Erziehung Wie geht es unseren Kindern?

Unsere Jüngsten starten ins neue Jahrzehnt. Wir haben sechs Experten befragt, die täglich mit ihnen arbeiten

Die Erzieherin: Hella Wesseler-Kühl, 55, seit über 30 Jahren im Beruf, Leiterin eines Kindergartens in Bremen

Kinder müssen heute vor allem leistungsbereit sein, um in dieser komplizierten Welt und vor allem auch mit den widersprüchlichen Botschaften ihrer Eltern gut klarzukommen. Gleichzeitig aber wird ihnen immer weniger zugetraut. Wenn ein Kind in die Schule kommt, soll es auf einmal alles können, obwohl das von den Eltern zuvor kaum eingefordert wurde. Es soll sich anziehen, ausziehen, die Nase putzen, Schnürsenkel binden. Bis ins letzte Kindergartenjahr hinein sagen Kinder: »Das kann ich nicht«, und Eltern knien sich dann nieder, um ihnen die Schuhe anzuziehen. Andererseits verlangen die Eltern, dass ihre Kinder möglichst früh alle Farben benennen können und bis zwanzig zählen, das honorieren sie dann mehr als das selbstständige Anziehen. Oft hoffen Eltern auch, dass wir als Kindergarten hinbekommen, was sie selbst nicht schaffen. Sie sind froh, dass wir ein großes, verwildertes Außengelände besitzen, in dem sich ihre ganz in rosa gekleideten Mädchen auch mal so richtig dreckig machen, durch Pfützen springen, auf Bäume klettern. Wir stellen aber auch fest, dass wir die Kinder oft ermuntern müssen, etwas auszuprobieren. Die stehen dann rum und trauen sich nicht oder wissen gar nichts mit sich anzufangen. Gerade im motorischen Bereich sind viele Kinder nicht mehr so gut entwickelt wie früher. Sie können sich selbst weniger gut einschätzen: Wo fange ich an, wo höre ich auf? Sie haben Gleichgewichtsprobleme, brauchen die sichere Hand. Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, mit drei oder vier Jahren einen Purzelbaum zu können, auf einen Stuhl zu steigen und herunterzuspringen. Das ist vielen Eltern auch viel zu gefährlich. Also kommen die Kinder gar nicht erst in die Verlegenheit, bestimmte Sachen auszuprobieren. Ich denke, es ist ganz schön schwer, heute Kind zu sein. Kindheit ist inzwischen sehr kontrolliert, überwacht, geregelt und angepasst an die Erwachsenenwelt. Vor 15 Jahren waren die Kinder noch freier.

Der Kinderarzt: Jochen Hanke, 59, arbeitet seit 20 Jahren in Hamburg

Kinder werden heute von Anfang an in viele Entscheidungen einbezogen. Um keinen Preis wollen Eltern ihre Kinder autoritär erziehen. Sie bevorzugen einen kameradschaftlich-partnerschaftlichen Erziehungsstil und haben Angst vor den schlechten Gefühlen, die ihnen ein entschiedeneres Handeln bereiten könnte. Die Kinder geraten dabei oft in eine Rolle, der sie entwicklungsmäßig nicht gewachsen sind. Sie benötigen aber eindeutige Grenzziehungen als Orientierungshilfe. Sie wollen gesagt bekommen, was zu tun ist, brauchen Streit und Auseinandersetzung. Fehlt die Entscheidungsfähigkeit der Eltern, werden die Kinder eher orientierungslos und innerlich verunsichert. Mein Eindruck ist es, dass die Kinder früher in die Pubertät kommen und gerade in dieser Zeit destruktive Konflikte manche Familien stark belasten. Die Kinder von heute sind nicht gesünder oder kranker als früher. Essstörungen treten nicht häufiger auf, aber die Zahl der übergewichtigen Kinder hat deutlich zugenommen. Die Kinder treiben weniger Sport, sitzen mehr vor dem Bildschirm, probieren selbst nicht mehr so viel aus. Andere geben das Tempo für sie vor. Die Schule, aber auch die Eltern, die das Kind von einem Termin zum nächsten fahren. Der Lebensrhythmus der Kinder und ihr eigenes Entwicklungstempo kollidieren zunehmend mit den Erfordernissen der Erwachsenenwelt. Innere Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und psychosomatische Beschwerden spielen in meinen Gesprächen mit den Eltern häufiger eine Rolle. Langeweile kennen viele Schulkinder überhaupt nicht mehr. Und der Stundenplan wird mit jedem Angebot voller. Ist das nun ein Segen für die Kinder? Werden sie später erfolgreicher sein, weil ihnen das getaktete Leben längst vertraut ist? Vielleicht sind sie dann offener und internationaler. Aber möglicherweise wird es ihnen schwerer fallen, zu entscheiden, was sie aus ihrem Leben machen wollen.

