Holocaust-Gedenken "Bist du Jude?"
Zwei Deutschtürken versuchen, die deutsche Geschichte zu erklären – und treffen auf hartnäckige Vorurteile
Angenommen, nur einmal angenommen, Cem Özdemir würde irgendwann der erste deutsche Außenminister mit Migrationshintergrund – was würde er dann bei seinem Antrittsbesuch in Israel sagen? Würde der derzeitige Grünen-Chef, wie Angela Merkel vor der Knesset, die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson erklären? Um anschließend, in sorgsam abgeschirmten Hinterzimmern, über den Export deutscher U-Boote zu verhandeln? Und wie würde seine deutschtürkische Community auf solche Auftritte reagieren?
Für Ufuk Topkara sind das keine theoretischen Fragen. Er hat jeden Tag mit dem Verhältnis von türkischen und arabischen Zuwanderern zum Holocaust zu tun. Er muss immer wieder neu versuchen, Kinder von Migranten für das Tagebuch der Anne Frank zu interessieren. Der 30-Jährige ist der erste türkischsprachige Historiker im Jüdischen Museum in Berlin, der die Jugendlichen herumführt. Wenn er türkischen oder arabischen Schülern die Ausstellung im schrägen Libeskind-Bau zeigt, fragen die ihn zu Beginn des Rundgangs häufig mit aggressivem Unterton: »Bist du Jude?« Ist er nicht. Er entstammt, wie er selbst sagt, einer traditionell-konservativen türkischen Familie. Er hat sich intensiv auf ein Islamstudium vorbereitet, dann aber Geschichte an der Humboldt-Universität studiert. »Ich bin Muslim«, antwortete er, wenn die Jungs ihn zu provozieren versuchen. Und erntet ziemlich verwirrte Blicke: Wie kann so einer im Jüdischen Museum arbeiten?
Von den Naziverbrechen und dem Holocaust wissen diese Schüler so gut wie nichts. »Die deutsche Geschichte«, sagt Topkara, »ist nicht Teil ihrer Identität.« Sie leben in der deutschen Gegenwart, sie sprechen mehr oder weniger gut Deutsch, nicht wenige haben einen deutschen Pass. Aber sie identifizieren sich, wenn überhaupt, mit der türkischen Geschichte, vermittelt durch die eigene Familie oder den Moscheeverein. »Da gibt es meist keine kritische Reflexion, sondern nur die Heroisierung des Osmanischen Reiches.«
Vielleicht war es auch diese unkritische Sicht auf Geschichte, die Aycan Demirel dazu brachte, vor sechs Jahren die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) zu gründen. Vielleicht kam das Gefühl hinzu, nie wieder unpolitisch sein zu wollen. Was das heißt, hat Demirel in seiner alten Heimat erfahren: Seine Jugendjahre fielen in eine Zeit, in der das Militär in der Türkei jegliche politische Aktivität brutal unterband. »Als ich nach Deutschland kam, war ich total überrascht, wie sehr politisches Engagement erwünscht war, ja gefördert wurde und dass diskutiert wurde«, sagt er. Umso schockierter sei er gewesen, als er hörte, wie feindlich im türkisch-arabischen Kreuzberg über Juden und Israel gesprochen wurde.
Neben seinem Politikstudium begann Demirel, Jugendliche im Nachbarschaftsverein zu betreuen. Bald wurde ihm klar, dass viele Zuwanderer und ihre Kinder wenig über die deutsche Vergangenheit wissen. Und dass sie eine völlig andere Perspektive auf das »Jüdische« in der Welt haben. »Ich habe begriffen, dass die Jugendlichen und ihre Familien Juden nicht als Opfer wahrnehmen – sondern als Täter. Als Besatzer, Unterdrücker, als israelische Soldaten, die Palästinenser erschießen«, sagt er. Der historische Bezugsrahmen dieser Kinder und ihrer Familien sei nicht der Mord an sechs Millionen Juden in Europa, sondern seien die Konflikte im Nahen Osten.
