Helmut Schmidt zu Afghanistan Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen

Aber einen Abzug aus Afghanistan kann es nur mit den Amerikanern geben. Deutschland darf sich nicht isolieren

Drei prinzipielle persönliche Positionen im Vorwege

1) Für den Problemkomplex Afghanistan/Pakistan/Zentralasien/islamistischer Dschihadismus gibt es gegenwärtig und in absehbarer Zukunft keine überzeugende Lösung. Was Präsident Obama in großer Rede am 1. Dezember 2009 in der US-Militärakademie Westpoint angekündigt hat, könnte – auf Afghanistan begrenzt – theoretisch funktionieren; dass dies tatsächlich geschieht, erscheint mir aber als sehr unwahrscheinlich.

Ich habe im Juli 2008 in einem längeren Gespräch zu viert Bundeskanzlerin Merkel, Bundesverteidigungsminister Jung und Generalinspekteur Schneiderhan die weitgehende Aussichtslosigkeit des inzwischen von Obama präzisierten Vorhabens erläutert. Ein westliches »Gewinnen des Krieges« erschien damals, im Sommer 2008, bereits als erheblich unwahrscheinlicher als noch zu Beginn der Operation im Jahre 2001/02. Bestenfalls schienen mir im Sommer 2008 regionale Teilerfolge erreichbar zu sein.

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Ich habe damals gegenüber meinen Gesprächspartnern die ursprüngliche deutsche Beteiligung und die deutsche Konzentration auf die Aufbauarbeit als legitim und als plausibel bezeichnet. Ich habe keineswegs für einen deutschen Abzug plädiert. Wohl aber habe ich auf die Möglichkeit eines gründlichen Stimmungsumschwungs im deutschen Volke hingewiesen, der auf Abzug drängen wird.

Inzwischen zeichnet sich aber eine Tragödie im klassisch-griechischen Sinne ab. Denn die Zahl der transkontinental aktiven terroristischen Dschihadisten hat sehr zugenommen und nimmt weiter zu.

Die Tatsache, dass Obama seit seiner Wahl zum Präsidenten über ein Jahr gebraucht hat, bis er sich zu einer der ihm vorgelegten Handlungsalternativen entschließen konnte, hat die Unwahrscheinlichkeit des Erfolges der militärischen Intervention zusätzlich unterstrichen.

Die große Konferenz

Afghanistan könnte für den Westen verloren gehen. Diese Gefahr sehen inzwischen alle am Einsatz Beteiligten, die USA, die EU, die Nato und die UN. Deshalb treffen sich ihre Vertreter in London zu einer großen Konferenz. Dort soll eine neue Strategie festgelegt werden, um das Blatt noch zu wenden. Die Konferenz geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem britischen Premierminister Gordon Brown zurück. Einer der zentralen Diskussionspunkte wird sein, wann die afghanischen Sicherheitskräfte mehr Verantwortung im eigenen Land übernehmen sollen und mit einem Abzug westlicher Truppen begonnen werden kann. Klar ist aber, dass es zunächst zu einer Truppenaufstockung kommen wird. Bundeskanzlerin Merkel hat angekündigt, 500 zusätzliche Soldaten zu schicken und weitere 350 als »flexible Reserve«. Die Zahl der Ausbilder für die afghanischen Streitkräfte soll auf 1400 aufgestockt werden. Damit sind bald 5350 deutsche Soldaten am Hindukusch. Gleichzeitig will die Bundesregierung die zivile Wiederaufbauhilfe stärken und ein Programm für ausstiegswillige Talibankämpfer anbieten. MAZ

2) Zweite persönliche Vorbemerkung: Für mich rangiert das Interesse Deutschlands eindeutig höher als jedwedes taktische Interesse der sozialdemokratischen Oppositionspartei.

3) Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert – zum Beispiel durch ein alleiniges oder früheres Ausscheiden aus der gemeinsamen Intervention. Die immer noch erhebliche Funktionsfähigkeit sowohl der Nato als auch der EU sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden. An diesem grundlegenden deutschen Interesse würde auch ein etwaiger Abzug der kanadischen und der holländischen Kontingente nichts ändern.