Der Polizist: Torsten König, 45, Präventionsbeamter in den Schulen von Berlin-Hellersdorf

Wenn ich die Kinder und Jugendlichen an den Schulen, die ich als Präventionsbeamter betreue, nach ihren Hobbys befrage, bekomme ich entweder gar keine Antwort, oder es heißt, sie spielten gern Computer, hingen mit Freunden ab, liefen rum… Mein Eindruck ist, dass die virtuelle Welt zunehmend die Freunde ersetzt. Freundeskreise sind sehr begrenzt und nicht besonders stabil. Die Kinder aus sozial schwachen Familien werden sehr früh sich selbst überlassen. Eltern kontrollieren weder, welche Computerspiele gespielt werden, noch, wie lange und wie häufig der Fernseher läuft. Von ihren Eltern erhalten die Kindern wenig Unterstützung. Sie sind zu sehr mit den eigenen Problemen beschäftigt, als dass sie sich um die Fragen und Sorgen ihrer Kinder kümmern könnten. Es gibt Kinder und Jugendliche hier in Hellersdorf, die haben ihren Kiez noch nie verlassen. Die waren noch nie am Brandenburger Tor oder am Reichstag. Dabei sehnen sie sich oft nach ganz einfachen Dingen, nach Zeit mit ihren Eltern, gemeinsamen Unternehmungen. Die Suche nach Vorbildern ist groß. Es fällt mir auf, dass Lehrer immer weniger als Vorbilder zählen. Dann schon eher die Eltern, auch wenn sie in Lebenssituationen stecken, die nicht unbedingt wünschenswert sind. Und obwohl sie meist gar keine Orientierung bieten können. Manchmal wenden sich Kinder an mich, die Angst vor Mobbing in der Schule haben. Sie entwickeln schon früh Zukunftsängste, es treibt sie die Frage um, was aus ihnen werden soll in einer Welt, von der sie nur einen winzigen Ausschnitt kennen. Schüler sagen mir immer wieder, dass sie über bestimmte Probleme mit niemandem mehr reden können. Ich habe den Eindruck, dass Eltern zu viele Dinge sehr schnell wegwischen und nicht darauf eingehen. Für diese Kinder wäre es wünschenswert, dass zumindest die Schule eine Anlaufstelle für ihre Probleme werden kann.

Die Pfadfinderin: Stefanie Schädel, 40, Stammesführerin in Piding bei Bad Reichenhall