Wenn Aycan Demirel und seine Kollegen heute Workshops zum Thema Antisemitismus und Nahostkonflikt in Kreuzberger und Neuköllner Schulen anbieten, hört er immer wieder die gleichen Fragen: Warum geht es in Deutschland immer nur um die Juden? Wo ist unsere Geschichte?
Sie kommt nicht vor. Migranten sind in der großen deutschen Erzählung, in der es um die Erinnerung an die NS-Verbrechen und den anspruchsvollen Umgang mit dieser Erinnerung geht, nicht vorgesehen. Nicht als Zuhörer und schon gar nicht als Akteure mit einer eigenen Perspektive. Aber wie lange kann das so bleiben in einem Land mit mittlerweile mehr als 15 Millionen Menschen, die keine familiären Bezüge zur deutschen Vergangenheit haben?
Aycan Demirels Büro liegt in einer Altbauwohnung an der Oranienstraße, zwischen türkischen Läden, Designershops und Shawarmaläden. Mitten im Kiez. In einem der Räume stehen Stellwände, auf denen braunstichige Porträts Berliner Juden zu sehen sind, die einmal in Kreuzberg gelebt haben. In roten Buchstaben steht darauf »Warum bist du nicht tot? Geschichten jüdischer Menschen in Kreuzberg«. Die Stellwände gehören zum Handwerkszeug der KIgA-Mitarbeiter, sie sind der visuelle Teil ihrer pädagogischen Konzepte. Ein Moment der Irritation, besonders für muslimische Schüler. »Wenn sie hören, dass in ihrer heutigen Straße, ihrer Nachbarschaft, in ihrem Kiez auch einmal Juden lebten, sind die meisten total erstaunt, dass es überhaupt eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen und Juden gibt«, sagt Demirel. Oft gebe es nur eine fanatische Ablehnung »der Juden«. Ein Erlebnis, sagt er, werde er nie vergessen: Bei einem Fest am Kottbusser Tor sollte eine Gruppe palästinensischer Mädchen einen Volkstanz aufführen. Die Mutter eines der Mädchen verbat ihr das Mittanzen. Als Demirel sie nach dem Grund fragte, entgegnete die Frau: »Meine Tochter kann sich ohne meine Erlaubnis in Israel in die Luft sprengen, aber nicht ohne meine Erlaubnis an der Aufführung teilnehmen.« Da habe er gemerkt, sagt Demirel, wie tief der Hass auch bei vielen Migranten in Deutschland sitze.
Antisemitische Klischees sind unter muslimischen Jugendlichen weit verbreitet. Bei einer Umfrage im Auftrag des Bundesinnenministeriums stimmten 15,7 Prozent der befragten muslimischen Jugendlichen der Aussage zu, Juden seien überheblich und geldgierig. (Halb so viele der nichtmuslimischen Jugendlichen sahen es ebenso – auch eine erschreckend hohe Zahl.) Mit Videos auf YouTube oder Mitteilungen per Facebook werden die gewaltbereiten, antiisraelischen Parteien Hisbollah und Hamas verherrlicht, wird vor der jüdischen Weltverschwörung gewarnt. Vor Kurzem tauchte eine Rund-EMail auf, die zum Boykott von Aldi und Lidl aufrief. »Da wurde gesagt, dass der Gewinn an einem bestimmten Tag direkt an den Staat Israel gehe«, sagt Merve Dinç. Die 20-Jährige ist seit einem Schülerpraktikum bei der Kreuzberger Initiative geblieben und möchte nun selbst Sozialpädagogin werden. Sie ist die direkte Verbindung in die Welt der Jugendlichen, wohnt in Neukölln und weiß vielleicht am besten, was bei den Gleichaltrigen los ist, was sie für Vorstellungen haben. »Viele finden Hisbollah toll, weil sie denken, dass sie auf ihrer Seite ist – ohne zu wissen, was das genau ist.« Dann wieder gebe es E-Mails, in denen zum Boykott von Coca-Cola aufgerufen werde – weil Amerika Israel unterstütze.