Es bleibt dringend geboten, alle deutschen Stellungnahmen jedenfalls mit Frankreich (und mit anderen europäischen Regierungen) abzustimmen. (Von Obamas in Bezug auf den afghanischen Krieg fulminantem Wahlkampf im Sommer und Herbst 2008 bis zu seiner großen Rede am 1. Dezember 2009 hat es leider keine deutsch-französische Initiative und keinen Ratschlag gegenüber Obama gegeben.)

Leser-Kommentare
  1. .
    Das sollte Schmidt mal der Mutter eines in Afghanistan gefallenen Soldaten erklären:

    a) Eigentlich kann der Einsatz dort kein Erfolg sein, weshalb Rückzug angesagt ist,

    b) den Rückzug dürfen wir aber nur antreten, wenn die Amis das absegnen.

    Sind die Deutschen denn immer noch die Vasallen der Nachkriegszeit?

    Schröders Raushalten deutscher Truppen aus dem Irakkrieg ist den Deutschen jedenfalls besser bekommen als alles andere.

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    • joG
    • 28.01.2010 um 19:10 Uhr

    ...realistischsten Analysen der letzten Zeit. Er vermerkt, den Schaden, den ein deutscher Rückzug im Alleingang hätte und gewichtet ihn schwer. Dabei geht es nicht um Vasallentum, wie Sie es nennen, sondern um zukünftige Kooperation in einer sehr unsicheren Welt, wenn ich Schmidt richtig verstehe.

    Anders als er sehe ich: "Der amerikanischen Öffentlichkeit muss unüberhörbar gesagt werden: Wir Deutschen sind nach dem von uns verschuldeten Zweiten Weltkrieg und nach unserer totalen Niederlage deutlich weniger kriegsbereit als manche jener Nationen, welche beide Weltkriege gewonnen haben. Diese Haltung resultiert nicht aus idealistischem Pazifismus, auch nicht aus verwerflicher Feigheit, sondern aus der Einsicht in die katastrophale militärische Fehlentwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Lehre gelernt zu haben ist weiß Gott keineswegs verwerflich!"

    Zum Einen ist dies bereits vor Langem gesagt worden und galt lange Zeit als Entschuldigung für das Free Riding und die offenbar feige deutsche Weigerung sich angemessen an der Herstellung internationaler Sicherheit zu beteiligen. Zwischenzeitlich sind aber die verschiedensten Alliierten auch hier in Europa es Leid, der Bundesrepublik Begründungen durchgehen zu lassen, deren Fortbestand alleine Säumnis eigenen politischen Willens ist und in ihrer rationalisierenden Logik höchst fragwürdig sind. Man kann ohne Gewalt keinen Frieden haben. Alles Andere ist Wunschdenken oder Apologetik.

    • joG
    • 28.01.2010 um 19:10 Uhr

    ...realistischsten Analysen der letzten Zeit. Er vermerkt, den Schaden, den ein deutscher Rückzug im Alleingang hätte und gewichtet ihn schwer. Dabei geht es nicht um Vasallentum, wie Sie es nennen, sondern um zukünftige Kooperation in einer sehr unsicheren Welt, wenn ich Schmidt richtig verstehe.

    Anders als er sehe ich: "Der amerikanischen Öffentlichkeit muss unüberhörbar gesagt werden: Wir Deutschen sind nach dem von uns verschuldeten Zweiten Weltkrieg und nach unserer totalen Niederlage deutlich weniger kriegsbereit als manche jener Nationen, welche beide Weltkriege gewonnen haben. Diese Haltung resultiert nicht aus idealistischem Pazifismus, auch nicht aus verwerflicher Feigheit, sondern aus der Einsicht in die katastrophale militärische Fehlentwicklung Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Lehre gelernt zu haben ist weiß Gott keineswegs verwerflich!"

    Zum Einen ist dies bereits vor Langem gesagt worden und galt lange Zeit als Entschuldigung für das Free Riding und die offenbar feige deutsche Weigerung sich angemessen an der Herstellung internationaler Sicherheit zu beteiligen. Zwischenzeitlich sind aber die verschiedensten Alliierten auch hier in Europa es Leid, der Bundesrepublik Begründungen durchgehen zu lassen, deren Fortbestand alleine Säumnis eigenen politischen Willens ist und in ihrer rationalisierenden Logik höchst fragwürdig sind. Man kann ohne Gewalt keinen Frieden haben. Alles Andere ist Wunschdenken oder Apologetik.