Ich glaube nicht, dass Kinder heute anders sind als früher. Was sie anders macht, ist die Erwartungshaltung der Erwachsenenwelt. Davon sind sie sehr gestresst. Sie werden hierhin und dorthin gehetzt und haben kaum noch Zeit, frei zu spielen. Wenn sie es aber dürfen, dann tun sie es sehr gerne und genauso wie alle Generationen von Kindern vor ihnen. Das spüren wir auf unseren Ausflügen und Wochenendveranstaltungen ganz stark. Wir wandern durch vollkommen fremdes Gelände, die Kinder wissen nicht genau, wo es langgeht, sie schlagen im Wald ihre Zelte auf, machen Feuer, kochen Essen und sind ganz auf sich allein gestellt. Die Auszeiten fernab der Zivilisation verändern die Kinder. Sie merken, was sie leisten können, wie schön es ist, etwas zur Gemeinschaft beizutragen. Gerade Kindern, die in Städten aufwachsen, fehlen oft wichtige Körpererfahrungen. Wie ist es, bei einem Marsch mit Gepäck mal so richtig ins Schwitzen zu kommen? Wie fühlt sich das an, wenn man fürchterlich friert? Allein die Art und Weise, wie Kinder diese Körperzustände betonen, wenn sie sie zum ersten Mal erleben, zeigt, wie ungewöhnlich diese Erfahrungen für sie sind. Die Kinder genießen es, dass es bei uns nicht perfekt zugeht. Sie kommen ja nur selten in Situationen, in denen sie noch spontan sein und improvisieren dürfen. Von zu Hause kennen sie meist ein völlig durchorganisiertes Leben. Es ist interessant, dass gerade Mittel- und Oberschichtseltern ihre Kinder bei uns anmelden, weil sie möchten, dass sie sich auf neue Weise selbst erfahren. Aber gerade diese Eltern stellen sofort Ansprüche, wollen mitbestimmen, in welcher Zeit das Kind möglichst alle Pfadfindertechniken beherrschen lernt. Dabei geht es bei uns nicht um Leistung und Wettbewerb. Wir vermitteln den Kindern, dass nicht alle alles können. Vor allem die Väter könnten da noch eine Menge von ihren Kindern lernen.

Die Großmutter: Ulla Ueberreiter-Michovius, 70, Oma von vier Enkelkindern, Gründerin der Großeltern-Vermittlung »Zeit mit Kindern« in Köln

Kindheit hat sich in meinen Augen sehr positiv verändert. Ich selbst musste früher noch in der Ecke stehen, wenn ich bestraft wurde, und hatte still zu sein. Heute wird in vielen Familien offen über Konflikte gesprochen, und auch die Kinder lernen schon, miteinander zu diskutieren und aufeinander einzugehen. Im Vergleich zu früher fällt mir aber auf, dass die Kinder damals achtsamer und sorgfältiger mit ihren Sachen umgegangen sind, sie waren anspruchsloser, hatten nicht so große Wünsche, und sie waren verantwortungsvoller und selbstständiger als heutzutage. Es gefällt mir nicht, dass Kinder ihre Fahrräder in die Ecke knallen oder nicht darauf achten, sie abzuschließen. Gegenstände und Spielsachen haben für Kinder einen viel geringeren Wert, weil sie wissen, sobald etwas kaputt ist, wird umgehend für Ersatz gesorgt. Kinder müssen nicht mehr auf etwas warten. Ich finde, ihre Wünsche erfüllen sich zu einfach und zu schnell. Es ist selbstverständlich, alles Mögliche einfach zwischendurch zu bekommen. Wenn es im Sonderangebot Leggins gibt, dann werden die gekauft, obwohl im Schrank schon vier liegen. Dadurch gehen Kindern die Maßstäbe verloren. Sie glauben, alle Möglichkeiten zu haben und sich nicht entscheiden zu müssen. Heute probieren sie das Reiten aus, morgen wollen sie Klavier spielen. Früher wäre das allein aus finanziellen Gründen überhaupt nicht möglich gewesen. Ich finde, Kinder müssen auch lernen, sich für eine Sache längerfristig zu entscheiden. Andererseits gefällt es mir, wie großzügig sie aufwachsen. Sie dürfen entscheiden, was sie anziehen, ihren eigenen Geschmack entwickeln, sie dürfen alle möglichen Fragen stellen und werden viel ernster genommen als früher. Und doch stelle ich als Oma fest, wie sehr es die Kinder genießen, dass es einen gibt, der einfach nur Zeit für sie hat. Die Ruhe und Gelassenheit der Großeltern brauchen Kinder heute mehr denn je.

