Schweizer Hochschullandschaft Ausländer raus!Seite 2/2

Die Pointe aber ist eine andere. Die Nationalkonservativen wollen mit ihrer Rhetorik einer anderen Diskussion permanent ausweichen. Nicht die Deutschen sind das Problem. Denn sie nehmen sich vor allem die Stellen, die die Schweizer nicht mehr wollen. Nein, im Zentrum der Diskussion müssten die Schweizer selbst stehen. Erstens hat man, gerade an den Hochschulen, die Nachwuchsforschung »sträflich vernachlässigt«, wie der Zürcher Kunst-Professor Philip Ursprung selbst sagt. Viele Schweizer Professoren haben sich vor allem um ihre Publikationslisten gekümmert. Zweitens ist eine Karriere an der Uni für einen Schweizer nicht mehr sonderlich attraktiv. Die Gefahr, im Mittelbau stecken zu bleiben, ist zu groß. Da gehen die Besten lieber in die Privatwirtschaft. Und drittens ist da das Unvermögen, die neue Konkurrenz aus dem Ausland als das zu begreifen, was sie ist: als eine Chance, sich selbst zu beweisen.

Es ist deshalb nicht genug zu loben, dass die Professoren sich dem Kampf gegen die SVP stellen. Sie planen eine »Aufklärungskampagne«. Sie wollen informieren über die Hochschulen und ihre Berufungspolitik, die Probleme bei der Schweizerischen Nachwuchsförderung thematisieren und generell, wie Philosophie-Professor Lutz Wingert von der ETH Zürich sagt, »dem unwidersprochen Sagbaren der SVP die Analyse der gesellschaftspolitischen Probleme im schweizerischen Gemeinwesen entgegenstellen«.

Für ihr Engagement bezahlen einige Professoren schon jetzt einen Preis. Die anonymen Drohungen gegen ihre Person haben zugenommen. Umso befremdender ist die Tatsache, dass die Uni-Leitungen sich nur zaghaft hinter ihre Arbeitnehmer stellen. Die Schweizer Medien glänzen derweil in meist lavierenden Kommentaren. »Das dröhnende Schweigen der Liberalen irritiert mich sehr«, sagt Wingert. Man kann nur hoffen, dass sich die Eidgenossen nicht entschlossen haben, die neue Konkurrenz durch eine Art helvetische Omertà auszuschalten.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich unterstütze das vollkommen! Die mit deutsche Steuern ausgebildeten Fachkräfte sollen gefälligst zurückkommen und [...] die Schweiz, verlassen.

    Gekuerzt. Bitte formulieren Sie sachliche Beitraege. Danke. Die Redaktion/er

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    • Pencil
    • 18.01.2010 um 0:10 Uhr

    Mein Vater arbeitet in der Schweiz. Warum? Weil er in Deutschland als Handwerker keine Arbeit mehr findet. Mehr muss ich wohl zu diesem lächerlichen Kommentar nicht sagen und wenn die Schweizer in dem Bereich Bedarf haben, scheint das auch völlig legitim.

    • Pencil
    • 18.01.2010 um 0:10 Uhr

    Mein Vater arbeitet in der Schweiz. Warum? Weil er in Deutschland als Handwerker keine Arbeit mehr findet. Mehr muss ich wohl zu diesem lächerlichen Kommentar nicht sagen und wenn die Schweizer in dem Bereich Bedarf haben, scheint das auch völlig legitim.

  2. Solange die SVP gegen Muslime hetzt hat sie in Deutschland
    ja viele Sympathisanten.
    Wenns aber gegen Deutsche geht sind die Beschwerden
    natürlich völlig unberechtigt.

    • Hontes
    • 17.01.2010 um 16:13 Uhr

    Der Witz ist doch der, dass hier in Deutschland z.B. viele Bauarbeiter durch Arbeitsimmigranten aus Osteuropa ersetzt wurden und nun selbst in die Schweiz abwandern müssen.

