»Wo sollen sich die Touristen hinsetzen, wenn die Bänke voller Ausländer sind?«
Bis zum Mai 2004. Damals erreichte die Zahl der Diebstähle einen neuen Höhepunkt, noch heute berichten Einheimische von Tschetschenen, die »alles gestohlen haben, was nicht niet- und nagelfest war«. Zur gleichen Zeit verordnete das Innenministerium die Umwandlung des Flüchtlingslagers in ein Erstaufnahmezentrum für Asylwerber. Das zweite, neben jenem im niederösterreichischen Traiskirchen. Wieder kam es zu einer großen Demonstration. Sogar die unweit des Orts vorbeiführende Westautobahn wollte man blockieren. Nach zahlreichen Protesten und angesichts des vehementen Widerstands lenkte das Ministerium ein, reduzierte die Zahl der Asylwerber von 250 auf 120 und erließ für die Zeit von 22 Uhr bis sechs Uhr früh ein De-facto-Ausgehverbot. Gleichzeitig wurde die Zahl der Polizisten auf 40 aufgestockt. Die Lage beruhigte sich wieder.
Doch nun hat der aktuelle Konflikt um den Standort in Eberau die Gegner des Aufnahmezentrums in St. Georgen wieder aufgeweckt. Ihr Wortführer ist Franz Schneeweiss, der 48-jährige Obmann der örtlichen FP-Sektion und Sprecher einer Bürgerinitiative. Fleißig sammelt er mit seinen Mitstreitern Unterschriften, um eine Volksabstimmung über das Lager zu erzwingen. So wie die roten Politiker im Burgenland. »Was für Eberau gilt, muss auch für St. Georgen gelten,« wirft sich der füllige Landmaschinenhändler vor den Stammtischbrüdern im Gasthaus Kiener in die Brust. Alle nicken eifrig. »Ja, wo sollen sich denn unsere Touristen hinsetzen, wenn die Bänke voll mit Ausländern sind?«, ergänzt die Wirtin. 80 Prozent der Bevölkerung seien gegen das Lager, ist man sich in der Runde im Gasthaus Kiener sicher.
Hermann Haberl kann mit den Scharfmachern wenig anfangen. Gerade sitzt er in seinem Stamm-Café und liest Zeitung. Der Mittvierziger arbeitet bei der Agrarbezirksbehörde, doch sein Herz gehört dem Bogensport. Weltmeister ist er sogar geworden. Die Wettkämpfe haben ihn viel in der Welt herumkommen lassen. Auf den Widerstand gegen das Asylzentrum macht er sich seinen eigenen Reim: »Wir müssen einmal die braune Vergangenheit bewältigen. Diese Ideen schwirren immer noch in den Köpfen herum.« Das Problem sei, dass viele St. Georgener die Probleme der Asylwerber nicht sehen wollten. Die Verfahren würden viel zu lange dauern, die Menschen bräuchten einen Arbeitsplatz. Stattdessen würden die Einheimischen nur auf den eigenen Vorteil schauen, sagt Haberl. »Unsere Leute gehen ja auch auf Montage ins Ausland, um besser zu verdienen.«
- Datum 26.01.2010 - 09:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 21.01.2010 Nr. 04
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Man merkt, wie die Asyllobby als Wirtschaftszeig wahrgenommen wird. Ähnlich den "berufenen" Hilfs- und Sozialwerken oder dem 2. Arbeitsmarkt. Man verdient daran kräftig mit.
Die die es bezahlen müssen unterstellt man dann Rassismus. So einfach ist das.
Italien könnte als Vorbild dienen, wenn die Bürger das Heft selbst in die Hand nehmen. Die Politiker wohnen in anderen Vororten und haben damit nur indirekt etwas zu tun.
So hat also auch Österreich Probleme mit dem Thema Asyl.
Das sollte nun wirklich niemanden überraschen, sofern mir bekannt brennen die Österreicher ihre Auffangstellen aber nicht ab oder veranstalten Hetzjagden durch Innenstädte.
Kein Grund also für Überheblichkeit.
Und mit den neuen Asylrichtlinien der EU hat auch Deutschland seine Probleme, also immer schön an die eigene Nase packen.
http://www.dstgb.de/homep...