Der Lehrer: Rudolf Wenzel, 58, seit 35 Jahren Pädagoge, heute Rektor einer Hauptschule in München-Neuperlach

Die Kinder, die zu uns kommen, sind einfach anders als der gesellschaftliche Durchschnitt. Sie haben ganz spezifische Probleme. 90 Prozent von ihnen kommen aus Einwandererfamilien, ihre Eltern haben oft finanzielle Probleme. Trotzdem denke ich, dass sich die Kinder von heute nicht verändert haben, sie haben die gleichen Wünsche und Sehnsüchte und Freuden und Ängste wie die Kinder vor 50 Jahren. Was sich aber verändert hat, ist die Gesellschaft und damit die Architektur von Kindheit. Die Medien haben einen enormen Einfluss auf Kinder bekommen. Es wird zunehmend versucht, die Kindheit abzukürzen. Damit werden die Kinder nicht fertig. Was ein Kind zum Glücklichsein braucht, sind Eltern, die das Kind annehmen. Die materiellen Dinge sind sekundär. Ich habe hier viele arme, aber glückliche Kinder an der Schule. Viele von ihnen sind einfach glücklich, weil sie nicht mehr verfolgt werden, unbeschwert auf dem Pausenhof umherrennen können, ohne Scharfschützen hinter der nächsten Hecke vermuten zu müssen. An ihnen sieht man, dass sie mit weniger glücklich sind, als man oft denkt. Ein Kind, das am Anfang seiner Entwicklung steht, hat das Potenzial, sich in alle möglichen Richtungen zu entfalten. Ob jemand U-Bahn-Fahrer oder Chirurg wird, hängt neben der Begabung auch viel von Zufällen ab und von den Menschen, die ihn prägen und fördern. Ich glaube nicht, dass Kinder heute weiter entwickelt sind als früher. Es gab schon immer die Überflieger und die Langsameren. Aber in jedem Kind steckt der Trieb, mit anderen zu spielen und zu lachen, sich zu entwickeln. Die Kinder aber, die zu uns an die Hauptschule kommen, fühlen sich alle als Versager. Die haben erlebt, dass alle anderen besser sind als sie. Der Leistungswahnsinn geht schon in der dritten Klasse los. Und das Misserfolgserlebnis wird den Kindern heute so deutlich und brutal beigebracht wie zu keiner anderen Zeit.

 
Leser-Kommentare
  1. Meiner Überzeugung nach ist diese Welt durch und durch kinderfeindlich.
    Immer wenn eine Entscheidung ansteht, in der es auf der einen Seite um das eigene Geld, die eigene Karriere, das eigene Geschäft, den eigenen Luxus, die eigene Bequemlichkeit usw. geht oder um das Wohl von Kindern, entscheiden sich die meisten gegen das Wohl von Kindern.
    Ihr sentimental-verlogenes Geseiere können sie sich dabei gerade in die Haare schmieren.
    Darüberhinaus leiden viele Kinder heute unter einer Verwöhnungsverwahrlosung. Sie werden materiell verwöhnt und werden nicht mit Pflichten "gequält", sie werden infantilisiert, aber sie werden emotional völlig alleine gelassen.
    Arme Kinder.

  2. Nur erzogene Erzieher können erziehen - aber wann ist man "erzogen"?
    Und dann gehört noch eine gute Portion Liebe dazu.

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    und vielleicht noch eine "prise" montessori!??? macht kinder wirklich startklar für's leben. eine empfehlung für alle interessierten pädagogen.