    Nach dem die Schweiz über mit die höchsten Pro-Kopf-Einkommen verfügt kann ich gewisse Ängste schon nachvollziehen, denn wohin sollen den die Schweizer ggf. auswandern, wenn die Arbeitsplätze zunehmend von Zugewanderten besetzt werden.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Wäre ich SVP-Chef, würde ich an einem Gesetz arbeiten, das es den Deutschen verbietet, in der Schweiz zu arbeiten, der Rückhalt in der Bevölkerung wär da. Es kann nicht sein, dass den Schweizer Akademikern und Fachkräften die Arbeitsplätze weggenommen werden, weil die Deutschen nicht bereit sind endlich mal für bessere Arbeitsbedingugen in ihrem eigenen Land zu kämpfen.
    Genauso ist es doch mit den Studenten. Anstatt gegen diese azoziale NC-Regelung zu kämpfen, gehen sie nach Österreich und überfüllen da die Hörsäle. Als Konsequenz wollen die Österreicher jetzt auch NC erlauben. Mit anderen Worten machen Deutsche das österreichische Studiensystem kaputt. Als Österreicher würde ich mir das nicht gefallen lassen.
    Die deutschen Ingenieure sind da schon fairer. Weil die älteren Ingenieure keine Arbeit bekommen, wandern sie in Scharen nach nach Südamerika ab und bringen den Menschen da zumindest ihr Know-how und bauen die Länder da mit auf.

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    • OneDay
    • 17.01.2010 um 18:00 Uhr

    Oder wieso behaupten sie solchen Unsinn?

    "Es kann nicht sein, dass den Schweizer Akademikern und Fachkräften die Arbeitsplätze weggenommen werden,"

    1.Hätten sie den Text gelesen wüssten sie das
    in der Schweiz die besseren Akademiker, also die die für
    eine Professur geeignet sind, sich lieber in die Privatwirtschaft verziehen. Ergo wollen die Leute die den Job machen wollten ihn nicht machen und diese Lücke füllen Deutsche.

    2.Arbeitsplätze kann man nicht klauen. Jeder Arbeitsplatz
    erhöht den Binnenkonsum und schafft damit weitere Arbeitsplätze. Die Schweizer haben also eher einen Nutzen davon wenn die Deutschen die Arbeit machen die sie nicht erledigen wollen.

    3. Die Deutsche füllen nur die Lücken in der Schweiz die die Schweizer selber nicht füllen können/wollen.

    "weil die Deutschen nicht bereit sind endlich mal für bessere Arbeitsbedingugen in ihrem eigenen Land zu kämpfen."

    Und wie soll man die bitteschön erreichen?
    Können sie 4.000.000 Arbeitsplätze erzeugen?

    " Mit anderen Worten machen Deutsche das österreichische Studiensystem kaputt. Als Österreicher würde ich mir das nicht gefallen lassen."

    Das österreichische Hochschulsystem ist auch ohne Deutsche total marode.

    "Der Witz ist doch der, dass hier in Deutschland z.B. viele Bauarbeiter durch Arbeitsimmigranten aus Osteuropa ersetzt wurden und nun selbst in die Schweiz abwandern müssen."

    Kann es nicht sein das die deutschen Bauarbeiter aus den selben Motiven, nämlich wegen der besseren Bezahlung auswandern?

    • OneDay
    • 17.01.2010 um 18:00 Uhr

    Oder wieso behaupten sie solchen Unsinn?

    "Es kann nicht sein, dass den Schweizer Akademikern und Fachkräften die Arbeitsplätze weggenommen werden,"

    1.Hätten sie den Text gelesen wüssten sie das
    in der Schweiz die besseren Akademiker, also die die für
    eine Professur geeignet sind, sich lieber in die Privatwirtschaft verziehen. Ergo wollen die Leute die den Job machen wollten ihn nicht machen und diese Lücke füllen Deutsche.

    2.Arbeitsplätze kann man nicht klauen. Jeder Arbeitsplatz
    erhöht den Binnenkonsum und schafft damit weitere Arbeitsplätze. Die Schweizer haben also eher einen Nutzen davon wenn die Deutschen die Arbeit machen die sie nicht erledigen wollen.

    3. Die Deutsche füllen nur die Lücken in der Schweiz die die Schweizer selber nicht füllen können/wollen.

    "weil die Deutschen nicht bereit sind endlich mal für bessere Arbeitsbedingugen in ihrem eigenen Land zu kämpfen."

    Und wie soll man die bitteschön erreichen?
    Können sie 4.000.000 Arbeitsplätze erzeugen?

    " Mit anderen Worten machen Deutsche das österreichische Studiensystem kaputt. Als Österreicher würde ich mir das nicht gefallen lassen."

    Das österreichische Hochschulsystem ist auch ohne Deutsche total marode.