  2. ... genau wie 1999 als er vor der Spekulanten-Wirtschaftspolitik von Steinmeier, Schröder und Konsorten warnte.

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    Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

    Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

  3. Schön, dass auch hier zu Lande langsam erkannt wird, dass Afghanistan ein Vielvölkerstaat ist, in dem es seit 1839 Krieg gibt. Und sich das ganze im kalten Krieg zugespitzt hat, mit der Einführung der Mudschahidin durch die CIA, um ein Krieg mit der Sowjetunion zu beginnen - "Die Sowjetunion sollte ein "Vietnam" in Afghanistan erleben" (Zbigniew Brzezinski).
    Später dann die Einführung der Taliban, durch den pakistanischen Geheimdienst, die großteils Nicht-Afghanen waren, sondern Pakistaner, Araber...
    Die meisten der heutigen afghanischen Taliban kämpfen für geld, nicht aus ideologischen Gründen. Die Menschen haben keine Arbeit und keine Nahrung, es Kämpfer kriegen sie Nahrung für sich und für ihre Familien. Denn wie sagte der alte Brecht: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral" - die spannende Frage allerdings wäre wer ihnen das "Fressen" gibt. Immer noch Pakistan, aus Furcht vor Indien? Oder sind es die Drogenbarone? - Aber wie schafft man aus einem Land wo sich 48 Staaten befinden noch Drogen raus zu schmuggeln, geschweige denn von der Produzierung dieser... Oder ist die CIA selbst am Drogenhandel beteiligt, wie der renomierte US-amerikanische Investigativjournalist Alfred W. McCoy behauoptet? - Fragen über Fragen, die irgendwann, hoffentlich, ihre Antwort finden. Noch tappt die Öffentlichkeit im Dunkeln, hoffen wir nur das die Regierungen bescheid wissen, und intelligent reagieren.
    __________________________________________________________

    http://polemicon.wordpres...

  4. "Johan Galtung: "Noch lange kein Ende des Terrors"
    Der Nestor der internationalen Friedensforschung zum Afghanistan-Krieg in einem Interview aus dem Jahre 2001:

    SonntagsZeitung: ... Der Erfolg der US-Intervention in Afghanistan scheint den Militärstrategen Recht zu geben.

    Johan Galtung: Das würde ich so nicht sagen. Im Moment ist die Situation in Afghanistan chaotisch. Die Taliban sind noch nicht besiegt, und selbst wenn es gelänge, Bin Laden und seine Leute zu beseitigen, bedeutet das noch lange nicht das Ende des Terrors. Vielleicht ist das Modell eines Teufels, der in einer Höhle in Afghanistan sitzt und als Drahtzieher des Terrorismus agiert, völlig falsch. Es ist gut möglich, dass es eine Menge autonomer terroristischer Gruppen gibt, die völlig unabhängig von Bin Laden zuschlagen können. Der Krieg in Afghanistan führt nicht zum Ziel. "

    http://www.uni-kassel.de/...

  5. wenn dies so stimmt und wenn man die Ereignisse des letzten Jahres mit einbezieht

    1. Wahlfälschung und Machterhalt der korrupten Regierung (Bis heute sind viele Ministerposten noch nicht besetzt, ganz davon abgesehen, wer auf den Ministerlisten steht - Berichterstattung ist nicht so ausführlich, dass man sich wirklich ein Bild machen könnte)

    2. Verlust der Unschuld der Bundeswehr durch den Angriff auf die Tanklastwagen in Kunduz mit bewusstem Töten von Zivilisten.

    3. Verlagerung von al Qaida in andere Länder

    Frage ich mich, warum man dann daraus nicht die Konsequenz zieht aus Afghanistan abzuziehen. Sicher sollte man versuchen dies im Bündnis zu tun, aber wenn dies nicht möglich ist, sollten wir, wie im Irak nach unseren Überzeugungen handeln.

