Ausländer verteilen sich nicht gleichmäßig übers Land, nein, sie gehen dorthin, wo schon andere aus ihrer Nation leben. Migrationsforscher nennen das Kettenwanderung. Die Kette funktioniert so: Es kommt einer ins Land – es geht ihm gut – er erzählt es in der alten Heimat – Verwandte, Freunde kommen nach.

Dieser Kette verdanken wir es, dass zum Beispiel die Portugiesen den deutschen Nordosten bevorzugen (so als dächten sie: Wenn schon graues Deutschland, dann aber richtig). Und dass die meisten Polen immer noch in Nordrhein-Westfalen wohnen, weil dort schon ihre Urgroßeltern Fuß fassten. Dass ausgerechnet in Leverkusen besonders viele Makedonier leben – und in Kiel besonders viele Iraker. Und dass die Ukrainer, vor allem jüdische Einwanderer, den Osten sehr mögen. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier ).

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Seit ungefähr zehn Jahren gibt es auch in Deutschland nicht mehr nur die bekannten großen Ausländergruppen, sondern ein ziemlich buntes Gemisch. Sogar unsere direkten Nachbarn kommen allmählich öfter, Niederländer, Franzosen – ganz ohne Not. Vielleicht gefällt es ihnen ja in Deutschland.