"Sollte durch EU-Recht eine Angleichung der Leistungen für Asylbewerber an die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII bzw. an die SGB II-Leistungen unabwendbar sein, wären jährliche Mehraufwendungen in Höhe von einer halben Milliarde Euro schnell überschritten, denn diese Kosten würden nicht nur um den Betrag steigen, der zwischen den hiesigen Sozialhilfesätzen und den bisherigen Leistungen für Asylbewerber liegt. Vielmehr hätten Asylbewerber dann voraussichtlich auch Anspruch auf die gleichen Krankenversicherungsleistungen und angemessenen Wohnraum wie Sozialhilfe- und SGB-II-Empfänger, also auf eigene Wohnungen. Bisher erhalten Asylbewerber in der Regel nur eine medizinische Grundversorgung und wohnen in Gemeinschaftsunterkünften."
Da möcht ich doch mal sehen, was in Deutschland wieder los ist.
Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf.
1. es geht in dem Gesetzentwurf nebulös um "Angleichung" von der man "begründet" abweichen kann. Diese Begründungen werden sich schon finden, da bin ich zuversichtlich.
2. Was ist denn bitte eine halbe Milliarde auf ganz Deutschland gesehen ? Dieses Geld flösse doch direkt in den Konsum, käme also direkt dem Wirtschaftskreislauf zugute.
Wir geben deutlich mehr Geld für deutlich fragwürdigere Dinge aus.
3. Es ist erstaunlich wie verlockend in ihrem Post plötzlich so ein Sozialhilfesatz klingt. In anderen Threads wird darüber diskutiert dass es "menschenunwürdig" sei von H4 leben zu müssen, aber für die Asylbewerber ist es plötzlich noch zu viel ?
Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf.
1. es geht in dem Gesetzentwurf nebulös um "Angleichung" von der man "begründet" abweichen kann. Diese Begründungen werden sich schon finden, da bin ich zuversichtlich.
2. Was ist denn bitte eine halbe Milliarde auf ganz Deutschland gesehen ? Dieses Geld flösse doch direkt in den Konsum, käme also direkt dem Wirtschaftskreislauf zugute.
Wir geben deutlich mehr Geld für deutlich fragwürdigere Dinge aus.
3. Es ist erstaunlich wie verlockend in ihrem Post plötzlich so ein Sozialhilfesatz klingt. In anderen Threads wird darüber diskutiert dass es "menschenunwürdig" sei von H4 leben zu müssen, aber für die Asylbewerber ist es plötzlich noch zu viel ?
»Ja, wo sollen sich denn unsere Touristen hinsetzen, wenn die Bänke voll mit Ausländern sind?«
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
lol
Das die kleinen und großen Unternehmer positiv über Fremde reden ist im Wesen des praktizierten Kapitalismus und der ihm innewohnende Ausbeutung begündet. Sie müßten ständig auf der Suche nach den billigsten Arbeitskräften in der ortsansässigen Bevölkerung sein um noch Profit für sich rauszuholen - kommen die Asylbewerber quasi auf Zuteilung von der Politik dann erübrigt sich das - bequemer kann ein Kapitalist wohl nicht bedient werden. Widerlich das alles!
Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf.
1. es geht in dem Gesetzentwurf nebulös um "Angleichung" von der man "begründet" abweichen kann. Diese Begründungen werden sich schon finden, da bin ich zuversichtlich.
2. Was ist denn bitte eine halbe Milliarde auf ganz Deutschland gesehen ? Dieses Geld flösse doch direkt in den Konsum, käme also direkt dem Wirtschaftskreislauf zugute.
Wir geben deutlich mehr Geld für deutlich fragwürdigere Dinge aus.
3. Es ist erstaunlich wie verlockend in ihrem Post plötzlich so ein Sozialhilfesatz klingt. In anderen Threads wird darüber diskutiert dass es "menschenunwürdig" sei von H4 leben zu müssen, aber für die Asylbewerber ist es plötzlich noch zu viel ?
dann sind die Menschenrechte nix mehr wert nicht einmel 359 EURO - Politiker ihr widersprecht Euch - am laufenden Band!
Verfluchte Heuchelei...eben; schnöder Kapitalismus.
Vielleicht versteht man so die Situation besser.
Im Kongo verdient ein Stationsarzt eines staatlichen Krankenhauses in der Regel 300 - 500 € monatlich, wenn er denn sein Gehalt bekommt.
Der Artikel vermischt im letzten Teil 2 Dinge. Es gibt Fluechtlinge, die tatsaechlich um Ihr Leib und Leben fuerchten muessen.
Einwanderer, die besser verdienen wollen, gehoeren aber nicht in diese Kategorie. Einwanderer wollen im Land bleiben.
Da liegt meiner Meinung nach der Fehler.
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