Das war meine Rettung "Er war einer der wenigen Menschen, die ein Herz haben"
Bruno Reichart ist Herzchirurg. Er erzählt über einen Nothelfer, der ihm während einer Operation auf Leben und Tod beigestanden hat.
© Michael Herdlein

Bruno Reichart, Herzchirurg und Direktor der Herzchirurgischen Klinik am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilian-Universität München, kämpfte als junger Arzt um eine Herztransplantation
ZEITmagazin: Herr Professor Reichart, gibt es in Ihrem Leben so etwas wie eine Maxime, nach der Sie handeln?
Bruno Reichart: Ja, und ich weiß auch noch genau, seit wann: Als ich 1962 begann, Medizin zu studieren, hatten wir am ersten Tag eine Anatomievorlesung, in der der Professor etwas sagte, das ich mir für meine gesamte Laufbahn merkte. Er sagte: »Man sollte im Leben seine Ideen und Pläne verfolgen, auch wenn sie noch so großartig und unmöglich erscheinen. Sehr häufig wird einem dann das Leben einen Strich durch die Rechnung machen, sehr vieles wird nicht funktionieren. Aber manches dann halt doch.«
ZEITmagazin: Haben Sie diese Sätze immer beherzigt?
Reichart: Ja. Ich habe immer verfolgt, was ich wollte. Das Herkömmliche hinter sich zu lassen kostet allerdings Kraft, weil es Reibung erzeugt. Das habe ich erfahren, als wir hier in München gegen alle Widerstände die erste Herztransplantationsserie in Deutschland begannen.
ZEITmagazin: Gab es in Ihrer Karriere als Herzchirurg einen entscheidenden Wendepunkt?
Reichart: Ein entscheidendes Jahr war für mich 1979, ich war gerade 36. Sie müssen sich vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt in Mitteleuropa niemand mehr Herzen transplantierte. In Stanford in Kalifornien aber hatten die Chirurgen nach der ersten Herztransplantation 1968 weitergemacht und inzwischen also schon zehn Jahre Erfahrung damit. Ich wollte unbedingt dorthin. Also bin ich zu meinem Chef gegangen und habe ihn gefragt, ob ich mal für vierzehn Tage nach Stanford fahren könnte.
ZEITmagazin: Und, was hat er geantwortet?
Reichart: Zu meiner großen Überraschung war er begeistert. Ich flog also nach Stanford, und ein weiteres kleines Wunder geschah: Der Professor dort, Norman Shumway, der Erfinder der Herztransplantation, war sehr freundlich zu mir und unterstützte mich. Warum, weiß ich nicht, er konnte eigentlich sehr unangenehm sein. Ich habe viel bei ihm gelernt. Es blieb nicht bei diesem einen Besuch.
- Louis Lewitan
gehört neben der Fotografin Herlinde Koelbl und dem ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold zu den Interviewern unserer neuen Gesprächsreihe »Das war meine Rettung«. Lewitan ist Coach und einer der renommiertesten Stressexperten Deutschlands. Gerade erschien sein Buch »Die Kunst, gelassen zu bleiben«
ZEITmagazin: Aber Sie gingen immer wieder nach München zurück?
Reichart: Ja, ich wollte mein Wissen in der Heimat anwenden. Das war damals richtige Pionierarbeit und sehr mühsam. Viele Angehörige wollten keine Transplantation, oder wir bekamen keine Organe. Aber 1981 war es dann so weit, wir waren bereit und wollten unsere erste Transplantation machen. Ich brauchte dafür unbedingt das in der Schweiz hergestellte Medikament Ciclosporin A. Aber die Firma, die es herstellt, wollte es mir partout nicht überlassen, weil unser Haus völlig unbekannt war.
- Datum 23.01.2010 - 16:59 Uhr
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- Serie Das war meine Rettung
- Quelle ZEITmagazin, 21.01.2010 Nr. 04
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sicher, daß Herr Eichert nicht doch "Reichart" heißt?
besten Gruß
auch wenn der Beitrag für Zeit-Verhältnisse suboptimal ist:
es kann nur einer gemeint sein:
http://www.herzklinik-muenchen.de/patienten/klinik/team/aerzte/detailansicht/?tx_wtdirectory_pi1[show]=1&cHash=b70e2bf62c
Unabhängig von der Verwirrung über die Schreibweise des Namens dieses guten Doktors, fürchte ich, handelt es sich hier um das Individuum, dass wenn ich mich recht erinnere in einem SZ-Interview geäussert hat, dass er seinen Patienten dem Sinne nach sagt: "Ach ihre Patientenverfügung stecken sie mal gleich wieder ein". Man möge mich korrigieren, wenn ich mich in der Person täusche. Zum Glück hat die Gesetzgebung inzwischen ein eindeutiges Wort gesprochen. Wenn ich noch keine Patientenverfügung gehabt hätte, wäre das Interview mit diesem Halbgott in Weiss garantiert der letzte Anstoß gewesen. Es ist geradezu Balsam auf meine Seele, dass das Selbstbild bzw. die Selbstdarstellung dieses Herrn genauso simpel klischeebeladen ist wie sein Verhältnis zur Patientenverfügung. Dieser Artikel ist wirklich der "Zeit" nicht würdig.
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