    "Der Witz ist doch der, dass hier in Deutschland z.B. viele Bauarbeiter durch Arbeitsimmigranten aus Osteuropa ersetzt wurden und nun selbst in die Schweiz abwandern müssen."

    Kann es nicht sein das die deutschen Bauarbeiter aus den selben Motiven, nämlich wegen der besseren Bezahlung auswandern?

  4. So eine kleingeistige Debatte - vor allem Kommentar Nr. 1 !

    Was in der Schweiz da passiert ist ja vor allem der Aerger, dass man nicht genuegend eigenen guten Nachwuchs ausbildet bzw. die Rueckstaendigen sich in eine Welt vor Beginn der Globalisierung zuruecksehnen, wo es auf der Insel Schweiz so schoen kuschelig und gemuetlich war.

    Andersum wird ein Schuh draus - die deutschen Akademiker gehen nur in die Schweiz, weil die Forschungs- und Hochschullandschaft dort um einiges attraktiver ist als in Deutschland. Wollte man sich da nicht schon lange mal an die eigene Nase gefasst haben?

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    so weiter macht, wird es bald nicht mehr notwendig sein, sich an die eigene Nase zu fassen.

    so weiter macht, wird es bald nicht mehr notwendig sein, sich an die eigene Nase zu fassen.

  5. Was meinen die Schweizer eigentlich wie die Schweiz ohne Ausländer funktionieren soll? Am besten, man würde eine Ausländerpartei gründen und schweizweit einen Streik organisieren ...das ganze Land wäre ähm ... an A**** .... da läuft nichts mehr!

    • ddkddk
    • 17.01.2010 um 17:54 Uhr

    ist für die Meisten, nicht nur Professoren, sondern auch andere Arbeitnehmer, dass in der Schweiz die Lebenshaltungskosten bedeutend höher sind als in Deutschland. Dementsprechend sind auch die Löhne bedeutend höher.

    Es lohnt sich nun, in der süddeutschen Grenzregion, auch unter Inkaufnahme langer Anfahrtswege, in der Schweiz das höhere Lohnniveau auszunutzen und sodann in Deutschland das verdiente Geld auszugeben.

  6. es ist laengst kein Geheimnis, dass die Shweizer die deutshen Kollege in ihrem Land nicht unbeding begeitert gutheissen. Mit feinem Ausdruck schildern die Deutsch, die mal im Alpenstaat gearbeitet haben:

    "Die Schweizer lassen spueren, dass du Deutsch bist."

    Es ist recht, wenn Deutsh es nicht wohl finden, und sich zu wehren.

    Nur verkneift man sich nicht zu fragen, ob Deutsch in Deutschland die Auslaender besser behandeln, als die Schweizer sie?

    Zum Beipiel, wie viele auslaendische Professoren arbeiten momentan in BRD?

    Genau statistische Zahl habe ich nicht vorhanden. Mein Eindruck ist jedoch , dass die Quote der auslaendischen Professoren in deutsche Hochschule wesentlich weniger als dessen, wieviel Deutsch in der Schweiz arbeiten.

    Sind Deutsch berechtigt dem Schweizer Diskrimitierung vorzuwerfen, wenn sie selbst Auslaender nicht unbedingt beipielhaft behandeln?

    Der alte Spruch lautet, was du nicht willst, fueg auch keinen andern zu. Umgekehrt koennte man sagen:

    Wenn Du anderen nicht wohl behandelt, jammert auch nicht dass anderer dir was antut.

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    So ein Schwachsinn hab ich ja seltend gelsen.
    Der einzige Unterschied der Schweizer zu den Deutschen ist lediglich die Nationaität. Auf was hier der Unterschied begründet wird ist mir da nicht ganz klar. Lebensstandard, Sprache, Justiz, Kultur und Religion sind fast identisch - aber das nicht unbedingt bei Muslimen, da könnte man die Argumentation gegenüber Ausländern noch verstehen.

    So ein Schwachsinn hab ich ja seltend gelsen.
    Der einzige Unterschied der Schweizer zu den Deutschen ist lediglich die Nationaität. Auf was hier der Unterschied begründet wird ist mir da nicht ganz klar. Lebensstandard, Sprache, Justiz, Kultur und Religion sind fast identisch - aber das nicht unbedingt bei Muslimen, da könnte man die Argumentation gegenüber Ausländern noch verstehen.

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