Wie erklärt man Jugendlichen, die von solch wüsten Verschwörungstheorien geprägt sind, den Holocaust? Wie bringt man ihnen nahe, dass Juden millionenfach Opfer waren?
Dass sie in einem sechsstündigen Workshop feste antisemitische Strukturen in den Köpfen der Schüler nicht sofort ändern können, ist auch den Vertretern der Initiative bewusst. Aber die Wahrnehmung der Jugendlichen zumindest zu irritieren, sie dazu zu bringen, ihre eigene Einstellung oder die ihrer Familie zu hinterfragen – das funktioniere in den allermeisten Fällen. »Wir nähern uns dem Nahostkonflikt, indem wir vermeintlich selbstverständliche Dinge hinterfragen. Wer ist ›der Jude‹, der ›Araber‹? Wie ist Israel überhaupt entstanden?« An zwei Dingen mangele es in den Klassen fast nie: An Empathie für die Opfer des Holocaust und an Interesse daran, diesen Fragen nachzugehen, sagt Mirko Niehoff, der pädagogische Leiter der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. Durch Begegnungen werde diese Irritation noch verstärkt. Im vergangenen Jahr organisierte Demirels Vorstandskollegin Yasmin Kassar, eine Deutschsyrerin, eine Reise für palästinensische und türkische Jugendliche aus Berlin nach Israel. »Die meisten arabischen oder türkischen Jugendlichen haben noch nie in ihrem Leben einen Juden kennengelernt«, sagt die 29-jährige Islamwissenschaftlerin. »Sie haben nur ein diffuses Feindbild im Kopf – und gleichzeitig das Bild vom leidenden Palästinenser. Diese Bilder werden durch solche Reisen hinterfragt.«
Für seine Arbeit hat Demirels Initiative viel Anerkennung bekommen, sogar lobende Worte von Bundespräsident Horst Köhler. Es gab aber auch eine Menge Ärger, gerade am Anfang. Migrantenverbände und linke Gruppen kritisierten das Projekt heftig. »Da hieß es, wie könnt ihr euch mit den Juden befassen, während wir hier Opfer alltäglicher Diskriminierungen sind?«, erzählt Demirel. Für seine Kollegin Kassar gingen wegen der Reise nach Israel sogar Freundschaften in die Brüche. »Viele warfen mir vor, ›indoktriniert‹ worden zu sein«, sagt sie. Das Absurde des Vorwurfs, die nackte, grundlose Anfeindung – man merkt, wie nah ihr das geht. Und gleichzeitig, wie überzeugt sie von ihrer Arbeit ist. Auch wenn sie ihren Verwandten in Syrien bis heute nicht erzählen konnte, dass sie im »Feindesland« Israel war.
Auch Ufuk Topkara hat Anfeindungen erlebt. Einmal, sagt er, habe er sich auf einem Kreuzberger Fußballfeld mit türkischen und arabischen Freunden beinahe prügeln müssen, als er ihnen erzählte, er arbeite jetzt im Jüdischen Museum. Einen Nestbeschmutzer haben sie ihn genannt. Und das war noch das freundlichste Wort.
Sein Leben werde eine »Entdeckungsreise« sein, habe ihm seine Mutter versprochen, erzählt Ufuk Topkara mit einem Lächeln. Und sie hat recht behalten. Topkara, 1980 in Berlin als Sohn eines Fleischers geboren, der 1972 aus der Türkei nach Deutschland gekommen war, hat schon einen ziemlich aufregenden Weg hinter sich. Er hat im Seminar des angesehenen Berliner Historikers Heinrich August Winkler über die Anfänge der Judenverfolgung im Dritten Reich gearbeitet. Er, der türkischstämmige Berliner, hat in Washington und Harvard amerikanischen Juden Texte aus den deutschen Akten ihrer Vorfahren ins Englische übersetzt. Und jetzt sitzt Topkara im Büro des Direktors des Jüdischen Museums Michael Blumenthal, der ebenfalls eine abenteuerliche Reise hinter sich hat: vom Berliner Schuljungen, den die Nazis außer Landes trieben, zum US-Finanzminister und Museumsgründer in seiner alten Heimatstadt.