    "hilf mir, es selbst zu tun!" montessoris leitsatz zum einen, zum anderen: ihr ungeheueres VERTRAUEN ins kind, in seine entfaltungsmöglichkeiten, seinen "inneren bauplan" wie sie es nennt.

    fördern, nicht fordern und immer das kind als wesen mit einem "recht auf geheimnisse" betrachten.

    ausserdem hat mich persönlich als "lang-zeiterzieherin" der film: "lisette und ihre kinder" SEHR berührt*. mich eigentlich in vielem bestätigt, wie ich die letzten beiden jahre über diesen "bildungs-und-orientierungs-plan-KREMPEL" (sorry!!) zu denken begonnen habe.

    was nützen alle bildungs- und orientierungspläne der welt ... es gibt noch ganz andere werte, die man kindern mitgeben sollte, bzw. aus ihnen herauslocken kann, z.b. konfliktfähigkeit, grundsätzliches selbstvertrauen in sich und ihre eigenen fähigkeiten, achtung gegenüber natur und schöpfung und vor allem: achtung sich selbst und anderen gegenüber.

    heute jedoch wird nur noch vom bildungs- und orientierungsplan gelavert. modul 1 - 5. verstehe WER WILL und: ohne mich !!!

    *)
    http://www.lisette-film.d...

    und vielleicht noch eine "prise" montessori!??? macht kinder wirklich startklar für's leben. eine empfehlung für alle interessierten pädagogen.

    "hilf mir, es selbst zu tun!" montessoris leitsatz zum einen, zum anderen: ihr ungeheueres VERTRAUEN ins kind, in seine entfaltungsmöglichkeiten, seinen "inneren bauplan" wie sie es nennt.

    fördern, nicht fordern und immer das kind als wesen mit einem "recht auf geheimnisse" betrachten.

    ausserdem hat mich persönlich als "lang-zeiterzieherin" der film: "lisette und ihre kinder" SEHR berührt*. mich eigentlich in vielem bestätigt, wie ich die letzten beiden jahre über diesen "bildungs-und-orientierungs-plan-KREMPEL" (sorry!!) zu denken begonnen habe.

    was nützen alle bildungs- und orientierungspläne der welt ... es gibt noch ganz andere werte, die man kindern mitgeben sollte, bzw. aus ihnen herauslocken kann, z.b. konfliktfähigkeit, grundsätzliches selbstvertrauen in sich und ihre eigenen fähigkeiten, achtung gegenüber natur und schöpfung und vor allem: achtung sich selbst und anderen gegenüber.

    heute jedoch wird nur noch vom bildungs- und orientierungsplan gelavert. modul 1 - 5. verstehe WER WILL und: ohne mich !!!

    *)
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    • Yadgar
    • 19.01.2010 um 15:48 Uhr

    Antiautoritär verwahrlost und gleichzeitig rund um die Uhr verplant, überwacht und und kontrolliert... müssen so früh wie möglich chromglänzende stromlinienförmige Hochleistungserwachsene mit Elite-Modul werden, dürfen das aber nicht, weil auf eigenen Beinen stehen viel zu gefährlich ist... werden mit Spielzeug zugeschüttet und haben trotzdem immer häufiger nicht einmal genug zu essen, weshalb sie dicker und dicker werden...

    ...sagt mal, muss ich das alles glauben?!?

  3. montessori dazu. macht die kinder wirklich startklar für's leben. eine empfehlung für alle interessierten pädagogen.

    "hilf mir, es selbst zu tun!" montessoris leitsatz zum einen, zum anderen: ihr ungeheueres VERTRAUEN ins kind, in seine entfaltungsmöglichkeiten, seinen "inneren bauplan" wie sie es nennt.

    fördern, nicht fordern und immer das kind als wesen mit einem "recht auf geheimnisse" betrachten.

    ausserdem hat mich persönlich als "langzeit-erzieherin" der film: lisette und ihre kinder SEHR berührt*. mich eigentlich in vielem bestätigt, wie ich die letzten beiden jahre über diesen "bildungs-und-orientierungs-plan-KREMPEL" (sorry!!) zu denken begonnen habe.

    was nützen alle bildungs- und orientierungspläne der welt ... es gibt noch ganz andere werte, die man kindern mitgeben sollte, z.b. konfliktfähigkeit, grundsätzliches selbstvertrauen in sich und eigene fähigkeiten, achtung gegenüber natur und schöpfung und vor allem: achtung sich selbst und anderen gegenüber. heute jedoch wird nur noch vom bildungs- und orientierungsplan gelavert. verstehe WER WILL!!