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    Natürlich war diese Intervention der vielen Staaten nach dem 11. September von Anfang an falsch. Eine kritische Analyse des Terrorismusproblems und der Situation in Afghanistan ist unterblieben, weil es in der ersten Reaktion plausibel erschien, die Terroristen auch dort zu bekämpfen, wo sie sich gerade aufhalten. Über eine gemeinsame Strategie wurde aber zu wenig nachgedacht. Die einen wollten beim Aufbau helfen (zB Deutschland) und präsentierten sich militärisch andere mit Killertrupps und Bombardements die Al Quida auslöschen. Kritisches Hinterfragen, insbesondere aus moralischer Sicht, wurde disqualifiziert.

    Dieses Vorgehen in Afghanistan scheitert - wie Helmut Schmidt auch sieht - an den Realitäten in Afghanistan, die man negiert hatte. Noch mehr hätte er betonen können: Es gab schon vor 8 Jahren keine Mehrheit in der Bevölkerung in den allermeisten Ländern. Und die jetzt sichtbare Verwicklung der BW in einen Krieg auf fremden Territorium widerspricht grundlegend dem Geist unserer Verfassung.

    Helmut Schmidt gehörte aber zu den wenigen Politikern, die ihre Skepsis stets zum Ausdruck brachten. Er warnte vor einem gefährlichen Präjudiz, wenn es zu Terrorgruppenbildungen in weiteren Ländern käme (u.a. Pakistan).

    Natürlich war diese Intervention der vielen Staaten nach dem 11. September von Anfang an falsch. Eine kritische Analyse des Terrorismusproblems und der Situation in Afghanistan ist unterblieben, weil es in der ersten Reaktion plausibel erschien, die Terroristen auch dort zu bekämpfen, wo sie sich gerade aufhalten. Über eine gemeinsame Strategie wurde aber zu wenig nachgedacht. Die einen wollten beim Aufbau helfen (zB Deutschland) und präsentierten sich militärisch andere mit Killertrupps und Bombardements die Al Quida auslöschen. Kritisches Hinterfragen, insbesondere aus moralischer Sicht, wurde disqualifiziert.

    Dieses Vorgehen in Afghanistan scheitert - wie Helmut Schmidt auch sieht - an den Realitäten in Afghanistan, die man negiert hatte. Noch mehr hätte er betonen können: Es gab schon vor 8 Jahren keine Mehrheit in der Bevölkerung in den allermeisten Ländern. Und die jetzt sichtbare Verwicklung der BW in einen Krieg auf fremden Territorium widerspricht grundlegend dem Geist unserer Verfassung.

    Helmut Schmidt gehörte aber zu den wenigen Politikern, die ihre Skepsis stets zum Ausdruck brachten. Er warnte vor einem gefährlichen Präjudiz, wenn es zu Terrorgruppenbildungen in weiteren Ländern käme (u.a. Pakistan).

  6. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass sich Probleme nicht mit Krieg und Gewalt lösen lassen. Denn die Probleme sind immer noch da, obwohl die Menschheitsgeschichte eine einzige Folge von Krieg und Gewalt ist.
    Übrigens: Es gibt keine gerechten Kriege, es gibt nur verbrecherische.

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    Meinen Sie die verbrecherische Landung der Alliierten in der Normandie? Den verbrecherischen Krieg der Russen, weil Sie sich nicht gänzlich versklaven lassen wollten? Oder alle Völker und Nationen, die sich von Unterdrückern und Besatzern befreit haben? Und bitte bemühen sie nicht die Menschheitsgeschichte, wenn Sie lediglich Ihre Meinung kundtun wollen.

    Meinen Sie die verbrecherische Landung der Alliierten in der Normandie? Den verbrecherischen Krieg der Russen, weil Sie sich nicht gänzlich versklaven lassen wollten? Oder alle Völker und Nationen, die sich von Unterdrückern und Besatzern befreit haben? Und bitte bemühen sie nicht die Menschheitsgeschichte, wenn Sie lediglich Ihre Meinung kundtun wollen.

  7. .
    1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:

    "Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."

    2. Welche konkreten Folgen befürchten Sie, falls D, nach frühzeitiger Ankündigung gegenüber den Verbündeten, dennoch einen selbstständigen militärischen Abzug durchführt?