Für Topkara stellt sich die Frage gelungener Integration kaum mehr. »Ich bin Deutschtürke«, sagt er ohne Zögern. Türkisch sei sein Familiensinn, seine Emotionalität, er empfinde es als Privileg, sich intensiv mit seinem Glauben auseinandergesetzt zu haben. Deutsch sei sein Denken, sein Schreiben. Er habe eine deutsche Schule besucht, er habe deutsche Freunde, »mein Konsumverhalten ist deutsch«. Und für ihn steht außer Frage, dass die Erinnerung an den Holocaust Teil seiner hybriden Identität ist: Ja, sagt Topkara, auch ein Deutschtürke wie er müsse Verantwortung für eine Geschichte übernehmen, die nicht seine Geschichte war, und auch nicht die Geschichte seiner Eltern oder Großeltern.
Aber was heißt das, in letzter Konsequenz? Bundeswehrkompanien zur Verteidigung Israels? Ufuk Topkara sucht eine Weile nach einer Antwort. Man müsse, sagt er schließlich, alles tun, um eine Situation zu vermeiden, in der Israels Existenz im Kern bedroht sei. Dann grinst er. »Das war jetzt eine ziemliche Politikerantwort, oder?«
Auch Aycan Demirel will der deutschen Geschichte nicht ausweichen, im Gegenteil. Lange hing seine Einbürgerungsurkunde über seinem Schreibtisch im Büro, für alle sichtbar, eingetütet in eine Klarsichtfolie. Mit einem dicken roten Filzstift hatte er »100 Prozent Staatsbürger« darauf geschrieben. Warum, weiß er selbst nicht mehr genau. »Vielleicht war es die Erleichterung, die Urkunde endlich zu haben«, sagt er und lächelt. Aber das allein sei es nicht, räumt er ein. Es habe auch ein Bekenntnis zur deutschen Gegenwart, zur Zukunft bedeutet. Und zur deutschen Vergangenheit.
Ein solches Bekenntnis fordert Armin Laschet (CDU), nordrhein-westfälischer Integrationsminister, von allen Migranten in Deutschland. Er ist einer der wenigen Politiker, die sich bislang an dieses Thema gewagt haben. Er sieht die Schwierigkeiten, die entstehen können, wenn arabischstämmige Jugendliche eine NS-Gedenkstätte besuchen und dabei den Nahostkonflikt vor Augen haben. Dennoch steht für ihn fest: »Die deutsche Geschichte verpflichtet jeden, der in Deutschland lebt, zu besonderer Sensibilität gegenüber dem Antisemitismus – unabhängig von der Herkunft. Und diese Verantwortung schließt das Eintreten für das Existenzrecht Israels mit ein. Das erwarte ich auch von allen muslimischen Bürgern unseres Landes«, sagt er. Das sei immerhin deutsche Staatsräson.
Wird das Bekenntnis zur deutschen Geschichte so zum letzten, feinsinnigsten, ultimativen Einbürgerungstest? Erweist sich die Erinnerung an den Holocaust vielleicht gar als neuer, besonders subtiler Exklusionsmechanismus? Kann in diesem Sinne »deutsch« nur sein, wer erinnert?
Als er für seine Magisterarbeit die Akten des »Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens« aus den Jahren 1933 bis 1935 studierte, habe »ich mir eingebildet, Parallelen zu meiner eigenen Community« zu entdecken, sagt Ufuk Topkara. Er meint keine plumpe Opfer-Parallelität. Aber genauso wie die Juden damals, im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, müssten die Türken heute in Deutschland mehr leisten als Deutsche, um ihren Platz zu finden. »Wir müssen besser sein als die Deutschen, um akzeptiert zu werden.« Auch beim Erinnern?