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  4. montessori dazu. macht die kinder wirklich startklar für's leben. eine empfehlung für alle interessierten pädagogen.

    "hilf mir, es selbst zu tun!" montessoris leitsatz zum einen, zum anderen: ihr ungeheueres VERTRAUEN ins kind, in seine entfaltungsmöglichkeiten, seinen "inneren bauplan" wie sie es nennt.

    fördern, nicht fordern und immer das kind als wesen mit einem "recht auf geheimnisse" betrachten.

    ausserdem hat mich persönlich als "langzeit-erzieherin" der film: lisette und ihre kinder SEHR berührt*. mich eigentlich in vielem bestätigt, wie ich die letzten beiden jahre über diesen "bildungs-und-orientierungs-plan-KREMPEL" (sorry!!) zu denken begonnen habe.

    was nützen alle bildungs- und orientierungspläne der welt ... es gibt noch ganz andere werte, die man kindern mitgeben sollte, z.b. konfliktfähigkeit, grundsätzliches selbstvertrauen in sich und eigene fähigkeiten, achtung gegenüber natur und schöpfung und vor allem: achtung sich selbst und anderen gegenüber. heute jedoch wird nur noch vom bildungs- und orientierungsplan gelavert. verstehe WER WILL!!

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  5. und vielleicht noch eine "prise" montessori!??? macht kinder wirklich startklar für's leben. eine empfehlung für alle interessierten pädagogen.

    "hilf mir, es selbst zu tun!" montessoris leitsatz zum einen, zum anderen: ihr ungeheueres VERTRAUEN ins kind, in seine entfaltungsmöglichkeiten, seinen "inneren bauplan" wie sie es nennt.

    fördern, nicht fordern und immer das kind als wesen mit einem "recht auf geheimnisse" betrachten.

    ausserdem hat mich persönlich als "lang-zeiterzieherin" der film: "lisette und ihre kinder" SEHR berührt*. mich eigentlich in vielem bestätigt, wie ich die letzten beiden jahre über diesen "bildungs-und-orientierungs-plan-KREMPEL" (sorry!!) zu denken begonnen habe.

    was nützen alle bildungs- und orientierungspläne der welt ... es gibt noch ganz andere werte, die man kindern mitgeben sollte, bzw. aus ihnen herauslocken kann, z.b. konfliktfähigkeit, grundsätzliches selbstvertrauen in sich und ihre eigenen fähigkeiten, achtung gegenüber natur und schöpfung und vor allem: achtung sich selbst und anderen gegenüber.

    heute jedoch wird nur noch vom bildungs- und orientierungsplan gelavert. modul 1 - 5. verstehe WER WILL und: ohne mich !!!

    *)
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    Antwort auf "Erziehung?"
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    Ich kenne die Montessori-Erziehung sehr wohl, ich finde sie auch gut. Nur eines sollten wir uns klar machen: Es gibt nicht DAS Erziehungsmodell, dass für alle und überall gilt und eine gute, richtige Erziehung garantiert. Wäre es so, so müssten nicht immer neue Bücher über Erziehung geschrieben werden, das Buch gäbe es schon seit Jahrhunderten.
    Wenn dies so ist, dann sollten wir auch vielfältige Ansätze der Erziehung unterstützen und den Eltern/Erziehern die Wahl lassen, nach welchem Prinzip sie die Erziehung "leben" wollen. Dabei spielt eine wichtige Rolle, was die Erzieher selbst für richtig und machbar erkennen. Man kann ihnen hierbei helfen, man darf ihnen aber kein Modell überstülpen, dass sie nicht innerlich tragen. Als ein wichtiges Prinzip (neben der Liebe zum Kind) sehe ich so die Vorbildfunktion der Erzieher. Sie verlangt, dass man selbst Überzeugungen hat, sie vertritt und sie auch lebt, das meine ich mit "erzogen". Dies bildet auch die natürlichen Reibungspunkte für die Kinder, Grenzen, gegen die sie sich in der Pubertät dann häufig auflehnen werden und auch sollen. Hier muss man dann u.U. Toleranz beweisen, und die Kinder können "ihren" Weg finden, für Eltern oft eine schwere Zeit, da sie hier auch keinen Dank erwarten können.
    In der Erziehungsbegleitung durch professionelle Erzieher, angefangen von der Kinderkrippe, über Kindergarten und Schule, sehe ich ein weiteres wichtiges Element, das aus der Ich-Bezogenheit der (Klein-) Familie heraus hilft und auch die wichtigen sozialen Kompetenzen betonen muss.
    Und noch ein Prinzip haben wir uns zu eigen gemacht: Betrachte Erfolg in der Erziehung nicht allein als das eigene Verdienst.