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    "1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:
    Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."
    - EU : In allen Staaten die reinkommen geht es der Bevölkerung anschließend besser, den Umkehrschluss überlasse ich Ihnen.
    - NATO : Die Tatsache das NATO Staaten kaum angegriffen werden, mag trivial sein --- so lange man nicht auf die letzten Jahrhunderte sieht. Ich möchte jedenfalls nicht den Kopf meiner Familie darauf wetten, das wir ohne ein Verteidigungsbündnis auch so friedlich leben könnten.

    Der Frieden in Europa seit dem 2. Weltkrieg lässt die Grundlage dafür verblassen. Nur wegen der engen Zusammenarbeit, den Verzicht auf jede Vertrauenserschütterung, war der Frieden möglich.
    Alleingänge Deutschlands würden zunächst dieses Vertrauen erschüttern und anschließend durch politischen Opportunismus zu Selbstläufern werden, die die Stabilität Europas gefährden können. Am Ende eines solchen Prozesses wären auch wieder kriegerische Auseinandersetzungen in Europa möglich.

    Es ist völlig naiv zu glauben, dass der Frieden Europas nicht gefährdet werden könnte. Dafür sind gerade in Krisen, wie der Aktuellen, die Interessen der Einzelstaaten zu mächtig.
    Leichtsinn und Selbstgefälligkeit haben die Wirtschaftskrise verursacht, den Fehler auf politischem Feld zu wiederholen wäre äußerst dumm. Denn gerade diejenigen, die heute jeden Krieg verurteilen, können morgen diejenigen sein, die nach "aktiver Verteidigung" nationaler Interessen schreien.

    H.

    "1. Worin genau besteht Ihrer Ansicht nach das "deutsche Interesse", wenn Sie sagen:
    Das deutsche Interesse gebietet, dass Deutschland sich weder innerhalb der Nato noch innerhalb der Europäischen Union isoliert."
    - EU : In allen Staaten die reinkommen geht es der Bevölkerung anschließend besser, den Umkehrschluss überlasse ich Ihnen.
    - NATO : Die Tatsache das NATO Staaten kaum angegriffen werden, mag trivial sein --- so lange man nicht auf die letzten Jahrhunderte sieht. Ich möchte jedenfalls nicht den Kopf meiner Familie darauf wetten, das wir ohne ein Verteidigungsbündnis auch so friedlich leben könnten.

    Der Frieden in Europa seit dem 2. Weltkrieg lässt die Grundlage dafür verblassen. Nur wegen der engen Zusammenarbeit, den Verzicht auf jede Vertrauenserschütterung, war der Frieden möglich.
    Alleingänge Deutschlands würden zunächst dieses Vertrauen erschüttern und anschließend durch politischen Opportunismus zu Selbstläufern werden, die die Stabilität Europas gefährden können. Am Ende eines solchen Prozesses wären auch wieder kriegerische Auseinandersetzungen in Europa möglich.

    Es ist völlig naiv zu glauben, dass der Frieden Europas nicht gefährdet werden könnte. Dafür sind gerade in Krisen, wie der Aktuellen, die Interessen der Einzelstaaten zu mächtig.
    Leichtsinn und Selbstgefälligkeit haben die Wirtschaftskrise verursacht, den Fehler auf politischem Feld zu wiederholen wäre äußerst dumm. Denn gerade diejenigen, die heute jeden Krieg verurteilen, können morgen diejenigen sein, die nach "aktiver Verteidigung" nationaler Interessen schreien.

    H.

  8. Es ist doch erschütternd das der einzige Experte für Militärische Fragen der bei der Regierung gehört wird (und das auch noch viel zu spät!) Herr Schmidt ist, der bei allem Respekt, seinen Ruhestand doch lange verdient hat! Wenn dieser Alte Herr also nun wieder das Wort ergreifen muss, dann sollte man wenigstens auf ihn hören!

    ..und sich vor neuerlichen Abenteuern erstmal einen fähigen Berater heranzüchten der die 90 noch nicht erreicht hat! Wen fragt ihr als nächstes, Scholl-Latour??

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