Oder wird sich in einer zusehends multiethnischen Gesellschaft der Identitätskern der Bundesrepublik verändern? Wird das Selbstverständliche, auch im Umgang mit dem Holocaust, aufhören, selbstverständlich zu sein? Wird sich die Bundesrepublik »selbst unbekannter«, wie der Soziologe Heinz Bude vermutet? Wird die Prägekraft der Erinnerung an Auschwitz nachlassen, wird sie jedenfalls ergänzt, überlagert, abgelöst von anderen Erinnerungen? Könnte das Gedenken an den Holocaust vielleicht sogar die gesellschaftliche Inklusion fördern – als eine Verständigung auf gemeinsame, universale Werte?
Aycan Demirel und seine Kollegen haben auch das schon erlebt. Demirel erzählt von einer Reise nach Israel, an der ausschließlich palästinensische Jugendliche aus Deutschland teilgenommen haben. Dort, in Israel, seien die Jugendlichen ständig auf Deutsch angesprochen worden. Er habe, sagt Demirel, das Gefühl gehabt, sie seien als Palästinenser nach Israel gereist – und als Deutsche zurückgekommen.
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- Datum 21.01.2010 - 12:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 21.01.2010 Nr. 04
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"Für Topkara stellt sich die Frage gelungener Integration kaum mehr. »Ich bin Deutschtürke«, sagt er ohne Zögern. Türkisch sei sein Familiensinn, seine Emotionalität, er empfinde es als Privileg, sich intensiv mit seinem Glauben auseinandergesetzt zu haben. Deutsch sei sein Denken, sein Schreiben. Er habe eine deutsche Schule besucht, er habe deutsche Freunde, »mein Konsumverhalten ist deutsch«. "
Wow - ohne Zögern sagt er: "Ich bin Deutschtürke."
Die einfache Aussage: "Ich bin Deutscher" gelingt selbst so mustergültig integrierten Leuten ums Verrecken nicht.
Merkwürdig, daß in den USA die meisten Migranten bei der gleichen Frage ohne Zögern sagen würden: "Ich bin Amerikaner."
1. stimmt nicht. In den USA wird unterschieden in "African American", "Hispanics" ect. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ihnen das unbekannt ist.
2. Was stört Sie überhaupt daran? Es gibt Deutschtürken ebenso wie zum Beispiel Afro-Deutsche. Ob die Leute sich so nennen wollen oder nicht, ist ihre Angelegenheit und jawohl sicherlich kontextabhängig. In diesem Artikel geht es ja offenbar um kulturelle Konflikte und weniger um die nationale Identität im Pass. Oder was ist in Ihren Augen ein "Deutscher"?
Sehr geehrte/r Leserlich,
stellen wir die Frage doch mal andersherum:
Was genau ist Deutsch? ..
von Bismarcks Wehrbündnis mal abgesehen, ... und dem Stück Papier in der Tasche wenn man in urlaub fährt?
1. stimmt nicht. In den USA wird unterschieden in "African American", "Hispanics" ect. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ihnen das unbekannt ist.
2. Was stört Sie überhaupt daran? Es gibt Deutschtürken ebenso wie zum Beispiel Afro-Deutsche. Ob die Leute sich so nennen wollen oder nicht, ist ihre Angelegenheit und jawohl sicherlich kontextabhängig. In diesem Artikel geht es ja offenbar um kulturelle Konflikte und weniger um die nationale Identität im Pass. Oder was ist in Ihren Augen ein "Deutscher"?
Sehr geehrte/r Leserlich,
stellen wir die Frage doch mal andersherum:
Was genau ist Deutsch? ..
von Bismarcks Wehrbündnis mal abgesehen, ... und dem Stück Papier in der Tasche wenn man in urlaub fährt?