    Ich kenne die Montessori-Erziehung sehr wohl, ich finde sie auch gut. Nur eines sollten wir uns klar machen: Es gibt nicht DAS Erziehungsmodell, dass für alle und überall gilt und eine gute, richtige Erziehung garantiert. Wäre es so, so müssten nicht immer neue Bücher über Erziehung geschrieben werden, das Buch gäbe es schon seit Jahrhunderten.
    Wenn dies so ist, dann sollten wir auch vielfältige Ansätze der Erziehung unterstützen und den Eltern/Erziehern die Wahl lassen, nach welchem Prinzip sie die Erziehung "leben" wollen. Dabei spielt eine wichtige Rolle, was die Erzieher selbst für richtig und machbar erkennen. Man kann ihnen hierbei helfen, man darf ihnen aber kein Modell überstülpen, dass sie nicht innerlich tragen. Als ein wichtiges Prinzip (neben der Liebe zum Kind) sehe ich so die Vorbildfunktion der Erzieher. Sie verlangt, dass man selbst Überzeugungen hat, sie vertritt und sie auch lebt, das meine ich mit "erzogen". Dies bildet auch die natürlichen Reibungspunkte für die Kinder, Grenzen, gegen die sie sich in der Pubertät dann häufig auflehnen werden und auch sollen. Hier muss man dann u.U. Toleranz beweisen, und die Kinder können "ihren" Weg finden, für Eltern oft eine schwere Zeit, da sie hier auch keinen Dank erwarten können.
    In der Erziehungsbegleitung durch professionelle Erzieher, angefangen von der Kinderkrippe, über Kindergarten und Schule, sehe ich ein weiteres wichtiges Element, das aus der Ich-Bezogenheit der (Klein-) Familie heraus hilft und auch die wichtigen sozialen Kompetenzen betonen muss.
    Und noch ein Prinzip haben wir uns zu eigen gemacht: Betrachte Erfolg in der Erziehung nicht allein als das eigene Verdienst.

  6. Der Vater

    Die Kinder heute sind freier, als wir es damals je waren. Sie sind auch ehrlicher, denn sie müssen nichts verstecken und nichts verheimlichen - weil ihnen ja mehr erlaubt ist und weil sie freier sind.

    Sie sind auch nicht so kriminell, wie wir es damals waren, denn sie sind reicher. Wenn sie sich etwas wünschen, können sie es auch bekommen und müssen es nicht klauen, wie wir damals, oder lange sparen, oder bis Weihnachten warten.

    Die Kinder heute wissen mehr, als wir damals, denn sie haben nicht nur die Bibliothek, sie haben auch 12 Stunden am Tag Kinderfernsehen, und Internet, und ein eigenes Telefon.

    De Kinder von heute glauben nicht jeden Scheiss, den man ihnen erzählt. Auch sind sie nicht so religiös, denn es stimmt ja gar nicht, was man ihnen im Kommunionsunterricht erzählt - ne, das ist kein Fleisch, auch nicht das von Jesus, und sie kommen auch nicht in die Hölle, denn die gibt es gar nicht mehr.

    Die Kinder von heute sind schlauer als wir es waren, die Eltern, die Grosseltern, die Lehrer, die Polizisten, die Kindergärtner, die Doktoren (als sie klein waren).

