie ist nun mal die, die ich gar nicht benötige! Von der daraus resultierenden gesteigerten Unabhängigkeit von den Russen oder den Scheichs mal ganz abgesehen.

    Ein Passivhaus, welches ganz ohne Heizung, dafür mit sehr starker Wärmedämmung, einer kontrollierten Lüftung und dichten, 3-fach verglasten Fenstern ausgestattet ist, ist schon einige Zeit Standard und (bei Neubauten) problemlos umsetzbar.

    Meistens wenn ich neuen Bauherren diese Möglichkeit aufzeige, stoße ich auf große Skepsis.
    Wenn ich diesen dann erzähle, dass sie sich (in meinem Büro) gerade in genau so einem Passivhaus befinden, in dem es (auch bei den momentanen Temperaturen) mollig warm ist und sich die etwas erhöhten Baukosten in einigen Jahren amortisiert haben, überlegt sich so mancher seine Pläne neu.

    Allerdings längst nicht alle - die Unkenntnis und Unsicherheit ist sehr groß. Wer nicht auf eine Heizung verzichten will, kann die Energiekosten durch eine ordentliche WD aber entscheidend reduzieren.
    So etwas ist auch im Bestand realisierbar.

  4. staatliche Unterstützung?

    Das Problem wird sich bald von selber lösen, denke ich.

    Kraft-Wärmekopplungsanlagen gibt es aber schon zu kaufen. Und die werden auch immer kleiner, sodass sie sich für Einfamilienhäuser evtl. bald lohnen dürften. Vor allem, wenn man gratis an Holz(abfälle) kommt.

    Haben selber schon daran gedacht, aber - noch - lohnt es sich nicht, finanziell und auch platzmässig.

    Antwort auf "www.stirlingmotoren.at"
    • Mocaer
    • 14.01.2010 um 14:01 Uhr

    John Hobrecht hatte im 19. Jahrundert die Cholera-Epidemien in London und Hamburg erlebt und die richtigen Schlüsse gezogen: er entwickelte den Hobrechtplan für Berlin und führte die Kanalisation ein. Berlin wurde dadurch eine Katastrophe erpart. Er war klug und weitsichtig und hatte es mit einem intelligenten König zu tun, der mit den richtigen Berater an der Seite das Richtige rasch entschied.
    Man übertrage diese Erfahrung auf heute: die politischen Entscheidungsstrukturen lassen es gar nicht zu, dass wir die Probleme in der Klugheit und Schnelligkeit lösen, die es erfordert. Da entscheiden nicht einer sondern viele in zahlreichen Gremien. Man schaue sich nur die Stadt Berlin an: ein "Kanzler" mit Kabinett und dann noch 12 Minister-präsidenten in den Bezirken, die sich gegenseitig beharken. Wie soll da was entstehen können an positiver Zukunft? Ich meine für die Bürger, nicht für einzelnen Parteien?

    Will man die Sache lösen, dann muss man die richtigen Leute in Position bringen. und ihnen auch eine große Entscheidungskompetenz zubilligen. Man stelle sich vor, die Forschungen und Ideen von Michael Braungart (EPEA Hamburg) wären zeitnah (vor 20 Jahren) umgesetzt worden: wir hätten eine Menge erreicht, gelöst und gute Weichen für die Zukunft gelegt. Stattdessen will die CDU jetzt grüner werden und die FDP das Entwicklungsministerium (nicht mehr) auflösen. Stichwort: Abwrackprämie ! Oder junge BundesministerInnen, die grade mal so aus dem Ei gschlüpft sind. Au weia!

  5. vollständig Recht zu geben. Es gibt auch z.B. Dämmstoffe aus Papier ("Isoflock"), was ja letztlich auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird ("Holzrahmenbau").

    Bei der ganzen Diskussion um Energieverbrauch, CO2 und Ressourcen, die ohne Frage die (überlebens)wichtigste in mittlerer Zukunft sein wird, stört mich, dass die Möglichkeit der Verbrauchsvermeidung von Energie durch (hoch)wärmegedämmte Gebäude mehr oder weniger unter den Tisch fällt.
    Die beste Energie ist nun mal die, die ich gar nicht benötige! Von der daraus resultierenden gesteigerten Unabhängigkeit von den Russen oder den Scheichs mal ganz abgesehen.

    Ein Passivhaus, welches ganz ohne Heizung, dafür mit sehr starker Wärmedämmung, einer kontrollierten Lüftung und dichten, 3-fach verglasten Fenstern ausgestattet ist, ist schon einige Zeit Standard und (bei Neubauten) problemlos umsetzbar.

    Meistens wenn ich neuen Bauherren diese Möglichkeit aufzeige, stoße ich auf große Skepsis.
    Wenn ich diesen dann erzähle, dass sie sich (in meinem Büro) gerade in genau so einem Passivhaus befinden, in dem es (auch bei den momentanen Temperaturen) mollig warm ist und sich die etwas erhöhten Baukosten in einigen Jahren amortisiert haben, überlegt sich so mancher seine Pläne neu.

    Allerdings längst nicht alle - die Unkenntnis und Unsicherheit ist sehr groß. Wer nicht auf eine Heizung verzichten will, kann die Energiekosten durch eine ordentliche WD aber entscheidend reduzieren.
    So etwas ist auch im Bestand realisierbar.

    Antwort auf "Eines ist mal klar..."
  6. 8. @4

    Das menschliche Leben wird irgendwann auch zu Ende sein, weil irgendwann die Sonne kaputt ist.

    Man sollte nicht immer den Faktor "unendlich" im Hirn haben, wenn man über das Leben spricht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Yadgar
    • 14.01.2010 um 15:15 Uhr

    ...200 Millionen Jahre haben wir noch, dann fängt es durch den allmählichen Stillstand der Plattentektonik an, unangenehm zu werden (kein CO2-Recycling mehr, Landpflanzen sterben aus), während gleichzeitig die Sonne (noch als Hauptreihenstern, das Rote-Riesen-Stadium kommt erst zu einer Zeit, wo es auf der Erde längst kein Leben mehr gibt) schon einige Prozent heißer ist als heute und die Ozeane zu verdampfen beginnen. Mehr dazu: http://www.final-frontier...

    dürfte die Kohle aber nicht reichen...

    Sie reden über ein paar Milliarden Jahre!

    Deswegen: Nach uns die Sintflut - oder was.

    • Yadgar
    • 14.01.2010 um 15:15 Uhr

    ...200 Millionen Jahre haben wir noch, dann fängt es durch den allmählichen Stillstand der Plattentektonik an, unangenehm zu werden (kein CO2-Recycling mehr, Landpflanzen sterben aus), während gleichzeitig die Sonne (noch als Hauptreihenstern, das Rote-Riesen-Stadium kommt erst zu einer Zeit, wo es auf der Erde längst kein Leben mehr gibt) schon einige Prozent heißer ist als heute und die Ozeane zu verdampfen beginnen. Mehr dazu: http://www.final-frontier...

    dürfte die Kohle aber nicht reichen...

    Sie reden über ein paar Milliarden Jahre!

    Deswegen: Nach uns die Sintflut - oder was.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service