... weil Sie trotz Deutschem Pass auch nicht als Deutsche von ethnischen Deutschen akzeptiert werden. Das fängt schon allein bei Ihrer Religion an. Ein ethnischer Türke, der rechtlich Deutscher geworden ist, wird danach sicher nicht anfangen, Lederhosen zu tragen und Sauerkraut und Saumagen zu essen. Er wird trotzdem zu einem Teil immer noch Türke bleiben. Und das ist auch gut so ! Warum muss man sich assimilieren lassen und im Deutschen Einheitsbrei aufgehen ? Wo bleibt der Individualismus jeden Individuums in Deutschland ? Dieser Konformitätsgedanke erstickt alles, was von der "Deutschen Leitkultur" abweicht. Und das ist schrecklich !
Die eingewanderten Amerikaner (Hispanics, Chinese, ...) nennen sich zwar Amerikaner, geben aber Ihre nationale und kulturelle Herkunft auch nicht auf. Ein Chinese ißt auch nicht mehr Burger, nachdem er den amerikanischen Pass hat. Insofern sind die Neu-Amerikaner unehrlicher, als die Neu-Deutschen.
Und ein lobenswertes Engagement. Auch wenn man hinzufügen sollte, dass Antisemitismus tief im deutschen Bürgertum verwurzelt ist. Im fortgeschrittenen alkoholisierten Zustand kommen die besten antisemitischen Verschwörungstheorien zutage. Die haben wenig mit Palästina zu tun und viel mit der Israel-Lobby in den USA und der vermeintlichen Verantwortung jüdischer Geschäftsleute mit der Finanzkrise.
Ich gebe zu, eine plakative Überschrift von mir. Aber:
»Ich habe begriffen, dass die Jugendlichen und ihre Familien Juden nicht als Opfer wahrnehmen – sondern als Täter. Als Besatzer, Unterdrücker, als israelische Soldaten, die Palästinenser erschießen«
Also müssen Juden prinzipiell als Opfer wahrgenommen werden? Fakt ist doch, dass vieles in Israel falsch läuft und das israelische (oder "jüdische" Verhalten) nicht tolerierbar ist. Die Jungs sollten eher lernen differenziert zu denken. Es gibt schlechte Juden und es gibt schlechte Moslems. Auch im osmanischen Reich lief vieles falsch, aber warum die Deutschen meinen prinzipiell bei den Juden niedrigere moralische Maßstäbe aufgrund des Holocaustes ansetzen zu müssen, verstehe ich nicht.
Niemand verlangt das. Aber sich das einzureden verschafft einem natürlich eine bequeme Position auf der man Antisemitismus aufbauen kann.
z.B. dass sie dort mit insgesamt ca. 6 Mil. Leute einer gruppe von etwa 1 Milliard nicht gerade freundlichen Moslemes gegenüber stehen.
Niemand verlangt das. Aber sich das einzureden verschafft einem natürlich eine bequeme Position auf der man Antisemitismus aufbauen kann.
z.B. dass sie dort mit insgesamt ca. 6 Mil. Leute einer gruppe von etwa 1 Milliard nicht gerade freundlichen Moslemes gegenüber stehen.
1. stimmt nicht. In den USA wird unterschieden in "African American", "Hispanics" ect. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ihnen das unbekannt ist.
2. Was stört Sie überhaupt daran? Es gibt Deutschtürken ebenso wie zum Beispiel Afro-Deutsche. Ob die Leute sich so nennen wollen oder nicht, ist ihre Angelegenheit und jawohl sicherlich kontextabhängig. In diesem Artikel geht es ja offenbar um kulturelle Konflikte und weniger um die nationale Identität im Pass. Oder was ist in Ihren Augen ein "Deutscher"?
Stimmt sehr wohl, denn nur weil jemand "unterschieden" wird (von wem auch immer), kann er/sie sich völlig anders sehen. Und ja, die überwiegende Mehrheit der US-Bevölkerung sieht sich schlicht als Amerikaner. Unabhängi von ihren traditionellen Werten, die sie weiterhin nach Herzenlust pflegen können. Deshalb mag ich auch nicht besonders diesen häufig gebrauchten Begriff "Schmelztiegel, denn ich finde er charakterisiert in keiner die amerikanische Wirklichkeit. Mir fällt eher das Bild einer Paella ein, wenn ich an Amerika denke.