    Die Kinder von heute haben eine grosse Zukunft, denn sie werden länger leben als ihre Eltern, und auch länger als ihre Grosseltern, und sie werden keine Kriege führen, und sie werden immer die Demokratie haben, und sie werden Freunde haben in der ganzen Welt.

    Die Kinder von heute sind die besten, die wir haben, und ich liebe sie und wünsche ihnen alles, alles Gute.

  7. Ich kenne die Montessori-Erziehung sehr wohl, ich finde sie auch gut. Nur eines sollten wir uns klar machen: Es gibt nicht DAS Erziehungsmodell, dass für alle und überall gilt und eine gute, richtige Erziehung garantiert. Wäre es so, so müssten nicht immer neue Bücher über Erziehung geschrieben werden, das Buch gäbe es schon seit Jahrhunderten.
    Wenn dies so ist, dann sollten wir auch vielfältige Ansätze der Erziehung unterstützen und den Eltern/Erziehern die Wahl lassen, nach welchem Prinzip sie die Erziehung "leben" wollen. Dabei spielt eine wichtige Rolle, was die Erzieher selbst für richtig und machbar erkennen. Man kann ihnen hierbei helfen, man darf ihnen aber kein Modell überstülpen, dass sie nicht innerlich tragen. Als ein wichtiges Prinzip (neben der Liebe zum Kind) sehe ich so die Vorbildfunktion der Erzieher. Sie verlangt, dass man selbst Überzeugungen hat, sie vertritt und sie auch lebt, das meine ich mit "erzogen". Dies bildet auch die natürlichen Reibungspunkte für die Kinder, Grenzen, gegen die sie sich in der Pubertät dann häufig auflehnen werden und auch sollen. Hier muss man dann u.U. Toleranz beweisen, und die Kinder können "ihren" Weg finden, für Eltern oft eine schwere Zeit, da sie hier auch keinen Dank erwarten können.
    In der Erziehungsbegleitung durch professionelle Erzieher, angefangen von der Kinderkrippe, über Kindergarten und Schule, sehe ich ein weiteres wichtiges Element, das aus der Ich-Bezogenheit der (Klein-) Familie heraus hilft und auch die wichtigen sozialen Kompetenzen betonen muss.
    Und noch ein Prinzip haben wir uns zu eigen gemacht: Betrachte Erfolg in der Erziehung nicht allein als das eigene Verdienst.

    Antwort auf "@2 eichelhäher"
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    nein - offene türen. es gibt kein modell. alles, was einen selber anspricht kann integriert werden in die eigene innere haltung. ich bin über meine montessori-ausbildung sehr dankbar, denn sie hat mir den horizont in vieler hinsicht enorm geöffnet.

    ansonsten ist jeder tag mit kindern anders! mit jedem kind anders und wenn man aus der achtsamkeit und dem herzen heraus lebt, ergibt sich ohnehin das allermeiste, um nicht zu sagen alles von selbst.

    man springt niemals an der selben stelle in einen fluss.
    mit kindern schon gar nicht! aber die erfahrung haben sie wohl auch!

    auch ein- und ausatmen ist nicht unser verdienst!

    wahrscheinlich verstehen wir uns!

    nein - offene türen. es gibt kein modell. alles, was einen selber anspricht kann integriert werden in die eigene innere haltung. ich bin über meine montessori-ausbildung sehr dankbar, denn sie hat mir den horizont in vieler hinsicht enorm geöffnet.

    ansonsten ist jeder tag mit kindern anders! mit jedem kind anders und wenn man aus der achtsamkeit und dem herzen heraus lebt, ergibt sich ohnehin das allermeiste, um nicht zu sagen alles von selbst.

    man springt niemals an der selben stelle in einen fluss.
    mit kindern schon gar nicht! aber die erfahrung haben sie wohl auch!

    auch ein- und ausatmen ist nicht unser verdienst!

    wahrscheinlich verstehen wir uns!

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