Stimmt sehr wohl, denn nur weil jemand "unterschieden" wird (von wem auch immer), kann er/sie sich völlig anders sehen. Und ja, die überwiegende Mehrheit der US-Bevölkerung sieht sich schlicht als Amerikaner. Unabhängi von ihren traditionellen Werten, die sie weiterhin nach Herzenlust pflegen können. Deshalb mag ich auch nicht besonders diesen häufig gebrauchten Begriff "Schmelztiegel, denn ich finde er charakterisiert in keiner die amerikanische Wirklichkeit. Mir fällt eher das Bild einer Paella ein, wenn ich an Amerika denke.
[...]
[entfernt. Bitte verzichten Sie auf zu extreme Aussagen. Danke, die Redaktion/vv]
Ich glaub es hackt, anstatt es endlich anzustreben, diese Geschichte abzubauen und zukünftigen Kinder nicht mehr damit zu belästigen, sollen jetzt Kinder deren Vorfahren damit nichts zu tun hatten, sich den gleichen Kram anhören? Es wird langweilig, kann Frau Knobloch sich nicht was neues ausdenken um das ewige Mitleid zu erhalten? Und wie wäre es mal damit, in deutschen Schulen zu erklären wie es sich in "Israel" so als Palästinenser lebt?
Bei ihnen weiss man doch, wo der Hase hinläuft. Israel in Anführungszeichen und das Geschnatter vom angeblichen "ewigen Mitleid". Schon klar.
In Israel leben übrigens keine Palästinenser, sondern arabische Israelis und wenn man die fragt wo sie lieber leben würden, in Israel oder irgend einem beliebigen Flecken der arabischen Welt, dann raten sie mal was die antworten. Ansonsten ist das hier ein freies Land und niemand hindert sie daran, ihre Unwissenheit im Kommentarbereich einer Zeitung ihrer Wahl munter hinauszuplärren.
Bei ihnen weiss man doch, wo der Hase hinläuft. Israel in Anführungszeichen und das Geschnatter vom angeblichen "ewigen Mitleid". Schon klar.
In Israel leben übrigens keine Palästinenser, sondern arabische Israelis und wenn man die fragt wo sie lieber leben würden, in Israel oder irgend einem beliebigen Flecken der arabischen Welt, dann raten sie mal was die antworten. Ansonsten ist das hier ein freies Land und niemand hindert sie daran, ihre Unwissenheit im Kommentarbereich einer Zeitung ihrer Wahl munter hinauszuplärren.
[...](Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)
Das Problem an diesem ständigen Ins-Gewissen-Rufen ist genau dasselbe, wie mit der ständig depremierenden innenpolitischen Nachrichten. Es stumpft ab...in politischer Sicht sicherlich gewollt, in geschichtlicher wohl nicht.
Derjenige, den Sie hier so überheblich als "armen Migranten" bezeichnen, versteht sich selbst als einen Deutschen. Lesen Sie den Artikel nochmal.
Antisemitismus ist kein rein deutsches Problem, sondern z.Z. besonders offensichtlich in der arabischen Welt. So versucht z.B. Israel derzeit mit Hilfe der USA die letzten im Jemen lebenden Juden aus dem land zu holen, weil ihr Leben dort von Islamisten bedroht wird. (Im Jemen lebten schon Juden, bevor es den Islam überhaupt gab).
In Saudi-Arabien dürfen Juden überhaupt nicht einreisen.
Sie halten das alles für eine langweilige, alte Geschichte?
In die Geschichte des 2. WK's und seine Folgen sind nicht nur Deutsche, sondern ganz Europa, Süd- und Nordamerika, Teile Afrikas und natürlich Israel involviert. Und unsere Kinder sollen sie nicht lernen?
Durch Kommentare wie den Ihren wundert mich die Ignoranz und Behäbigkeit vieler Deutscher hierzulande weit weniger.
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